Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Eres-Stiftung

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Laufende Ausstellungen


Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

No Secrets! Reiz und Gefahr digitaler Selbstüberwachung

No Secrets! Reiz und Gefahr digitaler Selbstüberwachung

25.03.2017 - 16.07.2017
Künstler
Hasan Elahi, Ed Fornieles, Rafael Lozano-Hemmer, Manu Luksch/Martin Reinhart/Thomas Tode, Susan Morris, Matthias Oostrik, Trevor Paglen, Tactical Technology Collective u.a.

Überall online und digital vernetzt, beklagen wir den Verlust unserer Privatsphäre. Schuld daran sind paradoxerweise wir selbst, die mit unseren täglichen, oft leichtfertigen Gewohnheiten diesen Verlust befördern. Wir erzeugen eine Flut digitaler Informationen und speisen damit gegenwärtige und künftige Überwachungssysteme. Längst nutzen Sicherheitsbehörden, Versicherungen, IT-, Handels- oder Pharmakonzerne die Ergebnisse von Big Data-Analysen.
Mit Apps, Trackern und Sensoren kontrollieren wir bereitwillig uns selbst. Indem wir vom Hormonhaushalt zur Herzfrequenz, vom Schlafverhalten bis zum Gemütszustand Daten protokollieren, versuchen wir, uns selbst zu optimieren. Wir wollen schlanker, gesünder und leistungsstärker werden und unseren Alltag so effizient und bequem wie möglich gestalten. Die praktischen digitalen Helfer kommen diesen Wünschen spielend entgegen. Verhaltensmuster des Lebens, Eigenheiten und Ticks werden aufgezeichnet und analysiert. All das nehmen wir willentlich in Kauf oder blenden es aus. Treffend formuliert das der Slogan eines Fitness-Trackers: „We know you better than you know yourself“.
Die Daten, die wir heute bewusst oder unbewusst preisgeben, bestimmen auch unser zukünftiges Selbstbild – unser „future self(ie)“. Denn die Mittel der Datenüberwachung zeigen uns und anderen nicht nur, wo wir uns aktuell befinden. Zunehmend steuern sie auch, wohin wir uns bewegen und wie wir uns in Zukunft verhalten. In dem Projekt „No secrets!“, das die ERES-Stiftung gemeinsam mit dem Münchner Stadtmuseum realisiert, beleuchten Wissenschaftler und Künstler das aktuelle Phänomen: Wie lässt sich die Bereitschaft zur Selbstüberwachung erklären? Kann man sich dieser Entwicklung entziehen, ohne auf die Teilnahme an einem „zeitgemäßen“ Leben verzichten zu müssen? Welche Gefahren birgt der Hang – oder Zwang – zur Transparenz? Gibt es in der digitalen Welt ein Recht auf Vergessen?
Gezeigt werden zehn zeitgenössische Positionen, die sich mit Videos, Fotografie, Installationen und Textilarbeiten mit dem Thema Selbstüberwachung auseinandersetzen.

Vorträge
Dienstag, 28. März 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Klaus Mainzer, Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie, em. Direktor der Carl von Linde-Akademie an der Technischen Universität München
„Die Berechnung der Welt. Von der Macht und den Grenzen der Algorithmen und Big Data”

Montag, 3. Juli 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Diana Tamir, Assistenzprofessorin für Psychologie, Princeton University, USA, Leiterin des Princeton Social Neuroscience Lab
Der Reiz der digitalen Selbstdarstellung – eine neurowissenschaftliche Perspektive (in englischer Sprache)

Eintritt frei, Anmeldung zu den Vorträgen empfohlen: info@eres-stiftung.de

Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum. Hier eröffnet am 23. März die Ausstellung NO SECRETS! - Bilder der Überwachung.
Das Filmmuseum München zeigt dazu eine umfangreiche Filmreihe.

Trevor Paglen
DMSB 5B/F4 from Pyramid Lake Indian Reservation (Military Meteorological Satellite: 1973-054A), 2009
© the artist, Courtesy H2 - Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg

 
 

ICH ist eine EGO-Maschine.

ICH ist eine EGO-Maschine.

Aktuelle Positionen aus Kunst und Neurowissenschaft

12.10.2016 - 04.03.2017
Sechs international renommierte Künstler zeigen Arbeiten, die sich mit einem der großen ungelösten Rätsel der Wissenschaft beschäftigen: Was ist das ICH?

Künstler
Paweł Althamer, Jan Fabre, Carsten Höller, Peter Kogler, Matt Mullican, Thomas Zipp

Dazu ein spannendes Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten aus der Neurowissenschaft:
Prof. Dr. Thomas Metzinger, Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Prof. Dr. Marie-Elisabeth Faymonville, Prof. Dr. Melanie Wilke

Was ist Bewusstsein und warum entwickeln wir überhaupt bewusste Vorstellungen? Mit neuen Methoden ist die Hirnforschung in den vergangenen Jahren zu unerwarteten Erkenntnissen gekommen. In einem Punkt sind sich die meisten Neurowissenschaftler inzwischen einig: Das Ich ist eine vom Gehirn erzeugte Illusion – aber eine überaus nützliche! Sie sorgt dafür, dass wir nur Ausschnitte der Wirklichkeit erfassen, uns als nur einen Körper wahrnehmen und uns so eine einheitliche Welt erscheint.
Aus Sicht der Neurowissenschaft ist das Ich eine Ego-Maschine mit einer gigantischen Rechenleistung, die sich auf komplexe, pulsierende Entladungen von Milliarden Neuronen zurückführen lässt und sich zu einer Ich-Illusion verdichtet. Ohne diese Fähigkeit des Gehirns zur Vereinheitlichung wären wir nicht lebensfähig. Wir könnten nicht mit anderen Menschen kommunizieren, mit ihnen kooperieren, von ihnen lernen, mit ihnen fühlen. Inzwischen gibt es erste Ansätze, das menschliche Selbstmodell auf externe Systeme wie Roboter oder Avatare zu übertragen. Die rasant voranschreitende Kombination aus Künstlicher Intelligenz und Robotik macht die Grenze von Mensch und Maschine durchlässig. Wir stehen vor einer Bewusstseinsrevolution. Mit welchen Folgen?
Antworten auf diese und weitere Fragen sucht das neue Projekt der ERES-Stiftung „ICH ist eine EGO-Maschine“: Wie fühlen wir mit anderen Menschen? Was passiert in Trance? Haben auch Tiere ein Bewusstsein? Die Ausstellung zeigt künstlerische Positionen, die sich mit den faszinierenden Ergebnissen der Bewusstseinsforschung auseinandersetzen oder auf eigenen Wegen zu überraschenden Einsichten in das menschliche Bewusstsein gelangen.

Vorträge
Dienstag, 18. Oktober 2016, 19 Uhr
Prof. Dr. Thomas Metzinger, Neurophilosoph, Professor für theoretische Philosophie, Johannes Gutenberg Universität, Mainz
„Der transparente Avatar in Ihrem Kopf“. Wie das Gehirn das bewusst erlebte Ich erzeugt.
Im Anschluss Kunst und Wissenschaft im Dialog:
Peter Kogler im Gespräch mit Thomas Metzinger

Mittwoch, 16. November 2016, 19 Uhr
Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie, Institut für Hirnforschung, Universität Bremen
„Wie schaffen 100 Milliarden Neuronen Bewusstsein?" Ein Überblick über die aktuelle Bewusstseinsforschung.

Donnerstag, 26. Januar 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Marie-Elisabeth Faymonville, Hypnoseforscherin, Direktorin des Zentrums für chronische Schmerzen, Centre Hospitalier Universitaire de Liège. „In anderen Bewusstseinssphären – Hypnose und Trance in den Neurowissenschaften“

Donnerstag, 9. Februar 2017, 19 Uhr
Prof. Dr. Melanie Wilke, Forscherin am Deutschen Primatenzentrum, Direktorin Abteilung Kognitive Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen
„Haben Tiere Bewusstsein?“
Eintritt frei. Anmeldung zu den Vorträgen empfohlen: info@eres-stiftung.de

Abbildung: Carsten Höller
Sina 2, 2014
C-Print, 82 x 110 cm (ungerahmt)
© Carsten Höller, Courtesy Gagosian Gallery

 

 
 

ART ∩ SCIENCE

ART ∩ SCIENCE

10 Jahre Plattform für den Dialog von Naturwissenschaft und Kunst

21.07.2016 - 11.09.2016
+ 10 Jahre Ausstellungen zu aktuellen naturwissenschaftlichen Themen
+ zeitgenössische Kunst aus überraschenden Blickwinkeln
+ lebendige Diskussionen zwischen Wissenschaftlern und Künstlern
+ spannende Vorträge hochkarätiger Experten
+ anregende Gespräche mit vielen treuen und immer wieder neuen Besuchern

Zum 10-jährigen Ausstellungsjubiläum der ERES-Stiftung zeigen wir Highlights aus bisherigen Ausstellungen wie Gletscherdämmerung, Struggle for Life, Das Meer, CHAOS!, Planet Mensch, Megapolis, Plastic Age oder Scientific Gardening.

Künstler
Paweł Althamer, Mike Bouchet, Mark Dion, Famed, Peter Fend, Haubitz+Zoche, Stephan Huber, Wolfgang Kaiser, Sanna Kannisto, Christoph Keller, Christoph Knoch, Iñigo Manglano-Ovalle, Philipp Messner, Jenny Michel, Helen Mirra, Jürgen Nefzger, Yves Netzhammer, Dan Peterman, Oliver van den Berg, Robert Voit, Mark Wallinger

Die Ausstellung ist nur nach Vereinbarung geöffnet und
zur OPEN ART 9. September, 18-21 Uhr, 10./11 September, 11-18 Uhr

Galerieseite und Home, Reihung (Ausschnitt):
© Jürgen Nefzger, Nogent-sur-Seine, 2013

Home, Slider (Ausschnitt):
Mark Dion
The Tar Museum, Heron, 2006
© Courtesy Georg Kargl Fine Arts, Wien
 

snow future Die Alpen –

snow future Die Alpen –

Perspektiven einer Sehnsuchtslandschaft in Kunst und Wissenschaft

27.01.2016 - 23.04.2016
Grüne Wiesen, stillstehende Skilifte, Pollenflug statt Flockenwirbel: Der Dezember 2015 war der mildeste seit über 130 Jahren. Mit dem neuen Projekt »snow future« erkundet die ERES-Stiftung das vielseitige Bild der Alpen zwischen Tourismusmagnet und Klimaopfer. Stärker als im globalen Durchschnitt steigen hier die Temperaturen, die Erderwärmung setzt Gletschern, Permafrostböden und Schneefällen erheblich zu. Zudem prägt der Tourismus mit Seilbahnen, Sesselliften und Schneekanonen immer radikaler das Erscheinungsbild dieser klassischen Sehnsuchtslandschaft.

Mit Hansjoerg Dobliar, Philipp Messner und Walter Niedermayr machen sich drei Künstler auf die Suche nach den offensichtlichen und schleichenden Veränderungen der Berglandschaft. Dabei interessiert sie besonders die Betrachtung einer durch menschliches Eingreifen gestalteten Landschaft.

Aber nicht vordergründige Kritik an der Zerstörung von Natur durch den Menschen steht im Fokus der künstlerischen Spurensuche. Wichtig ist ihnen die Entdeckung von abstrakten Kompositionen in den meist verlassenen Schneelandschaften. Ihr Blick wirft auch die Frage auf, inwiefern die Kunst zu bestimmten Sehnsuchtsbildern von Natur beiträgt. Mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen brechen die drei Künstler radikal mit jeglichem Klischee und arbeiten heraus, wie konstruiert, fiktiv und hyperartifiziell alpine Landschaften sein können.

Wer derzeit an der Alten Pinakothek vorbei spaziert kann sehen, wie Philipp Messner am Montag in einer spektakulären Aktion die Wiese mit drei Schneekanonen in einen bunten Kunstschneeteppich verwandelt hat. Bereits zum Jahreswechsel 2013/2014 fand ein ähnliches Happening am Karerpass in Südtirol statt. Damals lud Messner den Fotokünstler Walter Niedermayr zu einer künstlerischen Kooperation ein, deren Ergebnis jetzt erstmals in der ERES-Stiftung gezeigt wird. Mit Hansjoerg Dobliar haben die beiden Künstler zudem einen Maler gebeten, weitere überraschende Blicke auf die Alpenlandschaft und ihre Veränderungen zu werfen.
 

Stefanie Zoche

Stefanie Zoche

Wie Sand am Meer

11.09.2015 - 28.11.2015
© Stefanie Zoche
Tetrapode, 2015
Foto: Christoph Knoch

Über den Raubbau an einem schwindenden Rohstoff im Anthropozän
Der Rohstoff Sand scheint unerschöpflich. Doch verschlingen heute vor allem Stahlbetonbauten der Megacities, Straßenbau und Landgewinnung solche Mengen, dass Bausand zur knappen Ressource wird. Durch die wachsende Nachfrage lohnt es sich inzwischen, Sand zu stehlen und zu schmuggeln. Insbesondere in Entwicklungsländern wird unkontrolliert abgebaut, Strände werden abgetragen, Flüsse geschürft und Meeresböden ausgebaggert. Engagiert und kenntnisreich geht die Münchner Künstlerin Stefanie Zoche (Haubitz + Zoche) verschiedensten Aspekten dieses Themas nach. In eindringlichen Bildern und überraschender Formensprache formuliert sie die Gedankenlosigkeit und Widersprüchlichkeit unseres Umgangs mit der kostbaren Ressource Sand. Ein Großteil der gezeigten Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten sind im Auftrag der ERES-Stiftung entstanden. Mit dem Projekt setzt die Stiftung ihren Ausstellungszyklus zum Thema Anthropozän fort und lenkt den Blick auf einen bislang wenig beachteten Aspekt des menschlichen Eingriffs in Geo- und Biosphäre.
Veranstaltungsprogramm: www.eres-stiftung.de
 

Scientific Gardening

Der analytische Blick auf Pflanzen in Kunst und Wissenschaft

06.05.2015 - 27.06.2015
Baum/Jakob
Markus Huemer
Helen Mirra
Ronald van der Meijs
Robert Voit
Ken+Julia Yonetani
 

Stephan Huber

Stephan Huber

Weltatlas

16.01.2015 - 28.03.2015
Stephan Huber
La Ville Sentimentale vs. AIC (Ambient Informatic City), 2014
Detail, © Stephan Huber und VG Bild-Kunst, Bonn 2015
Ausstellung. Vorträge. Symposium

er Münchner Bildhauer und Objektkünstler Stephan Huber entwirft seit den 1990er-Jahren sehr persönliche, großformatige Landkarten, die den Betrachter auf eine faszinierende Reise durch unterschiedlichste Wissens- und Erfahrungswelten mitnehmen. Dabei verwendet Huber vorgefundenes Kartenmaterial und collagiert es mit erfundenen Karten, in denen sich persönliche Erlebnisse und Erfahrungen sowie philosophische, historische und politische Bezüge niederschlagen. Radikal subjektive Vermessungskriterien hinterfragen so ein vermeintlich unbestechliches exaktes Ordnungssystem. Die dezidiert sinnliche Auswahl der Karten und ihre ästhetische Weiterentwicklung öffnen darüber hinaus den Blick für die Schönheit eines traditionellen Mediums der Wissensvermittlung.

In der ERES-Stiftung sind erstmals Werkbeispiele aus allen Schaffensperioden vereint. Darüber hinaus wird Stephan Huber vier maßstabsgetreu modellierte Berge zeigen, die er seine Lieblingsberge nennt. In neutralem Weiß gehalten, bilden die Skulpturen die archaische Naturform ab und präzisieren, verschönern und übersteigern sie zur Kunstform.

Es erscheint der Stephan Huber Weltatlas im Hirmer Verlag München (49,90 €).

Das wissenschaftliche Rahmenprogramm der ERES- Stiftung nimmt die Einzelausstellung mit Stephan Huber zum Anlass, aktuelle Tendenzen der Kartografie aufzugreifen. Durch Digitalisierung, Big Data und Internet erfährt die Wissensdisziplin einen grundlegenden Wandel. Navigationssysteme verdrängen gedruckte Stadtpläne, Karten werden interaktiv, multimedial und räumlich modelliert.

Per Handy stehen sie überall zur Verfügung und passen sich dem Aufenthaltsort und den Bedürfnissen des Benutzers an. Inwieweit verändern diese technischen Hilfsmittel unseren Sinn für Orientierung, unseren Alltag und unser Weltbild?

Über die Bedeutung von Karten in Kunst, Wissenschaft und im täglichen Leben diskutieren in der ERES-Stiftung folgende Gäste:

MONTAG, 19. JANUAR 2015, 19 UHR

Reinhold Messner

„Jeder Griff muss sitzen”

Über Kartografie und über Berge

Karten nur im Vorverkauf am 17. Januar, 11-17 Uhr, ERES-Stiftung, 10,- € (max. 2 Karten p. P.)

MONTAG, 2. FEBRUAR 2015, 19 UHR

Dr. Tobias Meilinger, Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

„Navigation und Gehirn. Wie wir wissen, wo wir sind und wohin wir wollen“

DONNERSTAG, 19. FEBRUAR 2015, 19 UHR

Symposium „Vermessene Welten – Kartografie in Kunst und Wissenschaft“


Prof. Dr. Stephan Berg, Intendant des Kunstmuseums Bonn

Prof. Dr. Georg Gartner, Leiter der Research Group Cartography, Technische Universität Wien und Präsident der International Cartographic Association (ICA)


Prof. Stephan Huber, Künstler


Prof. Dr. Verena Krieger, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena

MONTAG, 2. MÄRZ 2015, 19 UHR

Prof. Dr. Georg Glasze, Lehrstuhl für Geographie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

„Wie Big Data und Crowdsourcing uns alle zu Kartografen machen – ob wir wollen oder nicht.“
 

Plastic Age

Plastic Age

Faszination und Schrecken eines Materials in Kunst und Wissenschaft

12.09.2014 - 13.12.2014
Abbildung (Startseite und Slider Ausschnitt):

© Claire Morgan
The Beautiful and the Damned, 2013
Zerrissene Polyethylenfolie, Seidenspinnerfalter, Nylonfaden, Glasvitrine
Courtesy Galerie Karsten Greve

Plastik ist überall und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es macht das Leben einfacher und bunter, es ist billig und beliebig formbar. Schon allein deshalb wird immer mehr davon produziert. Lag die weltweite Produktion 1950 noch bei 1,7 Millionen Tonnen, stieg sie kontinuierlich auf 288 Millionen Tonnen im Jahr 2012 an. Oder anders ausgedrückt: In den vergangenen zehn Jahren wurde in etwa soviel Plastik hergestellt, wie im gesamten letzten Jahrhundert.

Doch die Erfolgsgeschichte dieses so unverwüstlichen und wunderbar vielseitigen Materials hat auch ihre Schattenseite. Produktionsbedingungen und chemische Beständigkeit sind eine gewaltige Herausforderung für die Stoffkreisläufe unseres Planeten: Wachsende Müllberge, Plastikinseln in den Ozeanen, Mikroplastik in Gewässern und Lebensmitteln wie Honig oder Milch belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit.

Andererseits ist eine Zukunft ohne Plastik nicht mehr vorstellbar, denn es gibt erstaunliche Fortschritte in der Polymerforschung. Moderne Kunststoffe eröffnen neue Möglichkeiten bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, in der Medizin sind Plastikimplantate immer häufiger viel versprechende Alternativen zu Werkstoffen wie Titan und Keramik.

Auch die bildende Kunst erprobt Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen von Plastik. Künstler erkunden auf ihre Weise das ungeheure Innovationspotential des Kunststoffs und nutzen seine verblüffende Vielfältigkeit und leichte Formbarkeit für ihre Arbeit. Dabei sind sie sich der damit verbundenen Problematik für Mensch und Umwelt durchaus bewusst. Oft ist gerade die dem Thema innewohnende Ambivalenz Teil seiner Anziehungskraft.

Mit dem Projekt „Plastic Age“ möchte die ERES-Stiftung Faszination und Schrecken dieses besonderen Materials aus künstlerischer und wissenschaftlicher Sicht beleuchten.

Teilnehmende Künstler:
Pawel Althamer, Michael Beutler, Juliette Bonneviot, Olaf Holzapfel, Christoph Knoch, Bert Löschner, Philipp Messner, Claire Morgan, Alexandra Navratil, Dan Peterman, Tobias Rehberger, Tom Verbruggen
 

Megastädte

Megastädte

in Kunst und Klimaforschung

07.05.2014 - 26.07.2014
Abbildung (Ausschnitt Startseite):
Copyright Gerg Aerni, 1802-2
Shek Kip Mei, 2000
C-Print, 57 x 72 cm

mit den Künstlern:
Georg Aerni, Peter Bialobrzeski, Adam Magyar, Ton Matton, Marjetica Potrč, Reynold Reynolds, Urban-Think Tank

das Projekt:
Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Schon jetzt leben dort über 50% der Weltbevölkerung, Tendenz steigend. Viele Ballungsräume wachsen durch den permanenten Zuzug und hohe Geburtenraten ins Gigantische. Tokyo, Delhi, Mexiko City, New York oder Shanghai: Diese und andere Megastädte, die – je nach Definition – mehr als fünf oder zehn Millionen Einwohner zählen, sind das Ergebnis der ungeheuren Dynamik unserer Zeit. Unterschiedlichste Schicksale und Lebensentwürfe treffen aufeinander. Als wichtige Zentren von Politik, Wirtschaft und Kultur spielen Megastädte eine Schlüsselrolle im Globalisierungsprozess.

Erst in den letzten Jahren rückt ihr massiver Einfluss auf den Klimawandel ins Bewusstsein. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen sind alarmierend: Obwohl sie nur zwei Prozent der Erdoberfläche bedecken, verbrauchen urbane Regionen und Megastädte rund 80% der weltweit erzeugten Energie. Und auf ihr Konto gehen ca. 85% der globalen Treibhausgasemissionen! Doch sind die Städte nicht nur Mitverursacher sondern auch Opfer der Klimaerwärmung. Viele von ihnen liegen an der Küste und werden deshalb besonders stark mit den Konsequenzen zu kämpfen haben. Auch die immer häufiger auftretenden Hitzeperioden machen sich in Großstädten besonders drastisch bemerkbar.

Die ERES-Stiftung zeigt ab 7. Mai 2014 eine Ausstellung mit begleitendem Veranstaltungsprogramm, das Megastädte als treibende Faktoren im globalen Klimageschehen untersucht. Künstler und Naturwissenschaftler gehen u.a. der Frage nach, wie sich Stoffkreisläufe in Ballungsräumen entwickeln und verbessern lassen, weshalb diese Regionen einen so hohen Anteil an der weltweiten CO2-Emission haben und welche Anstrengungen unternommen werden müssen, damit aus Megastädten keine kollabierenden Riesen, sondern pulsierende Zentren einer nachhaltigeren Welt werden.
 

Planet Mensch. Kunst und Wissenschaft am Beginn des Anthropozäns

Planet Mensch. Kunst und Wissenschaft am Beginn des Anthropozäns

11.09.2013 - 14.12.2013
teilnehmende Künstler:
Betty Beier, Adriane Colburn, Vadim Fishkin, Helga Griffiths, Iñigo Manglano-Ovalle, Christian Mings, Jürgen Nefzger, Massimo Pianese

Abbildungen:
Galerieseite:
Jürgen Nefzger, Sulden Glacier, Italy, 2008, C-Print

Startseite:
Jürgen Nefzger, Gurschen Glacier, Switzerland, 2008, C-Print

© Jürgen Nefzger

Vorträge und Dialoge:
14.9., 19 Uhr
Prof. Dr. Eckart Ehlers
Geograph, Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn
„Vom Planet Erde zum Planet Mensch: Wissenschaft am Beginn des Anthropozäns“
Im Anschluss stellt die Künstlerin Adriane Colburn ihre Arbeit über Fracking in den USA vor und diskutiert mit Prof. Ehlers.

28.9., 17 Uhr
Prof. Dr. Gerd Wessolek
Bodenkundler, Professor für Standortkunde und Bodenschutz, TU Berlin
„Die Entdeckung des Verborgenen. Böden im Anthropozän“
Anschließend spricht die Künstlerin Betty Beier über ihr Projekt auf der Inuit-Insel Kivalina in der Arktis, danach Podiumsgespräch.

21.9. und 19.10., 15 Uhr, Treffpunkt: ERES-Stiftung
„I want you to listen very, very carefully.“
Akustische Stadtführung mit Christian Mings.

9.10., 19 Uhr, Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, ehem. Bundesvorsitzender der Grünen und Buchautor "Intelligent wachsen. Vom Raubbau an der Natur zur Kooperation mit der Natur. Produzieren und konsumieren im Anthropozän"

Weitere Vorträge: www.eres-stiftung.de
 

Vermessene Dinge

Vermessene Dinge

Werke aus der Sammlung der ERES-Stiftung

15.03.2013 - 15.05.2013
Sanna Kannisto
Moraceae: Ficus pertusa, 2001
C-Print, 90 x 74 cm

L. BRÖCKER, W. CORRÊA, H. FUCHS, S. HUBER, S. KANNISTO,
Y. NETZHAMMER, R. SIGNER, W. STEHLE, H. SUGIMOTO,
W. TILLMANS U. A.

Vortrag: 20.3., 19 Uhr
Die Welt anders denken. Zeitgenössische Kunst und die Wissenschaften.
Dr. Susanne Witzgall (Akademie der Bildenden Künste München)
Eintritt frei
 

Chaos!

Chaos!

Komplexität in Kunst+Wissenschaft

11.09.2012 - 15.12.2012
Thomas Feuerstein, Christoph Keller, Mark Lombardi, Jenny Michel, Paidia Institute, Wolfgang Stehle, George Steinmann, Mark Wallinger
 

Art ∩ Sience.

10 Jahre ERES-Stiftung Arbeiten aus der Sammlung

17.09.2016
Diese Ausstellung ist nur nach Vereinbarung geöffnet.