Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

ICH ist eine EGO-Maschine.

Aktuelle Positionen aus Kunst und Neurowissenschaft
12.10.2016 - 04.03.2017
ICH ist eine EGO-Maschine.

Sechs international renommierte Künstler zeigen Arbeiten, die sich mit einem der großen ungelösten Rätsel der Wissenschaft beschäftigen: Was ist das ICH?

Künstler
Paweł Althamer, Jan Fabre, Carsten Höller, Peter Kogler, Matt Mullican, Thomas Zipp

Dazu ein spannendes Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten aus der Neurowissenschaft:
Prof. Dr. Thomas Metzinger, Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Prof. Dr. Marie-Elisabeth Faymonville, Prof. Dr. Melanie Wilke

Was ist Bewusstsein und warum entwickeln wir überhaupt bewusste Vorstellungen? Mit neuen Methoden ist die Hirnforschung in den vergangenen Jahren zu unerwarteten Erkenntnissen gekommen. In einem Punkt sind sich die meisten Neurowissenschaftler inzwischen einig: Das Ich ist eine vom Gehirn erzeugte Illusion – aber eine überaus nützliche! Sie sorgt dafür, dass wir nur Ausschnitte der Wirklichkeit erfassen, uns als nur einen Körper wahrnehmen und uns so eine einheitliche Welt erscheint.
Aus Sicht der Neurowissenschaft ist das Ich eine Ego-Maschine mit einer gigantischen Rechenleistung, die sich auf komplexe, pulsierende Entladungen von Milliarden Neuronen zurückführen lässt und sich zu einer Ich-Illusion verdichtet. Ohne diese Fähigkeit des Gehirns zur Vereinheitlichung wären wir nicht lebensfähig. Wir könnten nicht mit anderen Menschen kommunizieren, mit ihnen kooperieren, von ihnen lernen, mit ihnen fühlen. Inzwischen gibt es erste Ansätze, das menschliche Selbstmodell auf externe Systeme wie Roboter oder Avatare zu übertragen. Die rasant voranschreitende Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Robotik macht die Grenze von Mensch und Maschine durchlässig. Wir stehen vor einer Bewusstseinsrevolution. Mit welchen Folgen?
Antworten auf diese und weitere Fragen sucht das neue Projekt der ERES-Stiftung „ICH ist eine EGO-Maschine“: Wie fühlen wir mit anderen Menschen? Was passiert in Trance? Haben auch Tiere ein Bewusstsein? Die Ausstellung zeigt künstlerische Positionen, die sich mit den faszinierenden Ergebnissen der Bewusstseinsforschung auseinandersetzen oder auf eigenen Wegen zu überraschenden Einsichten in das menschliche Bewusstsein gelangen.

Vorträge
Dienstag, 18. Oktober 2016, 19 Uhr
Prof. Dr. Thomas Metzinger, Neurophilosoph, Professor für theoretische Philosophie, Johannes Gutenberg Universität, Mainz
„Der transparente Avatar in Ihrem Kopf“. Wie das Gehirn das bewusst erlebte Ich erzeugt.
Im Anschluss Kunst und Wissenschaft im Dialog:
Peter Kogler im Gespräch mit Thomas Metzinger

Mittwoch, 16. November 2016, 19 Uhr
Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie, Institut für Hirnforschung, Universität Bremen
„Wie schaffen 100 Milliarden Neuronen Bewusstsein?“ Ein Überblick über die aktuelle Bewusstseinsforschung.

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Marie-Elisabeth Faymonville, Hypnoseforscherin, Direktorin des Zentrums für chronische Schmerzen, Centre Hospitalier Universitaire de Liège. „In anderen Bewusstseinssphären – Hypnose und Trance in den Neurowissenschaften“

Donnerstag, 9. Februar 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Melanie Wilke, Forscherin am Deutschen Primatenzentrum, Direktorin Abteilung Kognitive Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen
„Haben Tiere Bewusstsein?“
Eintritt frei. Anmeldung zu den Vorträgen empfohlen: info@eres-stiftung.de

Abbildung: Carsten Höller
Sina 2, 2014
C-Print, 82 x 110 cm (ungerahmt)
© Carsten Höller, Courtesy Gagosian Gallery

 

 

 

Ausstellungsort

Eres-Stiftung

Römerstr. 15 • 80801 M
Tel. +49 89 388 79 079 • Fax +49 89 388 79 080
www.eres-stiftung.deinfo@eres-stiftung.de
Di, Mi, Sa, 11–17
August: Sommerpause