Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Jakob Gilg  

Epithel
04.06.2020 - 18.07.2020
Jakob Gilg  

Die Braun-Falco Galerie freut sich, Ihnen mit „EPITHEL“ die erste Einzelausstellung des Künstlers Jakob Gilg nach seinem Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München im Februar diesen Jahres ankündigen zu dürfen.

„Ungewöhnlich bizarr“ dürfte wohl der erste Gedanke sein, der beim Betrachten der Arbeiten von Jako Gilg entsteht. Viele seiner Arbeiten – Leinwände, Aquarelle wie Skulpturen – werden von einer Farbe dominiert – aus deren flächigen Formen sich scherenschnittartige Gesichtszüge, fratzenartige Grimassen und amorphe Körperteile erahnen lassen, absonderlich und anziehend zugleich. Eine Surreale Welt, deren Gesetze man ergründen möchte.

Der 1988 in Rosenheim geborenen Künstler schreibt selbst: Einer der Schlüsselmomente meiner Malerei bestand darin, ein einzelnes Pigment, stark verdünnt und lasierend, auf eine Leinwand aufzutragen. So ergeben sich Dichteschwankungen, ähnlich dem changierenden Farbenspiel von menschlicher Haut. Auf der Suche nach der Sensibilität des Materials, also der Leinwand, des Steinmehls, des Wassers, des Hautleims und der Pigmente, bilden sich Flächen und Strukturen, die für die Schaffung der Bildelemente genutzt werden. Das Wasser läuft nach unten, gehorcht der Schwerkraft, bildet Ränder und Verläufe, die durch die Pigmente sichtbar gemacht werden. Durch den malerischen Eingriff werden diese Ereignisse organisiert und in Zusammenhang gebracht und bilden so eine narrative Struktur. Vom Duktus zur Fläche, zum Körper, zur Komposition, zum Bild und dieses in Bezug zu allen anderen Bildern. Die Ausstellung als ein Kosmos von Bildern und Gegenständen mit eigenen Gesetzen, um mit bildnerischen Mitteln die Pforte in eine groteske Welt zu eröffnen.

Die „Pforte in eine groteske Welt“ arbeitet analog zum optischen Phänomen der Pareidolie – dem imaginären Erkennen bekannter Figuren und Formen in zufälligen Mustern. Voller Symbolik und Hintergründigkeit sind seine Bildelemente, gleichzeitig folgen sie keinem vorgegebenen Bedeutungspfad, sondern ermöglichen eine individuelle, weitere Interpretation.   Der Titel „Epithel“ dient dabei als Referenz an eine multifunktionale Matrix wie unser Oberflächenorgan gleichzeitig als abweisendes Schutzschild, als aufnehmendes Sensibilitätsfeld und als abgebendes Sekretionsinstrument fungiert. Für Jakob Gilg bietet „das Gewebe der Leinwand ein Experimentierfeld für die Metamorphosen der Gestalt. Vom Graphischen ins Plastische, vom Geometrischen ins Organische, der Hügel wird zum Loch, zur Vertiefung, zur Drüse. So wird die Malerei zum Mittel der Entwicklung und Transformation von Körperlichkeit.“

Jakob Gilg, 2019
Pigment + Acrylbinder auf Leinwand
150 x 100 cm

 

 

Ausstellungsort

Braun-Falco Galerie

Nymphenburger Str. 22 • 80335 M
Tel. + 49 89 579 497 741 • Fax + 49 89 579 497 749
www.braunfalco.cominfo@braunfalco.com
Di–Fr 12–18 • Sa 11–16
barrierefrei