Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

FarbeLicht – LichtFarbe.

Dem Licht auf der Spur
19.05.2017 - 01.07.2017
FarbeLicht – LichtFarbe.

Hellmut Bruch
Victoria Coeln
Inge Dick
Rosa M Hessling
Siegfried Kreitner
François Morellet
Jan van Munster
Nadine Poulain
Regine Schumann
Thomas Wunsch

Jan van Munster
ratio, 2003
Rotes und transparentes Glas, Argon, Transformatoren
Foto: Ivo Wenneks

Mit zehn sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen aus dem Bereich der reduzierten, minimalistischen zeitgenössischen Kunst zeigt diese Ausstellung auf, welch breites Spektrum das Thema „Licht“ in der bildenden Kunst heute einnimmt.
Wir präsentieren in dieser Ausstellung Arbeiten, die sich, neben dem realen Einsatz einer Lichtquelle im Kontext des Kunstwerks, vor allem mit filmischen und fotografischen Medien auseinandersetzen, was zu besonders experimentellen Ansätzen führt. Aber auch spezielle Materialien und deren Funktion machen sich die Künstlerinnen und Künstler zunutze, wie z.B. fluoreszierendes Acrylglas, das ganz ohne „Strom“ zum Strahlen gelangt. Und nicht zu vergessen die Malerei, die es ohne Licht nicht gäbe.
Als „Malerin des Lichts“ zeigt uns die Kölner Künstlerin Rosa M Hessling in ihren monochrom anmutenden aber dennoch polychrom gemalten Bildern, wie sich unter dem Einfluss von Licht und der Sichtposition des Betrachters eine gemalte Farbfläche komplett verändern kann. Bei Siegfried Kreitners minimalkinetischen Skulpturen sind es hingegen die Arbeiten selbst, die durch den Einsatz von Elektromotoren in Bewegung versetzt werden. Erstaunen lässt dann der Einblick in die pulsierenden, farbigen Lichtquellen im Inneren der „atmenden Skulpturen“ des Münchner Künstlers.
Mit ganz realen Lichtquellen arbeiten auch die nächsten beiden Künstler der internationalen Künstlerriege, der 2016 verstorbene Franzose François Morellet und der Niederländer Jan van Munster. François Morellet lebte bis zu seinem Tod in Cholet in Frankreich. Seine Arbeiten bestechen durch einfache geometrische Formen: präzise Linien, gemalt, gedruckt und ergänzt durch leuchtende, kühle Neonröhren. Eine großzügige Leihgabe macht es möglich, ein Hauptwerk in der Ausstellung zu zeigen. Jan van Munster aus Oost-Souburg in den Niederlanden hat die „Energie“ als sein Hauptthema gewählt: Temperatur, Magnetismus, Radioaktivität und Elektrizität sind Ausgangspunkt für viele Werke.
Das Tageslicht hingegen genügt, um Hellmut Bruchs Arbeiten aus fluoreszierendem oder farblosem Acrylglas erstrahlen zu lassen. Im Zentrum der Ausstellung stehen Skulpturen aus farblosem transparenten Acrylglas, die sich ganz dem Wechselspiel von Material und Licht widmen. Auch Regine Schumann aus Köln verwendet seit mehr als 20 Jahren vorwiegend fluoreszierendes Acrylglas, das sie zu minimalistischen Kuben und Stelen verbaut. Unter dem Einfluss von Schwarzlicht werden diese zu leuchtenden Farbkörpern.
Vier Positionen, die das Licht mit filmischen und fotografischen Mitteln erforschen, komplettieren die Künstlerauswahl: Inge Dick aus Innerschwand am Mondsee zählt mit ihren Film- und Fotoprojekten zu den innovativsten Künstlerinnen in diesem Bereich. Mit ihrem Filmprojekt „jahres licht weiss“ lässt sie uns die Licht- und Farbveränderungen einer weißen Fläche, gefilmt über mehrere Tage hinweg, erfahren. Victoria Coeln aus Wien beschäftigt sich mit Farbe, Licht und Raum und nutzt dazu zumeist fototechnischen Mittel. Die gezeigten „Chromogramme“ sind Mehrfachbelichtungen durch manuell beschichtete RGB-Filter auf Fotopapieren. Nadine Poulain aus Berlin überzeugt durch ihre sensiblen, schwarz-weiß gehaltenen Video-und Foto-Projekte, in denen sie Phänomene der Natur hinterfragt. Der Wiesbadener Künstler Thomas Wunsch hingegen greift in seinen Fotografien nicht auf die Natur, sondern auf den urbanen Raum zurück. Allerdings verfremdet er seine Aufnahmen mit digitalen malerischen Mitteln derart, dass das ursprüngliche Foto nicht mehr nachvollziehbar ist.

Die von Renate Bender konzipierte Ausstellung ist nach einer Station im Neuen Kunstverein Aschaffenburg nun mit verändertem Raumkonzept in der Galerie in München zu sehen.

 

 

Ausstellungsort

Galerie Renate Bender

Türkenstr. 11 • 80333 M
Tel. +49 89 30 72 81 07 • Fax +49 89 30 72 81 09
www.galerie-bender.degaleriebender@gmx.de
Di–Fr 13–18.00 • Sa 11–15 und nach Vereinbarung