Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Lagomland – Angewandte Kunst aus Schweden

16.01.2015 - 21.02.2015
Lagomland – Angewandte Kunst aus Schweden

Klara Eriksson
Test Kitchen Bowl, Silber, 2014
Foto: Christian Hebetzeder
Das schwedische Wort lagom wird häufig mit »mäßig« ins Deutsche übersetzt. Die Bedeutung von lagom ist aber weit komplexer als die Übersetzung vermuten lässt. Der Ursprung des Wortes kommt von »für die ganze Runde«, im Sinne von genug und gleich viel für alle, bezugnehmend darauf, wie viel zu Essen jeder für sich in Anspruch nehmen darf. Die Lagom-Mentalität ist meiner Erfahrung nach typisch schwedisch. »Für alle« ist ein sozial ausgerichtetes Konzept, das man auch in den Ursprüngen von IKEA und H&M wieder finden kann, genauso wie in vielen Aspekten des schwedischen Sozialstaates.

Lagom als Haltung bewusst umzusetzen, bedeutet unter anderem, eine kritische Haltung zu Normen und Traditionen zu entwickeln. Rücksicht auf alle zu nehmen, stellt eine Herausforderung dar, die selten komplett erfassbar ist. Dazu gehören auch künstlerische Positionen, die Traditionen und Vorurteile hinterfragen, wie die Arbeiten der 13 angewandten KünstlerInnen der Ausstellung LAGOM LAND! zeigen.

Reduzierte Formensprache, Materialbewusstsein und klare Linien haben skandinavisches Design in Deutschland zu großer Beliebtheit geführ t. Dabei wird oft vergessen, dass auch diese Herangehensweise auf dem Hinterfragen des Gegebenen beruht. Die ausstellenden KünstlerInnen gehören zu einer neuen Generation des schwedischen Kunsthandwerks, die auf ganz unterschiedliche Weise eben diese Traditionen hinterfragt und kritisch überprüft.

Künstler: Zandra Ahl, Nicolas Cheng, Klara Eriksson, Linus Ersson, Frida Hållander, Hanna Hedman, Simon Klenell, Magnus Liljedahl, Anders Ljungberg, Lo Nylén, Maki Okamoto, Miro Sazdic, David Taylor

 

 

 

Ausstellungsort

Galerie für angewandte Kunst

Pacellistr. 6-8 • 80333 M
Tel. +49 89 29 01 470 • Fax +49 89 29 62 77
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Mo–Sa 10–18