Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Margaret Bourke-White

Moments in History. 1930 – 1946
16.05.2013 - 01.09.2013
Margaret Bourke-White

Margaret Bourke-White (1904–1971) gehört zu den Pionieren des Foto-Essays.
In der männlich dominierten Fotografenszene war sie ein Medienstar. Ihr Portrait in Fliegermontur während eines Bombereinsatzes, die Kamera lächelnd in der linken Hand, war ein beliebtes Motiv bei den Soldaten. Doch sie musste stets für ihre Karriere kämpfen. Von verschlossenen Türen ließ sie sich nicht beeindrucken. Ihre Bilder zeugen von ihrem „unstillbaren Wunsch dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird“, wie sie es selbst formulierte.

Die Ausstellung präsentiert das Werk der amerikanischen Fotografin mit 150 Originalabzügen, Briefen, Publikationen und Zeitschriften. Den Schwerpunkt bilden ihre Aufnahmen der 1930er und 40er-Jahre, die in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Deutschland, England und Italien entstanden sind. Zudem werden ihre Auftragsarbeiten für Eastern Airlines und die Chrysler Corporation gezeigt. Im Dokumentationsteil der Ausstellung sind einige ihrer Wort-Bild-Strecken der Magazine Fortune und Life zu sehen sowie Auszüge ihrer Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, u.a. mit Winston Churchill und Georgia O’Keeffe.

Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Sie reiste nach Russland als der erste Fünfjahresplan umgesetzt wurde, sie dokumentierte die Dürrekatastrophe 1934 in den USA, die deutsche Invasion in Russland im Jahr 1941 und das Bombardement der Alliierten auf Deutschland. Im Auftrag des Magazins Life hielt sie im Sommer 1945 die zerstörten deutschen Städte fest. Bourke-White war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Mockau vor Ort. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt.

Bourke-White wollte das „Auge der Zeit“ sein. Für das Life-Magazin, damals eines der bekanntesten und ambitioniertesten Magazine für Fotojournalismus, bereiste sie die ganze Welt. Das Titelfoto der ersten Life-Ausgabe vom November 1936 stammte von ihr. Einmal machte sie sogar selbst Schlagzeilen, als Life am 22. Januar 1943 ihren Bericht über den Luftangriff auf den Flugplatz El Aouina in Tunis – den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der Deutschen für den Nachschub von Truppen aus Sizilien – unter dem Titel „Life’s Bourke-White goes Bombing“ veröffentlichte. Ihre Bilder stehen für
eine ganze Epoche.

Die Ausstellung wurde von Oliva María Rubio kuratiert. Sie wurde organisiert von La Fábrica (Madrid) in Zusammenarbeit mit dem Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern (München), dem Martin-Gropius-Bau (Berlin), dem Preus-Museum in Norwegen, dem Fotomuseum Den Haag und der Syracuse University Library, USA.

 

Taking place at

Kunstfoyer

Maximilianstr. 53 • 805380 M
Tel. +49 89 21 60 26 26
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de
daily 9 am – 7 pm (except: december 24. | 25. [ 31)
free admission