Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Jo van de Loo

Theresienstr. 48 • 80333 München
Tel. +49 89 27 37 41 20, 0177 761 73 03
www.galerie-jovandeloo.commail@galerie-jovandeloo.com
Di–Fr 12–18 • Sa 12–15 und nach Vereinbarung

Theresienstr. 48
80333 München

Laufende Ausstellungen

Nigin Beck

Nigin Beck

Places that are not - Nostalgia for Mahdieh

20.10.2017 - 25.11.2017
Ausgangspunkt für die aktuelle Ausstellung von Nigin Beck ist die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte bzw. die ihrer iranischen Großmutter. Die Künstlerin geht der Frage nach, welche Prägungen ihr diese Frau, mit der sie in ihrer Kindheit jedes Wochenende verbrachte, mit auf den Weg gegeben hat und erinnert sich ihrer anhand nachempfundener Gegenstände und Artefakte. 
Die Großmutter der Künstlerin emigrierte 1964 aus dem Iran nach Deutschland und zog mit ihrer jüngsten Tochter von Konstanz nach Stuttgart und schließlich nach München, wo sie 1989 starb.
Migration erscheint immer als schmerzlicher Verlust von Gemeinschaft mit eigener Sitte und eigenem Brauch, mit eigener Sprache und eigener Kultur. 

Heimat bedeutet in Übereinstimmung mit der soziokulturellen und physischen Umwelt zu leben und in diesem Sinne die räumliche Dimension der Identität, die hier als grundlegendes menschliches Bedürfnis verstandenen wird. In der Migration findet keine aktive Gestaltung des Raumes, sondern eine partielle Anpassung statt, der sich auf Bereiche beschränkt, die für die Alltagsbewältigung notwendig sind. 

Nostalgie bezeichnet eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Gegenständen oder Praktiken und kann sich sowohl auf das eigene Leben beziehen als auch auf nicht selbst erlebte Zeiten (so genannte kollektive Nostalgie). Diese wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der Erinnerung oftmals idealisiert und verklärt reflektiert werden, können einen bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus begleiten.

Meine Großmutter Mahdieh Aramech wurde als das letzte von sechs Kindern 1921 in Teheran geboren und wuchs in einer großbürgerlichen Theologenfamilie auf. Sie war einer der ersten weiblichen Studentinnen persischer Literatur. Mein Großvater, so erzählt mir meine Tante, verliebte sich in sie, weil sie eine besonders hingebungsvolle und lustvolle Art zu essen besaß und im Gegensatz zu ihren Altersgenossinnen nichts von Diäten wissen wollte. Diese Form von Sinnlichkeit sollte sie sich bis zu ihrem Lebensende bewahren und an meine Mutter und mich weitergeben.  In meiner Kindheit verbrachte ich jedes Wochenende bei ihr. Da sie nach ihrer Emigration aus dem Iran die deutsche Sprache nur rudimentär erlernte, sprach sie mit mir Farsi. Mit ihrem Tod verlor ich nicht nur eine meiner engsten Bezugspersonen, sondern auch die Verbindung zur persischen Sprache, die für mich bis heute den liebevollen Klang nostalgischer Kindheitserinnerungen in sich trägt. 

Meine Erinnerungen an sie sind sehr stark, sowohl an ihre körperliche Präsenz (sie war eine hochgewachsene Frau mit voluminösem, stets parfümiertem Körper) als auch an ihr dunkles, kleines Erdgeschossapartment in Pipping. Alltagsgegenstände, die in unser gemeinsames Spiel eingebunden wurden, kitschige Dekorationsartikel, die ihre Umgebung 'mitbewohnten', all das hat meine ästhetischen Vorlieben (zum Entsetzen meiner Mutter) bis heute geprägt. Welche Schicksalsschläge meine Großmutter erlitten und durchlebt hat, wurde mir nicht verbal vermittelt, aber ich spürte als Kind einerseits die Trauer über ihr isoliertes Leben in einer fremden Kultur aber andererseits auch den positiven Halt und die Struktur, die ihr meine regelmäßigen Besuche gaben. Weil sie nicht wusste, was sie mit ihrer vielen Zeit anfangen sollte, begann sie, mir im Sommer Kleider zu nähen und im Winter Pullover zu stricken, die pünktlich zu meinem Besuch am Wochenende an einem Kleiderbügel an der Tür zu ihrem Schlafzimmer hingen. 
Während sich die moralischen Verhaltensmuster meiner deutschen Großmutter darauf ausrichteten, mich als 'halbfremdes' Enkelkind körperlich und emotional auf Abstand zu halten, tat meine iranische Großmutter genau das Gegenteil: meine Erinnerung kreisen um ein Gefühl des verwöhnt werdens, des Verwachsenseins mit ihrem fülligen Körper, den ich mit mitbewohnen durfte wie ein Faulbett, um gefüttert werden und um eine Intimität und Privatheit, die sie nur mir als ihrer einzigen Enkelin gewährte.
Die Sehnsucht nach dem Iran und speziell der Gegend im Norden Teherans, in der meine Mutter groß geworden ist, waren für mich lange Zeit unerklärlich. Die Frage nach Identität, Zugehörigkeit, Heimatgefühl und Liebe zu einem Land, in dem ich nicht groß geworden bin, hat sich in Ansätzen auf meiner letzten Reise geklärt. Ich habe akzeptiert, dass die Sehnsucht meiner Großmutter nach ihrer Heimat und dem Wissen, nicht mehr zurück kehren zu können, sich sehr stark auf mich übertragen hat. Zugleich sind für mich alle Gerüche, Gesten, Wortlaute, denen ich im Iran heute wie ein Kind beiwohnen kann, eine ständige Rückversicherung auf die ersten prägenden Jahre mit meiner über alles geliebten Großmutter. 
 

Kommende Ausstellungen

Le Pong Le Ping

08.12.2017 - 13.01.2018
 

Vergangene Ausstellungen

Arno Schidlowski

Arno Schidlowski

Überall

09.09.2017 - 14.10.2017
Arno Schidlowski nutzt Landschaftsfotografie, um sich einem inneren Zustand und einer Emotion zu nähern. Es sind die grundlegenden Ausdrucksmittel des Mediums der Fotografie - wie die Wiederholung oder die Variation von Fokus und Perspektive - die für seine Arbeit von wesentlicher Bedeutung sind. Einzelne Bilder werden in Sequenzen eingebunden; die Dialektik, sich in seiner Umgebung zu positionieren, spiegelt sich im speziellen Rhythmus der Bildpräsentation wider.
Zur OPEN art 2017 zeigt die Galerie die Serie Überall, die zwischen 2012 und 2016 entstanden ist. Die traumartige Kontinuität der Bildfolge erweckt den Eindruck einer körperlosen Beziehung des Autoren zum Raum - Orte verbinden sich atmosphärisch, losgelöst von der Chronologie ihrer Erkundung.

Schidlowski studierte Fotografie an der Fachhochschule Dortmund und schloss dort mit Diplom ab. Später absolvierte er einen Master an der HAW, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg bei Ute Mahler. Er erhielt Anerkennungen und Preise bei Fotofestivals und Wettbewerben wie Rencontres d’Arles, Otto-Steinert-Preis und LeadAwards. Die Arbeiten von Arno Schidlowski sind in internationalen und nationalen Sammlungen vertreten.

Arno Schidlowski
Überall # 15, 2015
Analoger C-Print Handabzug des Künstlers
33,3 x 26 cm

 
 

Johannes Evers

Johannes Evers

Rotation

21.07.2017 - 02.09.2017
 

Sebastian Tröger

Sebastian Tröger

Working on sunshine

24.05.2017 - 08.07.2017
 

Andreas Chwatal

Andreas Chwatal

Die Demokratisierung der Götter

31.03.2017 - 13.05.2017
 

Isabelle Tondre

Isabelle Tondre

Ajar

17.02.2017 - 25.03.2017
 

keep control

keep control

13.01.2017 - 04.02.2017
 

Books & Beyond

Books & Beyond

16.12.2016 - 18.12.2016
Die erste Publikation der Galerie Jo van de Loo (in Zusammenarbeit mit stresspress.biz) will gefeiert werden. Dazu laden wir Euch, Eure Familien und Freunde herzlich zu BOOKS & BEYOND in die Theresienstraße 48 am Freitag, den 16.12. von 17 bis 21 Uhr und Sonntag, den 18.12.2016 von 12 bis 17 Uhr ein.

Neben NEUTRAL von Anouk Kruithof wird auch die neueste Publikation "1214" von Lorenz Straßl (erschienen bei Cosima Pitz, 2016) erhältlich sein. KnustxKunz+ ist u.A. mit neuen Büchern von Dennis Koch und
Bendix Harms mit am Start und Quentin Walesch und Ludwig Engel präsentieren ihr druckfrisches "Technologies of Tenderness" mit Zeichnungen von Samuel Nyholm.

NEUTRAL by Anouk Kruithof
Numbered edition of 200; 42 pages + cover folded A1 poster + folded A3 poster inside; size: A4
Book-concept by Anouk Kruithof, Jo van de Loo & Quentin Walesch
Published by Galerie Jo van de Loo in collaboration with stresspress.biz in 2016
Designed by Quentin Walesch
Documentation photography by Constanza Meléndez & Pim Top
Text by Christoph Sehl
Translation German-English: Bavand Behpour
Translation German-Dutch:  Abel Minnee & Chantal Hattink-Maschke
 

Tim Bennett

Tim Bennett

ME IS TER

14.10.2016 - 26.11.2016
 

Florian Haller

Florian Haller

Ausdehnung und Redutktion

09.09.2016 - 08.10.2016
Florian Hallers Bilder wirken nach, ganz anders als die meisten medialen, digitalen Bilder. “Die Wahrnehmung digitaler Bilder vollzieht sich als Ansteckung, als Affektion, als unmittelbarer Kontakt zwischen Bild und Auge. Darin besteht ihre Obszönität. Ihr fehlt jede ästhetische Distanz.“ * Haller setzt genau diese ästhetische Distanz absolut. Seine Bilder folgen ausschließlich einer malerischen Logik, dienen sich unserem gewohnten Sehen nie an. Hier werden keine alltäglichen Bildwelten in die Kunst kopiert. Ein wiedererkennendes Sehen muss deshalb notwendigerweise Scheitern. Haller weiß um die Grenzen zwischen Kunst und Wirklichkeit sehr genau und überschreitet sie sehr bewusst nicht. Diese Grenzziehung ist in einer Zeit, in der wir uns durch die penetrante Hyperpräsenz aller noch so grausamen (oder schönen) Bilder völlig abstumpfen lassen, immer bedeutsamer. Denn die „ästhetische Grenze, die als Grenze oder Übergang existiert, ist nur um den Preis einer kunstlosen Kunst auf die Wirklichkeit hin zu überschreiten. ... Die Beseitigung der ästhetischen Grenze ist die Beseitigung der Möglichkeit, über Wirklichkeit anders als in Kategorien der Wirklichkeit zu reden.“ * Wir sollten uns aber eben diese Möglichkeit nicht nehmen lassen.
(Textauszug aus Jörg van den Berg: Malerei diesseits der ästhetischen Grenze. In: Florian Haller: Analoge Expansionen. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 2016, S.7)
* Byung-Chul Han: Die Errettung des Schönen Frankfurt am Main / Fischer, 2015, S.48f

Florian Haller
Rich Kids in the sun, 2015
Acryl auf Aluminium
100 x 80 cm
 

Anouk Kruithof

Anouk Kruithof

Neutral

10.06.2016 - 30.07.2016
 

Philip Gaisser – Untamed Witness

Philip Gaisser – Untamed Witness

It Doesn't Matter Where You Hide

08.04.2016 - 04.06.2016
 

Lorenz Strassl

Lorenz Strassl

19.02.2016 - 02.04.2016
"Im Häusl" by Jo van de Loo, 2016
Courtesy Galerie Jo van de Loo
 

Nigin Beck

Nigin Beck

I voodoo like you do

27.11.2015 - 06.02.2016
 

Andreas Chwatal

Andreas Chwatal

LIEU DE DRAGUE

11.09.2015 - 21.11.2015
Andreas Chwatal
Autoretratto, 2015
Tusche
Die Galerie Jo van de Loo freut sich, Ihnen mit der Ausstellung Lieu de Drague neue Arbeiten des in München lebenden Künstlers Andreas Chwatal zu präsentieren. 1982 in Regensburg geboren, studierte er an der AdbK in München. 2014 wurde er ausgezeichnet mit dem Paris-Stipendium der Cité International des Arts, wo auch ein Großteil der Arbeiten entstanden.
Im Zentrum von Andreas Chwatals Serie La perspective ralentie [dt.: Der Blick verlangsamt sich] befindet sich die Ansicht einer Stadt. Sie wird von einer Achse durchzogen, die bis zum Horizont reicht. Sichtachsen machen Städte übersichtlich und beschleunigen damit den Blick.
Dennoch entsteht kein Bild: vorne sind hohe Bäume, links im Hintergrund Berge, rechts reicht die Bebauung ins Unendliche. Hier ist nichts eindeutig: Wo endet die Stadt, wo beginnt die Landschaft? Herrscht in der Stadt Tag oder Nacht? Der Blick verlangsamt sich.
Dieser Blick befindet sich genau an der Grenze zwischen Tag und Nacht, Wirklichkeit und Phantasma, Konkretion und Abstraktion. Aus jedem Strich kann sich eine Person und aus jedem Schatten eine Skulptur schälen. Der junge Mann, der so angestrengt schaut, bis er etwas sieht, scheint eine Allegorie dieses Blicks zu sein.
 

Regine Petersen

Regine Petersen

Find a Fallen Star

26.06.2015 - 01.08.2015
Kanwarpura, 2006 (Leading Face)
Regine Petersen
2013
Archival pigment ink print
120 x 150 cm
Courtesy Regine Petersen & Galerie Jo van de Loo
 

Künstler der Galerie

09.05.2015 - 20.06.2015
Tim Bennett
Leonhard Hurzlmeier
Paul Kranzler

 
 

Johann Evers

Johann Evers

Pietà

24.04.2015 - 02.05.2015
Die Ausstellung, die in Kooperation mit KINO DER KUNST 2015 stattfindet, wird bis Samstag, den 2.5.2015 zu den regulären Öffnungszeiten und anschließend auf Vereinbarung zu sehen sein.
 

Leonhard Hurzlmeier

Leonhard Hurzlmeier

Der Tisch der weissen Frauen

03.04.2015 - 18.04.2015
 

Leonhard Hurzlmeier

Leonhard Hurzlmeier

Neueste Frauen

27.02.2015 - 02.04.2015
»Leonhard Hurzmeier's geometric, figurative paintings of women fall somewhere between Fernand Léger's personalized Cubism and your emoji keyboard: quirky and precise, rewarding you the longer you look.«
- New York Magazine, January 2015 -
 

Milen Till & Martin Fengel

Milen Till & Martin Fengel

Treffen sich zwei Künstler

12.12.2014 - 20.12.2014
Gastspiel der Galerie Jo van de Loo bei Knust x Kunz
 

Arno Schidlowksi

Arno Schidlowksi

Pyrénées

07.11.2014 - 20.12.2014
Arno Schidlowski
horse, 2014
Archival Pigment Print
62,5 x 50 cm
 

Lorenz Straßl

Lorenz Straßl

12.09.2014 - 08.11.2014
Lorenz Straßl
o. T., 2014,
Handabzug des Künstlers auf Barytpapier
ca. 30 x 40 cm

Die Galerie Jo van de Loo zeigt neue fotografi- sche Arbeiten (Handabzüge auf Barytpapier) von Lorenz Straßl.
Im Anschluss an die letzten Schwarz-Weiss- Serien hat Straßl auch dieses Szenario eigens zum Ablichten im Modellformat aufgebaut. Ent- sprechend seiner Fotoarbeiten in Farbe ver- bleiben die Installationen nur kurz – sie sind für die Umsetzung in die Zweidimensionalität bestimmt. So gehören Bildhauerei und Malerei genauso zu seinen Bildern wie die Fotografie.
Lorenz Straßl wird neben Nigin Beck und Tim Bennett seit Herbst 2013 von der Galerie Jo van de Loo vertreten. Des Weiteren sind seit April 2014 Leonhard Hurzlmeier und Andreas Chwatal fest im Galerieprogramm.
 

Le Ping Le Pong

03.06.2014 - 31.07.2014
S. Agostini, N. Beck, Tim Bennett, Andreas Chwatal, Johann Evers, V. Hausladen, Leo Hurzlmeier, Paul Kranzler, Emil Nolde, Regine Petersen, Lorenz Straßl, Susanne Wagner.
 

Tim Bennett

Tim Bennett

time is a waste

14.03.2014 - 10.05.2014
 

Andrew Phelps

Andrew Phelps

Haboob

07.02.2014 - 08.03.2014
Abbildungen (Ausschnitte):
Andrew Phelps
aus der Serie Higley, 2007
C-Print

Higley, eine Kleinstadt in der Nähe von Phoenix in Arizona, ist die Heimat von Andrew Phelps. Ein Großteil seiner Familie ist dort nach wie vor zu Hause. Er selbst lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Salzburg, wo er als Fotograf
Dozent und Kurator arbeitet. HABOOB ist nach GIPFEL die zweite Ausstellung von Andrew Phelps in der Galerie (GIPFEL / November 2011 bis Januar 2012).
Für das 2007 erschienene Buch HIGLEY dokumentierte er über Jahre die Transformation dieser suburbanen Gemeinde von einer einst landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft hin zu einem vermeintlich blühenden Lebensraum, in dem idyllisch anmutende Einfamilienhäuser inmitten der Wüste von Arizona Pendlerfamilien, Makler, Kleinunternehmer und Autohändler beheimateten.
Die amerikanische Immobilien- und Finanzkrise zerschlug diese pastellfarbene Utopie im Jahr 2008.
Die leichtsinnig vergebenen Kredite und Hypotheken blieben unbedient, Häuser und Infrastruktur unfertig zurückgelassen. Es entstand Brachland, das von einem Großteil der Bewohner nach und nach verlassen wurde.Higley existiert heute nicht einmal als Postleitzahl.In den folgenden Jahren kehrte Phelps mehrfach zurück, um die Entwicklung seiner Heimatstadt zu verfolgen, die menschenleerer und wilder zu werden schien.Es entstanden die Farbfotografien zu einem zweiten Buch – HABOOB, das 2013 neben weiteren Publikationen im Kehrer Verlag veröffentlicht wurde.
Haboob (arabisch: Habub) bezeichnet einen ursprünglich für die Sahara, dann ebenfalls für die Wüstenstaaten der USA, Texas und Arizona, sehr typischen gewaltigen Sandsturm, der klimabedingt regelmäßig auftritt.
"More than once, in the last years, have I found myself at five a.m. in a borrowed car, missing my family, with a box of unexposed film haunting me from the passenger seat, unsure that anything in this now foreign place would ever open itself to me again. Though it is thinning, I still have family in Higley,and when I lose my way and don’t know where to set up the camera, I can always go back and find pieces of myself in this landscape, these fields, this light". (Andrew Phelps)
 

Nigin Beck

Nigin Beck

Monsters Devils Heroes

09.11.2013 - 25.01.2014
Abbildungen:
Nigin Beck, Superser, 2012
Büttenpapier auf MDF-Platte, Acryfarbe
 

Arno Schidlowski

Arno Schidlowski

Jasmund

13.09.2013 - 26.10.2013
Abbildung:
Arno Schidlowski
Jasmund #15, 2011
analoger C-Print
30,5 x 24 cm

Zur Open Art 2013 zeigt die Galerie erstmals die Arbeiten des Hamburger Fotografen Arno Schidlowski. Die fast malerisch anmutenden Aufnahmen aus der Serie Jasmund (ver-)dichten Landschaft und sind Zeugnis einer sehr intimen Einstellung zum Medium Fotografie.
 

Susanne Wagner

Susanne Wagner

The Sculptor

07.06.2013 - 27.07.2013
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog von Susanne Wagner.

Im August hat die Galerie nur nach Vereinbarung geöffnet, die Installation ist aber durch das Schaufenster zu sehen.
 

Silva Agostini

Silva Agostini

Displacing Motion – Video-Installation

25.04.2013 - 28.04.2013
In Kooperation mit Kino der Kunst 2013
 

Henning Rogge

Henning Rogge

Bombenkrater

12.04.2013 - 25.05.2013
Courtesy Henning Rogge / Galerie JO VAN DE LOO

Die Arbeit "Bombenkrater" von Henning Rogge besteht aus Fotografien von kreisrunden Tümpeln - manchmal sind es ausgetrocknete Mulden - an entlegenen Orten in der Landschaft. Die trichterförmigen Vertiefungen sind die Überreste von Detonationen abgeworfener Bomben aus dem zweiten Weltkrieg. Mit der Zeit haben sich die Krater in das Erscheinungsbild der Natur integriert, ihr Hintergrund ist aus dem Bewusstsein weitgehend verschwunden. Die Fotografien rücken diese Orte in den Vordergrund und machen gleichzeitig die Undurchlässigkeit der Vergangenheit zum Bildgegenstand.
In umfassender Recherche unter Einbeziehung von Luftbildern ermittelt Henning Rogge die genaue Position der Einschlagstellen, die er auf seinen Reisen aufspürt. Im Laufe von vier Jahren hat der in Hamburg lebende Künstler auf diese Weise ein umfangreiches Fotoarchiv erstellt. 

Henning Rogge, 1977 in Hamburg geboren, absolvierte seine Ausbildung an der HAW Hamburg. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u.a. im Palais de Tokyo in Paris, im Goethe-Institut Washington D.C. und in den Hamburger Deichtorhallen.
 

Philip Gaisser

Philip Gaisser

Zinnoberblau beim Morgengrauen

01.02.2013 - 06.04.2013
In Kooperation mit Galerie van de Loo Projekte
und Maurice Wyckaert
 

Regine Petersen

Regine Petersen

Find a Fallen Star - Chapter 1: Stars fell on Alabama

27.10.2012 - 19.01.2013
Seit Milliarden von Jahren mehr oder weniger unverändert, ist der Meteorit Zeuge der ersten Formation und Anhäufung von Materie in unserem Sonnensystem. Seine Komposition ähnelt einer urzeitlichen Erinnerung, die unter seiner Oberfläche verwahrt geblieben ist. Wir werden mit existenziellen Fragen konfrontiert: Was sind die Bausteine unserer Welt? Wie ist sie entstanden? Wie entstehen Leben und Komplexität?

Meteoriten sind Objekte, die weltlos und indifferent sind. Gleichzeitig bieten sie eine Projektionsfläche für unsere Wünsche, Ängste und Fantasien und ermöglichen einen besonderen Blick auf unsere Geschichte und Kultur. Sie fallen willkürlich, und dort wo sie herunter kommen bleibt uns oft ein historisches Fragment der Zeit und des Orts erhalten; ein Einblick in etwas, das sonst verloren ginge oder in Vergessenheit geraten würde.

Meine Spurensuche führt mich zu Fall- und Fundorten, zu den Häusern, Feldern und Wüsten, bis hin zu den Augenzeugen und ihren Nachfahren. Es entstehen Denkbilder, in denen es nicht um eine Aufklärung der Vorkommnisse geht, sondern um eine Hinterfragung dessen, wie Zeit, Erinnerung und Geschichtsschreibung funktionieren, und um den Versuch, eine Verbindung zwischen dem Alltäglichen und dem Universellen herzustellen.

Chapter 1 - Stars fell on Alabama
Am 30. November 1954 fiel ein Meteorit auf ein Haus in dem kleinen Ort Sylacauga in Alabama.
Das Objekt von der Größe einer Grapefruit krachte durch das Dach, prallte von einem Radio ab und traf die 31-jährige Ann Hodges an ihrer Hüfte, während sie gerade auf dem Sofa Mittagsschlaf hielt.

Die öffentliche Aufregung in Sylacauga war groß, und Ann Hodges sah sich einem Ansturm der Presse ausgeliefert. Ihr Ehemann Eugene hegte alsbald die Hoffnung, den 4.5 Milliarden Jahre alten Meteoriten aus dem Asteroiden-Gürtel für gutes Geld zu verkaufen. Es entbrannte ein Rechtsstreit zwischen den Hodges und der Grundstücksbesitzerin, wer der rechtmäßige Besitzer des Meteoriten sei, und potenzielle
Käufer verloren im Laufe des Rechtsstreits das Interesse.

Am Tag nachdem Ann Hodges getroffen wurde, wurde ein zweites Fragment des Meteoriten von einem Farmer namens Julius McKinney auf einer Schotterstraße gefunden, als sein Esel davor zurück schreckte. McKinney war besorgt, der Meteorit könne ihm weggenommen werden, und er hielt seinen Fund zunächst geheim. Später verkaufte er ihn an das Smithsonian und konnte sich von dem Geld eine kleine Farm und einen Gebrauchtwagen leisten.
Text: Regine Petersen

Regine Petersen erhielt 2012 das VG-Bildkunst- und das Hamburg-Stipendium.
FIND A FALLEN STAR war für den Albert-Renger-Patzsch-Preis und den Prix Decouverte bei den Rencontres d’Arles 2012 nominiert. Im September 2012 erhielt die Künstlerin das Stipendium der Krupp-Stiftung für Zeitgenössische Deutsche Fotografie.
Die Galerie JO VAN DE LOO zeigte TO THINK ABOUT THINGS von Regine Petersen im Herbst 2011.
 

Regine Petersen

Regine Petersen

Find a Fallen Star - Chapter 1: Stars fell on Alabama

27.10.2012 - 19.01.2013
Seit Milliarden von Jahren mehr oder weniger unverändert, ist der Meteorit Zeuge der ersten Formation und Anhäufung von Materie in unserem Sonnensystem. Seine Komposition ähnelt einer urzeitlichen Erinnerung, die unter seiner Oberfläche verwahrt geblieben ist. Wir werden mit existenziellen Fragen konfrontiert: Was sind die Bausteine unserer Welt? Wie ist sie entstanden? Wie entstehen Leben und Komplexität?

Meteoriten sind Objekte, die weltlos und indifferent sind. Gleichzeitig bieten sie eine Projektionsfläche für unsere Wünsche, Ängste und Fantasien und ermöglichen einen besonderen Blick auf unsere Geschichte und Kultur. Sie fallen willkürlich, und dort wo sie herunter kommen bleibt uns oft ein historisches Fragment der Zeit und des Orts erhalten; ein Einblick in etwas, das sonst verloren ginge oder in Vergessenheit geraten würde.

Meine Spurensuche führt mich zu Fall- und Fundorten, zu den Häusern, Feldern und Wüsten, bis hin zu den Augenzeugen und ihren Nachfahren. Es entstehen Denkbilder, in denen es nicht um eine Aufklärung der Vorkommnisse geht, sondern um eine Hinterfragung dessen, wie Zeit, Erinnerung und Geschichtsschreibung funktionieren, und um den Versuch, eine Verbindung zwischen dem Alltäglichen und dem Universellen herzustellen.

Chapter 1 - Stars fell on Alabama
Am 30. November 1954 fiel ein Meteorit auf ein Haus in dem kleinen Ort Sylacauga in Alabama.
Das Objekt von der Größe einer Grapefruit krachte durch das Dach, prallte von einem Radio ab und traf die 31-jährige Ann Hodges an ihrer Hüfte, während sie gerade auf dem Sofa Mittagsschlaf hielt.

Die öffentliche Aufregung in Sylacauga war groß, und Ann Hodges sah sich einem Ansturm der Presse ausgeliefert. Ihr Ehemann Eugene hegte alsbald die Hoffnung, den 4.5 Milliarden Jahre alten Meteoriten aus dem Asteroiden-Gürtel für gutes Geld zu verkaufen. Es entbrannte ein Rechtsstreit zwischen den Hodges und der Grundstücksbesitzerin, wer der rechtmäßige Besitzer des Meteoriten sei, und potenzielle
Käufer verloren im Laufe des Rechtsstreits das Interesse.

Am Tag nachdem Ann Hodges getroffen wurde, wurde ein zweites Fragment des Meteoriten von einem Farmer namens Julius McKinney auf einer Schotterstraße gefunden, als sein Esel davor zurück schreckte. McKinney war besorgt, der Meteorit könne ihm weggenommen werden, und er hielt seinen Fund zunächst geheim. Später verkaufte er ihn an das Smithsonian und konnte sich von dem Geld eine kleine Farm und einen Gebrauchtwagen leisten.
Text: Regine Petersen

Regine Petersen erhielt 2012 das VG-Bildkunst- und das Hamburg-Stipendium.
FIND A FALLEN STAR war für den Albert-Renger-Patzsch-Preis und den Prix Decouverte bei den Rencontres d’Arles 2012 nominiert. Im September 2012 erhielt die Künstlerin das Stipendium der Krupp-Stiftung für Zeitgenössische Deutsche Fotografie.
Die Galerie JO VAN DE LOO zeigte TO THINK ABOUT THINGS von Regine Petersen im Herbst 2011.
 

Paul Kranzler  

Paul Kranzler  

„Vademecum

14.09.2012 - 20.10.2012
Für „Vademecum“ porträtierte Paul Kranzler Totenschädel aus Hallstatt und die Umgebung des Hallstätter Sees im Salzkammergut.

Die Vorfahren der knapp 800 Einwohner von Hallstatt teilten sich über vier Jahrhunderte hinweg das Erdreich des kleinen Hallstätter Friedhofs. Bis in die 1980er Jahre kam es zu einer besonderen Art von Zweitbestattungen, um ausreichende Kapazitäten in den Gräbern zu bewahren. So wichen zum Beispiel die Gebeine einer Großmutter denen ihrer Enkelin. Dabei gehörten zu den Aufgaben des örtlichen Totengräbers auch die anschließende Säuberung sowie die einzigartige ornamentale Bemalung der Schädelknochen. Durch die Angabe von Lebensdaten wie Namen, Berufe oder Todestage erhielten die eigentlich anonymen Schädel der Toten ihre ursprüngliche Identität zurück, bevor sie ihre letzte Ruhestätte im Gebeinhaus des Friedhofs fanden. Eng an eng, unter- und aufeinander gestapelt, wurde die Totenruhe dann nur noch von Anthropologen zur gelegentlichen wissenschaftlichen Analyse und Vermessung gestört – oder wie in diesem Falle von dem Fotografen Paul Kranzler.

Paul Kranzler (geboren 1979 in Linz, Österreich) ist durch seine Buchpublikationen
„Land of Milk and Honey“ (2005), „Tom“ (2007) und „Brut“ (2010), alle bei Fotohof Edition in Salzburg erschienen, bekannt. Seine Fotografien wurden in internationalen Museen ausgestellt und befinden sich unter anderem in der Österreichischen Staatssammlung in Salzburg sowie in der Grafischen Sammlung der Albertina in Wien. Mit der Ausstellung „Brut“ von Paul Kranzler eröffnete die Galerie Jo van de Loo im Mai 2011.
 

Victor Hausladen

Victor Hausladen

„Präparate“

22.06.2012 - 28.07.2012
Die Galerie JO VAN DE LOO lädt zur letzten Runde des MUNICH GRAND SLAM 2012.
Wir freuen uns sehr, mit Euch, Euren Familien und Freunden die Ausstellung PRÄPARATE von Victor Hausladen am Donnerstag, den 21.6.2012 von 18 bis 21 Uhr zu eröffnen!
Der Künstler wird anwesend sein.

In den letzten Jahren wurden die Arbeiten von Victor Hausladen u.a. in München, Wien und Shanghai ausgestellt. Das Video-Diptychon „ADYTON“ war ab Oktober 2010 für ein Jahr in der Pinakothek der Moderne zu sehen. Schon darin beschäftigte er sich konzeptionell mit verschwundenen oder unzugänglichen Orten und Bildern.

In der Ausstellung PRÄPARATE verfolgt und erweitert Victor Hausladen diese Herangehensweise auf die Fotografie, Malereiund Performance. Er zeigt die Assemblage–Werkreihe „S.T.G.M.“ (2010 – 2012), die Videoarbeit „CMY C12“ (2011) und die Fotografie „Kein Mensch, eine Treppe herabsteigend“ (2012). In diesen Werken „präpariert“ Victor Hausladen mit verschiedensten Materialien Momente und Gesten
des Verschwindens. Es entsteht ein Kaleidoskop einer Welt, in deren Vergehen Bilder für und gegen eine allgemeine Endlichkeit entstehen und bleiben.

Zusätzlich möchten wir Euch herzlich zur ersten Künstlerlesung in der Galerie JO VAN DE LOO
am 12.7.2012 um 19 Uhr einladen. Victor Hausladen liest aus dem von ihm zur Ausstellung
verfassten Pamphlet „Über das Verschwinden“ (2012). Danach gibt es die Gelegenheit, ausführlich mit dem Künstler persönlich zu sprechen.

Die Ausstellung wird bis Samstag, den 28.7.2012 (bis 15 Uhr) zu sehen sein.
Anschließend freuen wir uns, mit Euch von 15 bis 18 Uhr die „Sommer–Finissage“ des MUNICH GRAND SLAM 2012 der Galerie JO VAN DE LOO zu feiern.
 

Johannes Evers

Johannes Evers

„Der männliche Blick“

11.05.2012 - 09.06.2012
 

Malte Wandel

Malte Wandel

Einheit, Arbeit, Wachsamkei

09.03.2012 - 28.04.2012
Malte Wandel, Einheit, Arbeit, Wachsamkeit

In EINHEIT, ARBEIT, WACHSAMKEIT erzählt Malte Wandel die Geschichte der „Madgermanes“ – rund 16.000 junge Mosambikaner, die über sieben Jahre als Vertragsarbeiter in der DDR gelebt haben.
Noch heute, 20 Jahre nach ihrer Rückkehr nach Mosambik, ist ein Großteil dieser Gruppe in keiner Weise reintegriert und lebt in großer Armut. In der DDR wurden bis zu 80 Prozent ihres Lohnes abgezogen und als Rentenzahlung nach Mosambik geschickt – das Geld sollten sie nach ihrer Rückkehr erhalten.
Die Regierung hält sie hin, scheint den Konflikt aussitzen zu wollen.

„Hier nennt man uns Madgermanes. Zuerst die Regierung, dann unsere Nachbarn und Freunde.
Zu diesem Ort hier sagen wir, das ist unser Deutschland. Deswegen die deutsche Fahne in der Mitte. Hier leben die deutschen Mosambikaner. So nennen wir uns.“ José Alfredo Cossa, Präsident der „wütenden Deutschen“ am 9. November 2009 an der „Base Central Madgermany“ in Maputo.

Malte Wandel (*1982) ist mehrfach auf den Spuren der DDR durch das Land im südlichen Afrika gereist. Ende 2011 kehrte er nach Deutschland zurück, erhielt für EINHEIT, ARBEIT, WACHSAMKEIT den BFF–Förderpreis und den Vattenfall – Fotopreis 2011 mit einer Ausstellungskooperation in der C/O Berlin. Des Weiteren wollen wir mit Euch die Neuerscheinung des gleichnamigen Buches EINHEIT, ARBEIT, WACHSAMKEIT von Malte Wandel im Kehrer Verlag feiern. Unser Dank gilt allen Beteiligten für diese großartige Publikation!