Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Sarah Pelikan

Das Ungefähre der Farbe – Neue Papierarbeiten
14.06.2018 - 11.08.2018
Sarah Pelikan

„Sarah Pelikan sieht in der Moderne noch die unerschöpflichen Möglichkeiten.“
(Gerda Breuer, Bergische Universität Wuppertal)

Sarah Pelikan (geb. 1947 in Immenstadt) widmet sich in ihrem Werk den Beziehungen zwischen Farben, Flächen, Zeichen und Dimensionen im von ihr imaginierten Raum. Die Farbe – und darin liegt eine wahre Leidenschaft der Autorin – fungiert zunächst als autonomer Akteur in ihren Ensembles, um dann in den Kompositionen ihre spezifischen Dialoge zu entfalten und die jeweils zugewiesenen Standorte innerhalb des Gefüges zu behaupten und auszufüllen. Farbe beinhaltet bei ihr grundsätzlich das räumliche Denken und die figürliche Erfahrung – sonst wäre sie nicht so greifbar und präsent.
Sarah Pelikan entschied sich rasch – bereits während des Studiums bei Rudi Tröger an der Münchner Akademie der Bildenden Künste – für den abstrakten Weg. Aber die übermittelten Werte, das Wissen um Bild und Körper wurden von diesem Prozess aufgesogen und weitergetragen. In Pelikans „Werkzeug“ liegt alles – auch die Geschichte der abstrakten Kunst im 20. Jahrhundert und ihre Variationen – eingebettet. Der Betrachter bewegt sich auf einem vertrauten Terrain und wird immer wieder überrascht, weil es dann doch anders ist. Die Flächen beginnen zu tanzen, ihre gerissenen oder leicht vibrierenden Konturen korrespondieren, überlappen oder verzahnen sich. Eine stille, elegante, undramatische Dynamik bewegt, durchwirkt die Kunst von Pelikan, und es ist diese Qualität, welche die Arbeiten unterscheidet und absetzt von der umfangreichen Landschaft abstrakt-konstruktiver Tendenzen, denen sie eindeutig weder zu- noch unterzuordnen ist.
Tatsächlich geht die Künstlerin recht streng vor, kalkulierend. Jedes Detail muss sitzen im Konstrukt. Nichts wird dem Zufall oder dem reinen Gefühl überlassen, aber sehr wohl der tiefen Intuition für eben das Verhältnis zwischen den Faktoren, für die „Figur“ der Farbe, die als erstes den Auslöser bildet und sich auf dem Blatt, auf der Leinwand mit weiteren Partnern zusammenfindet. Die kompositorische Architektur trägt die Stimmung, die Schwingung, den Klang, der sich aus diesem Zusammenspiel ergibt. Pelikan ist eine zutiefst räumlich denkende Künstlerin. Es geht dabei weniger um den konkreten Raum, sondern um den gedachten, es geht weniger um die Negierung des Abbildcharakters der Malerei als vielmehr um die Verbindung der Komponenten, um ihr Gleichgewicht, um ihre Gewichtung allgemein, um ihre Selbst-Wertigkeit und Aussagekraft, um den Kontext.
Damit beschwört Pelikan einesteils die reine Farbe und fügt zugleich weitere Dimensionen hinzu, die von der Farbe ausgehen, von dieser inspiriert und quasi autorisiert und getragen werden. Die Potenz liegt also in der Auswahl, in der Erkenntnis von Farbe, ihrer Qualitäten, ihrer Eigenheiten. Dazu gesellt sich dann die entsprechende Positionierung, das benachbarte Element und so weiter, die „Bildsprache“. Pelikan unterscheidet sich damit von der klassischen Farbfeldmalerei oder von minimalistischen Bestrebungen und ist auf diese Weise stets ihren eigenen Weg gegangen, den sie in zahlreichen Einzelausstellungen und Projekte demonstriert hat.

Sarah Pelikan
Collage, 2017
50 x 65 cm

 

 

Ausstellungsort

Maurer Zilioli Contemporary Arts

Schleißheimer Str. 42 • 80333 München
Tel. +49 89 57 86 97 56 • +49 0 1577 336 22 36
www.maurer-zilioli.cominfo@maurer-zilioli.com
Mi–Fr 14–19 • Sa 11–16