Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Andreas Savva

martyrium – Installation und Objekte
09.11.2012 - 05.02.2013
Andreas Savva

Andreas Savva
Detail aus
OPEN 2009. Venice.

Die Ausstellung kuratiert Olga Daniylopoulou.

Das Erfassen von politischen Phänomenen und Ereignissen ist ein zentrales Thema im Werk des zypriotischen Künstlers Andreas Savva (1970). In seiner neuesten Installation bei Françoise Heitsch befasst er sich mit der aktuellen Lage in der europäischen Polit-Szene, angeregt durch die Situation um Griechenland. Mit den für ihn typischen Materialien wie Seile und alltägliche Gebrauchsgegenstände verarbeitet er die Zusammenhänge und die gegenseitige Einwirkungen zwischen den Staaten in der europäischen Union. Der angespannte Schwebezustand, in dem sich gegenwärtig die europäische Politik befindet, dominiert auch Savvas Arbeit – 12 Stühle, stellvertretend für die einzelnen Sterne der Europaflagge, werden in ein raumgreifendes Geflecht aus gespannten Seilen eingefasst. Die Sitzmöbel, deren ursprüngliche Funktion Standfestigkeit und Ruhe suggeriert, werden zweckentfremdet, schweben in Ungewissheit, gefangen in einer gefährlichen Lage wie im Spinnennetz. Und genau so mühselig und arbeitsaufwendig, wie die Spinne ihr Netz aufbaut, ist das Aufstellen dieses Werks für den Künstler. Der handwerkliche Akt des Webens und Bindens, der genaue Berechnungen und Messungen erfordert, versinnbildlicht nicht nur den bisherigen Weg der Gemeinschaft, sondern auch die Anforderungen an der Politik bei der Suche nach einer Lösung. Das Konstrukt ist zugleich ein System, in dem jedes Element seinen funktionellen Platz hat und zum Erhalt des gesamten Mechanismus beiträgt.

Ergänzend wird eine weitere installative Arbeit Savvas präsentiert, bei der purpurrote Samtschleifen in einem Stahlrahmen gebunden werden. Hier führt uns der Künstler die Dualität materieller Dinge vor Augen. Der Samt als edler, glanzvoller Stoff ist wunderschön, jedoch nur von Vorne. Seine Rückseite ist karg und unscheinbar gewöhnlich. Mit seinen metaphorischen Parabeln hält Andreas Savva Wahrheiten fest, die im Leben nicht selten hinter dem Glanz einer konstruierten Oberfläche zu schwinden beginnen.

 

Ausstellungsort

Galerie Francoise Heitsch

Amalienstr. 19 • 80333 M
Tel. +49 89 48 12 00 • Fax +49 89 48 12 01
www.francoiseheitsch.defheitsch@francoiseheitsch.de
Mi–Fr 14–19 • Sa 12–16
Pfingstferien geschlossen