Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Paul Schwer

Shift
22.02.2018 - 07.04.2018
Paul Schwer

Galerieseite und HOME /Reihung:
Pet-G, 2017
Leuchtstoffröhre
103 x 55 x 45 cm

HOME /Slider:
Ohne Titel, 42 x 45 x 50 cm

 

Paul Schwer ist ein umtriebiger Mensch, er ist immer für Überraschungen gut. So auch sicher für seine Familie, als er sich nach einigen Jahren als praktizierender Arzt entschloss, ein Kunststudium zu beginnen. Erwin Heerich an der Düsseldorfer Akademie wählte er sich zum Lehrer, diesen strengsten unter den Strengen. Von 1981 bis 1988 war er sein Meisterschüler.

Paul Schwer begriff sich immer als Maler. Nach einer kurzen Anfangsphase des Gegenständlichen beschäftigte ihn mehr und mehr der freie, farbige Pinselduktus im Raum. Als Stipendiat bei der Degussa in Shanghai kam er durch das dort hergestellte Acrylglas dieser Idee, die Malerei in der Fläche ins Räumliche zu übertragen, plötzlich sehr nah. Er bemalte mit großen Pinselschwüngen Acrylplatten und der Schritt zu den für ihn typischen „Baozis“ war nicht mehr weit: Er erhitzte die von ihm bemalten Platten, verdrehte sie und brachte sie so in verschlungene Formen, die beim Erkalten erstarrten.
Er nannte sie „Baozis“. So sind ihm vielfältige Formen bis zu mannshohen Skulpturen möglich, die wegen ihrer sehr gestisch bemalten Oberfläche unterschiedlichste Erscheinungen hervorbringen. Auch das Innen und Außen von Skulpturen kann er mit dieser Technik thematisieren.

„Shift“, der Titel der Ausstellung, bezieht sich auf die ständige Wandlung der Erscheinungsform seiner Werke, von der Wand in den Raum (und zurück), von der Verflüssigung des Acryl Materials zu dessen Erstarren.
Wie auf der Abbildung zu sehen ist, weicht bei den neueren Arbeiten von Paul Schwer die bisherige Formgebung durch Verformung von Platten einer Verschmelzung des Materials, das mehr an das „Einfrieren“ von Flüssigem denken lässt. Durch den Einsatz von Neonröhren, die die Skulpturen durchdringen, sind viele Assoziationen möglich: Reflexionen und Spiegelungen in fließendem Wasser, in Wasserfällen, Lavaströmen, Geysiren und Fontänen.
Der ständige Entwicklungsprozess von Paul Schwer’s plastischer Arbeit macht neugierig. Schritt für Schritt geht er neue Wege und hält uns, die Betrachter, in fließender Spannung.
Karl Pfefferle

 

 

Ausstellungsort

Galerie Karl Pfefferle

Reichenbachstr. 47-49 (Rgb.) • 80469 M
Tel. +49 89 29 79 69 • Fax +49 89 291 35 71
www.galeriekarlpfefferle.degalerie@gkpf.de
Di–Fr 13–18 • Sa 12–16 und nach Vereinbarung