Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Rosemarie Castoro | Liz Deschenes

a changing ratio
10.07.2020 - 22.08.2020
Rosemarie Castoro | Liz Deschenes

max goelitz präsentiert in Kollaboration mit der Galerie Thaddaeus Ropac ein generationenübergreifendes, weibliches Duo-Statement zur Post-Minimal Art mit den zwei US-amerikanischen Künstlerinnen Rosemarie Castoro und Liz Deschenes.

In ihrer zweiten Ausstellung setzt die Galerie max goelitz ihr internationales, konzeptbasiertes Programm mit einer Duo-Präsentation der zwei US-amerikanischen Künstlerinnen Rosemarie Castoro (1939-2015) und Liz Deschenes (*1966) fort. Der Dialog dieser beiden weiblichen Positionen stellt eine erweiterte Perspektive der Post-Minimal Art vor, die als Ergänzung zu ihren Protagonisten seit den 1960er Jahren gesehen werden kann und zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum präsentiert wird.

„Seit vielen Jahren verfolge ich Liz Deschenes’ Werk und bewundere die Technik, mit der sie ihre subtilen raumgreifenden Fotogramme entwickelt. Gleichermaßen wird das Lebenswerk von Rosemarie Castoro gerade zu Recht wiederentdeckt und verdient eine beachtete Einordnung innerhalb der medium- und zeitbezogenen künstlerischen Ansätze. Ich freue mich sehr, diese zwei wichtigen weiblichen Positionen ihrer Generationen in a changing ratio zusammenzuführen und – gemeinsam mit unseren Partnergalerien für diese Ausstellung – einen Beitrag zu leisten, den Kanon der Minimal und Post-Minimal Art zeitgemäß zu ergänzen.“ – Max Goelitz

ROSEMARIE CASTORO (1939-2015) wurde in Brooklyn geboren und arbeitete ihr gesamtes Leben in New York, wo sie in der Kunstszene der Minimal- und Concept Art zu einer zentralen Figur wurde. Nach ihrem Studium am Pratt Institute experimentierte sie mit verschiedenen Ausdrucksformen und Medien – von Zeichnung, Malerei und Installationen hin zu Choreografie und modernem Tanz. 1969 wandte sich Castoro von der Malerei ab und begann, sich mit neuen experimentellen Kunstformen der New Yorker Avantgarde zu beschäftigen: es entstanden in den folgenden Jahren konzeptuelle Textstücke, konkrete Poesie und performative Interventionen auf den Straßen. Ihren strengen, formalistischen Arbeiten liegt oft eine allegorische Doppeldeutigkeit zugrunde. Umfangreiche Einzelausstellungen fanden zuletzt im MAMCO, Musée d’art moderne et contemporain, Genf (2019) und im MACBA, Museu d’art contemporani de Barcelona (2017) statt. Rosemarie Castoros Werke wurden außerdem in zwei von Lucy Lippards legendären Numbers Shows, „555,087“ im Seattle Art Museum (1969) und „995,000“ in der Vancouver Art Gallery (1970), gezeigt.

LIZ DESCHENES (*1966) wurde in Boston geboren und lebt und arbeitet heute in New York. Sie besuchte die Rhode Island School of Art and Design, wo sie sich zunächst zum Studium der Malerei einschrieb, aber schließlich ihren Schwerpunkt zur Fotografie wechselte und 1988 abschloss. Deschenes beschäftigt sich in ihrem künstlerischen Werk mit der Definition von Fotografie als fixiertes Bild und erweitert diesen klassischen Blick, indem sie mit den Eigenschaften und Möglichkeiten des Mediums experimentiert. Durch kameralose Langzeitbelichtungen von lichtempfindlichem Papier, entstehen ihre einzigartigen Fotogramme. So entwickelt sie auch skulpturale und architektonische Objekte, die sowohl ihre Umgebung als auch den Betrachter durch Spiegelungen miteinbeziehen. Liz Deschenes Werke wurden zuletzt 2019, parallel zur 58. Biennale von Venedig, innerhalb der Ausstellung „Luogo e segni” in der Pinault Collection – Punta della Dogana präsentiert. Einzelausstellungen der Künstlerin wurden im ICA in Boston (2016), MASS MoCA in Massachusetts, Walker Art Centre in Minneapolis (beide 2015) und in der Secession in Wien (2012) gezeigt, während im selben Jahr Deschenes’ Werke auch auf der Whitney Biennale vertreten waren. Weitere ausgewählte Gruppenausstellungen fanden unter anderem im Musée d’Art Moderne in Paris (2016), im Whitney Museum of American Art (2015) und im Museum of Modern Art (2014) in New York, als auch im Fotomuseum Winterthur (2013) statt.

Galerieseite:
Rosemarie Castoro, Black Flasher B, 1979, courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London • Paris • Salzburg © The Estate of Rosemarie Castoro | Foto: Charles Duprat

Home (Reihung und Slider, Ausschnitt):
Liz Deschenes, Prototype for Gallery 7 (3), 2016, courtesy the artist and Miguel Abreu Gallery, New York | Foto: Stephen Faught

 

Ausstellungsort

max goelitz

Maximilianstr. 35 / Eingang Herzog-Rudolf-Str. • 80539 M
Tel. +49 89 890 63 944
maxgoelitz.comgallery@maxgoelitz.com
Di–Fr 11–19 • Sa 11–16
barrierefrei

max goelitz präsentiert ein zeitgenössisches, internationales und generationenübergreifendes Programm mit Fokus auf abstrakten, konzeptbasierten Positionen, die sich im Spektrum von Malerei und Skulptur bis hin zu Architektur und Lichtkunst bewegen. Das Leistungsportfolio der in München ansässigen Galerie reicht von individueller Beratung bis hin zu der Umsetzung von Großprojekten und Kommissionen. Dabei arbeitet max goelitz vernetzt mit Partnergalerien – etwa OMR, Mexico City, oder Häusler Contemporary Zürich – um höchste internationale Relevanz am Markt zu gewährleisten und künstlerischen Austausch zu fördern. Im März 2020 trat Max Goelitz als vormaliger Direktor die Nachfolge von Wolfgang und Christa Häusler an, die fast dreißig Jahre die Galerie als Häusler Contemporary München führten und diese zu einer der ersten Adressen für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst und mehrjährig angelegte Kommissionen entwickelten – zuletzt der Skyspace Lech von James Turrell in Österreich.