Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Rune Mields

Zahlen + Zeiten / Neue Arbeiten
15.09.2018 - 31.10.2018
Rune Mields

Rune Mields Werke befassen sich mit der kulturvergleichenden Analyse von Zahlen und Symbolen, wissenschafltichen Konzepten als Porportionen der Rationalität. Aus dem Dialog mit Mathematikern und Wissenschaftlern verbildlicht sie deren Kulturfortschritt in einer aesthetisch präezisen Formsprache welche aber auch Ordnungssysteme der Musik und Philosophie poetisert.
In der Serie Sangi Zahlen, einem chinesisch-japanischen Bambusziffersystem, visualisiert Mields die Primzahlenreihe durch den Raum, den die Zahlenmasse schwärzt, welche in diesem System der Höhe der Zahl entspricht – vielleicht findet sich darin ein wiederkehrendes Muster?
Das selbe Zahlensystem beschreibt nun 1789 und lässt mit “Liberté, Égalité, Fraternité” an die Französische Revolution 1789 denken, welche später, nach eklatantem Blutvergiessen, zur Deklaration der Menschenrechte führte. Der Kranich ist ein Symbol der Erhabenheit und des Glücks und lässt hoffen, dass die Entwicklung von der Revolution zur Menschenrechts-besinnung von Weisheit getragen wird. Das selbe Motiv taucht auch auf einem Segel auf – vielleicht in dem Sinne dass die Ideen der Aufklärung in die USA gesegelt sind und dort massgebend fuer deren Verfassung waren?
Die Arbeit “Epitaph” zeigt einen Davidstern, dessen Spitzen jeweils mit einer 0 umkreist sind. “Vav” im Zentrum steht für die Zahl 6 und mit den 0 ergibt es 6 000000. 6 Million im Kontrast zur Ewigkeit, die darunter liegende Raport beschreibt.
Die Zahl Phi beschreibt den “Goldenen Schnitt”, ein Aesthetikideal in der Kunst. Das Verhältnis a/b ist hier dasselbe wie (a+b)/a.
“5 zu 3” zum Beispiel kommt dem Goldenen Schnitt nahe, wobei 5/3 ähnlich ist zu 8/5. Nicht genau das selbe, aber beinahe. Genau genommen nähert sich die Fibonacci-Folge dem Goldenen Schnitt Phi an.
Und Fibonacci Folgen finden sich viele in der Natur, zum Beispiel in der Aufreihung von Sonnenblumenkernen oder Blütenblättern, was uns das Gefühl einer angeborenen Logikaesthetik vermittelt.

Rune Mields
1789: Segel der Hoffnung
2018, Acrylfarbe/Leinen
140 x 95 cm
Foto: F.Rosenstiel, Köln

 

 

Ausstellungsort

Galerie Carol Johnssen

Königinstr. 27 • 80539 M
Tel. +49 89 280 99 23
www.artcarol.dejohnssen@artcarol.de
Di–Fr 13–18 • Sa nach Vereinbarung