Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Espace Louis Vuitton München

Maximilianstr. 2a • 80539 M
Tel +49 89 558 938 100
http://de.louisvuitton.com/deu-de/kunst/espaces-louis-vuitton
info_espace.de@louisvuitton.com
Mo–Fr 12–19 • Sa 10–18
Eintritt frei

Als dem öffentlichen Interesse verpflichtete Institution widmet sich die Fondation Louis Vuitton ausschließlich der zeitgenössischen Kunst sowie den Strömungen des 20. Jahrhunderts, die diese maßgeblich beeinflussten. Die eigene Sammlung der Fondation und die von ihr organisierten Ausstellungen folgen der Zielsetzung, Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das vom Architekten Frank Gehry entworfene Gebäude verkörpert das zukunftsweisende künstlerische Statement der Fondation und gilt schon jetzt als emblematisches Beispiel der Architektur des 21. Jahrhunderts. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung hat die Fondation Louis Vuitton mehr als eine Million Besucher aus Frankreich und aller Welt begrüßen dürfen.
Von Anfang an hat die Fondation Louis Vuitton internationale Projekte angekündigt – sowohl am Standort in Paris selbst als auch in Partnerschaft mit öffentlichen und privaten Institutionen, mit weiteren Stiftungen und Museen. In diesem Kontext widmen sich die der Fondation assoziierten Kunsträume – die Espaces culturels Louis Vuitton – in München, Venedig, Peking und Tokio der Sammlungspräsentation der Fondation. Die unter der künstlerischen Leitung der Fondation organisierten Ausstellungen sind der Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich und ihre Programmatik ist Bestandteil des Kulturengagements des Hauses.

Maximilianstr. 2a
80539 München

Laufende Ausstellungen

Chantal Akerman – Annette Messager

Chantal Akerman – Annette Messager

LES APPROCHES

04.03.2016 - 24.09.2016
Der Espace culturel Louis Vuitton München präsentiert als Auftakt seiner Programmatik im Jahre 2016 mit Les Approches die Positionen der belgischen experimentellen Filmemacherin Chantal Akerman und der französischen bildenden Künstlerin Annette Messager. Unter der künstlerischen Leitung der Fondation Louis Vuitton wurde die Ausstellung im Rahmen der kuratorischen „Hors-les-murs“-Projekte der Fondation konzipiert, die bislang kaum bekannte Sammlungsbestände in den Espace culturels Louis Vuitton in München, Venedig, Peking und Tokio zeigen. Damit unterstreicht die Fondation ihre Zielsetzung, internationale Initiativen zu realisieren und diese einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Les Approches setzt sich mit den existenziellen und autobiographischen Elementen, die dem Werk beider Künstlerinnen gemeinsam sind, auseinander – im Besonderen mit ihrer Suche nach einer verbesserten Repräsentation der Frau sowie dem Stellenwert weiblicher künstlerischer Positionen im erweiterten kritischen Kontext der bildenden Künste seit den 1970er Jahren.

Der Raum im Erdgeschoss zeigt Akermans Videoarbeit mit zwei Projektionen Femmes d’Anvers en Novembre (2008), eine visuelle Hommage an eine rauchende Frau: eine banale, alltägliche Handlung, die zu einem Leitmotiv in Akermans über 40-jähriger künstlerischer Praxis wurde. Indem sie die heikle Frage stellt, inwiefern Frauen über den eigenen Körper frei verfügen können, wird die Arbeit zu einer ausdrucksstarken Meditation über Grenzen und Begrenzungen, Fiktion und Narration sowie die Schnittstelle zwischen persönlicher Geschichte und kollektivem Gedächtnis. Malerischer Duktus sowie atmosphärische Tiefe der Arbeit erinnern an den französischen und amerikanischen film noir, in dem das Kinematografische mitunter Vorrang vor dem Handlungs- und Erzählstrang besitzt. Das Werk steht paradigmatisch für Akermans Pionierarbeit, im Medium der Videoinstallation Kino und visuelle Kunst verschmelzen zu lassen.
Der erste Stock ist sechs Werken von Messager gewidmet. Ma collection de proverbes (2012) umfasst dreizehn klischeehafte, negativ auf Frauen bezogene Sprichwörter, ausgestellt als Stickereien in entomologischen Schaukästen. Die Verbindung des weiblichen Mediums der Handarbeit mit einem der Zoologie entlehnten Präsentationsmodus verleiht der Arbeit einen gleichermaßen provozierenden als auch humorvollen Charakter, und hinterfragt Fakt oder Fiktion der Aussagen. Das titelgebende Werk Les Approches (1973) ist ein aus archivarischen Studien hervorgegangenes Künstlerbuch, bestehend aus einer Sammlung von kategorisierten Schwarz-Weiß-Fotografien expliziter, männlicher Posituren. In Mémoire-Robots (2015) werden die beiden Wörter des Titels einander gegenübergestellt. Der schwarze Schleier, der das erste Wort umhüllt, evoziert intime, eng mit dem Gewebe unseres Lebens verflochtene Erinnerungen. Der zweite Begriff hingegen wird in intensiven, farbigen Buchstaben aus Plüschtieren präsentiert und scheint die Vorstellung einer vergangenheitslosen Maschine, die imstande wäre, den Menschen zu ersetzen, in ein trügerisch harmloses Licht zu tauchen. Ergänzt werden diese Arbeiten von drei für Messager charakteristischen Skulpturen, die aus Marionetten, Puppen, Masken, Tutus, Stoffen und weiteren objets trouvés bestehen: beunruhigende, verstörende Sinnbilder einer Umkehrung und eines Umbruchs von Identitäten und Existenzen, denen ein makabrer Humor anhaftet.

Mit Les Approches präsentiert der Espace culturel Louis Vuitton München die erste von zwei für das Jahr 2016 geplanten Ausstellungen, die außergewöhnlichen weiblichen künstlerischen Positionen und deren herausragendem Beitrag zum zeitgenössischen Diskurs gewidmet sind.

Chantal Akerman (1950–2015) war eine belgische experimentelle Künstlerin, Regisseurin und Pionierin des modernen feministischen Films. Ihr Werk, das vielfältige Formen der Narration einsetzt, umfasst Fiktion, Dokumentation, experimentelle Videoarbeiten sowie literarische Adaptionen, und bildet so das gesamte Spektrum des Kinos ab. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden und beständig auf Reisen, setzte sie sich mit Themen der Erinnerung, der Identität und der Immigration autobiographisch auseinander. Als Inspirationsquelle ihres filmischen Schaffens wird vielfach Jean-Luc Godard genannt, während Akerman selbst eine ganze Generation an Filmemachern – darunter Gus Van Sant, Hou Hsiao-Hsien, Todd Haynes und Michael Haneke – nachhaltig beeinflusste.

Annette Messager (*1943) ist eine der anerkanntesten französischen Künstlerinnen ihrer Generation. Sie setzt sich in ihrem Werk besonders mit der Repräsentation von Weiblichkeit, Identität, Träumen und menschlicher Begierde auseinander, wobei die Vielfalt ihrer Medien von Skulptur über Sammlungen bis hin zu Zeichnungen und Fotografie reicht. Die Pathologien der heutigen Welt stellt sie als gefilmte Märchen oder poetische Fabeln mit jeweils düsteren, bösartigen Konnotationen dar. Als Vorreiterin des feministischen kulturellen Diskurses, unterhält Messager eine unkonventionelle künstlerische Praxis, die Kunst und Leben als Schauspiel erfasst.

Abbildungen Courtesy Fondation Louis Vuitton
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Sheila Hicks

Sheila Hicks

Predestined Colour waves

07.10.2015 - 06.02.2016
Sheila Hicks
Dessin IV, 2014, fibre, 61 x 46 cm
Drawing IV, 2014, fiber, 24 x 18 in.
Courtesy galerie frank elbaz, Paris
Photo credits: Zarko Vijatovic
 

Cory Arcangel

Cory Arcangel

23.04.2015 - 08.08.2015
Diddy / Lakes, 2013
1920 x 1080 H.264/MPEG-4 Part 10 looped digital file (from​lossless Quicktime Animation master), media player, 70” flatscreen, armature, various cables
200 x 93 x 28 cm
Der Espace Louis Vuitton München präsentiert „Be the first of your friends”, die erste monographische Werksschau des amerikanischen Künstlers Cory Arcangel in München. Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten von Cory Arcangel sowie eine Auswahl wegweisender früher Werke, die für die jetzige Ausstellung neu konfiguriert wurden.
Eröffnungsveranstaltungen:
24.04., 19.30 Uhr
München Premiere der Dances for the Electric Piano von Cory Arcangel, konzertant aufgeführt von Hampus Lindwall, Hochschule für Fernsehen und Film München /Blaues Kino

26.04.
11.00 Uhr: Espace Matinée, Espace Louis Vuitton München
18.30 Uhr: Artist conversation: Hans-Ulrich Obrist im Gespräch mit Cory Arcangel, Museum Brandhorst

09.05 19.00 – 21.00 Uhr
Night Art 15
Den gesamten Abend werden Führungen durch die Ausstellung angeboten

 
 

Der Rote Faden

Gruppenausstellung

29.01.2015 - 11.04.2015
Ghada Amer, Tracey Emin, Hans Op de Beeck, Michael Raedecker
 

Simryn Gill

Simryn Gill

IN SITU

18.09.2014 - 18.01.2015
Der Espace Louis Vuitton München eröffnet am 18.09.14 die Türen zu IN SITU-1, der ersten Edition eines neuartigen Residency- und Open Studio-Formats, das an drei Standorten des weltweiten Espace-Netzwerkes stattfinden wird: Paris, Tokio und München. Jeder Espace hat eine international tätige Künstlerin eingeladen, die über drei Monate in situ arbeiten wird. Die Ausstellungsräume verwandeln sich in öffentlich zugängliche Ateliers und zu einem Begegnungsraum zwischen Künstlerin und Besucher. Der Espace Louis Vuitton München heißt die malaysische Künstlerin Simryn Gill willkommen, die zum ersten Mal in einer großen Einzelausstellung in Deutschland präsentiert sein wird. Gills vielseitiges Werk umfasst Bildhauerei, Fotografie, Zeichenkunst und Texte. Sie bezieht spezifische Eigenschaften ihres unmittelbaren Umfeldes in ihre Arbeiten ein und verwendet häufig gefundene Materialien.
Eröffnung der Ausstellung der im Atelier entstandenen Arbeiten am Mittwoch 26.11., 19 Uhr
 

Annette Kelm und andere

No Such Thing As History: Four Collections and One Artist

29.03.2014 - 08.08.2014