Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Barry Le Va

Munich – Africa 1992–1995
09.03.2017 - 22.04.2017
Barry Le Va

Barry Le Va
Ohne Titel, 1993
Tusche und Graphit auf Papier
29,5 x 40 cm
Courtesy Galerie Fred Jahn

Munich Diary – African Sketchbook so heißt das 128 Skizzenblätter umfassende Konvolut, das der amerikanische Künstler Barry Le Va 1992 anlässlich eines Arbeitsaufenthaltes in den Räumen der Galerie Fred Jahn im Rückgebäude schuf. Zufällig wurden zu dieser Zeit afrikanische Skulpturen und Objekte, mit denen die Galerie damals auch handelte, dort gelagert. Ausgehend von dem einfachen Festhalten und Beobachten der zunächst befremdlichen Objekte, erwuchs daraus, in tagebuchartiger Abfolge, ein Vorgang zeichnerischer Aneignung. Barry Le Va setzte auch hier die für seine Arbeitsweise typische Technik des Sezierens, Fragmentierens, Addierens und Verschränkens ein.
Um die Zeichnungen mit seiner Rückkehr nach New York den Skulpturen zuordnen zu können, fotografierte er jedes Objekt, das in München Auslöser für die Entstehung dieses Zyklus war. Diese Fotos dienten nicht nur der Vergewisserung der realen Existenz der Skulpturen, sondern gleichermaßen als Vorlagen, mit denen Le Va kombinatorisch spielte und Fotocollagen schuf.
Der geschlossene Zyklus und die später entstandenen Fotocollagen wurden 1993 in der Staatlichen Graphischen Sammlung München gezeigt, in deren Besitz sich die Arbeiten seitdem befinden. 1994 ging die Ausstellung in das Städtische Museum Leverkusen, Schloss Morsbroich. Die Galerie Fred Jahn zeigt einzelne Arbeiten, die über die geschlossene Gruppe hinaus entstanden sind und zwar Zeichnungen, Collagen und übermalte Fotos.

 

 

Ausstellungsort