Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Karin Sachs

Augustenstr. 48 • 80333 M
Tel. +49 89 201 12 50
www.GalerieKarinSachs.de
Mi–Fr 13–18 • Sa 13–16
und nach Vereinbarung

Augustenstr. 48
80333 München

Laufende Ausstellungen

Anja Luithle

Anja Luithle

Nahtlos, „Zeichnungen und kinetische Objekte

28.10.2017 - 09.12.2017
Anja Luithle
Broadway
Installationsansicht
(Wenn der Besucher in die Hände klatscht, reagieren die Röcke mit ein, zwei Hüftschwüngen: ein interaktiver Spaß.)
Credit: Anja Luithle
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Markus Wülbern

Markus Wülbern

Das Bärenbuch

09.09.2017 - 14.10.2017
„Ich habe über Jahre Dinge wie verknitterte Notizzettel gesammelt ohne genau zu wissen, wofür“, so der Künstler und Autor Markus Wülbern zu seinem Buch Das Bärenbuch.
In den collagelastigen Bildern werden Elemente zu Kunst, die bei den meisten Menschen als Müll im Papierkorb landen würden: „Ich mag die Herausforderung ein mit Tee beflecktes Blatt in Kunst zu verwandeln. Man muss loslassen und still sein, bis die Formen zu Figuren werden.“ Die skizzenbuchartigen Werke strotzen vor Flecken, Falten und Fehlern die unverblümt durchgestrichen und ausgebessert wurden und schaffen einen sehr ehrlichen und persönlichen Einblick in Wülberns Welt.
Nicht nur die Ästhetik sondern auch der Inhalt des Bärenbuchs stellt traditionelle Ordnungsprinzipien der Kunst in Frage. Doch dass Humor– und Cartoonelemente in der Kunst auf dem Vormarsch sind, diese Meinung vertritt der junge Künstler längst nicht mehr allein.
Ob man Wülberns Werke als subversiven Akt der Rebellion betrachten kann, der althergebrachte Normen und Einstellungen in Frage stellt, oder vielleicht doch ‚nur‘ als Unterhaltung, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dazu lädt die Ausstellung mit einer Auswahl der Originale ein.

Markus Wülbern ,* 1989 in Friedberg, besuchte die Fachoberschule in Augsburg im Fachbereich Gestaltung. An der Fachhochschule belegte er von
2010 – 2014 das Studium Kommunikationsdesign.
2014 – 2015 erfolgte die Umsetzung, Publikation und Verkauf des Kunst -/ Comicbuches „Das Bärenbuch“ via Crowdfunding. Er wohnt und arbeitet in Augsburg.

Markus Wülbern
Herumtreibär, 2014
Zitronensaft/Fineliner auf Papier

 
 

Tanja Mohr

Interimsausstellung III

27.07.2017 - 26.08.2017
 

Sonja Hamad

Sonja Hamad

Photographien aus dem Irak

24.06.2017 - 22.07.2017
Diljin, 21 Jahre. Sindschar, Nordirak, 2015
Archival Pigment Print auf
Hahnemühle Photo Rag, 70 x 55 cm, Auflage: 6 + 2 AP
Diljin, 21 Jahre alt hat sich der Guerilla angeschlossen, um für Frauenrechte zu kämpfen. Für sie richtet sich der Widerstand vielmehr gegen die Unterdrückung der Frauen als gegen den „Islamischen Staat“ oder auch den türkischen Staat. Der Umstand, dass sehr viele junge Kämpferinnen von emanzipatorischen Gründen angetrieben werden, findet (bei uns) selten Gehör.

Sonja Hamad: »Jin – Jiyan – Azadi« Women, Life, Freedom
Man sagt, dass der Tod durch die Hand einer Frau potentiellen Märtyrer den Weg ins Paradies versperrt. Vielleicht liegt es daran, dass mittlerweile immer mehr kurdische Frauen in den Widerstand gegen den IS gehen. Dort legen sie ihre alten Namen ab, wählen sich in einem ersten Akt der Selbstbestimmung neue aus und werden alle zu »Haval« – zur Freundin der anderen. Die Arbeit »Jin – Jiyan – Azadi« Women, Life, Freedom versucht, den kollektiven Sehnsüchten der kurdischen Freiheitskämpferinnen nachzugehen. So werden nicht nur die individuellen Züge der Frauen eingefangen, vielmehr zeigt sich, was ihre Schicksale miteinander verbindet. Zugleich sind Bilder entstanden, die einen Blick auf ihr Umfeld ermöglichen; auf jene poetische Art, die die kurdische Kultur selbst in sich trägt. Etwa der Blick auf Kobane, das in vielen Ecken zu einer Geisterstadt geworden ist. Wo Häuser oft nur noch von Erinnerungen getragen werden, wo die Wände zerschossen sind, die leeren Fensterrahmen verloren gegangene Räume zeigen. Zerfetzte Gemütlichkeit, die in all der Zerstörung melancholisch wirkt.
Schuss und Gegenschuss, nicht als kriegerische Handlungen verstanden, die das Leben der Kämpferinnen so oft bestimmen, sondern als fotografische Perspektiven. Dabei entsteht eine Brücke zwischen der Fotografin und den Kämpferinnen. In der dokumentarischen Auseinandersetzung zeigt die Arbeit Frauen, die einen brutalen Kampf gegen den monströs wirkenden IS führen müssen. Sie riskieren ihr Leben für ein Land, das es noch nie gab und von dem doch jeder Kurde weiß, wo seine Grenzen verlaufen würden. Dieser schmale Streifen Heimat, das wilde Kurdistan, ein Sehnsuchtsort aus Bergen und Tälern, der von allen Seiten angegriffen wird. Es geht ihnen dabei jedoch nicht nur um ihr Überleben, sondern auch um ein selbstbestimmtes Leben, um ihre Freiheit und ihre Unabhängigkeit. Der Befreiungskampf ist existentiell. Nachts fallen Bomben, man spürt die Detonationen, niemand schläft, doch am nächsten Tag geht der Kampf weiter. Wenn eine von ihnen stirbt, wird nur einen Tag lang getrauert. Die Kameradinnen schießen mit ihren Kalaschnikows in die Luft, um sie zu ehren, auf einem kargen Friedhof, auf dem nur Plastikblumen blühen. Die Gefahren und die Verluste sind real, aber es bleibt keine Zeit, sie zu verarbeiten. Wenn die Kämpferinnen Angst haben, singen sie diese weg. Und auch wenn sie um eine gefallene Kameradin trauern, singen sie. Es sind diese Momente, die zerbrechlich und schön sind, Momente, in denen Brutalität auf Poesie trifft.
Doch wenn dieser Krieg gewonnen ist, so erzählt eine der »Töchter der Berge«, beginnt der eigentliche Kampf erst. Denn die Bedrohung kommt sowohl von außen durch die Übergriffe des IS, als auch von innen. Ihr Befreiungskampf richtet sich ebenso gegen alte gesellschaftlicheTraditionen, in denen sie gleichfalls unterdrückt werden. In dem Niemandsland, in dem sie jetzt leben, sind sie vogelfrei, doch in der kurdischen Tradition, aus der sie kommen, waren sie ebenfalls rechtlos. Nun eröffnet ihnen der Ausnahmezustand die Möglichkeit, etwas zu verändern. Es sind die Frauen, die am wenigsten zu verlieren haben und am meisten zu gewinnen.
Sonja Hamads Bilder zeigen diese jungen Frauen, fast noch Mädchen, die gleichermaßen verwundbar wie zutiefst entschlossen sind. Und die fest daran glauben, dass sie stärker sein können als die Männer, von denen sie seit Jahrzehnten unterdrückt werden. Sie alle tragen ihre Narben wie Auszeichnungen. Und hin und wieder blitzen unter den Uniformen farbenfrohe, beinahe kindlich anmutende Hemden hervor.
Text: Hannah Zufall

 

 
 

Samuel Henne

Samuel Henne

displacements

12.05.2017 - 14.06.2017
Samuel Henne
"untitled #04", aus "displacements", 2016
Cut-Out und Fine Art Print,
40 x 30 cm (Ausschnitt), in Distanzrahmen

Samuel Henne befasst sich mit materiellen und visuellen Inszenierungsformen von Objekten, mit zentralen Aspekten der Darstellung und Darstellbarkeit von Skulptur und ihrer Transformation ins Bild. Bei seinen neuen Arbeiten setzt sich der Künstler mit Formen musealer Inszenierung von Displays und Vitrinen sowie der Archivierung und bildlichen Erfassung von Skulptur und Objekt auseinander. Im Studio arrangierte, konstruierte Motive werden mittels Setting, Licht- und Farbregie in prägnante, eigenständige Bildkompositionen übersetzt. Wenn Samuel Henne sich im künstlerischen Arbeits- und Bildfindungsprozess vorhandenes Bildmaterial aneignet, es umformt und in neue Kontexte setzt, zeigt sich deutlich auch sein kunst- und kulturhistorisches Interesse. Verhandelt werden grundlegende Fragen der Repräsentation, der Erzeugung von Bedeutung und der Herstellung von Präsenzeffekten.
Freilegen. Ordnen. Verschieben. Etwas zur Erscheinung bringen. Es gibt einen fundamentalen Zusammenhang zwischen den Arbeiten von Samuel Henne und den frühen archäologischen Ausgrabungen, deren fotografische Dokumente er u.a. für seine Ausstellung aufgreift, die zuvor in ähnlicher Konstellation im Kunstverein Hildesheim zu sehen war.

Samuel Henne (*1982) studierte Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie und schloss sein Studium als Meisterschüler von Prof. Dörte Eißfeldt ab. Hennes Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem beim Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie und in der Shortlist-Ausstellung des internationalen Weldekunstpreis für Fotografie. Er erhielt den Preis des Kunstvereins Hannover und den Meisterschülerpreis der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, zudem war er Preisträger bei »Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie» und erhielt eine Auszeichnung bei der »Plat(t)form« des Fotomuseums Winterthur. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen und Präsentationen im In- und Ausland zu sehen.

 
 

Kino der Kunst – Heiner Stadler

Kino der Kunst – Heiner Stadler

Über Bilder – 10 Ansichten

19.04.2017 - 23.04.2017
„Wir in unserer Welt schlafen mit dem Bild und essen es und beten es an und tragen es am Köper.“
Don DeLillo, Mao II

Der Film erzählt in zehn Kapiteln von unserem Leben in Bildern. Er erzählt von Ärzten, Polizisten, Redakteuren, Architekten, Restauratoren und Informatikern. Er erzählt von Menschen, die selbst keine Bilder herstellen, die aber ohne Bilder nicht leben könnten. So wie wir alle.

On Images
10 views
30 min., B/W, Cinemascope
with archival footage from „Deutschland zwischen gestern und heute“

Bild: Julian Krubasik
Director Heiner Stadler
Director of Photography Julian Krubasik and Thomas Beckmann
Editor Max Fey
Music Max Richter
Production Manager Tobias Pollok
Producer Lucia Scharbatke
 

Michael Hirschbichler

Michael Hirschbichler

Masken und Spiegel

10.03.2017 - 13.04.2017
Michael Hirschbichler
Idol  (Neon), 2017
Neon und Plexiglas
115 x 90 cm
 

Henrik Schrat

Henrik Schrat

Orangerie bei Nacht.

13.01.2017 - 17.02.2017
Henrik Schrat
Verrückte Nudel, 2015
Tusche auf Papier, in Stoff gefasst
50 x 20 cm

Die etwa 80 Tuschzeichnungen in Größen von 50 x 20 cm bis 100 x140 cm sind in Stoffe eingefasst und als Bildrollen verarbeitet. Mit ihren teilweise konischen Formaten und silbernen Textilien könnten sie der ethnografischen Sammlung des Raumschiff Enterprise entsprungen sein, das sie auf seinen Reisen in den 'unendlichen Weiten' des Weltraums erworben hat. Die entspannten Pinselzeichnungen entfalten sich zwischen winzigen Details und großzügig lavierten Flächen.
Beim Betrachten erschließt sich aus den Arbeiten eine Art Kolonialgeschichte, die auf dem fiktiven Planeten Tonder spielt. Großäugigen Wesen, die das Kindchenschema aktivieren, bekommen Besuch von vierarmigen Raupen, die Neuerungen mitbringen.
Zentrale Rolle spielen dabei Orangerien, die als Symbol von Schönheit und Macht fungieren könnten. Aber auch die arbeitsamen Raupen sind nur Sendboten eines Masterminds... Die Arbeiten ergeben keine lineare Erzählung, sondern weben ein Patchwork aus Situationen.
Die Serie kann als klassische Gesellschaftsparabel verstanden werden, die mit freundlichen Wesenheiten, Pünktchenmuster und rosa Stoffen Begriffe wie Naivität und Kultur verhandelt.
Aber wie auch Fabeln nur begrenzt als Geschichten für Kinder taugen, öffnen sich in 'Orangerie bei Nacht' reichlich aktuelle Tiefen und Untiefen.
Zur Ausstellung   "ORANGERIE BEI NACHT"  im MUSEUM BACKNANG erscheint ein Katalog mit einer Grafik als Vorzugsausgabe. Der Katalog ist  in der Galerie erhältlich und wird auf Wunsch zugesandt.

 

 
 

Joost Colpaert

Joost Colpaert

Nur in klarem Wasser sieht man die Tiefe

09.09.2016 - 09.12.2016
,Nur in klarem Wasser sieht man die Tiefe.’
Dieses Zitat von Rutger Kopland klingt wie eine Forderung nach Klarheit, klingt wie der utopische Wunsch, die Welt zu ergründen und verstehen. Wasser als treibende Naturkraft übersetze ich in eine persönliche Bildersprache in meinen Videos, Landkarten und Landschaften. So entsteht eine Formensprache, in der Tropfen, Flüsse, Seen, das Meer, der Polder aber auch Eimer oft zurückkehren.In der neuen Videoinstallation, Wasser & Spiegel‘ werden wir mit uns selbst, aber auch mit dem Verschwinden, dem Wegfließen konfrontiert. Als Spiegel unserer Zukunft, wurden Zeichen des Zodiakus in einer Reihe von Landkarten wie ,Wasserman’ und ,Zwillinge’, verarbeitet. Ein Spiegel des Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Der Mensch probiert die Zeit zu ergründen, aber je tiefer das Wasser, desto weniger sichtbar wird der Boden. Die Werke reizen, aber geben nicht gleich ihre Geheimnisse preis. Wohl rufen sie bei dem Betrachter Neugier hervor und erst später dringt die wahre Bedeutung ein.
Joost Colpaert

Joost Colpaert
Aquarius, 2015
Öl und Bleistift auf Polyester
140 x 110 cm
 

Tanja Mohr

Tanja Mohr

Interimsausstellung II

05.08.2016 - 27.08.2016
Tanja Mohr und die Galerie Michael Heufelder zu Gast in der Galerie Karin Sachs
Die Künstlerin ist während der gesamten Ausstellungszeit in der Galerie anwesend.

Sonderveranstaltung am 25.8.2016, 18 Uhr:
Beste Freunde. Lyrische Interpretationspremiere  von Ottfried Fischer

Tanja Mohr
o.T., 2015
Öl auf Leinwand
60 x 120 cm
 

Anahita Razmi

Anahita Razmi

Bellydancing 12.000.000 views

24.06.2016 - 27.07.2016
This Girl She is insane! Subscribe!!

Anahita Razmi
This is Not Iranian, 2015
Tattooed arm of the artist on photo rag
Auflage 5+1

Anahita Razmi wurde 1981 in Hamburg geboren, studierte an der Bauhaus-Universität Weimar, am Pratt-Institute in New York sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sie lebt in Berlin.

„Bellydancing 12.000.000 views This Girl She is insane ! Subscribe !!!“ ist der Titel des am häufigsten angeklickten Bauchtanzvideos auf YouTube. Die Zahl 12.000.000 wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes verändert worden sein, der Autor passt die Zahl mit wachsenden Clicks regelmässig an. Die fehlerhafte Zeichensetzung und deformierte Schriftsprache hingegen korrigiert er nicht.
Mich interessieren aktuelle mediale Repräsentationen von Orient und ihre Implikationen. Was bedeutet Branding in diesem Fall? Kommerzialisierung? Welche Rolle spielt der Mittleren Osten in Massenmedien, Konsum- und Popkultur?
Die Ausstellung ersetzt die angekündigte Bellydancing Performance mit einer Auseinandersetzung über diese Fragen.
Als Deutsche mit iranischem Hintergrund habe ich die Möglichkeit, dabei von meiner eigenen Identität auszugehen. Zitate aus Kunst, Pop und Kultur setze ich zusammen in neuem Kontext, in visuelle Versuchsanordnungen und Videoperformances. Festschreibungen versuche ich dabei zu umgehen, der Kontext Iran mit seinen aktuellen politischen und gesellschaftlichen Vorraussetzungen bleibt ein offener und ambivalenter Bezugspunkt.
Anahita Razmi, Mai 2016
 

Rune Mields

Rune Mields

Dem Novalis folgend

15.04.2016 - 11.06.2016
"Der Hauptteil meiner Arbeit besteht aus Untersuchungen und Auseinandersetzung von/mit Systemen und Strukturen, genauer definiert mit logischen Systemen, die visuelle Strukturen ergeben oder ergeben können. Rationale, alte und neue bereits vorhandene Systemen, die nicht von mir entwickelt, sondern der Realität entnommen werden, häufig aber auf ihren visuellen Charakter noch nicht betrachtet worden sind.
Manche dieser Systeme werden heute nicht mehr unbedingt als rational, sondern eher als magisch oder mythisch empfunden, aber auch sie haben ihren Ursprung in der Ratio des Menschen und seinem Wunsch zu erkennen."
So fasst Rune Mields bereits 1978 das Grundmotiv ihres Schaffens zusammen.

Mit Novalis, dem frühromantischen Philosophen und Bergbauingenieur und dessen in seinen Fragmenten (Mathematische Fragmente: Philosophische Betrachtung der mathematischen Begriffe) veröffentlichen Erkenntnissen zu Philosophie und Mathematik huldigt Rune Mields in ihren jüngsten Werken, einmal mehr dem ordnenden Geist. Sie verleiht Novalis' Denken Ausdruck im bildlichen Kontext.
Zitat: Otto Pannewitz

 
 

Per Oscar Jensen

Per Oscar Jensen

Unsaid – unresolved

21.01.2016 - 02.04.2016
PER OSCAR JENSEN – über seine Arbeit
Meine Laufbahn als Künstler begann Ende der 60er Jahre. In dieser Periode wurde ich von einer Kunstrichtung erfasst, die ihren Ausgangspunkt in der Pop Art hatte, mit starken Impulsen für den Neorealismus und den Superrealismus der 70er Jahre, und die für mein Verhältnis zur Malerei große Bedeutung bekam. Hier wurde die Fotografie als unterstützende Funktion für einen Realismus verwendet, der nicht das geringste Detail ausließ, meist mit Details von alltäglichen Gebrauchsgegenständen und aus dem Leben um uns herum, eine Spiegelung in einem Schaufenster, eine Kreuzung, ein geparktes Auto auf einer ruhigen Straße. Später wurde dieser Realismus für mich langsam demontiert, und die erkennbaren Elemente in meinen Gemälden gingen in Auflösung. Zurück blieb nur das Licht, die Reflexionen und die Struktur. In den letzten Jahren sind die realistischen Figuren langsam wieder zurückgekehrt, jedoch in einer neuen und einfacheren Form mit einem klareren Farbausdruck.
Meine letzten Gemälde und Aquarelle sind immer noch aus erkennbaren, fragmentierten Alltagsgegenständen aufgebaut, wie beispielsweise Stühle, Autowracks, Sofas, Fenster, Türöffnungen, leere Räume, verlassene Häuser, schattenhafte Personen, die ihre Umwelt betrachten, Personen, die sich durch den Raum bewegen, Personen, die sich aus der Bildfläche hinaus bewegen, Lichtreflexe mit einer physischen Präsenz, frei schwebende Gegenstände in halbabstrakten Räumen, Textbruchstücke als losgerissene Assoziationen im kompositorischen Aufbau.
Die weiße Farbe stellt in meinen Gemälden ein absolut entscheidendes Element dar. Sie trägt zur Definierung der übrigen Farben des Gemäldes bei. Meine Gemälde haben zwei gegenläufige Tendenzen. Die eine Tendenz der Gemälde weist straffe und präzise Formen und Striche mit klaren Botschaften auf, die andere Tendenz zeigt eine innewohnende Unruhe und einen Konflikt, einen Bruch mit dem Straffen und Kontrollierten.
Obwohl ich figurativ und räumlich arbeite, habe ich ein freies Verhältnis zum Realismus im Bildaufbau. Die Zeichnung im Gemälde ist oft sehr realistisch, bei den übrigen Bildelementen ist dies jedoch nicht notwendigerweise der Fall. Auf diese Weise breche ich den Realismus auf und füge Elemente des Unvorhersehbaren ein.
Manchmal entspringen Objekte in meinen Bildern einer persönlichen Erinnerung. Die hervorgerufene Erinnerung wird oft durch einen konkreten Gegenstand symbolisiert, der bei einer erneuten Betrachtung plötzlich wieder zum Leben erweckt wird, auf die gleiche Weise, wie Musik uns dazu bringen kann, ein bestimmtes Ereignis, eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Gefühl zu spüren, ja fast zu schmecken.

Per Oscar Jensen
A quiet spot, 2014
Acryl/Leinwand
90 x 120 cm
 

Alexandra Wacker

Alexandra Wacker

Wear flowers in your hair

06.11.2015 - 19.12.2015
„Elemente und Blumen“, 2012
Öl auf Leinwand
145 x 110 cm

Während ich in der letzten Ausstellung in der Galerie Karin Sachs „Das bin ich“ den Fokus einerseits auf vegetabile Formen legte, die im Kontrast zu zivilisatorischen Versatzzeichen stehen, hatte ich somit auf „natürliche“ Landschaften verwiesen. Nun hat sich der Blick mitten ins Geschehen gezoomt.
Dominierte bisher oft die Vogelperspektive, aus der heraus parallel verschiedene Orte und Zeiten zu spezifischen Szenarien verknüpft wurden, rückt nun, durch starke Vergrößerung von Ausschnitten und Drehen der Komposition ins Vertikale, mehr die Abstraktion in den Vordergrund. Somit verliert das Foto als Vorlage weitgehend an Bedeutung.
Mit der Betonung des Ausschnittes und der damit verbundenen Untersuchung der entsprechenden Strukturen  erweitern sich auch die malerischen Mittel. Was vorher durch lasierende Farbschichten angedeutet war, weicht jetzt zunehmend einem stärkeren Farbauftrag.

Zitat Eckhard Schneider, Alexandra Wacker: Sehen und Malen – der doppelte Blick. In Parnass 3/2005, S 134
„Die Maler machen uns zu Zeugen eines wahrhaft ehrlichen, wohl auch schmerzhaften Prozesses der Auseinandersetzung mit gelebter Zeit und vor allem gelebter Realität. Sein und Schein werden zu untrennbaren Zwillingen derselben bitteren Lebenserfahrung.“
 

Parastou Forouhar

Parastou Forouhar

11.09.2015 - 24.10.2015
Parastou Forouhar
Formation I, 2015
Digitale Zeichnung, digital print
55 x 25 cm

Ihr künstlerisches Werkzeug ist das Ornament, die unendliche Wiederholung ein und derselben Form. Das Ornament besteht aus Körpern. Das Leiden wird allein durch Gesten und Verrenkungen der Leiber ausgedrückt. Das Ornament steht für die Wiederholung von Handlungen, die der Bewegung und die der Gegenbewegung. Aus dem Schönen erwächst so ein endlos fortsetzbares Bild menschlicher Grausamkeiten: Gleichsam eingewoben in die Normalität, erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Parastou Forouhar bezeichnet ihre Ornamentik als eine "erstickende Welt der Muster". Denn das Ornament zwingt zur Unterordnung unter ein sich gleichförmig wiederholendes Raster. Für die Künstlerin wird es zum Symbol für einen totalitären Machtanspruch, der sich an beide Seiten richtet: sowohl an die Täter, als auch an die Opfer.
Es geht nicht nur um Täter und Opfer in moralischen Kategorien, es geht um Täter und Opfer innerhalb der Strukturen, und darum, dass sich in totalitären, in militaristischen oder in faschistischen Strukturen die Spirale der Gewalt endlos fortsetzt. Denn auch Täter können leicht zu Opfern werden, wenn es etwa darum geht, Handlanger, die zu viel wissen, loswerden.
Redebeitrag von Dr. Claudia Emmert anläßlich der Ausstellung "Die Poesie der ungeliebten Wahrnehmung", 2012  mit Parastou Forouhar.
 

Monika Grube

Neue Arbeiten

07.08.2015 - 09.08.2015
Interimsausstellung
 

Via Lewandowsky

Via Lewandowsky

Es ist Zeit

27.06.2015 - 01.08.2015
"contenance" 2014
Messingrohre mit Miniaturmotoren,
Sockel mit Glashaube, Software, 8 cm x 8 cm x 1 cm
(Galerieseite und Reihung)

 
 

Jochen Flinzer

Jochen Flinzer

Frühjahrskollektion

08.05.2015 - 15.06.2015
Aus der Serie Mathematical Boys, 2011/12
Bleistift, Seidenfaden
Papier 29,7 x 21 cm

Jochen Flinzer ist durch seine gestickten Kunstwerke bekannt geworden. Statt mit dem Stift zeichnet Flinzer quasi mit Nadel und Faden auf Karton oder Leinwand. Ein von ihm ausgewähltes vorgefundenes Motiv in den Umrisslinien nachstickend, ergibt sich ein "janusköpfiges" Bild mit Vorder- und Rückseite. Beide Seiten des Bildes sind untrennbar miteinander verknüpft und doch zugleich eigenständig.

In der Ausstellung Frühjahrskollektion zeigt Jochen Flinzer mehrere neue Serien. Es gibt Blumenbilder, bei denen aus einer zurückhaltenden der Umrisslinie folgenden Zeichnung intensive Farbmischungen entstehen. Andere Arbeiten folgen dem Gedanken „Es könnte auch alles ganz anders sein“. Die Einstichlöcher werden zu Koordinaten, die die Schöpfungskraft anregen. Es entstehen ganz von der Vorlage unabhängige Zeichnungen.

 
 

Kino der Kunst.

Kino der Kunst.

Rasender Stillstand

16.04.2015 - 26.04.2015
Laura Kansy/Felix Klee/Annika Sehn
Die Möglichkeit einer ausweglosen Situation
2015, 3-Kanal-Video, 5’, Foto: Laura Kansy

6 Arbeiten in Kooperation mit der HFF, verteten duch Heiner Stadler und der Akademie der Bildenden Künste, vertreten durch Julian Rosefeldt, beraten von Elfi Mikesch.

Ein Experiment in sechs Varianten von Studierenden der HFF und der AdBK.
Beschleunigung gleich Fortschritt. Sind wir am Endpunkt dieser Entwicklung angekommen? Rasen wir zielstrebig einem gesellschaftlichem General-Burnout entgegen? Starren wir in Zukunft nur noch auf in Echtzeit übertragene Bilder? Und lässt sich die veränderte Relevanz der Zeitwahrnehmung auf zehn Minuten Erzählzeit reduzieren?
Im Rahmen einer Zusammenarbeit der HFF (Prof. Heiner Stadler) mit der AdBK (Prof. Julian Rosefeldt) erarbeiteten sechs gemischte studentische Gruppen zum Themenkomplex Entschleunigung / Beschleunigung filmische Beiträge. Die Filmemacherin, Fotografin und Kamerafrau Elfi Mikesch begleitete das Projekt beratend.

Videoarbeiten von:
Christian Illi, Lea Jäger, Janna Jirkova, Laura Kansy, Kai Kiklas, Felix Klee, Bernhard Kreutzer, Daria Kuschev, Lisa Leitgelb, Theresa Maué, Masha Novikova, Bianca Patricia, Anne Pfeifer, Annika Sehn, Andres Torres, Patrik Thomas, Justin Urbach, Sandra Zech.

Öffnungszeiten während des Festivals
Mi – Fr 13 – 18 Uhr, Sa – So 14 – 18 Uhr

 
 

Stijn Jonckheere

Stijn Jonckheere

Happily Ever After.

13.03.2015 - 11.04.2015
Laekenveld, 2012
00 A04 010312
Digital Print, 29,7 x 42 cm
Auflage 10

Digitale Architekturzeichnungen

Stijn Jonckheeres Arbeiten basieren auf Erinnerungen - vergangene Ereignisse, oftmals in Verbindung mit Baustrukturen. Architektur dient hier nur als Medium und nicht als eigentliches Ziel. Persönliche Erinnerungen werden durch den Akt der Konstruktion verarbeitet, wodurch die ursprünglichen Atmosphären behutsam nochmals nachgebildet werden. Zurück bleiben damit alternative Wirklichkeiten, Bildnisse von architektonischen Alter Egos, die manchmal ganze Nachbarschaften oder eine ganze Abfolge von Ereignissen dokumentieren können.

Die Strukturen, die Jonckheere entwirft, ließen sich zwar technisch nachbauen, gleichzeitig sind sie jedoch so flüchtig wie die Erinnerungs - Fragmente, aus denen sie entstanden sind. Ebenso wie die Szenen, Eindrücke und Bilder in unserem Gedächtnis unterliegen sie einer ständigen Veränderung, werden laufend überarbeitet und neu aufgelegt.

In der Ausstellung werden sowohl aktuelle, als auch ältere Arbeiten des Künstlers gezeigt. Die Verbindung zwischen den Werken ist die Erinnerung, aus der sie entstanden sind. Die Erinnerung an die Jugend in einem belebtem und hektischen Stadtteil Brüssels.
 

Vierbeiner für Zweibeiner

Vierbeiner für Zweibeiner

Die Kunst einen Stuhl zu bauen

29.01.2015 - 28.02.2015
Modelle und Skizzen führender Designer wie Nitzan Cohen, Stefan Diez, Christophe de la Fontaine und Aylin Langreuter, Steffen Kehrle, Hannes und Max Gumpp.
Philipp Messners Video zeigt seine Auseinandersetzung mit Konstantin Grcics „Chair One", kuratiert von Oliver Herwig.
Abbildungen:
Galerieseite Steffen Kehrle
Startseite (Reihung) Stefan Diez
 

Clare Goodwin

Clare Goodwin

Broken Parallels

07.11.2014 - 19.12.2014
Clare Goodwin
Peter, 2014
Acryl auf Leinwand, 50 x 40 cm

Das Werk von Clare Goodwin (*1973, Birmingham), ihre Malerei und die räumlichen Interventionen, erzeugt ein seltsames Gefühl von untereinander verbundenen Biografien. Das Gefühl einer gemeinsamen Geschichte, eingedampft zu Linien und Mustern; geometrische Abstraktion als Abbild eines tiefer liegenden, verborgenen Designs, das wohl gefühlt, aber kaum ausgedrückt werden kann. Die suggestiven Titel ihrer Gemälde verweisen auf Geschichten hinter den Namen, die den Betrachter veranlassen, imaginierte Biografien als Referenzsystem zu verstehen, welches die Abstraktion in etwas Fassbares und Beschreibendes verwandelt.
Wenn wir Parallelen als ein Paar von Linien definieren, die in dieselbe Richtung verlaufen, jederzeit die gleiche Distanz bewahrend, sich nie überschneidend oder auseinanderlaufend, dann sind „gebrochene Parallelen“ das genaue Gegenteil davon. Die beiden Linien werden irgendwann kollidieren oder sich kreuzen, also einen Kreuzungs - oder Knotenpunkt bilden, eine Interaktion erzeugen, die per definitionem nicht hätte stattfinden sollen.
Der Betrachter mag sich ein Gitter aus Kreuzungspunkten und gebrochenen Parallelen als quasi mikroskopisches Detail von etwas viel größerem vorstellen, das in Clare Goodwins abstrakter Malerei nachhallt. In ihrer eklektischen Mischung aus Farben und Motiven finden wir Spuren unserer eigenen Geschichten. Die exakte  Ausführung der Kompositionen erinnert uns daran, das Erinnerungen genau so Konstruktionen sind, geformt aus halbwegs erinnerten Bildern, Gerüchen und Konversationen, die unsere wachen Stunden füllen.

Mit der Ausstellung „Broken Parallels“, der ersten Soloshow von Clare Goodwin in der Galerie Karin Sachs, erfahren wir das Potenzial der sogenannt abstrakten Kunst. Ein Potential das sich entfalten kann, wenn wir verstehen, dass sich Malerei nicht über die Dimensionen an der Wand definieren lässt, sondern durch ihr Zusammenspiel mit der Geschichte, Zeit und dem Raum und jenem seltsamen Gefühl, das sie in uns evoziert, indem sie unsere Biografien und konstruierten Erinnerungen berührt.
Damian Christinger, 2014
 

Marzena Nowak

Marzena Nowak

Denn wir sind, wo wir nicht sind...

12.09.2014 - 25.10.2014
Marzena Nowak
Ohne Titel, 2014
(Brot mit polnischer Erde gebacken)
Startseite: Ausschnitt

Die Wechselbeziehung zwischen An- und Abwesendem in Marzena Nowaks Werken zeigt – im Kontext der künstlerischen Erinne- rungsarbeit, in dem ihr Werk angesiedelt ist – das Problem des Vergessens und gleichzei- tig den Versuch, die Vergangenheit wiederzu- erlangen. Im Zuge dieses Erinnerungsprozes- ses fordern ihre Arbeiten den Betrachter aber auch dazu auf, die entstehenden Lücken mit der eigenen Vorstellungskraft zu füllen, die stets geprägt ist von der Erinnerungskultur, in die der Mensch geboren ist. So funktionie- ren ihre Werke trotz ihrer Fragmenthaftigkeit als eine Art Aufbewahrungsraum oder Lager zahlreicher verborgener Bedeutungen und Sinneswahrnehmungen, die vom Betrachter ergänzt und weitergeführt werden können. Marzena Nowak bindet das flüchtige und fra- gile Phänomen der Psyche in den Kontext historischer und autobiografischer Erfahrun- gen ein und verleiht diesen dadurch visuelle und physische Intensität in Form von Male- reien, Fotografien, Videos, Objekten und Installationen.
(Der Titel ist ein Fragment aus einem Gedicht von Pierre Jean Jouve, aus dem Band „Lyrique“)
 

Interimsausstellung

Tanja Mohr zeigt neue Malerei

12.08.2014 - 30.08.2014
 

Michael Hirschbichler

Michael Hirschbichler

Theatrum Orbis Terrarum. Eine Ausstellung im Rahmen der Architekturwoche A6 des BDA

16.05.2014 - 12.07.2014
Abbildung (Startseite: Ausschnitt)
Michael Hirschbichler, Platz III, 2013
Pigmentdruck 59x84 cm
 

Daphna Weinstein

Daphna Weinstein

Suche nach Mustern

14.03.2014 - 03.05.2014
Abbildung (Startseite: Ausschnitt):
Daphna Weinstein: When the Bulgarian fight Ottoman,2012
from: The Second Paper Brigade, 2012 - present
paper and coat hangers

Die in Israel geborene Künstlerin springt gerne zwischen verschiedenen Techniken hin und her, dabei beeinflussen sich ihre Werke gegenseitig. Überwiegend ist die Arbeit durch die Verwendung von Papier dominiert; ein elementares und zugleich einigermaßen schlichtes künstlerisches Material. Oftmals wird der Stift durch eine Messerklinge ersetzt, um Schnitte in das weiße Material zu setzen, die wie ein stiller Aufschrei wirken. Um ein Gefühl von Verfremdung hinzuzufügen, wird das Papier ganz nah zu einem Alltagsobjekt positioniert, wodurch eine ambivalente Beziehung zwischen dem freundlich-banalen und der Allmacht hoher künstlerischer Finesse entsteht. Wie zum Beispiel beim Kunstwerk „The second paper Brigade“ 2012, wo Papierbögen auf Kleiderbügeln hängen, die in einer Art Scherenschnitt Soldaten oder andere in Kriegshandlungen involvierte Kreaturen zeigen.

Bei dieser Papier-Objekt-Partnerschaft kann eines der Materialien für ein Konzept stehen, dieses wird aber gleichzeitig ironisiert oder es entsteht eine völlig neue Idee. Roland Barthes beschrieb diesen Prozess so: ein Situationslabor, in dem das Hauptwerkzeug die Macht der Spekulationen ist. Dies manifestiert sich selbst im Prozess des Zeichnens und dem starken Bedürfnis, Gegenstände zu produzieren, welche wiederum einen bestimmten Raum in den Bild-Installationen einnehmen. Es entstehen Poesie-Konstruktionen über den täglichen Kampf, die Welt zu begreifen.

Bei diesem Arbeitsvorgang untersucht die Künstlerin die polaren Beziehungen der Sozialen Rangordnung sowie auch den inneren psychischen und kontemplativen Kampf. Es ist ein Beobachtungsprozess kontinuierlicher Schwankungen zwischen Horror und Freude, Gefühl und Vernunft, Bewusstsein und Unbewusstsein, Privatem und Öffentlichem, Sehnsucht und Angst, Freiheit und Frustration – und wie diese Faktoren aufeinander einwirken. Eine dieser Arbeiten heißt „like X to Y“. Der Titel nimmt einerseits einen mathematischen, andererseits einen sprachlichen Bezug: wie ein Nachtfalter, der auf das Licht zufliegt – zwei Variablen und ihre fragwürdige Beziehung zueinander. Nachtfalter weisen eine positive Phototaxis auf, sie bewegen sich auf das Licht zu, auch wenn dies zu ihrem frühzeitigen Tod führt. Es gibt Belege für die Theorie, dass wandernde Falter über ein inneres geomagnetisches Kompasssystem verfügen, das sie automatisch in die richtige Richtung führt, wobei der Mond als Bezugspunkt dient. In unserer stets wachsenden von Menschen gemachten urbanen Welt bedeutet die Tatsache, dass Nachtfalter vom Licht – auch einem künstlichen – angezogen werden, eine große Konfusion für die Tiere, eine komplette Orientierungslosigkeit. Der Nachtfalter rechnet ja nicht wirklich damit, „auf dem Mond zu landen“.

Daphna Weinstein lässt ein komplexes Beziehungsmuster zwischen verschiedenen Störungen, Zufällen, unerklärten Vorkommnissen, Wahrscheinlichkeiten, Naturlaunen, Unregelmäßigkeiten, Abnormitäten und anderen Abweichungen von der Norm entstehen – wobei sich das Muster dabei jeweils in eine ganz bestimmte Richtung entwickelt.

*Johannes Rauchenberger und Roman Grabner, Ausstellungskatalog “mutter” , 2010 Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz.
 

Joost Colpaert

Joost Colpaert

Karte und Gebiet

23.01.2014 - 28.02.2014
Abbildungen (Startseite: Ausschnitt):
Joost Colpaert,
Capricorn, 2012
Öl auf Leinwand, 80x100 cm

Was haben vibrierende Wassertropfen auf einer Motorhaube und ein Mann, der Wasser zum Meer trägt, gemeinsam? Ist dies ein Hinweis auf unsere Ohnmacht und Hilflosigkeit? Leben wir nicht allzu oft in unserem Kokon, als ob wir einen Eimer auf dem Kopf tragen? Vielleicht führen uns diese Fragen zu Breughels 'The Blind Leading the Blind' und Cervantes Don Quijote.

Die menschliche Komödie als Teilhaber unserer menschlichen Existenz, zeigt sich nicht nur in den Videos 'Kampf um Wasser' und 'Wasserträger', sondern auch in den darauf verweisenden Landkarten und Landschaften: Landschaften, die zerklüftete Küsten aus Vogelperspektive darstellen und Landkarten mit Tropfenformen. Jede Landkarte hat ein anderes Thema, wie zum Beispiel 'Der imaginäre Kongo', in dem man im Vordergrund den breiten Kongo-Fluss mit den verschiedenen Inseln sieht. Im Hintergrund gibt es Stadtpläne von Kinshasa und Brazzaville, alle Arten von Straßen, deren Muster aus unterschiedlichen afrikanischen Frisuren abgeleitet wurde; Straßen, in denen Wörter verarbeitet wurden, die sich auf die koloniale Vergangenheit beziehen, etc. Andere Landkarten führen auf Rorschachtests zurück, mit Tropfenformen, die als abstrakte Seen auftreten.

In dem Animationsfilm 'Kampf um Wasser' werden die Tropfenformen durch einander und mit einander verarbeitet und bilden so eine wilde Geschichte über Macht und Ohnmacht. Diese Geschichte und auch die Formensprache erkennen wir in den Karten 'Lamm & Steinbock': Gut und Böse verarbeitet in zwei palästinensischen Karten, der Mensch als Spielball zwischen zwei Polen?

Die Karten mit dem bizarren Eimermann entstanden aus dem Video "Wasserträger", eine Montage von einer Performance in der während einer Gezeit, Eimer Wasser zum Meer getragen werden.

Auf den ersten Blick sehen wir städtebauliche, politische und mancherlei andere Motive, die in dem Stadtplan, der fungiert als eine Art Labyrinth, mit einander verflochten sind. Die Werke bezaubern, aber geben nicht sofort ihre Geheimnisse preis. In dem Betrachter wecken sie aber Fragen und Neugier und erst dann dringt die Bedeutung durch.
 

Rui Chafes

Rui Chafes

Deine Hände

09.11.2013 - 19.12.2013
Abbildungen:
Rui Chafes
Leichter als das Nichts, 2012
Stahl, 176x78x28 cm
(Installation Hara Museum, Tokyo)

Die Materialität des Eisens auflösen durch das Geschick der Hand – so versteht Rui Chafes Bildhauerei. Der Künstler, der nach seinem Bildhauerstudium in Lissabon der 1980er Jahre zu Beginn der 1990er nach Düsseldorf ging, dort zwei Jahre blieb, bei Gerhard Merz arbeitete und im „Nebenfach“ Novalis ins Portugiesische übertrug, misstraut den üblichen Trennungen zwischen sogenannter „zeitgenössischer“ und „historischer“ Kunst.

Für Chafes, den die revolutionäre Haltung eines Renaissancekünstlers wie Tilmann Riemenschneider beeindruckt, zählt nur dies, ein Kunstschaffen als Seins- und Grenzerfahrung. In seiner Radikalität steht der 1966 geborene Bildhauer dem Denken von Beuys nah und dessen apodiktischer Forderung: „Angesichts des Todes, was hat da Wichtigkeit?“. Rui Chafes hämmert, schneidet, schleift, schweißt die Eisenblätter, mit denen er arbeitet, verwandelt sie in fliegende gedrehte Linien, die frei im Raum schweben, oder baut sie zusammen zu quadratischen Kästen, deren innere Dunkelheit er durch vergitterte kleine Luken sichtbar macht. Manchmal können sich diese Skulpturen auswachsen zu räumlichen Gebilden, zu begehbaren Bildwerken. So etwa zu Beginn des Jahres 2013 in der Arbeit „Stille Wunde des Ja, Messer des Nein“, in der Galerie Filomena Soares, als in einem großen völlig dunklen Raum, fünf hohe, tatsächlich messerscharfe aber gleichzeitig insektenartige Gebilde für den Betrachter auftauchten, dessen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten; ein unheimlich weißes blendendes, aber doch sehr fernes Licht wurde von ihnen ausgestrahlt. Diese rätselhafte Arbeit, die tatsächlich einen gesamten Raum in eine einzige begehbare Skulptur verwandelt, wird nun weitergeführt.

In der Galerie Karin Sachs wird Rui Chafes Anfang November eine ganze Reihe von Formen zwischen Malerei und Zeichnung aufhängen, die alle ineinander greifen. Jede Arbeit hängt in ihrer Position im Raum von der anderen ab.
 

Samuel Henne

Samuel Henne

Formationen

13.09.2013 - 26.10.2013
Abbildungen:
Galerieseite:
Samuel Henne
something specific about everything
Installationsansicht, Kunstverein Hannover, 2013
© Samuel Henne

Startseite:
Samuel Henne
untitled (Rodin) aus museé imaginaire
2012, Fine Art Print
140 x 100 cm, © Samuel Henne

In der Ausstellung „Formationen“ zeigt der Künstler Samuel Henne mehrere Werkreihen, die im März 2013 u.a. auch im Kunstverein Hannover zu sehen waren. Im Mittelpunkt seiner seriell konzipierten Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Wechselverhältnis von Fotografie und Skulptur.
Die Arbeit „something specific about everything“ beispielsweise zeigt im Zentrum ihrer Motive alltägliche Gegenstände, die zu Objekt-Kompositionen zusammengefügt und über die Inszenierung wiederum als Teil der Gesamtkomposition ins Bild überführt wurden.
“Musée imaginaire“ verortet sich als weitere Werkreihe offenkundig verstärkt kunstgeschichtlich. Henne erschafft in dieser Arbeit Bilder, indem er Seiten von ausgewählten Publikationen zur Skulpturgeschichte fächerartig ineinander rollt und so die fächerartig inszenierten Buchobjekte als Bild im Bild zu abstrakt anmutenden Bildcollagen werden.
Samuel Hennes aktuelle, fotografische Arbeiten zeigen eindrückliche Bildwelten, die er ausschließlich für die Kamera inszeniert und deren künstlerischen Ausgangspunkt Variationen einzelner Objekte bilden. Im Studio arrangierte Motive werden mittels Setting, Licht- und Farbregie in prägnante, eigenständige Bildkompositionen übersetzt. Im permanenten Wechsel zwischen räumlicher und flächiger Wirkung stellen sie ihre Realität als Konstrukt einer medialen Praxis konsequent zur Schau.
Samuel Henne (*1982) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und schloss sein Studium 2010 als Meisterschüler von Dörte Eißfeldt ab.
 

Rune Mields

Rune Mields

Das Kreuz der Ungeraden

06.06.2013 - 27.07.2013
Rune Mields
Ziffernsystem aus Mittelamerika, 2012
Acryl auf Leinen
140 x 90 cm

RUNE MIELDS beschäftigt sich mit Ordnungssystemen, in denen sie sich mit Problemen der Mathematik wie den Primzahlen, astronomischen Konstellationen, musikalischen Gesetzlichkeiten, Computercodes sowie Schrift und Zahlenzeichen auseinandersetzt.
Ihre Spurensuche unternimmt sie dabei in unterschiedliche Kulturkreise und Zeiten.

Bitte beachten Sie, dass die Galerie im August geschlossen ist.
 

Mladen Bizumic

Mladen Bizumic

Keep Me. Protect Me. Share Me.

22.03.2013 - 25.05.2013
Mladen Bizumic
Subsitute (Kodak Polaroid EK-160 EF) carbon, camera, 2013
9,5 cm x 21cm x 14 cm

MLADEN BIZUMIC
*1976 Sremska Mitrovica, Woiwodina, (Ex-Jugoslawien),
aufgewachsen in Auckland, Neuseeland, lebt in Wien, Österreich

Keep Me. Protect Me. Share Me.
"... Man muss ganz, ganz still sein, dann hört man sie. Sie sagen: Bewahrt mich auf. Beschützt mich. Schaut mich an. Dann bleibe ich für immer lebendig ..." Eastman Kodak Company, TV-Werbung, 2005

Am 20. Januar 2012 reichte die legendäre Fotofirma Kodak ihren Insolvenz- und Vergleichsantrag ein. Das Paradoxe daran ist, dass Kodaks eigene Erfindung die Firma nun ruiniert hat. 1975 erfand Steven Sasson, ein Ingenieur der Firma Kodak in Rochester, New York, die erste Digitalkamera. Obwohl diese Erfindung im Patentamt der USA unter der Nummer #4131919 registriert ist, entschied sich der damalige Verwaltungsrat von Kodak gegen die Entwicklung und Vermarktung dieser bahnbrechenden Technologie ohne Fotofilm, um das eigene, damals lukrative Filmgeschäft dadurch zu schützen.

In Keep me. Protect me. Share me. zeigt Bizumic viele unterschiedliche „Fotosituationen", durch welche man einen Einblick in die wirtschaftlichen, historischen und technischen Bedingungen erhält, wobei die Bilder so hergestellt sind, dass weder der Eindruck einer nostalgischen Rekonstruktion der Fotografie des 20. Jahrhunderts entsteht noch der einer ironischen Manifestation von Kodaks
Bankrott. Stattdessen lotet die Ausstellung die formalen Grenzen der Fotografie an sich aus, die mögliche Darstellung und Wirkung von Humor, Poesie und Politik. Dabei soll der Anschein erweckt werden, dass es sich bei der Fototechnik um eine vermeintlich „neutrale“ Technologie handelt.
 

Dan Asher

Dan Asher

Fotografie

24.01.2013 - 09.03.2013
Dan Asher
Serie Antarctica, 2000
C-Print, je 70 x 105 cm
Auflage 7

DAN ASHER
*1947 in Cleveland / Ohio, USA – 2010 New York

Studium der Soziologie und Anthropologie. Reisen und Aufenthalte in Europa, Südamerika, Japan.
Dan Asher's Arbeit umfasst Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien und Videos.

Asher's exzentrische Persönlichkeit machten ihn zu einer unverwechselbaren Figur der New Yorker Kunstszene, er hatte einige der eindrucksvollsten und ehrlichsten Arbeiten in New York City in den vergangenen drei Jahrzehnten produziert.
Um Bilder von schimmernden Eisbergen zu machen, benutzte er eine einfache Kamera. Die Aufnahmen entstanden zuerst in Grönland, später in der Antarktis.
 

Marsha Cottrell, Flora Hitzing, Thomas Pöhler, Jens Risch

Marsha Cottrell, Flora Hitzing, Thomas Pöhler, Jens Risch

Im Gleichgewicht ist die Materie blind

27.10.2012 - 15.12.2012
Abbildung: Marsha Cottrell

Kuratiert von Dr. Magdalena Holzhey

Marsha Cottrell *1964, lives in New York
Flora Hitzing *1978, lives in Düsseldorf
Thomas Pöhler *1966, lives in Düsseldorf
Jens Risch *1973, lives in Berlin

Im Gleichgewicht ist die Materie sozusagen "blind", in gleichgewichtsfernen Zuständen beginnt sie wahrzunehmen. Die Naturwissenschaftler Ilya Prigogine und Isabelle Stengers formulieren mit diesem Satz in ihrem Buch „Dialog mit der Natur“ ihre auf neuen Forschungen zur Thermodynamik beruhende Erkenntnis, dass Materie unter bestimmten Bedingungen sich selbst zu organisieren, ein Eigenleben zu entwickeln beginnt und in einem Wechselspiel zwischen Zufall und Notwendigkeit neue Strukturtypen ausbildet. Grundlegend für Prigogines naturwissenschaftlichen und -philosophischen Ansatz ist die Bedeutung der Zeit: Indem er Zeitlichkeit, Werden und Entstehen in physikalische Gesetzmäßigkeiten einführt, verbindet er Grundgesetze der Physik mit Fragen nach der Entstehung des Lebens.
Die vier ausgewählten Künstler setzen sich je auf ihre eigene Weise mit Schöpfungsprozessen auseinander, mit räumlichen und zeitlichen Dimensionen, der Spanne zwischen Materialisierung und dem nicht mehr Greifbaren, mit universaler abstrakter Bewegung und der Erschaffung neuer Strukturen. Marsha Cottrell (*1964, lebt in New York) kreiert mithilfe des Computers erstaunliche Kosmogonien, die auf Überresten typographischer und digitaler Prozesse beruhen und, in aufwändigem Experimenten gedruckt, irgendwo zwischen Planetenbildern und Molekülstrukturen angesiedelt zu sein scheinen. In einem jahrelangen Arbeitsprozess entstanden, gleicht Jens Risch' (*1973, lebt in Berlin) Seidenstück einem organisch gewachsenen Gebilde, ist ein Stück extrem verdichtete Zeit, das – vergleichbar etwa dem vertikalen Erdkilometer von Walter de Maria – seine räumliche Dimension in der Vorstellung entfaltet.
Wasser und Fels, das vermeintlich Ewige und das Flüchtige setzt Thomas Pöhler (*1966, lebt in Düsseldorf) in seinen Steinaquarellen gegeneinander, in denen die Schaffung einer schattenhaften, im Moment des Erscheinens schon wieder verschwindendenden Spur gedanklich einen weiten zeitlichen Raum öffnet. Flora Hitzing (*1978, lebt in Düsseldorf) nähert sich in variierender Wiederholung dem Motiv der Brandungswelle, dem Versuch, das Bewegte bildhauerisch zu Form werden zu lassen und den Höhepunkt der Welle, den Moment des Stillstands zwischen Aufbäumen und Brechen, immer wieder aufs Neue zu formulieren.
 

Markus Weis

Markus Weis

14.09.2012 - 13.10.2012
Markus Weis
Bad, 2010
Öl/ Leinwand, 44 x 59 cm

Die Galerie Karin Sachs zeigt erstmals das Werk des Berliner Malers Markus Weis.

In seinen Bildern stehen sich Realismus und Abstraktion unvermittelt gegenüber. Seine vielseitige und zwischen Genres und Stilen wechselnde Malerei fasziniert durch die Spannung zwischen Gegenständlichkeit und der Reduktion auf die Form.

Erstmals stellt der Künstler jetzt in München aus und zeigt seine neue großformatige Arbeit Passion, ein die gesamte Bildfläche bedeckender violetter Vorhang. Der Rhythmus von Licht und Schatten, die stufenlos vermalten Farbübergänge lassen die Falten des Vorhangs zu einem unscharfen Streifenraster werden. Es ist ein monumentales Bild der Meditation von intensiver farbiger Präsenz. Die Ausstellung zeigt außerdem kleinere Interieurs, die durch ihre stille Atmosphäre bestechen und eine zeitlose Ruhe ausstrahlen.

Immer wieder kommt auch die in leuchtenden Farben gemalte menschliche Figur in den Arbeiten von Markus Weis vor. Dabei gilt das Interesse des Malers dem Stoff der Kleidung und dessen sinnlicher Erscheinung mehr als beispielsweise der Oberfläche des Gesichts. So betonen diese Portraits das Universelle des dargestellten Menschen mehr als seine persönliche Individualität.

Die Bilder von Markus Weis sprechen von einer Grenze des Sichtbaren – mit den Worten des Malers: „Das Sinnliche ist mein Thema, aber das Übersinnliche mein Ziel.“
 

Alexandra Wacker

Alexandra Wacker

„Das bin Ich“

25.05.2012 - 21.07.2012
Alexandra Wacker, Domus II, 2012,
Öl auf Leinwand, 145 x 110 cm

ALEXANDRA WACKER
„Das bin Ich“

Der Titel der aktuellen Ausstellung der österreichischen Künstlerin Alexandra Wacker ist unterschiedlich interpretierbar: einerseits stellt der Fokus auf vegetabile Formen, auf „natürliche“ Landschaften, die in Kontrast zu zivilisatorisch gebändigten Versatzzeichen gesetzt werden, ein Kontinuum ihres Schaffens dar. Gleichzeitig deutet sie damit aber auch eine gewisse Zäsur an, indem sie auf eine im Vergleich zu ihren bisherigen Arbeiten mehr aufs Detail bezogene Sicht verweist.

Dominierte bisher oft die Vogelperspektive, aus der heraus parallel verschiedene Zeiten und Orte zu spezifischen Szenarien verknüpft wurden, hat sich ihr Blick mittlerweile gleichsam ins Geschehen hineingezoomt, so dass sie sich immer mehr der Abstraktion annähert. Mit der Untersuchung dieser Strukturen erweiterten sich auch die malerischen Mittel: lasierende Farbaufträge machen zunehmend stärkeren Schichten Platz, was vorher als Andeutung offen blieb, ist nun sehr konkret. Nichtsdestotrotz bleibt die für Wacker so typische Farbpalette erhalten.

Gänzlich anders ihre Tuschearbeiten: gleich Bühnenbildern öffnet sich hier die Weite einer Landschaft, lädt gleichsam ein, sie zu betreten und in ein eigenes Universum einzutauchen, dessen flirrend-atmosphärische Schilderung auch als Referenz an die Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts gelesen werden kann. Dass die Papierarbeiten ungerahmt, gleichsam ungeschützt und „roh“ präsentiert werden, erhöht den Reiz der Unmittelbarkeit, der von diesen Bildern ausgeht.

August: Galerieferien, nur nach Vereinbarung geöffnet
 

Ben Kruisdijk

Ben Kruisdijk

23.03.2012 - 12.05.2012
Ben Kruisdijk, o.T., 2012, Acrylfarbe auf Holz, 17 x 13 6 cm

BEN KRUISDIJK / CONNY KUILBOER
„move to the edge and declare it the new centre“
 

Cairo Stories

Cairo Stories

Judith Barry

21.10.2011 - 10.12.2011