Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Jürgen Partenheimer

„Folded Spirits. Südafrikanisches Tagebuch“
15.05.2012 - 30.06.2012
Jürgen Partenheimer

Die Ausstellung »Folded Spirits. Südafrikanisches Tagebuch« zeigt erstmals alle 32 Papierarbeiten des neuen Künstlertagebuches von Jürgen Partenheimer, das 2011 in Südafrika entstanden ist. Großformatige Papierarbeiten und Ölgemälde, die in engem Bezug zum Tagebuch stehen, werden ebenfalls bei Häusler Contemporary präsentiert.

Jürgen Partenheimer (*1947, München) zählt international zu den bedeutendsten Künstlern seiner Generation. Sein malerisches, plastisches und zeichnerisches Werk sowie seine Künstlerbücher sind seit den 1980er Jahren in bedeutenden Einzel- und Themenausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden.

Sowohl in Rom 2004, São Paulo 2006 und während seines Aufenthaltes im Nietzsche-Haus in Sils Maria 2006 sind bereits Folgen entstanden, in denen sich der Künstler in Form eines zeichnerischen Tagebuchs dem jeweiligen Aufenthaltsort nähert.
Das »Südafrikanische Tagebuch« ist das vierte Künstlertagebuch von Jürgen Partenheimer. Es umfasst 32 Arbeiten auf Papier, deren Ausführung in Bleistift, Tusche und Aquarell variiert. Das Werk entstand vom 15. September bis 15. November 2011 in Südafrika, als Jürgen Partenheimer Gast der Nirox Foundation war.
Die Künstlertagebücher von Jürgen Partenheimer sind stets eine Begegnung mit der Fremde und dem kulturellen Unterschied. Das Entfremden vom Selbst in der Fremde zu spüren und zu überprüfen
sowie das Unbekannte anzunehmen ist dabei seine künstlerische Grundhaltung.
Sprache, insbesondere Lyrik, sind in Jürgen Partenheimers Werk von zentraler Bedeutung. Im »Südafrikanischen Tagebuch« ermöglichte der konkrete Gedankenaustausch über die Lyrik des Landes eine Annäherung an die fremde Kultur: Im Werk und im Gespräch mit der südafrikanischen Poetin Lebogang Mashile eröffnete sich dem
Künstler die Seele des Landes.
Während seines zweimonatigen Aufenthaltes in Südafrika entwickelte Jürgen Partenheimer in der Auseinandersetzung mit der poetischen, bildreichen Sprache der Lyrikerin, umgeben vom Licht und der Farbigkeit der fremdartigen Vegetation und der Beschäftigung mit der Bildtradition Südafrikas, die keine Abstraktion kennt, seine Grammatik des Landes Südafrika.
Zeichnen versteht der Künstler dabei als Vorgang der Notation und des Erfassens einer imaginären Welt. In spielerischer Leichtigkeit
verdichtet er atmosphärische, formale und sprachliche Eindrücke zu Bildsymbolen, die auch an mythische Symbole der fremden Kultur
erinnern. Wie ein Kartograph eröffnet Jürgen Partenheimers Werk dem Betrachter unbekannte, imaginäre Bewußtseinsräume.

Das »Südafrikanische Tagebuch« wird Ende 2012 im Snoeck Verlag Köln in der Serie »Kienbaum Artist Books« erscheinen. Es enthält alle 32 Arbeiten auf Papier und Texte von Jürgen Partenheimer, daneben Texte der Kunstkritikerin Bronwyn Law-Viljoen und der Lyrikerin Lebogang Mashile, die 2006 mit dem NOMA-Preis, dem
bekanntesten Preis des Landes für afrikanische Literatur, ausgezeichnet wurde.

In engem Bezug zur Bildsymbolik des Künstlertagebuches entstanden neue großformatige Papierarbeiten und Ölgemälde, die ebenfalls in der Ausstellung »Folded Spirits – Südafrikanisches Tagebuch« bei Häusler Contemporary zu sehen sind.

Jürgen Partenheimer, der sein Werk konsequent aus der Abstraktion entwickelt hat, zählt zu den herausragenden Künstlern seiner Generation. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen gewürdigt, u.a. in der
Nationalgalerie Berlin, The Museum of Modern Art, New York, und dem Stedelijk Museum Amsterdam. Er erhielt zahlreiche Preise und
Auszeichnungen, lehrte an international bedeutenden Instituten und war von 2009-2011 Gastprofessor an der Muthesius Kunsthochschule Kiel für das Lehrgebiet »Malerei«.
Hanna Kaiser

 

Ausstellungsort

max goelitz

Maximilianstr. 35 / Eingang Herzog-Rudolf-Str. • 80539 M
Tel. +49 89 890 63 944
maxgoelitz.comgallery@maxgoelitz.com
Di–Fr 11–19 • Sa 11–16
barrierefrei

max goelitz präsentiert ein zeitgenössisches, internationales und generationenübergreifendes Programm mit Fokus auf abstrakten, konzeptbasierten Positionen, die sich im Spektrum von Malerei und Skulptur bis hin zu Architektur und Lichtkunst bewegen. Das Leistungsportfolio der in München ansässigen Galerie reicht von individueller Beratung bis hin zu der Umsetzung von Großprojekten und Kommissionen. Dabei arbeitet max goelitz vernetzt mit Partnergalerien – etwa OMR, Mexico City, oder Häusler Contemporary Zürich – um höchste internationale Relevanz am Markt zu gewährleisten und künstlerischen Austausch zu fördern. Im März 2020 trat Max Goelitz als vormaliger Direktor die Nachfolge von Wolfgang und Christa Häusler an, die fast dreißig Jahre die Galerie als Häusler Contemporary München führten und diese zu einer der ersten Adressen für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst und mehrjährig angelegte Kommissionen entwickelten – zuletzt der Skyspace Lech von James Turrell in Österreich.