Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Aliki Palaska

Breathing Space/Broken Identities
15.01.2015 - 14.03.2015
Aliki Palaska

Aliki Palaska zeigt in dieser Ausstellung drei Werkgruppen, Breathing space, Scherenschnitte und Broken identities.

Letztere, die gebrochenen Identitäten, setzen sich aus gebrochenen Porzellanteilen zusammen. Wir sehen einen ernst blickenden Beethoven mit Flügeln. Er steht auf Porzellantrümmern. Überhaupt, alle Figuren kämpfen mehr oder weniger mit ihrem Gleichgewicht, und gleichzeitig auch mit ihrer Rolle, die ihnen durch ihre Taten und Funktionen über Jahrhunderte hinweg zu eigen wurde. Die neuen Kontexte, in die Palsaka die Figuren setzt und die damit einhergehende Verwandlung machen sie allerdings menschlicher.
Die zweite Werkgruppe
Breathing space zeigt am menschlichen Leib geformte Gipsbäuche. Modell waren hierfür unterschiedliche Personen. Diese Fragmente des menschlichen Körpers entwickeln eine starke Wirkung auf den Zuschauer, da mehrere in einer Reihe aufgestellt sind.
Ihre an alte griechische Torsos erinnernde Nacktheit gibt ihnen eine zusätzliche Bedeutung, sie wirken archaisch und selbstverständlich.
Die dritte Werkgruppe sind Scherenschnitte. Zwei sollten erwähnt werden:
Das Waisenhaus auf der Prinzeninsel vor Istanbul, und ein Paar Schuhe, die eine syrische Frau trug, als sie ihr Land hinter sich ließ. Alte, zerschlissene Schuhe.
Der Scherenschnitt des hölzernen Waisenhauses, welches seit 120 Jahren dem Verfall überlassen ist, gibt den heutigen Zustand des Hauses gefühlsmäßig und authentisch wieder. So wie dieser Scherenschnitt in sich zusammenfällt, so verhält sich auch dieses Gebäude, welches gnadenlos sich selbst überlassen wurde.
Neu zusammengesetzte Porzellanfiguren, Abdrücke von realen Bäuchen und Scherenschnitte: allen Werken ist ein roter Faden inhärent. So nah am Leben wie möglich,
le passage du temps, die Zeit wie sie uns langsam an den Kragen geht, behutsam erzählt von Aliki Palaska.
Wir und die Welt brechen langsam auseinander, manchmal gelingt es eine Stelle zu flicken, vielleicht ein tiefes Durchatmen. Ja, so wünscht sie es uns die Griechin Aliki Palaska. Den Verfall durch die Verwandlung aufzuhalten.

 

 

 


 

 

Ausstellungsort

Galerie Francoise Heitsch

Amalienstr. 19 • 80333 M
Tel. +49 89 48 12 00 • Fax +49 89 48 12 01
www.francoiseheitsch.defheitsch@francoiseheitsch.de
Mi–Fr 14–19 • Sa 12–16