Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Maximiliane Baumgartner / Gözde İlkin

31.01.2019 - 01.03.2019
Maximiliane Baumgartner / Gözde İlkin

Maximiliane Baumgartner: Sleepy Tongue
Gözde İlkin: Cruise of Endless Confession

Gözde İlkin
Absent Demonstration, 2018
embroidery and painting on natural dyed fabric
116 x 146 cm

Gözde Ilkin / Cruise of Endless Confession
Wo zu welcher Zeit beginnt der Ort, den die Stimme nicht erreicht
Welche Vergangenheit sollte ausgelöscht werden damit dieser Ort nicht mehr existiert
Die Angst, die ihr eigenes Herz verdächtigte hat sich zerfressen
Ich stottere, sag Du es Ihnen den Fingerabdrücken freundlich gesonnenen Geräusche
Momente, die in Träumen sich ereignen wenn eingereiht
Denn, ich würde beim Rausgehen frieren, würde ich noch einmal in dieses Wasser eintauchen
Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten versuchen das was mit unserer Erinnerung passiert wenn diese systematisch manipuliert wird, mit der Sprache der Bilder und mit einem Video zu vermitteln.
Das vertonte Video welches der Ausstellung den Namen gibt wird auf einem Stoff gezeigt. Darauf wird eine geistige Landschaft dargestellt, die man allerdings nie erreicht. Es ist ein Essay über Gedächtnis und Verlust.
Die weiteren Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt werden sind: Darstellung dessen was man nicht sieht, Illusion, Flüstern, Winkel der Abweichung, und Falle. Sie stehen für die individuelle und kollektive Erinnerung dar.
Das Video, die unendlichen Tauchgeständnisse welches 12 Minuten und 15 Sekunden dauert (Link: https://vimeo.com/184913398) ist die zentrale Arbeit der Ausstellung.
Es handelt sich hier um einen Raum, welcher in der Zeit, zwischen Vergangenheit und Zukunft eingeengt existiert. Die Figuren, die direkt auf dem Stoff genäht sind erlangen ihre endgültige Bedeutung erst durch das bespielt werden des Videos. Die Dialoge geben den Figuren ihre Erinnerungen zurück. Die geistige Landschaft ist der Ort, der für Vergessen und Verlust steht.
Schon die Titel der Arbeiten sind programmatisch für die Ausstellung. Hervorheben könnte man die Arbeit, Darstellung dessen was man nicht sieht. Bei dieser Arbeit wurden Pflanzenfarben verwendet. Ähnlich wie in der Pflanzenwelt, wo eine Koexistenz zwischen verschiedenen Pflanzen möglich ist wird hier ein kollektives Dasein dargestellt, der durch die Diversität der Einzelnen bereichert wird.
Die Falle stellt Fliegen und Insekten dar, die durch eine Pflanze überlistet wurden. Bei dieser Gegenüberstellung ist allerdings nicht deutlich zu unterscheiden wer wen in die Falle gelockt hat.
Kunst, wie ein Alphabet um der Sinnsuche Gestalt zu geben, so der Alltag Gözde Ilkin’s, die in Istanbllul lebt.

Maximiliane Baumgartner / Sleepy tongue
Die Malerei-Serie sleepy tongue zeigt Entwürfe für Spielskulpturen in Form von Malerei-Tableaus.
Die Malereien spannen einen Rahmen für ein schulkritisches Setting auf und nehmen Bezug auf eine Diskussion, die Schule als einen gerade vergessenen Ort der Institutionskritik befragt. Sie verstehen sich darin auch als Kommentar zum gegenwärtigen allumfassenden Anspruch von Schule auf Zeit- und Erlebnisräume von Kindern und Jugendlichen.
Schule als einer der ersten und allgemeinen Orte der institutionellen Prägung und Zuweisung, und als Teil öffentlicher und privatisierter Ansprüche, scheint mehr denn je auf gelehrige Körper angewiesen. Die entworfenen Skulpturen entziehen sich einer direkten Teilhabe und werfen Fragen nach der Begrenztheit von häufig herbei zitierten Partizipationsstrukturen im gegenwärtigen Schulsystem auf, in dem Kunst oftmals eine Stellvertreter*innenrolle zukommt.
Maximiliane Baumgartner arbeitet als Künstlerin sowohl in Malerei als auch Performance, Pädagogik und Self-Publishing. In ihrem Interesse an (Gegen-) Öffentlichkeiten, entwickelt sie (oft in Kollaboration) künstlerische Aktionsfelder. Dabei interessiert sie der Einsatz von Malerei als soziales Handlungsfeld. Seit 2014 arbeitet sie mit pädagogischen Spielsettings, recherchiert deren historische Vorläufer und forscht in einem künstlerischen Prozess nach den emanzipatorischen Möglichkeiten kritischer und feministischer Pädagogik.

 

 

 

 

 

Ausstellungsort

Galerie Francoise Heitsch

Amalienstr. 19 • 80333 M
Tel. +49 89 48 12 00 • Fax +49 89 48 12 01
www.francoiseheitsch.defheitsch@francoiseheitsch.de
Mi–Fr 14–19 • Sa 12–16