Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Kristian von Hornsleth

Fuck the poor
02.03.2013 - 13.04.2013
Kristian von Hornsleth

Kristian von Hornsleth
Fuck the poor, 2010
Leuchtkasten
80 x 80 x 12 cm, 10. Ed.

„Fuck the Poor“ heißt die neue Ausstellung der Jörg Heitsch Galerie mit Kristian von Hornsleth, der mit provokanten Parolen gegen das Kulturestablishment rebelliert. Nach über zehn Jahren zeigt Jörg Heitsch den international agierenden Konzeptkünstler erstmals wieder vom 1.3.-13.4.2013 in seinen Räumen. Zur Eröffnung am 1. März wird Hornsleth die Galerie mit 30 neuen Arbeiten bespielen und dem Publikum in dem Vortrag „Why art is a complete waste of time“ seine wahre Haltung zum Kunstbetrieb verkünden.

Sein Name steht für Tabubruch, Rebellion und Medienskandal. In einem anarchischen Gestus übermalt Kristian von Hornsleth seine Werke mit polemischen Slogans, die gesellschaftliche Grundwerte und den Kunstbetrieb attackieren. „Ich habe die Rolle eines Hofnarren. Es geht darum, das Establishment so lange zu kritisieren, bis es dir den Kopf abschlägt.“

Hornsleth liebt die Provokation und das manipulative Spiel mit den Medien. Die Marketingstrategien, die er eben noch lauthals am Kunst- und Politbusiness kritisierte, nutzt er im nächsten Moment für die eigene PR – und legt damit ein weiteres Mal die Doppelmoral des Kulturbetriebes offen. Seine kontroversen Werke und internationalen Projekte sind als Konzeptkunst zu verstehen, die die Probleme und Widersprüche unserer Zeit anprangert. „Ich fühle mich oft provoziert von den Dingen, die ich in den Medien sehe und ich reagiere darauf mit meiner Sprache und mit meinen Kunstwerken. In meinen Arbeiten stelle ich meine subjektiven Gefühle und Ängste zu unserer gegenwärtigen Lage zur Schau.“
So auch in der Ausstellung Fuck the Poor. Hornsleth will mit dem provokanten Titel auf die politische Wende seit dem Anschlag vom 11. Sept. verweisen, den er als Vergeltungsakt für die ausbeuterischen Strategien und die politische Arroganz der westlichen Staaten versteht: „Fuck the Poor war und ist die typische Haltung der westlichen Welt. Wir haben die Armen dieser Welt schlecht behandelt und das bekommen wir nun zurück. Während wir mit aufstrebenden Wirtschaftsmächten und neuen kulturellen und religiösen Kämpfen konfrontiert sind, steckt Europa in der Krise. Aber wen kümmert‘s – wir fahren weiterhin Autorennen in Monaco!“

Kristian von Hornsleth nutzt Magazine, Werbung und das Internet als Bildquellen für seine Arbeiten, die er stets großflächig mit dem eignen Namen versieht. Seine Unterschrift verwendet er nicht nur um Objekten und Gemälden seinen Stempel aufzudrücken. 2006 hat er ein ganzes Dorf in Uganda mit seinem Namen gebrandet – im Tausch gegen Schweine. Nur eines von vielen Großprojekten, das unter großem Medienaufsehen international heiß diskutiert wurde. Alles nur PR? „Die Frage, die ich mir und dem Betrachter immer wieder stelle, ist: Schau auf meine Interpretation dieser Welt. Das ist, was ich fühle und ich frage Dich, geschätzter Kunstliebhaber: Kannst Du mich verstehen oder drehe ich gerade durch?“ Die Antwort darauf mag der Kunstliebhaber bis zum 13. April in der Jörg Heitsch Galerie vor Hornsleths Originalen finden.

 

Ausstellungsort

Heitsch Gallery

Reichenbachstr. 14 • 80469 M
Tel. +49 89 269 49 110 • Fax +49 89 269 49 112
www.heitschgalerie.deinfo@heitschgalerie.de
Di–Fr 10–19 • Sa 12–18
barrierefrei

Jörg Heitsch Galerie am Tegernsee
Zilcherstraße 8
83707 Bad Wiessee
T: 08022/926 75 60
Do–Sa 14–18 Uhr