Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Christina Calbari

Unveiled – Malerei
15.03.2018 - 28.04.2018
Christina Calbari
Unveiled ist die zweite Ausstellung von Christina Calbari (*1975 in Athen) in der Galerie Françoise Heitsch. Erneut sind die dargestellten Personen weiblich und leben in den fünfziger Jahren oder noch früher. Jean Genet’s Zofen stehen für diese Bilder Pate. Man spürt förmlich das geschwächte Selbstbewusstsein der dargestellten Personen, das sich wie ein Nährboden für Düsterkeit und Depression entfaltet. Auch der Kampf zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird spürbar. Das Wissen, dass man nur dann gesehen wird, wenn der soziale Status stimmt. Das ein Entfliehen aus der gesellschaftlich niederen Herkunft quasi unmöglich ist. In den Handlungen und Gesichtszügen der Dargestellten ist die Projektion auf das unerreichbar erscheinende Gegenüber, und schließlich die Selbstzerstörung lesbar.
Christina Calbari bedient sich einer glatten und dunklen Malweise. Die Farben, hauptsächlich braun und grau, drücken auf virtuose Weise eine anhaltende Melancholie aus. Ihre Mädchen versetzten uns zurück in eine Zeit, zu der auch in Europa die Frauen fremdbestimmt waren. Tatsächlich konnten noch vor knapp achtzig Jahren die wenigsten Frauen ihr Schicksal selbst bestimmen. Christina Calbari interessiert sich vor allem für die Mädchen, die keine Stimme hatten, oder nur dann eine, wenn der Teufel mit ihnen durchging und die Presse sich ihrer ermächtigte. Ihre Arbeiten erinnern uns daran wie sehr Frauen um ihre Rechte kämpfen mussten.
Unveiled steht aber vor allem für das Unverschleierte, das sichtbar machen. Christina Calbari nutzt es als Indikator für alles was nicht stimmt, als Metapher für das was ans Tageslicht gebracht werden muss. Ihre Mädchen stehen für alles Unrecht was getan wird und wurde, heute und damals. So wie Jean Genet sich für alle Unterdrückten und Schwachen eingesetzt hat, dient Calbari das Wort unveiled als Mahnung, als Aufforderung uns den Geschehnissen zu stellen und uns zu empören. Christina Calbari lebt schließlich in Athen, und muss zusehen wie die Krise täglich das Leben verschattet.
Christina Calbari
Room VI, 2017
oil on canvas
40 cm x 30 cm
 

Ausstellungsort

Galerie Francoise Heitsch

Amalienstr. 19 • 80333 M
Tel. +49 89 48 12 00 • Fax +49 89 48 12 01
www.francoiseheitsch.defheitsch@francoiseheitsch.de
Mi–Fr 14–19 • Sa 12–16
Im August ist die Galerie geschlossen