Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Dieter Villinger

non-monochromatic monochromes
06.06.2018 - 31.07.2018
Dieter Villinger

Dieter Villinger hat sich in den vergangenen Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens einen Namen im Bereich der monochromen Malerei gemacht. Seine häufig dem Quadrat angenäherten Formate tragen durchwegs als Titel den Namen derjenigen Farbpigmente, in denen sie gemalt sind. Meist entstehen sie aus einem einzigen Pigment, so zum Beispiel „Berlinerblau, Zinoberrot, Scotchlite Zinkweiß, Laque Solferino, Alizarinviolett, immer wieder mischt sich das Monochrome aber auch aus mehreren Farbpigmenten in einem einzigen Bild, wie z.B. in „Kobaltgrün-Zinkweiß-Indischgelb“.
Dabei gelingt es Dieter Villinger, durch einen langwierigen Prozess der Erfahrungssuche nach der Wirkung eines jedes einzelnen Farbtons, diejenigen Arbeiten, welche monochrom aus einem Farbpigment gestaltet wurden, nicht monochrom wirken zu lassen, sondern lebendig in der Schattierung, mit Tiefe im Zentrum und leuchtend in der Reflexion. Gleichsam wirken Arbeiten, die aus mehreren übereinander geschichteten Farbtönen aufgebaut sind, weniger poly-, als letztlich eher monochrom.
Beide Effekte sind seinem ungewöhnlichen Malprozess geschuldet, in dem das pure Farbpigment in unterschiedlich viskose Trägerstoffe eingemischt zur gestischen Masse wird. Diese wird weniger mit feinem Pinselstrich, als vielmehr mit groben Bürsten und besenartig breiten.
Quasten in rhythmischen Hin- und Herbewegungen auf die Leinwand aufgetragen. Diese Bewegungen hinterlassen Spuren: Furchen und wellenartig sich abwechselnde Erhebungen und Vertiefungen – Strukturen, deren Entstehung zufällig und doch gezielt forciert sind und die in ihrer Rhythmuslosigkeit rhythmisch wirken. In dieser dreidimensionalen Strukturierung wird Farbe zum eigentlichen Bildgegenstand, nicht motivisch, sondern materiell; Die jeweiligen Pigmente entwickelt durch den Prozess der Verdünnung und Verdichtung, der Überlagerung und Verteilung ihre eigene Dynamik. Die Reflektion des Lichtes ist an jeder Stelle des Bildes unterschiedlich. Sie ermöglicht die Wiedergabe einer Vielfalt von Farbnuancen desselben Pigmentes und bringt die eigentlich monochrome Fläche zum Vibrieren und Leuchten.

Dieter Villinger wurde 1947 in Bad Bergzabern geboren und lebt und arbeitet in München. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel-, Gruppen- und Themenausstellungen in Museen in Deutschland und im Ausland gezeigt und sind in zahlreichen öffentlichen und private Sammlungen repräsentiert, darunter die Bayerische Staatsgemäldesammlungen und Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Berlin, Daimler Art Collection, Stuttgart, Kunstsammlung Baden-Württemberg, Stuttgart, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen, Museum für konkrete Kunst, Ingolstadt, Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, Sammlung der Stadt Köln, Schauwerk Sindelfingen, u.a..

Dieter Villinger
Kobaltgrün – Zinkweiß – Indischgelb

 

 

Ausstellungsort

Braun-Falco Galerie

Nymphenburger Str. 22 • 80335 M
Tel. + 49 89 579 497 741 • Fax + 49 89 579 497 749
www.braunfalco.cominfo@braunfalco.com
Di–Fr 12–18 • Sa 11–16
barrierefrei