Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Klüser

Georgenstr. 15 • 80799 M
Tel. +49 89 38 40 81 0
www.galerieklueser.com
Di–Fr 14–18 • Sa 11–14
eingeschränkt barrierefrei

GALERIE KLÜSER 2
Türkenstr. 23 • 80799 M
Di–Fr 14–18 • Sa 11–14
eingeschränkt barrierefrei

 

 

Georgenstrasse 15
80799 München

Laufende Ausstellungen

Gregor Hildebrandt

Gregor Hildebrandt

Vor der Tür, ein Wunsch

08.09.2017 - 28.10.2017
Vor der Tür, ein Wunsch ist die erste Einzelausstellung von Gregor Hildebrandt in der Galerie Klüser 2.
Eine großflächige Wand aus Schallplatten leitet die Ausstellung in der Türkenstraße ein. Die installative Arbeit dominiert den Raum, definiert sein Erscheinungsbild neu und wird Besuchern den interaktiven Weg durch die Ausstellung vorgeben. Entlang an Arbeiten auf Leinwand und einem Mobile gelangt man zum abschließenden Werk Das Schachspiel (2008). Die Rauminstallation erinnert in seiner Ausführung an eine verlassene Party-Szenerie mit leeren Flaschen und innovativ improvisierten Schachfiguren aus Kork. Mit der Ausstellung gibt die Galerie Klüser einen ersten Einblick in das umfangreiche Werk Gregor Hildebrandts, der seit 2015 Professor für Grafik und Malerei an der Akademie für Bildende Künste in München ist. Die künstlerische Auseinandersetzung mit analogen Tonträgern steht bei Hildebrandt im Vordergrund und ist charakteristisch für sein Werk. Verformtes Vinyl, Kassettenschachteln und Tonbänder dienen ihm als materialistischer Ausgangspunkt. Durch ihre musikalische Vorgeschichte verleihen sie den minimalistischen Arbeiten eine weitere, unsichtbare Dimension.

Installationsansicht einer Schallplatten- Säulenwand von Gregor Hildebrandt
© der Künstler

Ausstellungsort: GALERIE KLÜSER 2
Türkenstr. 23 • 80799 M
Di–Fr 14–18 • Sa 11–14

 

 
 

Kommende Ausstellungen

Jan Fabre

Jan Fabre

25.10.2017 - 22.12.2017
Jan Fabre
The appearance and disappearance of Antwerp I, 2016
The appearance and disappearance
Ballpoint (bic) on Poly G-film (Bonjet High Gloss white film 200gr)
124 x 165,3 cm
Photo Lieven Herreman,
Copyright Angelos bvba/VG Bild-Kunst

 
 

Vergangene Ausstellungen

Elisabeth Wieser

Elisabeth Wieser

SUMMERSHOWCASE #1

03.08.2017 - 25.08.2017
Galerie Klüser 2
Türkenstr. 23
Geänderte Öffnungszeiten während der Ausstellung:
Mi-Fr 12-16 und nach Vereinbarung

Die Künstlerin Elisabeth Wieser (1986) schafft menschengroße, raumgreifende Skulpturen, die oftmals von Collagen und Zeichnungen ergänzt werden. Während frühe Arbeiten an verlassene Zufluchtsorte, oder menschenleere Wohnräume erinnern und als Bühne oder Habitat betitelt sind, fand über die letzten zwei Jahre eine auffallende, formale Weiterentwicklung statt. Ihren Ursprung findet diese in Wiesers einjährigem USA Aufenthalt, im Zuge des DAAD sowie USA Stipendiums des Freistaats Bayern. Dort hat die Künstlerin begonnen die Flächen ihrer räumlichen Gebilde nicht mehr skulptural zu nützen, sondern sich auf die begrenzenden oder vielmehr einrahmenden, architektonischen Elemente zu konzentrieren. Wiesers Arbeiten irritieren und sind rätselhaft. Sie suggerieren eine ambivalente Stimmung, rufen in einem ein mulmiges Gefühl hervor. Das liegt unter anderem an Wiesers Interesse Leerstellen hervorzuheben. Waren es zuerst Raumelemente, die auf das Fehlen von Menschen verwiesen, sind es mittlerweile abstrakte, architektonische Strukturen die Lücken betonen.
Elisabeth Wiesers Fokus liegt außerdem im Einsatz von Material. Bei ihren Skulpturen schon vorher Thema, nützt sie nun auch den Bildträger als Recherchefläche und arbeitet an sogenannten Materialbildern. Anders als bei den Skulpturen verwendet Wieser jedoch nicht günstige Materialien (Karton, Styropor, Papier), um sie zu verfremden und etwas Robustes (Beton, Mauerwerk) zu suggerieren, sondern interessiert sich für ihre tatsächliche Stofflichkeit. So wird zum Beispiel Schaumstoff als rahmendes Material eingesetzt und erfährt dadurch eine Aufwertung.
Einen Rahmen zu bauen, ihr Werk zu umschließen, entspringt ihrem Grundinteresse. Ihre Skulpturen, Zeichnungen, Collagen und Materialbilder sind dadurch miteinander verbunden. Komposition und Material treten in einen Dialog, Linien und Flächen werden zu einem für die Künstlerin stimmigen Gefüge kreiert, das Betrachtern oftmals geheimnisvoll erscheint.

Elisabeth Wieser
Studio, 2017
©️ Elisabeth Wieser

 
 

Frauenzimmer

Frauenzimmer

30.05.2017 - 29.07.2017
Galerie Klüser + Galerie Klüser 2

AFRICANO · BALKENHOL · BASELITZ · BEUYS · BOHRMANN · BOLTANSKI · CRAGG · GREENFIELD-SANDERS · KATZ · LES KRIMS · MENDOZA · METZEL · PALADINO · SALLE · STEHLI · WARHOL · WEBB · BRANCUSI · GIACOMETTI · GROSZ · KIRCHNER · LEHMBRUCK · MATISSE · PICABIA · RODIN · SCHIELE · VAN DONGEN · DE MARIA (BENSON)

Eine umfassende Ausstellung mit Frauenbildnissen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts zu realisieren, würde wahrscheinlich selbst große internationale Museen vor eine nicht zu lösende Aufgabe stellen. Wir haben trotzdem versucht, mit den begrenzten Möglichkeiten einer Galerieausstellung vielen Facetten des Spektrums gerecht zu werden.
Die Thematik bewusst nicht unter das Primat feministischer Kriterien zu stellen, muss nach den aktuell geltenden Maßstäben politischer Korrektheit mit vorhersehbarem Widerspruch rechnen. Dennoch sind gesellschaftliche und ethisch-moralische Veränderungen auch im limitierten Rahmen unserer Ausstellung ablesbar. [...]

Alex Katz
Three Women on Pink, 2007
Oil on canvas
152 x 264 cm
© VG Bild-Kunst_Alex Katz, Courtesy Galerie Klüser

 

 
 

Constantin Luser

Constantin Luser

Hard Soldering

04.04.2017 - 20.05.2017
Galerie Klüser 2

Fantastische Bildwelten in technisch anmutenden Gefügen, mit der Optik spielende Zeichnungen, bizarr verformte Musikinstrumente und frei im Raum schwebende Linien aus Draht - dies ist die zeichnerische Gedankenwelt von Constantin Luser (*1976).
Der österreichische Künstler erforscht die Möglichkeiten der Zeichnung und überschreitet dabei selbst die wesentlichste Grenze des Mediums, ihre Flächigkeit.
Den großformatigen Papierzeichnungen werden seine sogenannten Raumzeichnungen, freischwebende Drahtskulpturen, gegenübergestellt.
Eine von zwei Seiten bespielbare Instrumenten-Skulptur lädt den Besucher zur Interaktion ein.
Sehsinn und Raumwahrnehmung des Betrachters sind gefordert, das Zusammenspiel von Zwei- und Dreidimensionalität zu erforschen und Lusers Gedankensystem zu ergründen.
Hard Soldering ist Constantin Lusers zweite Einzelausstellung in der Galerie Klüser 2.

Constantin Luser
N9, 2017, Messingdraht
40 x 20 x 25 cm
© Constantin Luser, Foto Manuel Carreon-Lopez

 

 
 

Hommage à Alex Katz

Hommage à Alex Katz

08.02.2017 - 25.03.2017
Alex Katz begeht – bemerkenswert aktiv – am 24. Juli 2017 seinen 90. Geburtstag.
Als Klassiker der amerikanischen figurativen Kunst gilt er neben Andy Warhol als Begründer einer „coolen“ Malerei, der seinen eigenen inzwischen weltweit bekannten Stil geschaffen hat und in fast allen wichtigen Museen global vertreten ist.
Unsere Galerie repräsentiert sein Œuvre in Deutschland seit den späten 1980er Jahren mit regelmäßigen Ausstellungen.
Wir widmen ihm mit der Ausstellung an beiden Münchner Standorten eine Hommage mit zahlreichen großformatigen Ölbildern, Ölstudien und Zeichnungen.

Alex Katz
Vivien, 2008
Öl auf Leinwand
122 x 168 cm
© VG Bild-Kunst/ Galerie Klüser

Galerie Klüser + Galerie Klüser 2
 

Prints – Grafiken von 1970 bis 2015

Prints – Grafiken von 1970 bis 2015

25.11.2016 - 28.01.2017
In unserer Ausstellung zum Jahreswechsel zeigen wir in den beiden Galerien eine Auswahl von Druckgrafiken von 38 Künstlern, die wir (mit wenigen Ausnahmen) in den letzten Jahrzehnten herausgegeben haben.
Das Medium der Originaldruckgrafik hat in der jüngeren Vergangenheit an Wertschätzung eingebüßt, weil sich der internationale Kunstmarkt auf spektakuläre, großformatige Unikate forcierte. Dass die Künstler diese Entwicklung anders sehen, belegt unsere Ausstellung. In den Werken von Joseph Beuys und Andy Warhol, Christo und Sean Scully, Tony Cragg, Paladino, Georg Baselitz bis zu Jorinde Voigt beweisen die grafischen Editionen eine intensive Auseinandersetzung mit den klassischen und zeitgenössischen Ausdrucksmöglichkeiten der Druckgrafik. Ein weites Feld mit überraschenden Entdeckungen zu einladenden Preisen während der Ausstellung.

DONALD BAECHLER · STEPHAN BALKENHOL · GEORG BASELITZ · JOSEPH BEUYS · CHRISTIAN BOLTANSKI · JAMES BROWN · EDUARDO CHILLIDA · CHRISTO · ENZO CUCCHI · TONY CRAGG · JAN FABRE · GÜNTHER FÖRG · KEITH HARING · REBECCA HORN · JÖRG IMMENDORFF · ISCA GREENFIELD-SANDERS · DONALD JUDD · ILYA KABAKOV · ALEX KATZ · PER KIRKEBY · IMI KNOEBEL · JANNIS KOUNELLIS · JONATHAN LASKER · SOL LEWITT · RICHARD LONG · MARKUS LÜPERTZ · ROBERT MAPPLETHORPE · OLAF METZEL · JUAN MUÑOZ · NAM JUNE PAIK · MIMMO PALADINO · A. R. PENCK · ARNULF RAINER · JULIÃO SARMENTO · SEAN SCULLY · CINDY SHERMAN · JORINDE VOIGT · ANDY WARHOL

Keith Haring
Ohne Titel, 1985
Lithografie, 81 x 100cm
© Galerie Klüser

 
 

Natalia Załuska

Natalia Załuska

Most Relatives Times

12.10.2016 - 19.11.2016
GALERIE KLÜSER 2, Türkenstraße 23

Natalia Załuska
ohne Titel, 2016
Mischtechnik und Collage auf Leinwand
220 x 190 cm
Copyright Natalia Załuska, Foto Natalia Załuska

Die Galerie Klüser 2 zeigt in ihrer zweiten Einzelausstellung der polnischen Malerin Natalia Załuska eine neue Werkserie mit einem Schwerpunkt auf größere Formate (220 x 190 cm und 170 x 140 cm).
Załuska betrachtet ihr Atelier als Labor für neue Schaffensprozesse. Es gilt, die zeitgemäßen Möglichkeiten des Mediums der Malerei zu erforschen. Fragen wie: „Ist die Malerei als Medium beschränkt?“ oder „Gibt es Grenzen der malerischen Ausdrucks-möglichkeiten?“ bestimmen den Arbeitsprozess der Künstlerin.
Ort, Zeit und Raum beeinflussen neben der Wahl des Materials den Entstehungsprozess der Kompositionen. Es ist relevant, zu welchem Zeitpunkt und an welcher Stelle Załuska Einflüsse erfährt, die sie in ihr Werk einfließen lässt.
Die Künstlerin befasst sich mit Grenzen und deren Brüchen, mit Genauigkeit und einem bewussten Verzicht auf diese sowie mit der Ein- und Zweidimensionalität.
Im Vordergrund steht die (der Malerei immanenten) Flächigkeit zu brechen bzw. sie neu zu definieren. Załuska greift hierfür auf das etwas ungewöhnliche Material des Kartons zurück. Sie collagiert, reißt, übermalt, sprayt oder lackiert einzelne Papp-Module – in unterschiedlicher Dicke und Größe – und vereint sie auf einem Bildträger. Als Folge entsteht eine spezifische Räumlichkeit im Bild, weil mehrere Layer, ausgehend von einer Leinwand oder lediglich einem Keilrahmen, den Arbeiten ihre Vielschichtigkeit und Tiefe verleihen.

Natalia Załuska ist unter anderem in den Sammlungen des Lentos Kunstmuseums, der Stiftung Ahlers Pro Arte, der CCA Andratx sowie der Langen Foundation vertreten.

 

 

 
 

just black and white

just black and white

25.06.2016 - 01.10.2016
Anish Kapoor
Matt Black, 2013
Fibreglass and paint
188 x 188 x 77 cm
© VG Bild-Kunst / Anish Kapoor

Schwarz und Weiß bilden den größten denkbaren Gegensatz. Sie verkörpern Dynamik, Bewegung und Stillstand zur selben Zeit und bilden die Basis für Emotionen oder kulturelle Konzepte. In der Kunst bedingt das Arbeiten in Schwarz und Weiß einen bewussten Verzicht auf Farbigkeit und somit eine formelle Kompensation durch Reduktion.
Joseph Beuys erklärte auf die Frage, warum die Farbigkeit in seinem Werk zurückhaltend ist, dass er mit dem Verzicht auf Farbe eine farbige Gegenwelt evozieren möchte.
Als Anish Kapoor 2015 die Nutzungsrechte an „Vantablack“ erwirbt, trägt er die Herausforderung von Künstlern für ein Arbeiten mit Schwarz und Weiß ins 21. Jahrhundert.
„Just Black and White“ ist ein Plädoyer für das Wahrnehmen und Erfahren von Kunst. Sowohl hinsichtlich ihrer formalen Qualität, als auch den möglichen Wirkungsspektren innerhalb schwarz-weißer Nuancen. Die Ausstellung spürt dieser Faszination mit 20 individuellen Positionen nach.

Joseph Beuys
Christian Boltanski
Enzo Cucchi
Tony Cragg
Alex Katz
Anish Kapoor
Richard Longo
Olaf Metzel
Jorinde Voigt
Andy Warhol
Natalia Zaluska
u.a.

Galerie Klüser & Galerie Klüser 2
 

Lori Nix

Lori Nix

Lost

04.05.2016 - 18.06.2016
Galerie Klüser 2

Die Galerie Klüser freut sich, mit LOST die zweite Einzelausstellung von Lori Nix zu präsentieren. Die amerikanische Künstlerin lebt und arbeitet in Brooklyn, NY. 2015 zeigte das Museum Schloß Moyland eine umfangreiche Einzelausstellung der Künstlerin. Der Katalog zur Ausstellung „The Power of Nature“ ist in der Galerie für 30 Euro erhältlich.
Am Anfang ihres Schaffensprozesses steht die Ausarbeitung einer Miniatur. Alle in diesem Mikrokosmos befindlichen Gegenstände werden von Lori Nix detailgetreu nachgebaut und arrangiert. Aus Fotografien dieser Dioramen ergeben sich im nächsten Schritt Landschaften, die von der Einflussnahme des Menschen geprägt sind oder die Natur in deren Bewältigung zeigen. In LOST verlässt Nix den von Vergänglichkeitsspuren gezeichneten Innenraum und verschiebt so den Fokus hin zur Einsamkeit des Individuums in der räumlichen Weite.
Diese Weitenwirkung erzeugt die Künstlerin über Materialität und Farbigkeit der Dioramen: stilistische Einflüsse finden sich bei der sogenannten Hudson River School und dem deutschen Romantiker Caspar David Friedrich.
Die monatelange Arbeit an der Ausarbeitung der Miniaturen steht in starkem Kontrast zum schlaglichtartigen Moment, in dem die Naturgewalt domestiziertes Land zurückerobert.  Während die Existenz des Menschen in der Serie THE CITY durch die Natur überholt wird, eröffnet LOST eine Perspektive auf die Verselbstständigung der Natur bei der Zersetzung menschlicher Kulturerzeugnisse. Dabei wecken die Arbeiten Assoziationen an die physische Ohnmacht des Menschen gegenüber der radikalen Überlegenheit von Naturgewalten, wie sie Adorno und Horkheimer in ihrer Analyse der Beziehung von Mensch und Natur beschreiben. Gerade die Kleinteiligkeit der Dioramen demonstriert das frappante Ungleichgewicht im Kräfteverhältnis der Antipoden Urzustand und Sozialisation.
In der Erkenntnis über diese beschriebene Ohnmacht der Menschen, wie sie Lori Nix darstellt, liegt ein Anreiz zur Diskussion: eben die Bewusstmachung der eigenen Unzulänglichkeit ist Keimzelle für den menschlichen Willen. Die so angeschnittenen Diskurse verhandeln Naturschutz, Gesellschaftskritik und die latente Überschätzung des menschlichen Handlungsspielraums.
 

 
 

Olaf Metzel

Olaf Metzel

Sixpack

26.02.2016 - 30.04.2016
GALERIE KLÜSER 2
Türkenstr. 23 • 80799 M
Di–Fr 14–18 • Sa 11–14

Die Galerie Klüser freut sich in ihrer kommenden Ausstellung neue Arbeiten des Künstlers Olaf Metzel zu zeigen. Die Ausstellung findet in den Räumen der Galerie Klüser 2, Türkenstrasse 23 statt.
In „SIXPACK“ werden sechs Wandskulpturen kleineren Formats präsentiert. Thematisch orientiert sich Metzel nach wie vor an aktuellen politischen Themen, kulturellen Beiträgen aus Architektur, Musik, Literatur und Kunst aber auch gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit.
Unter Verwendung digitaler Techniken werden Aluminiumplatten beidseitig bedruckt und anschließend von Hand verbogen, verformt, geknickt und gefaltet. Dieser manuelle Prozess des Verformens ist auch formal für die Skulptur entscheidend. Bei Betrachtung entsteht eine Assoziation an geknülltes Papier. Als Druckvorlagen dienen Metzel Zeitungsartikel, Bücher, Flyer oder Fotografien.
Die Ausstellung ist bis 23. April 2016 zu sehen. Der aktuelle Katalog „dermaßen regiert zu werden“ von Olaf Metzel anlässlich seiner Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg 2015 / 2016 wurde kürzlich als das schönste Kunstbuch Österreichs 2015 ausgezeichnet und ist in der Galerie erhältlich.
 

Jorinde Voigt

Jorinde Voigt

Now

19.11.2015 - 12.02.2016
Jorinde Voigt
Hauro (I), 2015
Tinte, Blattgold, Ölkreide, Pastell, Tusche, Bleistift auf Papier
(c) Jorinde Voigt/ VG-Bild

Location:
Galerie Klüser, Georgenstr. 15 und
Galerie Klüser 2, Türkenstr. 23

Die Galerie Klüser & Galerie Klüser 2 zeigen in der kommenden Ausstellung „Now“ zwei neue Serien von Jorinde Voigt. Beide behandeln das Faszinosum Fliegen, mit dem sich die Künstlerin bereits in ihren frühen Arbeiten befasst hat. Voigt richtet ihr Interesse auf Flügeldarstellungen, inspiriert von Fresken der Renaissance, byzantinischen Mosaiken aber auch zeitgenössischen Anime-Filmen wie „Hauro – Das wandelnde Schloss“. Sie befreit den Flügel vom Kontext und entwickelt ihn in seiner Erscheinung eigenständig weiter. Er wird zur Projektionsfläche für individuelle Assoziationen.

Einen thematischen Gegenpol und Sprung vom Fiktiven zum Existentiellen schafft eine Gruppe von Arbeiten, die Statements von Kosmonauten zum Inhalt hat. Diese sind während Missionen im All aufgezeichnet und in einer Publikation dokumentiert worden. Emotionale Themen wie die des Heimatgedankens, der Rückkehr beziehungsweise des Landens, und Phänomene wie die Schwerelosigkeit oder körperliche Erfahrung im Weltall werden von Voigt analysiert. Sie überprüft in diesen Arbeiten ihre Schreibweise neu. Erstmals ist der akustische Raum thematischer Schwerpunkt. Abstraktes und Konkretes werden nun nebeneinander dargestellt und behandelt.

Jorinde Voigt ist seit 2014 Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in München und lebt und arbeitet in Berlin. Die Galerie Klüser arbeitet seit sechs Jahren mit der Künstlerin zusammen. Gemeinsam sind Museumsausstellungen und Publikationen realisiert worden. Parallel zur Ausstellung in München zeigt die Kunsthalle Krems, Österreich die bisher umfassendste Werkschau Voigts. Der dazugehörige Katalog der gleichnamigen Ausstellung „Now“ ist ab Ausstellungsbeginn in Krems bei uns erhältlich.
 

Tony Cragg

Tony Cragg

New Works

25.09.2015 - 07.11.2015
Tony Cragg
Hammerhead, 2014
Cast Iron
60 x 48 x 39 cm,  Copyright V

Location:
Galerie Klüser, Georgenstr. 15 und
Galerie Klüser 2, Türkenstr. 23

Tony Craggs erste Skulpturen entstanden zu Beginn der 1970er-Jahre und waren aus einer breiten Palette von Materialien geschaffen, die nicht in den Kanon der traditionellen Werkstoffe und Gegenstände der Kunst gehörten. Diese Fundstücke wurden in einfachen Arbeitsprozessen verarbeitet, sortiert, zermahlen und gestapelt, wobei der Körper des Künstlers oft als verarbeitendes Element, als Agens einbezogen war. Cragg hatte in London studiert und interessierte sich zunächst für die Minimal und Konzept Kunst der Zeit. Die Gegenhaltung, die er aus dieser Auseinandersetzung entwickelte, führte ihn zur Herstellung geometrischer Grundformen, die er in Werkstoffen baute, welche eine exakte geometrische Form eigentlich nicht zulassen. Ihr Spektrum wurde nach dem Prinzip erweitert, dass für einen Bildhauer alle Materialien interessant sind und nichts unbedeutsam ist.
Angesichts dieses unerschöpflichen Fundus wurde Cragg klar, dass – in Analogie zur Natur – auch die Formen industriell hergestellter Dinge auf Grundformen oder Geometrien beruhen. In der Natur allerdings sind solche Grundformen – die man mit Abstraktionen gleichsetzen kann – erheblich vielseitiger und komplexer als in industriellen Herstellungssystemen, die in der Regel ökonomisch ausgerichtet sind und daher simple Formen herstellen.
Tony Cragg versteht Bildhauerei als das Aufleben von Formen, die, frei von utilitären Zwängen, aus Material entwickelt werden − in einem ständigen Prozess des Experimentierens und Entwickelns von Form und Inhalt. Er selbst hat sich wiederholt als »radikalen Materialisten« bezeichnet. Damit wird impliziert, dass alle wahrnehmbaren Erfahrungen letztlich Eigenschaften einer erhabenen Materialrealität sind, inklusive aller Emotionen, der Intelligenz und des Geistes, die als Phänomene des Materiellen verstanden werden. Ästhetik ist ein existentielles Bewertungssystem, das je nach Lebensumstand variabel ist und zu Bewertungen wie schön und hässlich, richtig und falsch, gut oder böse führt. Form und Inhalt können daher niemals als getrennte Aspekte betrachtet werden. Für Cragg ist Form immer das Resultat innerer Energien und Kräfte. In den beiden umfänglichen Werkgruppen der »Early Forms« oder »Frühformen« und der »Rational Beings«, den »Rationalen Wesen«, untersucht er auf unterschiedliche Weise die Beziehungen zwischen natürlicher und künstlicher Form, zwischen äußerer Erscheinungsform und inneren Strukturen sowie zwischen sichtbarer und nicht mehr wahrnehmbarer Materialrealität. So führt etwa ein Werk wie „Wild Relatives“, eines jener »rationalen Wesen«, deren menschliches Profil sich in eine Überlagerung zahlloser, jeweils leicht verschobener Schichten auflöst, die permanente Wandelbarkeit organischer Formen vor Augen, übersetzt in erstarrtes Material.
Der Bildhauer Tony Cragg handelt in der Überzeugung, dass alles, was wir im Kopf haben, unsere Wertvorstellungen, Ideen, Begriffe und die Sprache, unmittelbar aus unserer Materialumgebung resultiert und dass die Bildhauerei eine radikale Rolle innerhalb der Produktion eines erweiterten Formenvokabulars einnimmt.
 

Klavdij Sluban  / Victor Hugo

Klavdij Sluban / Victor Hugo

Hauteville House Guernsey

21.05.2015 - 31.07.2015
GALERIE KLÜSER
Georgenstr. 15, 80799 München

Klavdij Sluban - Fotografien
Victor Hugo - Zeichnungen

Victor Hugo
Vor genau 130 Jahren starb am 22. Mai 1885 der größte romantische Schriftsteller Victor Hugo. In Frankreich wurde er schon zu Lebzeiten als Nationalheld gefeiert. An seinem 80. Geburtstag zogen fast 600.000 Menschen an seiner Wohnung vorbei. 5 Jahre später folgte eine noch größere, unüberschaubare Menschenmenge dem Trauerzug bis zum Pantheon, wo er seine letzte Ruhestätte fand.
Sein Einsatz für die Menschenrechte (u.a. gegen die Todesstrafe) und soziale Reformen ist legendär. Noch kurz vor Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1870/71 pflanzte er visionär und hoffnungsvoll in seinem Garten die Eiche der „Vereinigten Staaten von Europa“.
Victor Hugo musste für den Kampf gegen reaktionäre Willkür über Jahrzehnte große Opfer bringen. Sein Widerstand gegen den Staatsstreich Napoleons III. zwang ihn 1851 ins Exil auf die englischen Kanalinseln Jersey und Guernsey (ab 1855), wo er im „Hauteville House“ lebte, schrieb und zeichnete. Erst 1870 konnte er nach Frankreich zurückkehren.
Weniger bekannt ist seine Begabung als innovativer Zeichner, der mit unkonventionellen Mitteln nicht nur die spätromantische Landschaftszeichnung um eine Dimension erweiterte, sondern auch mit einer Werkgruppe von Zeichnungen während seiner Exilzeit den Beginn der abstrakten Kunst einleitete.
Auf diesen kunsthistorisch bedeutenden Entwicklungsschritt machte zuletzt die Ausstellung „Turner - Hugo - Moreau – Entdeckung der Abstraktion“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt 2007 / 2008 aufmerksam. Es ist deswegen umso erstaunlicher, dass bis heute in Deutschland nur eine öffentliche grafische Sammlung (Weimar) ein Blatt von Victor Hugo besitzt. Zu unserer Ausstellung zeigen wir – ergänzend zu den Fotografien von Kavdij Sluban – 12 Zeichnungen von Victor Hugo als unverkäufliche Leihgaben aus der Sammlung Klüser, die das Spektrum seiner zeichnerischen Innovationen dokumentieren.

Klavdij Sluban
Den größten Teil des Jahres 2013 verbrachte Klavdij Sluban als „artist in residence“ in Hauteville House auf der Kanalinsel Guernsey, in dem Victor Hugo 15 Jahre im Exil lebte. Sein Ziel war es, die spezifische Atmosphäre des Hauses und der unmittelbaren Umgebung zu erfassen. Im Ergebnis erfahren das Lebensumfeld des Schriftstellers und seine immer noch spürbare Präsenz in den subtilen Fotografien Slubans eine fast zeitlose Transformation in die Gegenwart.
Klavdij Sluban arbeitet wie ein klassischer Fotograf und verzichtet bewusst auf viele gängige Parameter erfolgreicher Gegenwartsfotografie: kein überwältigendes Gesamtbild im Großformat, keine narrative Inszenierung mit spektakulärer Wirkung, kein Einsatz von Farbe als Betonung der realitätsnahen Abbildung der Gegenwart. Stattdessen konzentriert er sich auf Details, die assoziativen Freiraum lassen, vertraut auf das unendlich große Spektrum von Schwarz/weiß-Tönen ebenso wie auf die differmierte Wirkung von Licht und Schatten. So ergibt sich zusätzlich eine Nähe zu den Zeichnungen Victor Hugos, die fast ausschließlich auf Farbe verzichten, von äußerst kontrollierten Hell-Dunkel Abstufungen bestimmt sind und zu einer abstrahierenden geistigen Formulierung führen.

Die kritische wie kreative Wahrnehmung des Lesens oder Betrachtens zu aktivieren, war das Ziel von Victor Hugo. Slubans Fotografien der Ausstellung begegnen diesem Anspruch auf Augenhöhe. Alle Fotografien der Ausstellung wurden 2014/2015 im Pariser Museum „Maison Victor Hugo“ gezeigt. Wir danken dem Museum für die unterstützende wie freundliche Zusammenarbeit.
 

Jonathan Bragdon

Jonathan Bragdon

The Sky Underfoot

21.05.2015 - 13.09.2015
GALERIE KLÜSER 2
Türkenstr. 23     I  80799 München

Jonathan Bragdon
Les Dents du Midi from above Bex, 2014/15
Graphit auf Papier
28,5 x 76,5 cm
Foto: Ole Eshuis
Copyright: Jonathan Bragdon
Courtesy: Galerie Klüser

"Voglio vedere i miei montagne (Ich möchte meine Berge sehen)"

Mit diesem letzten Wunsch verabschiedete sich Giovanni Segantini, der große Maler der Alpenwelt, in einer Berghütte auf dem Engadiner Schafberg 1889 aus dem Leben.
Die Erhabenheit der Berge, deren Gipfel in früheren Zeiten nur schwer oder gar nicht zugänglich waren, und ihre gefühlte Nähe zum Himmel brachten in fast allen Kulturen und Religionen die Vorstellung „heiliger“ Berge mit sich – eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt.
Für den Dichter und ersten bedeutenden Humanisten Francesco Petrarca wurde die Besteigung des Mont Ventoux im 14. Jahrhundert zu einem spirituellen Schlüsselerlebnis. Leonardo da Vinci skizzierte Berglandschaften und Felsen, auch Dürer hielt seine Eindrücke der Reise über die Alpen fest. Nach der Aufklärung wurden die Berge im 19. Jahrhundert zum Hauptmotiv und lösen sich in der bildenden Kunst endgültig aus der Hintergrundfunktion: Caspar David Friedrich malte den Watzmann, Paul Cézanne immer wieder das Bergmassiv Saint Victoire, Ferdinand Hodler und Segantini entwickelten ihre unverwechselbare Bildsprache beim Erfassen der Schweizer Berglandschaft. Nicht zuletzt betitelte Joseph Beuys 1971 sein bedeutendes Environment im Eindhovener Museum „Voglio vedere i miei montagne“.
In diese Tradition reiht sich Jonathan Bragdon mit seinen Panoramazeichnungen der Walliser Berge ein. Immer wieder verbringt er mehrere Wochen in dem Dorf Bex oberhalb des Rhonetals, begibt sich mit Papier, Stiften und Zeichenbrett in die Landschaft, um in situ die überwältigende Naturpräsenz sublim zu erfassen. Objektive Erscheinung und deren subjektive Wahrnehmung nähern sich an, werden transparent gemacht, verdichtet und transformiert. Die räumlichen Hierarchien der Berge bleiben sichtbar, werden bei Bragdon jedoch häufig durch ein wichtiges Bewegungs- und Zeitelement ergänzt: Die oft monumentalen Wolkenformationen verändern sich ständig, erscheinen in ihrer Konsistenz immateriell und sind doch als elementare Kraft ebenso präsent wie die ewige Statik der Berge.
Dass Zeichnungen wie Gedichte sein können, belegen auch die „Consciousness Drawings“, eine Werkgruppe abstrakter Notationen, die die innere Welt des Künstlers nach außen tragen, um eine Formulierung jenseits der sprachlichen Möglichkeiten zu finden.
„Painting is silent poetry and poetry is painting with the gift of speech“, befand schon Simonides. Mit Blick auf die Zeichnungen von Jonathan Bragdon kann man dem Satz nur zustimmen.
 

Natalia Zaluska

Natalia Zaluska

Reduktion im Aufbruch

10.03.2015 - 16.05.2015
GALERIE KLÜSER 2
Türkenstr. 23, 80799 München

Natalia Załuska (*1984) ist eine polnische Malerin. Ihre Gemälde sind reduzierte, vielschichtige Gebilde. Sie sind minimalistisch ohne Minimal Art zu sein.
Die Kompositionen Załuskas bekunden eine aufwendige Auseinandersetzung mit Form und Materialität und zeugen von einem besonderem Interesse an Textur und Farbwirkung.
Sensibel werden geometrische Formen aus Karton – verschieden in Größe und Form – wie Bausteine sowohl neben als auch übereinander gesetzt und geschichtet. Die einzelnen Module lässt die Künstlerin aufeinander reagieren und miteinander in Wechselwirkung treten. Dabei werden die klaren, einfachen Strukturen, sogenannte primary structures, welche die Arbeiten dominieren, mittels Material-Experimenten aufgebrochen. Załuska collagiert, reißt, übermalt, lackiert Schicht für Schicht und komponiert das Gemälde so bis hin zur Oberfläche. Bei diesem handwerklichen Vorgehen bleiben vereinzelt mehrere Schichten sichtbar. Sie geben Einblick in die Komplexität der Arbeit und veranschaulichen ebenfalls die Dynamik, die dem Entstehungsprozess immanent ist. Schnelle Pinselstriche, glänzende Lackflächen, Farbspritzer, raue, kaputte und unfertige Kartonflächen stehen einander auf einem Bildträger spannungsvoll gegenüber.
Załuska arbeitet durchaus mit einem größeren Farbspektrum, allerdings sind die dominanten Farben der Oberfläche entweder schwarz oder weiß. Andere Töne treten nur in den Bruchstellen hervor. Durch die Konzentration auf einen Farbton verstärkt die Künstlerin nochmals die Empfindung von Vereinfachung und Reduktion.
Załuskas Interesse liegt im Umgang mit Struktur und der Auslotung ihrer Möglichkeit. Minimale Wandlungen verändern die Wahrnehmung einer gesamten Komposition. Und so variiert Załuska und lässt ihre Arbeiten zahlreiche, intendierte Entwicklungen durchlaufen. Dabei verlieren und gewinnen sie an Fläche oder Tiefe, wachsen nach Innen oder nach Außen, sind verdichtet und abstrahiert oder vereinfacht und klar. Die Wirkung ist abhängig von der Perspektive, dem Licht, der Fokussierung, wodurch Załuska innerhalb ihres Minimalismus maximale Vielschichtigkeit erreicht.

Die Ausstellung Reduktion im Aufbruch ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie Klüser 2.
 

Constantin Luser

Constantin Luser

Lineare Funktionen

12.12.2014 - 28.02.2015
In den Ausstellungsräumen der Galerie Klüser 2, Türkenstr. 23

Constantin Luser: No. 9, 2014
Messingdraht, geschwärzt / 55 x 40 x 35 cm

Constantin Luser (*1976) ist ein österreichischer Künstler, der die Zeichnung als ursprünglichstes Medium der Kunst versteht. Von ihr ausgehend entwickelt sich das Spektrum seines Werkes. Der Künstler fertigt Collagen, schafft überdimensionaleSkulpturen und beschäftigt sich mit verschiedenen Prozessen der Technik, welche wiederum in seine Kunst einfließen. Ergänzend zu den Zeichnungen und diese fortführend entstehen seit einiger Zeit auch filigrane, Objekte, die durch ihre Materialität – den Draht – wie dreidimensionale Zeichnungen anmuten.
Lusers Zeichnungen sind vielschichtige, komplexe Gebilde, die sich durch eine präzise und akribische Linienführung auszeichnen. Sie entstehen entweder mit einem oder mehreren Finelinern sowie Bleistiften gleichzeitig und breiten sich vor dem Betrachter wie Landkarten aus. Es sind persönliche Gedankenlandschaften in denen biografische Bezüge ebenso wie Reales und Surreales aufeinandertreffen. Individuelle Ideen, Charaktere, bizarre und fantastische Objekte und Orte oder Informationen, die Luser seit Jahren in Tagebüchern skizziert und festhält, dienen ihm bei der Inhaltsfindung. Das Dargestellte wird aus seinem klassischen Kontext gelöst und vom Künstler am Blatt in neue, befremdliche Verbindungen gesetzt. Dabei vermischt Luser unterschiedliche Perspektiven, verschachtelt, verblockt und vernetzt einzelne Erzählstränge. Die Betrachtung der Arbeiten gleicht einer visuellen Reise durch Neuland, bei der die Linienführung leitet.
Für seine Collagen verwendet der Künstler historisches Material und arbeitet, nach einem Zufallskauf, mit dem Lexikon „Braunen Meyer“ (Auflage: 1936 -1942). Beeindruckt von der künstlerischen Qualität der Illustrationen, befreit er sie von bestehenden Zusammenhängen und kontextuiert sie neu. Zu jedem publizierten Band (A – Soxhlet) gibt es eine Collage, die aus exakt 40 Einzelteilen besteht.
Die Collagen dienten Luser auch als Ausgangspunkt für die gezeigte Videoarbeit „Das Rote Seil“. Diese ist 2011 in Zusammenarbeit mit Stefan Arztmann entstanden. Erneut spielt die Losmachung von Bedeutung und Kontext eine zentrale Rolle. Zu klassischer Musik erlebt man die animierte Formierung und Weiterentwicklung neuer Synergien und Beziehungen zwischen Natur, Mensch und Technik. Die Fehlbarkeit unserer Spezies und Konstruktionen, heutige Möglichkeiten der Technologie und die nahezu uneingeschränkte Option zur (Halb-)Wissensbeschaffung bilden den inhaltlichen Schwerpunkt.
Die neueste Serie an Arbeiten beinhaltet feingliedrige Drahtskulpturen, die den Bilderkosmos des Künstlers im Raum fortführen. Sie werden schwebend präsentiert und sind dadurch einer ständigen Bewegung ausgesetzt. Einzelne Objekte hängen vor Spiegeln. Neben der Auseinandersetzung Lusers mit Dynamik, zeigen diese sein Interesse an der Auswirkung von Schatten und Licht sowie an der Veränderung, bedingt durch den Faktor Zeit. Demnach widmet sich der Künstler nicht nur der dritten, sondern auch der vierten Dimension und fordert den Betrachter in seinem Wahrnehmungsprozess. „Ungeachtet dessen, ob es sich um die Grenzen eines Bildträgers, einer Wand oder eines Raumes handelt, sprengen Lusers Werke jeglichen Rahmen. Sie ergehen sich im Kontinuum einer ausufernden piktoralen Informationsflut...“ (Hans Peter Wipplinger, Direktor Kunsthalle Krems, Österreich).
Die Ausstellung „Lineare Funktionen“ ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in der Galerie Klüser.

 

 
 

Jan Fabre

Jan Fabre

12.12.2014 - 14.03.2015
In den Ausstellungsräumen der Galerie Klüser, Georgenstr. 15

Jan Fabre
Brain Legs
2014
Silicone, metal, paint, wood
52 x 159 x 59 cm

Jan Fabre’s künstlerisches Werk ist gekennzeichnet durch das Streben nach dem Erhabenen und die Suche nach dem Schönen und Vollkommenen. Der menschliche Körper steht dabei im Mittelpunkt. Dem Gehirn als zentralem Organ, welches Sinneseindrücke verarbeitet und unsere Bewegungen und Handlungen steuert, wird folglich mit besonderer Aufmerksamkeit begegnet. Bereits seit mehr als 10 Jahren widmet sich Fabre intensiv der Erforschung des menschlichen Zerebrums, welches nach Ansicht des Künstlers, der geheimnisvollste Teil unseres Körpers ist.
Grundlage der Ausstellung “Do we feel with our brain and think with our heart?“ ist ein langer und intensiver Dialog mit dem Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti, dem Entdecker der Spiegelneuronen, die die Basis unseres Empathieempfindens bilden. Bis heute bleiben jedoch einige Abläufe, Funktionsweisen und Zusammenhänge des Gehirns unerforscht. Für die Wissenshaft bildet es noch immer eine partielle terra incognita. Der westliche Kulturkreis definiert unsere Persönlichkeit seit jeher über zwei, bis dato als dichotom verstandene Organe: Das Gehirn und das Herz. Gefühl, seelische Empfindung, Intuition und kreativer Prozess wurden von unserer Kultur seit jeher im Herzen vermutet und sind Dreh- und Angelpunkt vieler künstlerischer Auseinandersetzungen über die Bedeutung ganzheitlicher Wahrnehmung von Intellekt und Gefühl. Fabre widmet sich nun, in künstlerischer Herangehensweise und mit dem Fundus eines Wissenschaftlers, der Frage, ob wir mit unserem Herzen denken und mit dem Gehirn fühlen – oder umgekehrt – und nimmt sich der Aufgabe an, dieses Neuland zu erschließen.
Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind das Resultat dieses intensiven Arbeitsprozesses. Das Herzstück der Ausstellung ist ein vierzehnminütiger Film, in dem Fabre und Rizzolatti unter anderem über Selbstexperimente die Wirkungsweise und Grenzen der Neuronen ausloten. Mit den Skulpturen aus Silikon, gepaart mit verschiedenen Gegenständen,  transformiert Fabre das Objekt zum Symbol. Auch die teilweise surreal anmutenden Zeichnungen erkunden in erster Line die Zusammenhänge zwischen Gehirn, Herz und Körper. „Wo Wahrnehmung begriffen wird – sagte Joseph Beuys – da ist Wirklichkeit.“

 

 
 

Sean Scully

Sean Scully

12.09.2014 - 22.11.2014
Sean Scully
Triptych 9.1.08, 2008
Watercolor on Paper
38,2 x 56,6 cm
©Sean Scully

Die Galerie Klüser hat Sean Scully und sein Werk seit 1993 über viele Jahre begleitet: mit zahlreichen Ausstellungen, Editionen und Publikationen.
Mit der aktuellen Ausstellung in beiden Gale- rien möchten wir einen Überblick über die langjährige Verbundenheit geben. Neben zwei neuen Ölbildern und weiteren Werken auf Papier präsentieren wir eine umfangreiche Auswahl seiner gesuchten druckgrafischen und fotografischen Portfolios und Einzel- blätter.
 

Olaf Metzel

New Works

27.05.2014 - 27.07.2014
 

Lori Nix

Lori Nix

The City

20.03.2014 - 17.05.2014
Die Ausstellung findet in der Galerie Klüser2 (Türkenstraße 23) statt.

Abbildungen (Startseite: Ausschnitt):
Artist working on: Beauty Shop, 2010
Archival Pigment Print, 122 x 152 cm
© Lori Nix
 

Jorinde Voigt

Jorinde Voigt

The Day before Yesterday - The Day befor Tomorrow

08.11.2013 - 22.02.2014
Die Ausstellung findet sowohl in der Galerie Klüser (Georgenstraße 15) als auch in der Galerie Klüser 2 (Türkenstraße 23) statt.

Jorinde Voigt
Wahrnehmung von Wahrnehmung (Detail)
2013, Tinte, Blattgold, Blattsilber,
Bleistift, Pastell, Fixativ auf Papier
210 x 140 cm

Im Werk der vergangenen zwei Jahre war es neben der Musik vor allem die Literatur, welche die
Künstlerin vorrangig beschäftigte. Durch die intuitive Erfassung kognitiver Prozesse beim Lesen
komplizierter philosophischer, soziologischer oder erkenntnistheoretischer Texte entstanden
Werkreihen, die dem Betrachter eine ganz neue Sicht auf die Literatur eröffnen. Das Spontane als
Hauptmerkmal der Zeichnung wird hier zur durchdachten Dokumentation spontaner Assoziationen, eingebettet und verortet in einen neuen Kosmos von Zeit, Raum und Bewegung.
In diesem Kontext stehen im Fokus der aktuellen Ausstellung Arbeiten zum Werk „Liebe als
Passion“ des Soziologen Niklas Luhmann (1982). Die Serie umfasst bisher 26 Zeichnungen, von
denen die Galerie Klüser den ersten Teil zeigt. Die Blätter illustrieren das Buch nicht, sie basieren manchmal nur auf kleinsten Textfragmenten, die eine zentrale Stellung einnehmen, und in ihrer isolierten Form die Essenz des Themas berühren. Jorinde Voigt schafft so zeichnerisch visualisierte Denkmodelle, in denen die einzelnen Bildbereiche farbig gegeneinander abgesetzt sind. Die goldenen Flächen stellen die Höhepunkte des Prozesses dar. Je nach Lichteinfall und Betrachterstandpunkt unterliegen sie changierenden Farben und Reflexen – Materialisierung und Immaterialisierung werden in einem Punkt vereint.
 

Isca Grennfield-Sanders

Isca Grennfield-Sanders

Paintings and Works on Paper

13.09.2013 - 02.11.2013
Abbildung:
Isca Greenfield-Sanders
Bather, 2013
Mischtechnik, Aquarellfarbe, Farbstifte auf Papier
43,2 x 43,2 cm

Die Werke der amerikanischen Künstlerin Isca Greenfield-Sanders zeichnen sich durch eine komplexe Technik, atmosphärische Farbigkeit und Betonung des diffusen Lichteinfalls aus. Vorlage sind meist Fundstücke, alte Urlaubsfotos amerikanischer Familien ab den 1950er Jahren. In einem mehrstufigen Produktionsprozess werden die Fotografien gescannt, digitalisiert, vergrößert, sektioniert und übermalt. Trotz der stetig zunehmenden Verfremdung, behalten die Werke dabei einen ursprünglichen, indirekten Schnappschusscharakter bei. Die Galerie Klüser 2 zeigt in ihrer Ausstellung neue Gemälde und Aquarelle.
 

David Blitz

David Blitz

Recyle Vegas

16.08.2013 - 01.09.2013
Ausstellungsort:
Galerie Klüser 2

Galerieseite links und Reihung, Startseite (Ausschnitt)
David Blitz
Vegas 1
Siebdruck auf Leinwand
140 x 60 cm
Copyright: David Blitz
Courtesy Galerie Klüser
 

Maria Justus

Maria Justus

Red No. 29

25.07.2013 - 11.08.2013
Ausstellungsort:
Galerie Klüser 2

Galerieseite links und Reihung, Startseite (Ausschnitt)
Maria Justus
Mint - Ash Grey - Amaranth
110 x 160 cm
Inkjet Print auf dreischichtigem Transparentpapier
Unikat
Courtesy: Galerie Klüser
Copyright: Maria Justus

Die 1989 in Novosibirsk/Russland geborene und in München lebende und arbeitende Künstlerin Maria Justus leistet in ihrer Kunst einen Brückenschlag zwischen abstrakter Malerei, Collage und Installation. In der ersten Einzelausstellung der Galerie Klüser 2 präsentiert die Künstlerin unter dem Titel Red No. 29 eine Werkgruppe, die ihren künstlerischen Impetus aus der Verknüpfung von Literatur, Kunst und Alltag gewinnt und deren erkenntnistheoretische Leistung in der Übersetzungsarbeit von konkreten Begriffen und zufälligen Assoziationen in abstrakte Farbfelder resultiert.

Maria Justus zeigt in der Galerie Klüser 2 einen Werkkomplex, der aus verschiedenformatigen Collagen besteht, welche jeweils aus zwei bis drei übereinander gelagerten Schichten aus monochrom gefärbtem Transparentpapier zusammengesetzt sind und deren Überschneidungen weitere Farbfelder erzeugen. Die Farben und Formen der collagierten Flächen entstehen dabei nicht zufällig, sondern entspringen einem akribischen Übersetzungsprozess von literarischen Begriffen in farbige Bildfelder einerseits und deren spontaner Assoziation mit der Farbigkeit willkürlich gewählter Alltagsgegenstände aus dem Kontext der Populärkultur andererseits.

Ausgangspunkt von Justus’ Ausstellungskonzept bildet eine fundierte Lektüre von Johann Wolfang von Goethes Faust I (1806). Der zwanzigjährige Entstehungszeitraum dieses Hauptwerks der Literaturgeschichte überschneidet sich mit der Arbeit an seiner Farbenlehre (1810), in der Goethe gegen Issac Newtons Auffassung von Farben als Bestandteile des weißen Lichts die These vertritt, dass sich Farben aus einer Wechselwirkung von Licht und Finsternis ergeben.
Vor diesem Hintergrund untersucht Maria Justus Goethes Faust auf die implizite Farbigkeit seiner metaphorischen Begriffskontexte. Die Formgebung der Farbflächen ist dabei inspiriert von einer fundierten Auseinandersetzung mit den in Faust angeführten Handlungsorten. Hierzu hat Maria Justus die historischen Landkarten der in Faust erwähnten Städte recherchiert, nachgezeichnet und verfremdet, indem sie die Umrisse der kartographierten Städte verzerrt, ausgedehnt oder gespiegelt hat.

Maria Justus bleibt jedoch nicht stehen bei einem singulär kodierten Medientransfer zwischen Begriff und Farbe, Literatur und Kunst, sondern es geht ihr ebenso um den Einbezug der konkreten Realität. Wie auch das Lesen historischer Literatur immer nur vor der Folie der gegenwärtigen Realität des realen Lesers geschehen kann, bezieht die Künstlerin die Assoziationen ihres Alltags, speziell die der Populärkultur und der Mode, in ihre Kunst mit ein - mehr noch, sie werden zu maßgebenden Komponenten ihrer Kunstwerke: das Rot eines Chanelnagellacks bestimmt die Farbigkeit eines in ihren Collagen auftretenden Rottones ebenso wie das Bordeauxrot einer im Schaufenster ausgestellten Designerrobe. Literarische Wortfelder und alltägliche, populärkulturell kodierte Assoziationen spielen eine gleichwertige Rolle in Justus’ künstlerischem Schaffen, die sie in den Titeln ihrer Arbeiten evident macht, welche die Benennung der dargestellten Farben kombinieren mit den Farbbezeichnungen aus der Modeindustrie: Rouge Pop Art - Lemon drop – Absolutely Blue.

Maria Justus’ Ziel ist es, immer wieder neue, inspirierende Farbklänge und Formspiele zu entwickeln. Dies gelingt ihr, indem sie sich auf das Zusammenspiel verschiedenster Assoziationen einlässt, die sie in einer akribischen Übersetzungsarbeit in Kunstwerke transformiert, die sich in ihren Erscheinungsformen von Dekonstruktion, Abstraktion und Minimalismus manifestieren. Durch die Visualisierung der verschiedensten popkulturellen und literarischen Eindrücke öffnet Justus den elitären Bildraum des Kunstwerks und verwandelt es in ein egalitäres Spielbrett, auf dessen Blickfeldern und Bildflächen jeder Betrachter seine ureigensten Assoziationen projizieren kann.
 

Clemens Hollerer

Clemens Hollerer

Tightrope

23.05.2013 - 20.07.2013
Ausstellungsort:
Galerie Klüser 2

Abbildung:
Clemens Hollerer
Scatterbrain 10, 2013
Enamel on wood, steel
116,5 x 116,5 cm
 

Timothy Greenfield-Sanders

Timothy Greenfield-Sanders

About Face – Supermodels Then and Now

24.04.2013 - 20.07.2013
Galerieseite links und Startseite (Ausschnitt):
Timothy Greenfield-Sanders
Supermodel Group, 2009
Epson digital archival pigment on paper matt cotton rag
Edition: 7
76 cm x 101,6 cm
Copyright: Timothy Greenfield-Sanders
Courtesy Galerie Klüser
 

Conrad Shawcross

Conrad Shawcross

New Blind Aesthetics

08.03.2013 - 11.05.2013
Conrad Shawcross
Slow Arc Inside a Cube V, 2011
Steel mesh, mechanical system, light
90 x 90 x 180 cm
Courtesy Galerie Klüser, München

In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Klüser 2 neue Arbeiten des britischen Künstlers Conrad Shawcross. Die Skulpturen des 36-jährigen Künstlers, abstrakte Prototypen aus Holz und Metall oft mit mechanisch-kinetischen Funktionen, verbinden industrielle Ästhetik mit zeitgenössischen, epistemologischen Ansätzen, wodurch es dem Künstler gelingt, zwei grundliegende Aspekte der modernen Gesellschaft einander gegenüberzustellen: Ästhetik und Wissenschaft.

Zunächst wird der Betrachter durch den technischen Eindruck der Skulpturen zu einer Suche nach der rational-nützlichen Funktionalität der Arbeiten verleitet. Shawcross konterkariert hierbei unser vom Alltag geschultes Assoziationsverhalten, in welchem speziell technische Ästhetik mit ökonomischer Funktionalität und Effektivität, im Sinne einer Produktion von wirtschaftlichem Mehrwert, verknüpft ist. Diese Suche verläuft jedoch im Nichts; die Maschinenskulpturen erfüllen keinen produktiven Zweck. So rückt der ästhetische Eindruck, das bewegte Bild, dessen Realisierung auf technischen Bewegungslinien basiert, ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Technik tritt in den Dienst der Ästhetik, wird sogar zum Bildträger. Wissenschaftliche Erkenntnis wird als ästhetisches Potential gebraucht, quasi als darstellender Duktus.

Dennoch liegen Shawcross’ Arbeiten sehr spezifische Referenzen zugrunde. Er visualisiert neue wissenschaftliche Erkenntnisse der (Meta-)Physik und Technik; so bezog er sich in vergangenen Arbeiten beispielsweise auf die Stringtheorie oder Erkenntnisse der Harmonielehre. Der Komplexität der Theorien nähert er sich oft in direkter Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, um sie dann in seiner Kunst „abzubilden“. Hierbei passiert eine Übertragung und Übersetzung, jedoch auch eine Neudefinition des Interessenschwerpunktes. Shawcross macht sich den Luxus der künstlerischen Freiheit zu Nutze und bildet in der intelligenten Ästhetik seiner Maschinen spielerisch die abstrakte Komplexität der universellen Theorien im „Kleinen“ ab. Er bietet so dem Betrachter eine neue Wahrnehmungs- und Verständnisperspektive an und die Möglichkeit, sich über eine sinnliche Erfahrung dem Verstehen wissenschaftlicher Theorien anzunähern.

Die erste Einzelausstellung des 1977 in London geborenen Künstlers fand 2003 in London statt und wurde in die Artforum Liste der zehn besten Ausstellungen des Jahres aufgenommen. Auch seither konnte er beeindruckende Erfolge verzeichnen: So bekam er, neben weiteren Preisen, von der Unilever Kommission den „Art & Work 2008 Award“ für seine Arbeit „Space Trumpet“ verliehen und konnte von 2009 bis 2011 am „Science Museum“ in London als Künstlerresident arbeiten. Diese intensive Zeit beschloss er mit der Ausstellung „Protomodell: Five Interventions“. Des Weiteren ist seine Teilnahme an der wichtigen Ausstellung „Metamorphosis – Modern Responses to Titian“ von 2012 im Zuge des „Cultural Olympiad’s London 2012 Festival“ in der National Gallery in London hervorzuheben, in welcher er „Trophy“ präsentierte. Seine Werke befinden sich bereits heute in bedeutenden Sammlungen wie der Saatchi Collection und der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Der Künstler lebt und arbeitet in London.
Nach den Einzelausstellungen von 2004 und 2008 und der Gemeinschaftsausstellung SYSTEMA MAGICUM UNIVERSI mit Jorinde Voigt 2010 ist dies die vierte Ausstellung von Conrad Shawcross in den Räumen unserer Galerie.
 

Jan Fabre

Jan Fabre

Tribute to Hieronymus Bosch in Congo 2011-2012: One man’s death is another man’s chocolate

09.11.2012 - 26.04.2013
Gemeinschaftsausstellung der

Galerie Klüser
Georgenstraße 15
Tribute to Hieronymus Bosch in Congo 2011-2012: One man’s death is another man’s chocolate
bis Ende April 2013
und
Galerie Klüser 2
Türkenstraße 23
CHAPTERS I-XVIII (2010) bis 23.02.2013

Jan Fabre
Cross with snake, 2012
Holz, Juwelkäfer-Panzer,
präparierte Schlange
47 x 39,5 x 29,7 cm
Photo: Pat Verbruggen, © Angelos/Jan Fabre
Courtesy: Galerie Klüser, München
(Ausschnitt auf Startseite)

Jan Fabre ist ein Multitalent – als solches hat er sich nicht nur in der bildenden Kunst einen Namen gemacht, sondern auch in der Welt des Theaters, der Literatur und der Performance. Mit der Erforschung des eigenen Körpers und seiner Umwelt hinterfragt sich der Künstler beständig selber und die intensive Suche nach Antworten führt ihn durch unterschiedlichste Disziplinen und Ausdrucksformen. So hat er über die Jahre eine eigene mythische Welt erschaffen, in der er sich zudem mit der visionären Ästhetik der flämischen Meister befasst. Die Galerie Klüser, die den Künstler bereits seit 1992 exklusiv in Deutschland vertritt, freut sich nun, aktuelle Arbeiten des Belgiers in zwei umfassenden Ausstellungen zeigen zu können.

„Tribute to Hieronymus Bosch in Congo 2011-2012: One man’s death is another man’s chocolate“ ist der Titel der Präsentation in der Georgenstrasse 15. Sechs großformatige Mosaike und vier Kreuze, alle aus Käferpanzern zusammengesetzt und teilweise mit ausgestopften Tieren versehen, bilden die Grundlage für die Ausstellung, die schon durch ihren Titel in einen inhaltlichen Bezug zur belgischen Besatzungszeit im Kongo des 19. Jahrhunderts gesetzt wird. König Leopold II. von Belgien hatte sich am 23. April 1885 zum Eigentümer des Kongo deklariert - wie sich herausstellen sollte mit katastrophalen Folgen. Während seiner 23-jährigen Amtszeit halbierte sich die Bevölkerungszahl des Kongo: von anfangs 20 Millionen Einwohnern starben über 10 Millionen durch koloniale Gewaltverbrechen, Hunger, Entkräftung, durch Überarbeitung und Krankheit. Jedes der Werke Fabres erzählt einen Teil der Geschichte der sogenannten Kongogräuel, vom Erfolg und Scheitern Belgiens in seiner ehemaligen Kolonie. Damit bezieht sich Fabre nicht nur auf seine eigene Geschichte als gebürtiger Belgier, sondern spricht auch ein Thema an, das in seiner Kunst eine zentrale Rolle spielt: der Tod, symbolisiert in der Metaphorik der vier Kreuze und der ausgestopften Tiere. In den Mosaiken schafft das dichte Netz aus leuchtend blau-grünen Juwelkäferflügeln, welche die Oberfläche bilden, eine lebendige, fast überirdische visuelle Erfahrung. Der Künstler hat den Käferflügeln ihre ursprüngliche Bedeutung genommen und ihnen durch seinen Eingriff eine neue Funktion gegeben. Dieses Konzept der Metamorphose spiegelt sich auch in dem Verweis auf die erzwungenen Wandlungen, welche die Bevölkerung des Kongo durchleben musste und symbolisiert gleichsam die für Fabre so wichtige Verschmelzung von Körper und Geist, Tier und Mensch, Leben und Tod.

In den Galerieräumen der Türkenstrasse 23 zeigt die Galerie neun Arbeiten aus der Werkreihe CHAPTERS I-XVIII (2010). Es handelt sich um Selbstportraits aus Bronze, Büsten des Künstlers kombiniert mit Attributen aus der Tierwelt: vom Geweih eines Rothirsches bis zum Horn eines Watusi Bullen. Fabre sieht sich selber in diesem Kontext als austauschbar, ein Durchschnittsmensch, der in Kombination mit den Verteidigungswerkzeugen der Tiere Parallelen zwischen menschlichen und tierischen Verhaltensweisen aufzeigt. Während Fabre in seinen früheren Bronzearbeiten den Künstler als Personifikation des menschlichen Strebens nach einer idealen Gesellschaft präsentiert, dessen Versuch, die Welt und das Universum zu begreifen und über den Tod hinaus bleibende Bedeutung zu erlangen, so zeigt er in der aktuellen Ausstellung unter dem Titel „9 CHAPTERS“ verschiedene Prototypen gesellschaftlicher Charaktere. Hier findet sich das brillante Genie genauso wie der unbeholfene Dummkopf, der irre Draufgänger ebenso wie der zurückhaltende Intellektuelle. Die tierischen Attribute, die Hörner und Geweihe, unterstreichen dabei den erzeugten Ausdruck ohne jedoch eine explizite Botschaft oder Erklärung abzugeben – sie verstärken die Wut des Einen und untermalen die Sturheit des Anderen. Durch ihre Anordnung, die Aufreihung ähnlich der in einer Ruhmeshalle, werden die Figuren zu führenden Repräsentanten der Gesellschaft hochstilisiert, von denen jede – wie die einzelnen Kapitel eines Buches – ihre eigene Geschichte hat. Jedes Kapitel enthält etwas Neues und wird gleichzeitig in einen Bezug zu seinem jeweiligen Nachbarn gesetzt.

Jan Fabre wurde 1958 in Antwerpen geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet. Er studierte am Municipal Fine Arts Institute of Decoractive Arts und an der Academy of Fine Arts in Antwerpen. Fabre wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Preis der flämischen Gesellschaft der Bildenden Künste und überdies zum Großoffizier des belgischen Kronenordens ernannt. Die Galerie Klüser hat ihm zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen gewidmet. Das Werk von Jan Fabre befindet sich in international führenden (Museums-) Sammlungen wie dem Kunstmuseum Basel, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, dem Musée d’Art Moderne de Saint-Etienne, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia in Madrid, dem Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Amsterdam und dem Louvre in Paris.
 

Bernardí Roig

Bernardí Roig

Blow Up

26.10.2012 - 28.10.2012
Sonderveranstaltung: Kunstwochenende München
Interview mit Bernardí Roig über sein neues Auflagenwerk am 26. Oktober um 20 Uhr

Öffnungszeiten:
26. Oktober: 18-21 Uhr
27.-28. Oktober: 11-18 Uhr
Die Veranstaltung findet nur in der Türkenstrasse 23 statt.

Die Galerie Klüser präsentiert zum Kunstwochenende in den Räumen der Türkenstraße 23 erstmals außerhalb Spaniens die Buchedition „Blow Up“ des mallorquinischen Künstlers Bernardí Roig. Sein neuestes Auflagenwerk besteht formal aus einem Kunststoffkasten, der sich wie ein Buch aufschlagen lässt und in dessen Inneren sich 21 Druckgraphiken befinden - eine Art persönliche Dokumentation seiner Ausstellung „Blow Up“, die im Jahr 2010 anlässlich der Präsidentschaft Spaniens in der Europäischen Union im Parc Tournay-Solvay in Brüssel zu sehen war. Durch im Inneren verborgene Neonröhren sind die Grafiken im „Buch“ dramatisch ausgeleuchtet, das grelle Licht macht das Betrachten der Arbeiten möglich und unmöglich zugleich. Selbst im geschlossenen Zustand dringt es durch die roten Buchstaben des Titels auf dem Cover über die Vorderseite bis nach außen und springt dem Betrachter, ähnlich einer Reklamewerbung, förmlich ins Auge. So ist Roigs „Blow Up“ nicht als retrospektive, objektive Ausstellungsdokumentation zu sehen. Es erfolgt vielmehr eine kritische Wiederbehandlung des wohl zentralsten Themas seiner Kunst. Roigs intensive Auseinandersetzung mit dem Begriff der Wahrnehmung sowie den Grenzen von Realität und Illusion - beides wird in „Blow Up“ auf verschiedenen Ebenen evident.

Zur Behandlung dieses Themas setzt Roig einen narrativen Bezug bei der Geschichte von „Diana und Akteon“ an, die dem Künstler schon wiederholt Vorlage war. Ovid beschreibt in seinen Metamorphosen das Schicksal des jungen Jägers Akteon, der die unbekleidete Diana – die Göttin der Jagd – beim Baden beobachtet, dabei entdeckt wird, schließlich in einen Hirschen verwandelt und auf der Flucht von seinen eigenen Jagdhunden getötet wird.
In der aktuellen Arbeit ist es aber vor allem der Bezug zu Michelangelo Antonioni’s berühmten Film „Blow Up“ aus dem Jahr 1966 der evident wird.

Die Hauptperson des Films ist der Modefotograf Thomas, der von seinem Job so gelangweilt ist, dass er nebenher an einem Bildband mit Straßenfotografien arbeitet. Auf der Suche nach Motiven, macht er in einem Stadtpark Fotos von einem Liebespaar. Beim Vergrößern der Bilder entdeckt Thomas im Hintergrund undeutliche Formen, er erkennt eine Person mit Pistole in der Hand und einen Toten im Gebüsch. Noch in der Nacht geht er erneut in den Park und findet die Leiche eines Mannes. Noch während er unterwegs ist, werden die Fotos aus seinem Atelier gestohlen und der Tote ist am nächsten Morgen ebenfalls verschwunden. Realität und Illusion verschwimmen untrennbar, was Thomas’ Leben tief erschüttert und im Film durch die berühmte Szene des pantomimischen Tennisspiels untermalt wird.

Szenenwechsel: Schloss Chateau Solvay, idyllisch gelegen im Parc Tournay-Solvay, im Verwaltungsbezirks Boitsfort / Brüssel. Schauplatz von Roigs’ Ausstellung „Blow Up“ im Jahre 2010 und ein historischer Ort mit Geschichte. Teil dieser soll dem Künstler zufolge ein Butler gewesen sein - „ein unauffälliger Homosexueller, dick, blass und mit mehreren nervösen Ticks, der es liebte alles zu fotografieren, was er sah oder auch nicht sah – und etwas beobachtete, was er nicht sehen sollte. Sein gelegentlicher Liebhaber, der Bildhauer Jean Pierre K., ehemaliger Geliebter von Leidy B. und krank vor Eifersucht, war zwar nicht Zeuge des Verrats, aber er stellte ihn sich vor, was noch viel schlimmer ist. Brutal überwältigt vom Zorn, hervorgerufen durch das was er nicht sah, versetzte er seinem Liebhaber einen finalen Schlag auf den Kopf, trennte diesen vom Körper ab und setzte das Schloss in Brand.“ Der Kadaver des enthaupteten Butlers jedoch ist nie gefunden worden, so Roig. Daran anknüpfend und in Analogie zur Geschichte von Thomas dem Fotografen schreibt der Künstler der Plastik überraschende Fähigkeiten zu. Er überträgt den Skulpturen das Vermögen sich fortzubewegen, zu verschwinden, sich umzugruppieren, sich zu verändern - wie es Kadaver zu tun scheinen. Unsere empirische Sinneserfahrung und Wahrnehmung verliert so ihre Verlässlichkeit und unterliegt stattdessen der Illusion – es geht uns wie Thomas, der in den Park zurückkehrt, um zu sehen ob der Leichnam noch da ist.

Roig’s Ausstellung im Jahr 2010 war die reale und gleichzeitig phantastische Umsetzung der Geschichte des Butlers. Überall im Park fanden sich Skulpturen – wie der Butler dick und blass – an Bäumen, im Laub, am Schloss. Der Betrachter wurde zum Beobachter und somit zum stets gefährdeten Protagonisten, der Dinge sieht, die er vielleicht nicht sehen sollte.
Roig ging sogar noch einen Schritt weiter und machte sich selbst zum Beobachter, zum Fotografen, der die Situation erneut festhält und in anderen Werken weiterverarbeitet. So auch im vorliegenden Buch, in dem die Bilder der im Park installierten Skulpturen, graphisch hochwertig aufgearbeitet, als Portfolio eingelegt sind und den Betrachter erneut zum Voyeur werden lassen.

Bernardí Roig wurde 1965 in Palma de Mallorca geboren. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Official Award of the XXI Alexandria Biennale 2003. 2011 war Roig auf der Biennale di Venezia in der Gemeinschaftsausstellung „Glasstress“ vertreten, 2010 erregte seine Ausstellung „Blow Up“ im Parc Tournay-Solvay in Brüssel große öffentliche Aufmerksamkeit. 2010 zeigte das IVAM in Valencia unter dem Titel „Shadows must dance“ seine bis heute umfangreichste Ausstellung. Die Galerie Klüser vertritt den Künstler seit 2009.

Zur Arbeit:
BLOW UP (THE BOOK), 2011
Limitierte Auflage von 25 Büchern aus Aluminium Trihydrat (ATH) und Polymethacrylat (PMMA), LED
Jedes Buch enthält 21 digitale Airbrush Drucke auf GVARRO papier (250 gr.)
Auflage 25 (21+IV)
Nummeriert und signiert vom Künstler
Edition: Galerie Klüser, München
Produktion: Concord Creativ LAB, Mallorca
 

Tony Cragg

Tony Cragg

Sculptures and Drawings

19.09.2012 - 28.10.2012
at Galerie Klüser, Georgenstrasse 15,
bis 27. Oktober
and Galerie Klüser 2, Türkenstrasse 23,
bis 28. Oktober

Tony Cragg
I thought so, 2012,
Weißer Marmor, 95 x 70 x 60 cm
Photo: Michael Richter
Courtesy Galerie Klüser, München
(Ausschnitt auf Startseite)

Der britische Künstler Tony Cragg ist einer der international bedeutendsten Bildhauer seiner Generation. Von den Anfängen in den 70er Jahren, in denen aus dem Alltag stammende Fundstücke die Grundlage für Wand- oder Bodeninstallationen bildeten, bis hin zu den aktuellen großformatigen Skulpturen, ist sein Werk geprägt von der Sensibilität für das verwendete Material und einer markanten visionären Ästhetik.
Die Galerie Klüser, die Tony Cragg seit 1981 vertritt, zeigt nun bereits die 14. Einzelausstellung des Künstlers und präsentiert eine Gruppe aktueller Skulpturen sowie korrespondierend dazu Zeichnungen und Aquarelle, die seine monumentalen bildhauerischen Arbeiten als eigenständige Werkgruppe ergänzen. Die Ausstellung wird gemeinsam in den Galerieräumen der Georgenstraße 15 und der Türkenstraße 23 gezeigt.

In seinem Frühwerk arbeitet Cragg mit gefundenen Gegenständen, von industriell gefertigten Massenprodukten wie Kunststofffragmenten von Gefäßen, Kämmen, Feuerzeugen, usw. bis hin zu natürlichen Materialien wie Holz und Stein. Die Fundstücke verarbeitet er hier noch unmittelbar, um ‚mit’ statt ‚aus’ ihnen etwas zu schaffen, die kreative Leistung liegt in ihrer Neu-Kontextualisierung: „Ich habe das Gefühl dass all die Materialien und Techniken, die bisher entdeckt worden sind, ein Alphabet bilden, das sich verwenden lässt, um eine neue Sprache zu bilden, eine neue visuelle Sprache, welche man benutzen kann, um die komplexe Welt zu beschreiben.“ (Tony Cragg, Holland 1990)

Aus der frühen Phase der Analyse von Materialeigenschaften und ihren Möglichkeiten geht die spezifische Formgebung hervor, die Craggs aktuelle Skulpturen auszeichnet. An die Stelle der additiven Zusammenstellung tritt eine untrennbare Material-Form-Symbiose. Craggs Skulpturen vereinen geometrisch-mathematische Fragestellungen mit den organischen Formen der Natur. Den aktuellen Skulpturen liegen technoide und geometrische Grundformen wie Kreise und Ellipsen zugrunde, die den Durchmesser der Skulpturen stets neu bestimmen. Durch die Schichtung dieser in ihrer Größe variierenden, kreisförmigen Platten, die an den Aufbau einer menschlichen Wirbelsäule erinnern, wird die Umrisslinie in Bewegung versetzt. Es entstehen säulenartige Skulpturen, in denen sich Referenzen unter anderem auf Gegenstände sowie auf menschliche Profile abzeichnen.

Diese Dynamik, die den Skulpturen implizit innewohnt, spielt auch im zeichnerischen Werk des Künstlers eine zentrale Rolle. Zwar lassen sich einzelne Objekte erkennen, doch liegt der Schwerpunkt dieser Arbeiten nicht auf der mimetischen Abbildung des Gegenstandes, sondern auf deren Bewegungs- und Veränderungsmöglichkeiten im Kontext der Komposition. Die Zeichnung mit ihrem vibrierenden Gestus lässt so jene Dimensionen erahnen, die die Plastik verschweigt. Cragg visualisiert hier das dynamische Wechselspiel der Kräfte im Raum: von Teilchen und Welle, Partikel und Strahlung, Schwingung und Strömung sowie von dem Geschehen zwischen den Körpern im Raum, welcher erfüllt ist von unsichtbaren Kräften.

Cragg selbst bezeichnet sich gerne als „Materialisten“, der die Möglichkeiten seiner immer wieder neuen und auch in dieser Ausstellung breit repräsentierten Werkstoffe erforscht. Cragg dazu in einem Interview: „Der Versuch, die materielle Welt zu verstehen und sie als Sprache zu verwenden, ist in Wahrheit ein Zeichen für den liebevollen Respekt, den wir der Materie, in der wir leben und aus der wir geschaffen sind, entgegenbringen. Das Wort „Materie“ leitet sich aus dem Wort „mater“ [lat.“Mutter“] her (...) So beschreibt der Begriff Materialismus, dieses schmutzige kleine Wort, mit dem wir um uns werfen, in seinem Kern etwas, mit dem wir in einer sehr tiefen Beziehung stehen.“ (Tony Cragg, Holland 1990)

Tony Cragg wurde 1949 bei Liverpool in England geboren. Nach einer Ausbildung zum Labortechniker studierte er an verschiedenen Kunsthochschulen Englands, zuletzt am Royal College of Art. Seit 1977 lebt er in Wuppertal und nimmt an der Kunstakademie Düsseldorf einen Lehraufttrag wahr; 1988 wird er dort Professor, dann Prorektor und seit 2009 hält er das Amt des Rektors inne. 1988 vertitt Cragg Großbritannien an der 43. Biennale in Venedig. Er erhält im gleichen Jahr den Turner Prize und 2007 die Auszeichnung Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses. Sein Werk wurde weltweit in bedeutenden Museen ausgestellt, u.a. in der Tate Gallery (London), der Reina Sofia (Madrid), dem Centre Georges Pompidou (Paris), dem Walker Art Center (Minneapolis) oder dem Lenbachhaus (München). 2012 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
 

Alex Katz

Alex Katz

Paintings and Works on Paper

23.05.2012 - 28.07.2012
Alex Katz, Ada, 2011, Öl auf Leinwand, 167,6 x 121,9 cm, Courtesy Galerie Klüser, München

Die Doppelausstellung „Alex Katz. Paintings and Works on Paper“ in der Galerie Klüser (Georgenstraße 15) und der Galerie Klüser 2 (Türkenstraße 23) ist eine Hommage an den mittlerweile 84-jährigen Doyen der amerikanischen Malerei, der seit 1989 von unserer Galerie in Deutschland vertreten wird. Vorgestellt werden 11 großformatige Bilder (zum Teil Leihgaben aus Privatbesitz), 14 kleinere Ölbilder und eine Auswahl von Arbeiten auf Papier. Die Werke umfassen eine Zeitspanne von 1988 bis 2012.

Alex Katz ist einer der bedeutendsten gegenständlichen Maler der Gegenwart. Bereits in den 50er Jahren gehörte er zu den ersten Künstlern, die sich mit einem plakativ figurativen Stil von der gestischen Malerei des abstrakten Expressionismus distanzierten und so der Pop Art den Weg ebneten.

Im Mittelpunkt des Œuvres von Alex Katz steht von Beginn an das Porträt: flächenhaft erscheinende Figuren auf monochromem Untergrund, scheinbar dekorative Darstellungen. Doch ist jedes Bild bis ins Detail gestaltet. Die Bedeutung von Bildaufbau und Entstehungsprozess zeigt sich im Werk selbst. Die kleinen Bilder, Ölskizzen und Zeichnungen verdeutlichen den Prozess der Annäherung an ein Motiv. Oft sind es nur Nuancen, die sich von Skizze zu Skizze verändern, eine Position, eine Geste, das Licht, die Farbigkeit. Eindrucksvoll reflektieren diese Arbeiten, welche Bereiche eines Motivs den Künstler besonders beschäftigen und interessieren. Das Ergebnis dieser aufwendigen Suche zeigt sich in den großformatigen Werken, die trotz ihres perfekten und detailliert festgelegten Aufbaus einen flüchtigen Augenblick festzuhalten scheinen. Katz sagte einmal in einem Interview: “Ich versuche einen Formalismus zu betreiben, der lebendig ist.

Katz’ Arbeiten sind zeitlos, kühl und distanziert. Er legt den Schwerpunkt nicht auf eine konkrete Aussage, vielmehr beschäftigt ihn die Gestaltung der Oberfläche. Dies sei das Höchste, was ein Bild leisten könne, so der Künstler.

Seinen allgemeinen Kunstbegriff präzisierte Katz in einem Interview mit seinem Sohn Vincent: „Ich habe eine feste Vorstellung davon, wie Kunst sein sollte. Im Grunde halte ich mich selbst für einen ‚Darsteller’. Meine Gemälde stehen in einer direkten Tradition, was die technische Ausführung angeht, aber im Grunde liegt meine Stärke in der Darstellung. Ich male Bilder, die die Leute nicht vergessen können – das ist der grundlegende Gedanke – meine Darstellungen können die Leute selbst erleben – oder haben sie bereits. Man sieht darin die Welt mit anderen Augen. Ein Dichter soll die Sprache seiner Zeit neu erfinden und ich glaube, ein Maler sollte etwas von seiner eigenen Zeit sichtbar machen...“

Parallel zur Ausstellung in den Galerien Klüser und Klüser 2 widmet die Tate St. Ives Alex Katz eine große Gesamtschau. Unter dem Titel „ Alex Katz: Give Me Tomorrow“ werden vom 19. Mai bis 22. September über 30 Gemälde, Collagen und Cut-Outs gezeigt.

Alex Katz wurde am 24. Juli 1927 in New York geboren, wo er noch heute lebt und arbeitet. Seinem Werk wurden zahlreiche Einzelausstellungen gewidmet, darunter in der Albertina in Wien, in den Hamburger Deichtorhallen, in der National Portrait Gallery, London sowie im Brooklyn Museum of Art, New York und im Philadelphia Museum of Art, Philadelphia.

Überdies ist Alex Katz in zahlreichen renommierten Sammlungen vertreten, darunter die Sammlung des MoMA, des Whitney Museum of American Art, der Tate Britain sowie der National Gallery Canada und der Sammlung des Museums Brandhorst in München.
 

Bernardi Roig

Bernardi Roig

02.02.2012 - 28.04.2012
Bernardi Roig

LAS IMÁGENES SOÑADAS SE MUEREN DE FRÍO
DREAMT IMAGES DIE IN THE COLD

Vom 2. Februar bis 28. April 2012 präsentiert die Galerie Klüser 2 unter dem Titel LAS IMÁGENES SOÑADAS SE MUEREN DE FRÍO / DREAMT IMAGES DIE IN THE COLD aktuelle Arbeiten des spanischen Künstlers Bernardí Roig.

In seinen Zeichnungen, Installationen und Plastiken geht es Roig um die Diskrepanz zwischen der Abbildung und dem Wesen des Dargestellten selbst. Hierzu greift Roig auf die menschliche Figur zurück und experimentiert mit dem Möglichkeiten ihres Ausdrucks, ihrer Deformation und der Interaktion zwischen Figur und Raum.

In seiner aktuellen Werkreihe behandelt Roig die zentralen Themen der Novelle „Frost“ von Thomas Bernhard. In dieser untersucht der österreichische Zyniker die abgründige Seelenlandschaft eines todessüchtigen Künstlers.

Den narrativen Einstieg in die Ausstellung bildet eine in die Ecke gedrängte Figur. Die Hände auf den Rücken gefesselt, versucht sie, eine Glühbirne abzulecken und so die Leere des Raumes durch die aporetische Geste mit symbolischer Dynamik aufzuladen. Die Skulptur im Hauptraum begleitet ein Video, welches das stete Gefrieren und Abtauen eines Kopfes zeigt. Am Ende des Ganges, der die beiden Galerieräume miteinander verbindet, versteckt sich, mit herabgelassenen Hosen, eine weitere Figur hinter einem schwarzen Vorhang. Dieser wiederum verdeckt ein Fernsehgerät. Darauf sind Ausschnitte des Films „Der Italiener“ zu sehen, den der Autor Thomas Bernhard 1971 in Zusammenarbeit mit Ferry Radax realisierte. Der Film ist als surreal anmutendes Kondensat aus bewegten Bildern des literarischen Universums Bernhards zu verstehen, das um die Auseinandersetzung mit Isolation, Wiederholung und Exzess kreist. Roig unterlegt die ausgewählten Szenen mit Fragmenten seines Buches „Binissalem“, ein Konglomerat aus Notizbuchaufzeichnungen, formal in ein
Zwiegespräch gebannt. Er reflektiert so die Frage von Autorschaft und Übersetzbarkeit – zwischen Gedanken und Medien, und Individuen untereinander.

Die Einflüsse aus Literatur und Kino in Roigs Werk sind unverkennbar. Sie erzeugen in Wechselwirkung mit dem künstlerischen OEuvre Roigs einen Dialog, der sich im Betrachter fortsetzt. Der konkrete Raum wird zur narrativen Fläche – verwandelt durch die Interaktion zwischen der Erinnerung des Betrachters und der Suggestionskraft der Kunstwerke.

Dem gesamten Schaffen des Künstlers liegen zwei zentrale Fragestellungen zugrunde: Wie soll man mit dem Erbe des kunsthistorischen, ikonographischen Repertoires umgehen und wie kann ein Bild geschaffen werden, das nach wie vor Bestand hat, das uns auch noch in einer von Bildern überfluteten Welt an eine psychische Grenze treibt?

Ein elementares Anliegen Bernardí Roigs ist es daher, die massenmedial verursachte und virtuell verbreitete Informations- und Bilderflut kritisch zu reflektieren. Er ist auf der Suche nach einer nonverbalen, nicht kodierten Kommunikationsform. Einer Art der
Kommunikation, die auf das Unterbewusste des Betrachters rekurriert, „die Urtriebe, die im Keller des Bewusstseins wohnen“. Denn, so Roig: „Wenn Nachricht als Ausdruck der Sprache aufgefasst werden kann, so ist die Pantomime, der Ausdruck des Körpers, dessen physisches Äquivalent.“ Roig geht es um die Rehabilitierung der wahren, ekstatischen Erfahrung. Doch, um den französischen Philosophen Georges Bataille zu zitieren, ist „das Ich, das von diesen Erfahrungen redet, nicht dasselbe Ich, das diese Erfahrungen gemacht hat.“
Da die sprachliche Artikulation der profunden Erfahrung letztlich verschlossen bleibt, sucht Roig diese durch seine Kunst kommunizierbar zu machen.

Bernardí Roig wurde 1965 in Palma de Mallorca geboren. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Official Award of the XXI Alexandria Biennale 2003. 2011 war Roig auf der Biennale di Venezia in der Gemeinschaftsausstellung „Glasstress“ vertreten, 2010 erregte seine Ausstellung „Blow Up“ im Parc Tournay-Solvay in Brüssel große öffentliche Aufmerksamkeit. 2010 zeigte das IVAM in Valencia unter dem Titel „Shadows must dance“ seine bis heute umfangreichste Ausstellung. Die Galerie Klüser vertritt den Künstler seit 2009.
 

Selected Drawings

Selected Drawings

02.02.2012 - 05.04.2012
Donald Baechler, History Lesson, 2006, Mischtechnik auf Papier, 133,2 x 102 cm, Photograph: Mario Gastinger

Wir präsentieren Zeichnungen von Donald Baechler, Stephan Balkenhol, Joseph Beuys, Karl Bohrmann, James Brown, David Godbold, Alex Katz, Olaf Metzel, Jorinde Voigt.
 

Nexus

Nexus

Jorinde Voigt

21.10.2011 - 21.01.2012
Jorinde Voigt, Nexus II (BerlinIII); Horizont; Mögliche Farben des Horizonts; Position; Himmelsrichtung; Externe Zentren; Rotation; Melodie; Zäsur; Loop; Kontinentalgrenze; Airport; Zentrum; Countdown-Countup, 2011J, Tinte, Ölkreide, Bleistift auf Papier, 258 x 208 cm, Courtesy Galerie Klüser