Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Christopher Cozier

Gas Men
19.03.2015 - 01.05.2015
Christopher Cozier

Christopher Cozier
Gas Men, 2014
Videostill

Françoise Heitsch freut sich Gas Men, Christopher Coziers erste Einzelausstellung in ihrer Galerie, präsentieren zu dürfen. Die Ausstellung wird am Donnerstag den 19. März um 19 Uhr eröffnet und zeigt eine neue Video Installation die von Zeichnungen begleitet wird.

Christopher Cozier, der in Port of Spain, Trinidad, lebt, ist ein renommierter Künstler, Autor, Kurator und Kulturförderer. Seit über 25 Jahren verschreibt sich Christopher Cozier den Parametern der zeitgenössischen karibischen Kunst und versucht ihre angrenzenden Diskurse zu erweitern. Er hat wesentlich zu dem karibischen Journal Small Axe beigetragen, das auch als Plattform zur Förderung kritischer Diskussionen und der Kreativität dient. Auch als redaktioneller Beistand für die Ausgaben von Americas (2003, 2004 und 2005) des Bomb Magazins, und als Beistand für das kuratorische Team des SITE Santa Fe (2014), war er tätig. 2006 hat er Alice Yard mitbegründet – ein Raum in dem sich Musik, Kunst, Performance und Dichtung zu einem dynamischen Mix an kreativer Improvisation und kreativem Austausch vermischen. Zusätzlich umfasst es ein internationales Künstlerresidenz-Programm, eine blühende Musikszene und regelmäßig stattfindende zeitgenössische und experimentelle Ausstellungen. 2013 wurde er für seine fortlaufenden Bemühungen, karibische Kunst, innerhalb sozialer Kontexte fest zu konstituieren, mit dem Prince Claus Award ausgezeichnet.
Christopher Coziers Arbeit befasst sich mit unterschiedlichen Medien, u.a. mit Zeichnungen, der Drucktechnik, Ton, Video und Installation. Seine Arbeiten wurden in der Karibik und weltweit umfassend gezeigt. In folgenden Ausstellungen waren seine Arbeiten zu sehen: The Havana Biennial (1994 und 2000); Equatorial Rhythms im The Stenersen Museum (2007); Triennial Poli/Grafica de San Juan: America Latina y el Caribe (2009); Afro Modern: Journeys through the Black Atlantic im TATE Liverpool (2010), The Global Africa Project im The Museum of Art and Design, New York (2010-2011), Being an Island im DAAD Berlin (2013), In Development, eine Einzelausstellung in den David Krut Projects, New York (2013) und The Arrest: Hands Up, Hand Out in Verbindung mit Art Basel Miami Beach (2013). Zeichnungen der Austellung The Arrest wurden zur ursprünglichen Inspirationsquelle für die Videoinstallation Gas Men.

Christopher Coziers visuelle Sprache befasst sich sowohl mit persönlichen und kollektiven Erfahrungen, als auch mit strikt festgelegten formellen Aspekten. Allgemein gesehen erforscht Coziers Arbeit den problematischen Raum, der nach der Unabhängigkeit Trinidads geschaffen wurde. Er thematisiert die Denkbilder jener Machtsymbolik, die sich ändern und dennoch bestehen bleiben. Zusätzlich enthüllen seine Arbeiten komplexe Narrative ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklung sowie das Verschwinden von Geschichte und Kultur initiiert durch kommerzielle Expansion. Ein Leitfaden, der sich durch Christopher Coziers Karriere zieht ist das Engagement in gerade diesem anhaltenden kritischen Diskurs, welcher sich folglich auch solide in seinem visuellen Vokabular verankert hat. Die offengelegten Narrative enthüllen die Grenzen, die Möglichkeiten, das Scheitern und die Erfolge der zeitgenössischen karibischen Kunst – er zerlegt sie, entreißt sie ihrer Wurzeln, verteilt sie weltweit und bringt sie dann zurück in die Karibik.

Gas Men ist exemplarisch für diese Herangehensweise. Die Arbeit erforscht die aktuelle ökologische und sozialpolitische Problematik, die durch kommerzielle Expansion und politischen Opportunismus, repräsentiert wird. Gas Men wirft mit sehr einfachen und dennoch visuell direkten Mitteln Fragen auf, welche die Rolle Trinidads als Ölwirtschaft betreffen. Obwohl am Michigansee gedreht wurde könnte das tatsächlich gefilmte Material überall entstanden sein – in Venezuela, Nigeria, Mexiko oder eben in Trinidad. Zwei Männer in Geschäftsanzügen die gegen einen tiefgrauen Himmel gefilmt wurden, spielen im typischen Cowboy-Stil mit Zapfpistolen und Schläuchen. Das stellt Assoziationen zu imaginären Lassos und Pistolen her und stärkt somit auch das Gefühl einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr oder Bedrohung. Das Video wird von einer musikalischen Untermalung begleitet die in Alice Yard aufgenommen wurde. Sie unterstreicht den extremen Kontrast zwischen dem visuellen Rahmen und dem kritischen Inhalt des Films. Das hypnotisierende Klangbild des Liedes und der Musik wird immer wieder durch den verstörenden Klang von Sirenen unterbrochen, um sicher zu stellen, dass jene harschen Realitäten, welcher der Arbeit zu Grunde liegen, nicht vergessen werden.
Selene Wendt

 

Ausstellungsort

Galerie Francoise Heitsch

Amalienstr. 19 • 80333 M
Tel. +49 89 48 12 00 • Fax +49 89 48 12 01
www.francoiseheitsch.defheitsch@francoiseheitsch.de
Mi–Fr 14–19 • Sa 12–16