Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Parastou Forouhar

15.09.2018 - 08.12.2018
Parastou Forouhar

Zeichenschwärme (Written Room)
Das gesamte Treppenhaus des Gewerbegebäudes aus Beton mit schlichtem Putz ist mit dem persischen ,Nastaliq‘- Schrifttyp bemalt: Acryl auf Beton. Durch die Eleganz der Wortschwärme angenehm beeindruckt, suche ich instinktiv nach Suren aus dem Koran oder nach Versen persischer klassischer Dichter. Doch keines der Wörter hat eine sprachliche Bedeutung. Der allzu leichte Zugang über die Kenntnis der Schrift ist versperrt. Das sind keine Schriftzeichen, die entziffert werden könnten. Hier wird kein Text vermittelt. Sind es überhaupt Wörter? Tatsächlich scheinen sich die einzelnen Buchstaben in einem heftigen Kampf aus dem ihnen aufgestülpten Wortkerker befreien zu wollen.
Von der Gestalt her noch an das alte Schriftbild anknüpfend, verlassen die so getarnten Zeichen, in gewundenen Karawanen und iegenden Formationen ihren ursprünglichen Rahmen in den heiligen Schriften und sakralen Bauten. Sie entziehen sich der Tyrannei religiöser Texte und der Enge weihevoller Architektur, ohne respektlos zu wirken. Sie verlassen einfach diese Orte in aller Stille um woanders spektakulär aufzutreten. Der Käfig des Gedankens ist offen. Der Vogel der Phantasie schlüpft hinaus.
Aus einem Text von Hamid Ongha.
In der Galerieausstellung wird eine neue Version des „Written Room“ realisiert.

Lettres ouvertes, de la calligraphie au street art Institut des Cultures Islam (ICI), Paris
21.9.2017 – 21.1.2018

 

 

Ausstellungsort

Galerie Karin Sachs

Augustenstr. 48 • 80333 M
Tel. +49 89 201 12 50
www.GalerieKarinSachs.de
Mi–Fr 13–18 • Sa 13–16
und nach Vereinbarung
14.8.– 31.8. Galerieferien