Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Thaddäus Salcher / Sasai Fumie

10.11.2017 - 07.01.2018
Thaddäus Salcher / Sasai Fumie

Thaddäus Salcher: Wand- und Papierarbeiten
Sasai Fumie: Skulptur

Thaddäus Salcher
Feelings, 2017
Kupfer-Silberlegierung, Lackfarbe
50,5 x 50,5 x 4 cm

Werke von Thaddäus Salcher sind Ihnen in den Räumen der Galerie an der Pinakothek der Moderne bereits 2015 begegnet. Schwerpunkt legt die Galerie in der kommenden Ausstellung auf Wand- und Papierarbeiten. Das zentrale Thema bilden die neuen Werke aus der Serie der Kupfer-Silberlegierungen. Der Ladiner Künstler bewegt sich zwischen der Darstellung der menschlichen Figur und dem Reduzierten, fast in die Abstraktion driftenden. Aus dem getriebenen Kupferblech mit Silberlegierung tauchen fast schemenhaft weibliche Figuren auf.
Den Bogen den Thaddäus Salcher zwischen Abstraktion und Figürlichem spannt, findet man auch in der sanften Melancholie und der leisen Vertrautheit der Wandarbeiten wieder. Die plastische Form erzeugt ein subtiles Spiel aus Licht und Schatten, dessen Wirkung trotz des massiven Materials überraschend zart wirkt und kaum etwas von dem körperlichen Energieakt des Entstehungsprozesses preisgibt.  Ungewöhnlich für Thaddäus Salcher sind seine Arbeiten in Gouache auf Papier: sie zeugen von der freien Idee des schöpferischen Geistes. In Pinselzeichnungen, die an der Schnittstelle zwischen Malerei und Zeichnung stehen, ist jeder Strich unwiderruflich. Die stimmungsvollen, reduzierten Motive spiegeln einen wohl bekannten Zustand des menschlichen Seins wider: den sanften Zustand zwischen Sehnsucht und nach Hause kommen.

Mit den Urushi-Skulpturen der Künstlerin Sasai Fumie präsentiert die Galerie an der Pinakothek der Moderne höchste japanische Perfektion in zeitgenössischen Formen.
Urushi-Objekte sind in Japan seit mehr als 10.000 Jahren Ausdruck für Macht und Status. Bereits seit dem 16. Jahrhundert bestücken sie auch Kunst- und Wunderkammern europäischer Adliger. Die berühmteste darunter ist wohl die der Königin Marie Antoinette.
Die japanische Künstlerin Sasai Fumie vereint diese traditionelle Technik mit moderner Formgebung. Ihre Skulpturen berühren die Urinstinkte des Betrachters: von Schönheit ergriffen zu sein oder den Wunsch zu beschützen und zu bewahren.
Sasai Fumie hat sich in ihrem Schaffensprozess bewusst für die Verwendung der Urushi-Technik entschieden. Nicht zuletzt aufgrund der in Japan herrschenden Philosophie sie schaffe eine spirituelle Verbindung von Innen und Außen. Auch der roten Farbgebung wird im japanischen Brauchtum große Ehrfurcht entgegen gebracht: Sie steht für die Sonne, die beständig jeden Morgen aufgeht.
Der hohen Perfektion und innovativen Formgebung einer traditionellen Technik, die Sasai Fumie in ihren Skulpturen verbindet, sind es zu verdanken, dass Ihre Werke in internationalen Institutionen (Museum of Fine Arts Boston, Philadelphia Museum of Art, National Museum Guimet, Paris, The Museum of Modern Art, Ibaraki, Japan u.a.) sowie großen Privatsammlungen zu sehen sind.

 

Ausstellungsort

Galerie an der Pinakothek der Moderne – Barbara Ruetz

Gabelsbergerstr. 7 • 80333 M
Tel. +49 89 288 077 43 • Fax +49 89 273 740 43
www.galerie-ruetz.de
Di–Fr 12–19 • Sa+So 12–18 (So nur Besichtigung) • Mo nach Vereinbarung
barrierefrei