Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Adolf Krischanitz

Inventur
24.05.2017 - 23.06.2017
Adolf Krischanitz

„Der Begriff der ‚Bodextension‘ gefällt mir gut, weil er in seiner Doppeldeutigkeit der Funktion und Bedeutung eines Möbels durchaus gerecht wird. Zum einen vergrößert das Sitzmöbel die Resonanzflächen, ist also eine physische Extension, auf der die Körperlast verteilt wird, und zum anderen geht es um eine raumpsychologische Extension, die als Stellvertreter-Zeichen auch mit abwesenden BesitzerInnen funktioniert.“
A. Krischanitz

Basierend auf Entwürfen für zahlreiche Gebäude aus den Bereichen Kultur, Wohnen, Gewerbe, Bildung hat Adolf Krischanitz den jeweiligen Bauaufgaben zugeordnet auch Innenausstattung entwickelt. Einzige Ausnahme war die Interieur Serie Swiss Re (1998-2000), die er gemeinsam mit Hermann Czech außerhalb eines Bauauftrags (Gebäude von Marcel Meili, Markus Peter Architekten) in Zürich (Rüschlikon) im Center for Global Dialogue geschaffen hat. Von Adolf Krischanitz entworfenen Interieurs bestehen in der Regel nicht nur aus Sessel, Tisch, Liege und Lichtobjekten, sondern sind den jeweiligen Bauaufgaben direkt zugeordnet also Teil der räumlichen Organisation und Gestion.
Diese Entwicklung ist anfänglich durch historisierende, postmoderne Tendenzen charakterisiert, um schließlich in Versuche zur Anknüpfung an die Entwurfstradition des regionalspezifischen Handwerks in Wien zu münden.
Krischanitz’ Entwurfsansätze sind geprägt von Architekten wie Adolf Loos, Josef Frank und Josef Hoffmann und auch Hermann Czech – bzw. durch Firmen wie Thonet, Haus und Garten, Backhausen, Wiesner Hager, Maderna, Wittmann und Braun Lockenhaus. Die Ausbildung einer schnörkellosen, pragmatischen Formensprache, leitet sich immer noch aus dem reichen Fundus des traditionellen Gebrauchs ab.

Foto: H. Schmölzer

 

 

Ausstellungsort

Architekturgalerie e.V.

Türkenstr. 30 (Eingang über Architekturbuchhandlung L. Werner) • 80333 M
Tel. +49 89 28 28 07
www.architekturgalerie-muenchen.de
Mo–Fr 9–19 • Sa 9–18




Zentrum für Architektur, Stadt und Design
Bunker • Blumenstraße 22, 80331 M
www.architekturgalerie-muenchen.de
Der Hochbunker in der Münchner Altstadt wird zu einem Zentrum für Architektur, Stadt und Design. Mit Wechselausstellungen zu aktuellen nationalen und internationalen Themen, einer Dauerausstellung zur Stadtentwicklung Münchens und einem Stadtmodell wird hier eine Plattform für den öffentlichen Diskurs über Baukultur entstehen. Wir schaffen einen Ort, der offen ist für gute Ideen, eine Experimentierfeld für kreative Geister, ein Treffpunkt für Interessierte aus aller Welt. Bis zu seinem Umbau bespielen wir den Bunker temporär mit Veranstaltungen, Installationen und Ausstellungen