Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Renate Bender

Türkenstr. 11 • 80333 M
Tel. +49 89 30 72 81 07 • Fax +49 89 30 72 81 09
www.galerie-bender.degaleriebender@gmx.de
Di–Fr 13–18.00 • Sa 11–15 und nach Vereinbarung
barrierefrei

 

 

Türkenstraße 11
80333 München

Laufende Ausstellungen

Carlos Cruz-Diez & Ludwig Wilding

Carlos Cruz-Diez & Ludwig Wilding

The Phenomenon of Perception

09.09.2017 - 22.12.2017
Die Galerie zeigt Arbeiten des in Paris lebenden Künstlers Carlos Cruz-Diez im Kontext mit dem Werk des 2009 verstorbenen Ludwig Wilding.
In den 1960er Jahren begann eine neue Bewegung in der zeitgenössischen Kunst. Konstruktivismus hatte die Blickachsen verschoben und bereitete den Weg für neue Betrachtungsweisen einer jungen Generation von Künstlern. In Europa wie in Amerika, vor allem Südamerika, begann man die Blickgestaltung zu hinterfragen und optische Phänomene wurden zum interessanten künstlerischen Forschungsfeld. 1965 richtete das MOMA in New York mit The Responsive Eye die erste große Ausstellung zu diesem Thema mit 99 Künstlern aus. Hier begegneten sich zum erstem Mal die Arbeiten von Carlos Cruz-Diez und Ludwig Wilding. Der Venezolaner Cruz-Diez gehörte schon damals zur Gruppe jener internationaler Künstler, die sich speziell optischen und chromatischen Phänomenen widmeten. Ebenso Ludwig Wilding, der in den 1960ern die Scheinbewegungen für sich entdeckte.

In einer Gegenüberstellung wird in der Ausstellung die Entwicklung dieser beiden künstlerischen Positionen aufgezeigt mit Werken aus den 1960er bis 2000er Jahren, im Fall von Cruz-Diez bis hin zu ganz aktuellen Arbeiten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Textbeitrag von Dr. Simone Schimpf, Leiterin des Museums für Konkrete Kunst Ingolstadt, den wir Ihnen druckfrisch im Oktober in der Galerie vorstellen.

Galerieseite und Home, Slider:
Carlos Cruz-Diez
Physichromie 300, 1967
Chromographie auf Aluminium
31 x 31 cm
©Atelier Cruz-Diez

Home, Reihung:
Ludwig Wilding
Dreifach-Überlagerung mit Löschung, 1962
Tusche mit Ziehfeder
40,5 x 33,8 x 2,5 cm

 
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Bender Schwinn PROJEKT ZWEI

Bender Schwinn PROJEKT ZWEI

07.07.2017 - 04.08.2017
Bram Braam
Angelika Huber
Marile Holzner
Anne Pfeifer
Patric Sandri
Bongshull Shin

Mit Bender Schwinn Projekt öffnete sich die Galerie Renate Bender im letzten Jahr in Richtung einer neuen Generation – von Künstlern, Kuratoren und auch Kunstliebhabern. Unter der Regie von Katharina Brauch werden junge Künstler gezeigt und gefördert, die am Anfang ihrer künstlerischen Karriere stehen.
Die programmatische Ausrichtung von Bender Schwinn Projekt ist dem Minimal, der Konkreten und der Monochromen Kunst verpflichtet, lässt aber auch Seitenblicke in andere Kunstrichtungen zu. Dank der Unterstützung von Renate Bender ist es möglich, in etablierten Galerieräumen junge Künstler zu zeigen. Aufgrund des Erfolgs von Projekt Eins 2016 haben Renate Bender und Katharina Brauch sich entschlossen, den Künstlern eine längere Ausstellungsdauer zu ermöglichen und den Platz der vierwöchigen Sommerausstellung dafür zu nutzen.
Die teilnehmenden Künstler aus Projekt Eins haben sich mittlerweile weiterentwickelt und sind vielfach durch Preise und Stipendien ausgezeichnet worden. Zwei von Ihnen, Anne Pfeifer und Bongchull Shin, sind in der diesjährigen Ausstellung erneut vertreten. Bei der Künstlerwahl für Projekt Zwei hat sich der Fokus von München auf andere Städte erweitert, und so sind auch Künstler dabei, die derzeit in Berlin, Zürich und Nürnberg leben und arbeiten. Erstmals in München gezeigt werden die Arbeiten des in Berlin lebenden Niederländers Bram Braam, der Assemblagen aus Fundstücken schafft und die Bilder und Wandobjekte von Patric Sandri aus Zürich, welche sich dem Licht, der Farbe und der Reflektion widmen. Die Skulpturen von Angelika Huber aus Nürnberg ändern selbsttätig ihr Aussehen und erzeugen Spannung durch unterschiedliche Farbkombinationen. Diesjährige Absolventen der Akademie in München sind Bongchull Shin mit seinen Objekten aus laminiertem Glas, Marile Holzner, die präzise Bildobjekte und Skulpturen aus Pappe schafft und Anne Pfeifer mit ihren kinetischen Klangskulpturen.
Spannend sind der Einsatz von ungewöhnlichen Werkstoffen und die Experimentierfreude, die einige dieser jungen Künstler auszeichnet. Aber auch die Auseinandersetzung mit formalen Fragestellungen steht hier im Mittelpunkt und mündet in einer reduzierten Formensprache.

 

 
 

FarbeLicht – LichtFarbe.

FarbeLicht – LichtFarbe.

Dem Licht auf der Spur

19.05.2017 - 01.07.2017
Hellmut Bruch
Victoria Coeln
Inge Dick
Rosa M Hessling
Siegfried Kreitner
François Morellet
Jan van Munster
Nadine Poulain
Regine Schumann
Thomas Wunsch

Jan van Munster
ratio, 2003
Rotes und transparentes Glas, Argon, Transformatoren
Foto: Ivo Wenneks

Mit zehn sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen aus dem Bereich der reduzierten, minimalistischen zeitgenössischen Kunst zeigt diese Ausstellung auf, welch breites Spektrum das Thema „Licht“ in der bildenden Kunst heute einnimmt.
Wir präsentieren in dieser Ausstellung Arbeiten, die sich, neben dem realen Einsatz einer Lichtquelle im Kontext des Kunstwerks, vor allem mit filmischen und fotografischen Medien auseinandersetzen, was zu besonders experimentellen Ansätzen führt. Aber auch spezielle Materialien und deren Funktion machen sich die Künstlerinnen und Künstler zunutze, wie z.B. fluoreszierendes Acrylglas, das ganz ohne „Strom“ zum Strahlen gelangt. Und nicht zu vergessen die Malerei, die es ohne Licht nicht gäbe.
Als „Malerin des Lichts“ zeigt uns die Kölner Künstlerin Rosa M Hessling in ihren monochrom anmutenden aber dennoch polychrom gemalten Bildern, wie sich unter dem Einfluss von Licht und der Sichtposition des Betrachters eine gemalte Farbfläche komplett verändern kann. Bei Siegfried Kreitners minimalkinetischen Skulpturen sind es hingegen die Arbeiten selbst, die durch den Einsatz von Elektromotoren in Bewegung versetzt werden. Erstaunen lässt dann der Einblick in die pulsierenden, farbigen Lichtquellen im Inneren der „atmenden Skulpturen“ des Münchner Künstlers.
Mit ganz realen Lichtquellen arbeiten auch die nächsten beiden Künstler der internationalen Künstlerriege, der 2016 verstorbene Franzose François Morellet und der Niederländer Jan van Munster. François Morellet lebte bis zu seinem Tod in Cholet in Frankreich. Seine Arbeiten bestechen durch einfache geometrische Formen: präzise Linien, gemalt, gedruckt und ergänzt durch leuchtende, kühle Neonröhren. Eine großzügige Leihgabe macht es möglich, ein Hauptwerk in der Ausstellung zu zeigen. Jan van Munster aus Oost-Souburg in den Niederlanden hat die „Energie“ als sein Hauptthema gewählt: Temperatur, Magnetismus, Radioaktivität und Elektrizität sind Ausgangspunkt für viele Werke.
Das Tageslicht hingegen genügt, um Hellmut Bruchs Arbeiten aus fluoreszierendem oder farblosem Acrylglas erstrahlen zu lassen. Im Zentrum der Ausstellung stehen Skulpturen aus farblosem transparenten Acrylglas, die sich ganz dem Wechselspiel von Material und Licht widmen. Auch Regine Schumann aus Köln verwendet seit mehr als 20 Jahren vorwiegend fluoreszierendes Acrylglas, das sie zu minimalistischen Kuben und Stelen verbaut. Unter dem Einfluss von Schwarzlicht werden diese zu leuchtenden Farbkörpern.
Vier Positionen, die das Licht mit filmischen und fotografischen Mitteln erforschen, komplettieren die Künstlerauswahl: Inge Dick aus Innerschwand am Mondsee zählt mit ihren Film- und Fotoprojekten zu den innovativsten Künstlerinnen in diesem Bereich. Mit ihrem Filmprojekt „jahres licht weiss“ lässt sie uns die Licht- und Farbveränderungen einer weißen Fläche, gefilmt über mehrere Tage hinweg, erfahren. Victoria Coeln aus Wien beschäftigt sich mit Farbe, Licht und Raum und nutzt dazu zumeist fototechnischen Mittel. Die gezeigten „Chromogramme“ sind Mehrfachbelichtungen durch manuell beschichtete RGB-Filter auf Fotopapieren. Nadine Poulain aus Berlin überzeugt durch ihre sensiblen, schwarz-weiß gehaltenen Video-und Foto-Projekte, in denen sie Phänomene der Natur hinterfragt. Der Wiesbadener Künstler Thomas Wunsch hingegen greift in seinen Fotografien nicht auf die Natur, sondern auf den urbanen Raum zurück. Allerdings verfremdet er seine Aufnahmen mit digitalen malerischen Mitteln derart, dass das ursprüngliche Foto nicht mehr nachvollziehbar ist.

Die von Renate Bender konzipierte Ausstellung ist nach einer Station im Neuen Kunstverein Aschaffenburg nun mit verändertem Raumkonzept in der Galerie in München zu sehen.

 
 

Maria Lalić – Bill Thompson

Maria Lalić – Bill Thompson

After Image

10.03.2017 - 13.05.2017
Galerieseite und Home, Reihung:
Bill Thompson
Crest, 2016
Urethan auf Polyurethan Block
85 x 89 x 18 cm

Home, Slider:
Maria Lalić
History Painting Blue, 2016
Öl auf Leinwand
120 x 120 cm

Zum ersten Mal werden Maria Lalićs acht monochrome "History Paintings" zusammen in einer Ausstellung gezeigt. Vor drei Jahren begann Lalić an dieser zweiten Gruppe von "History Paintings" zu arbeiten, deren Ausgangspunkt eine Farbtafel der Farbmanufaktur Winsor and Newton war. Alle acht Farbgruppen dieser Farbtafel werden in lasierenden Schichten von Ölfarbe chronologisch aufgetragen. Sechs der ursprünglichen "History Paintings" befinden sich in der Sammlung der Tate und sind derzeit in der Tate Modern in London ausgestellt.

Bill Thompson bearbeitet große Polyurethanblöcke mit Hilfe verschiedener Schleifmaschinen und -geräte und schlussendlich per Hand. Nach dem bildhauerischen Vorgang werden bis zu zwanzig Schichten Autolacke aufgetragen, gefolgt von einem aufwändigen Polierprozess. Das Ergebnis sind hochglänzende Wandobjekte, die ihre Umgebung spiegeln und verzerren. In seinen neuen Arbeiten verwendet er erstmals matte Lacke, die den Arbeiten einen sanften Schimmer verleihen.

 

 
 

Matt McClune, Robert Sagerman, Jeremy Thomas

Matt McClune, Robert Sagerman, Jeremy Thomas

sensualminimalphysical

13.01.2017 - 25.02.2017
 

Hellmut Bruch

Hellmut Bruch

Begegnungen zum 80sten Geburtstag

11.11.2016 - 23.12.2016
Hellmut Bruch
Von Unendlich nach Unendlich, 2016
Acrylglas fluoreszierend
21 x 29,6 x 0,3 cm

Die Galerie Renate Bender widmet dem österreichischen Künstler anlässlich seines 80sten Geburtstags eine Ausstellung, welche neben den Arbeiten aus fluoreszierendem Acrylglas auch die Grafikmappe “dreizehn + eins” umfasst, die zu diesem Anlass von der Galerie Lindner Wien editiert wurde. Langjährige WeggefährtInnen und FreundInnen haben sich mit jeweils einem Blatt beteiligt. Erstmals wird diese Mappe nun in München präsentiert.
Im Zentrum der Arbeiten Hellmut Bruchs stehen das Licht und die Proportion. Bruch fräst Kanten, Ränder und Binnenränder in farbig fluoreszierende Acrylglasplatten ein. Die so entstandenen geometrischen Formen wie Kreise oder Quadrate folgen in ihrer Anordnung und Proportion streng der Fibonacci-Folge beziehungsweise auch dem goldenen Schnitt. Dort, wo der Künstler das Material bearbeitet hat, bündelt das lichtsammelnde Acrylglas die Strahlen und lenkt sie so in klare, geometrische und leuchtende Bahnen. Die intensive Strahlkraft, die Hellmut Bruch seinen Werken verleiht, bringt die Schönheit der Geometrie und Proportion zum Vorschein und wirkt auf den Betrachter anregend und apollinisch.

Grafikmappe „dreizehn + eins“ in Kooperation mit Galerie Lindner Wien und fluoreszierende Objekte aus Acrylglas von Hellmut Bruch:
Anna-Maria Bogner • Inge Dick • Rita Ernst • Gerhard Frömel • Heinz Gappmayr • Hans Jörg Glattfelder • Eugen Gomringer • Hans Grosch • István Haász • Josef Linschinger • Reinhard Roy • Markus F. Strieder • Anna Szprynger

 

 

 
 

Ganzheit als Prinzip

Ganzheit als Prinzip

Peter Weber – Martin Willing

09.09.2016 - 29.10.2016
Schwingende Skulpturen und Faltobjekte
Die in der Ausstellung gezeigten Faltobjekte Peter Webers aus Filz, Papier und anderen Materialien sprechen das taktile Empfinden ihrer Betrachter ebenso an wie die schwingenden Metall-Skulpturen von Martin Willing.
„Über Webers Objektbilder möchte man unwillkürlich mit den Fingerspitzen streichen. Die Werke von Martin Willing müssen sogar durch einen Impuls von außen in Bewegung versetzt werden, um ihre künstlerische Intention vollständig verwirklichen zu können. Sei es durch die Hände der Betrachter, sei es durch den Wind – bisweilen genügt ein kaum spürbarer Luftzug. (…) Die Bildobjekte des einen und die Raumgebilde des anderen sind die Ergebnisse sorgfältiger Planung und Berechnung sowie deren exakter Ausführung. Zugleich sind sie von bestechender ästhetischer Qualität. In ihnen verkörpert sich nicht nur Schönheit, sondern so etwas wie die Essenz der Schönheit. Die Schönheit absoluter formaler Strukturgesetze, die Schönheit klarer Gedankenvollzüge, und, nach mancherlei Überzeugung, ein anschauliches Äquivalent dessen, was das Universum „im Innersten zusammenhält“. (Prof. Klaus Honnef)

PETER WEBER
Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren. Er lebt und arbeitet bei München.
Aus einem Stück und ohne einen Schnitt durch die Fläche gefertigt, rücken Peter Webers Arbeiten das Phänomen der Faltung in das Blickfeld ihrer Betrachter. In seinen seriellen Papierarbeiten aus rein-weißem Canson Aquarell wird die mathematische Vielfalt dieser Technik in Perfektion durchdekliniert; von starker stofflicher Präsenz sind dann die Faltarbeiten aus power-vollem Filz, welcher seit 2001 Webers dominierender Werkstoff ist. Die Bändigung der Filzbahn in die von ihm vorgegebene geometrische Konstruktion führt hier zu Arbeiten von skulpturaler Ausdrucksstärke. Neben Filz und Papier verwendet Weber auch Materialien wie Leinwand, Baumwolle, Kunststoff uns sogar Stahl.
„Das Faltmaterial wandelt sich aus der Fläche zu einem architektonischen Gebilde, um dann wieder als Relief in die Fläche zu gleiten. Es ist der Gedanke der Ganzheit, der mich fasziniert und reizt, immer wieder an die Grenzen des Machbaren zu gehen, um komplizierte Sachverhalte der Gestaltung zu lösen.“ (Peter Weber)

MARTIN WILLING
Martin Willing wurde 1958 in Bocholt geboren. Er lebt und arbeitet in Köln.
Mit seinen schwingenden Skulpturen nimmt Martin Willing eine singuläre Position in der Bildhauerei ein. Er zeigt, wie Rhythmik und Gestalt ihrer Schwingungen von ihrer Form, ihrer Masse und ihrer Orientierung zum Schwerefeld der Erde abhängen. Das Besondere dabei ist, dass er die Beweglichkeit seiner Skulpturen aus den elastischen Eigenschaften der verwendeten Metalle herausarbeitet, durch „Vorspannen gegen die Schwerkraft“. Die Spannkraft des Materials hält die dünnen, filigranen Strukturen in der vom Künstler erdachten Form und ermöglicht zugleich ihre überraschende Beweglichkeit. In Ruhe und im Gravitationsfeld der Erde verharren die Skulpturen in ihrer geometrisch-mathematischen Form. Der Betrachter selbst ist es, der diese Ordnung aufbricht; er ist aufgefordert, die Skulpturen zu berühren, in Bewegung zu bringen. Er bestimmt Intensität, Richtung und Impuls. Die Skulptur „antwortet“ darauf in jeweils eigener Art und Weise, sie schwingt in ihrer „Eigenfrequenz“, wandelt den Impuls in Rhythmus, Verlauf und Dauer einer Schwingung um.

Galerieseite und Home, Reihung (Ausschnitt):
Blick in die Ausstellung Ganzheit als Prinzip. Peter Weber und Martin Willing, Städtische galerie ada Meiningen, 2014
Foto: Martin Willing

Home, Slider (Ausschnitt): Martin Willing und Peter Weber im Atelier von Martin Willing
Foto: Julian Böing

 

 
 

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Kinder, wie die Zeit vergeht!

Zeichnungen und Grafik aus 29 Jahren Galerietätigkeit

08.07.2016 - 06.08.2016
Josef Albers · Max Bill · Rupprecht Geiger · Camille Graeser  · Rosa M Hessling · Manfred Jäger · Rex Lau · Riccardo Licata · Rakuko Naito · Joan Hernández Pijuan · Marco Stanke · Victor Vasarely · Andrea Vizzini · Peter Weber · Susan York · u.v.m.

Viele bildende Künstler pflegen neben ihrem malerischen Werk die Arbeit auf Papier, sei es nun als Zeichnung oder als Grafik. Die Präzision drucktechnischer Fähigkeiten ist für viele geradezu ein Ansporn sich an Techniken heranzuwagen, die auch neue, andere Ergebnisse in der Umsetzung liefern. Im Laufe meiner Galeriearbeit habe ich mich immer auch mit dem grafischen Werk eines Künstlers auseinandergesetzt, bietet es doch gerade für ein jüngeres Publikum eine Einstiegsmöglichkeit in das Sammeln. Es ist meist erschwinglicher als ein Werk auf Leinwand aus der
gleichen Hand und durch Editionen wird ihr Besitz einem breiteren Publikum ermöglicht und somit demokratisch.

Nach 29 Jahren Galerietätigkeit sind in dieser Ausstellung Werke früher Wegbegleiter ebenso versammelt wie Arbeiten langjähriger Programmkünstler und Neuzugänge. Sie zeichnen so die Entwicklung der Galerie Renate Bender seit ihrer Gründung im Jahr 1987 nach. Zeit also, für eine Bestandsaufnahme aus Papier.
 

Fifty Shades of Red

Fifty Shades of Red

Gruppenausstellung

13.05.2016 - 02.07.2016
Hellmut Bruch
Inge Dick
Helmut Dirnaichner
Alfonso Fratteggiani Bianchi
Rosa M Hessling
Manfred Jäger (+)
Jus Juchtmans
Bim Koehler
Maria Lalić
Matt McClune
Robert Sagerman
Regine Schumann
Lars Strandh
Jeremy Thomas
Bill Thompson
Peter Weber

„Die höchste aller Farberscheinungen...“, zu der Goethe das Rot in seinem Werk „Zur Farbenlehre“ erhob, erklärt nur zum Teil die Faszination, die von dieser Farbe ausgeht. Ein rotes Signal lässt uns aufmerken, ob nun als Warnung im Straßenverkehr oder als Zeichen der Reife in der Natur. Wertschätzung widerfährt dem, der auf einen roten Teppich gebeten oder in kostbares Purpur gekleidet wird. Ist Rot tatsächlich die älteste bekannte Farbbezeichnung? Reagiert unser Auge auf Rot ganz besonders empfindlich? Assoziiert Rot bei jedem Blut und Feuer oder Liebe, Lust und Leidenschaft? Man kann wohl vieles bejahen und doch hängt es von dem ureigenen, persönlichen Empfinden ab, wie man auf diese dominante Farbe körperlich wie auch seelisch reagiert.
Wieder einmal waren es die Pigment-gefüllten Gläschen von Kremer-Pigmente, die in ihrer unglaublichen Vielfalt an Rottönen geradezu Ehrfurcht erwecken vor dem Wunder Farbe und ihrem Umgang in der Kunst, die Pate standen für die Ausstellung „Fifty Shades of Red“. Denn nach der ersten Rot-Ausstellung im Jahr 2008, noch in den alten Galerieräumen in Schwabing, ließ Renate Bender das Thema nicht mehr los. Viele ihrer Künstlerinnen und Künstler sind wahre Pigment-Experten und erarbeiten für jedes ihrer Bilder immer wieder neue Farbverbindungen und Techniken. Oder gehen geradezu wissenschaftlich an die Frage des Ursprungs von Farbe und Pigment heran, wie beispielsweise die britische Malerin Maria Lalic ́. Für ihren Werkzyklus „History Paintings“ recherchierte sie den Ursprung der Pigmente, wann sie zum ersten Mal auftauchten und / oder zum Einsatz kamen. Daher wird ihre Arbeit „History Painting. Red“ (2016) ein Schlüsselwerk der Ausstellung sein, die mit sechzehn künstlerischen Positionen auch die bisher umfangreichste in den Galerieräumen ist.
Eine von Dr. Georg Kremer erarbeitete Zusammenstellung von Gläschen mit 50 Rot-Pigmenten wird ebenfalls in der Ausstellung präsentiert.
Die Ausstellung lädt dazu ein, einzutauchen in die Faszination der Farbe Rot, die die Galerie Renate Bender für sechs Wochen in einem wahren Sinnesrausch erstrahlen lassen wird.

 
 

Ikarus – Der Zweite Versuch

Ikarus – Der Zweite Versuch

Über den richtigen Einsatz von Wachs.

11.03.2016 - 30.04.2016
Edda Jachens
Bim Koehler
Robin Rose
Sybille Neumeyer
Timm Ulrichs
Ursula Neugebauer
Thomas Mükisch

Wenn Wachs im Spiel ist sollte man tunlichst überlegen wie nahe man der "Sonne" kommt… Ikarus war übermütig geworden und vergaß vermutlich, dass die Federn seiner Schwingen nur mit Wachs angeklebt waren. Als er dann der Sage nach in seiner Freude des Fliegens der Sonne zu nahe kam, schmolz das Wachs und er stürzte ins Meer.
Des Einen Fluch ist bei bewusstem Einsatz für den Anderen Segen. Viele Künstler arbeiten genau mit dem "Schmelzen" des Wachses. Schon in der klassischen Enkaustik wird das Pigment in das weiche Wachs eingerührt und dann, zumeist mit einem Pinsel oder einer heißen Spachtel auf Leinwand, Holz, Papier oder ein anderes Trägermaterial aufgetragen. Die Faszination des wächsernen Glanzes begeisterte Künstler über die Jahrtausende hinweg. Die Technik, benannt nach dem Griechischen "enkauston (eingebrannt)", gehörte zur Grundausbildung eines jeden Künstlers der Antike. Noch heute gibt es zahlreiche Beispiele aus ägyptischer, griechischer oder römischer Zeit, die oft farblich weitaus besser erhalten sind als die späteren Ölmalereien. Wie so vieles geriet diese aufwendige Technik, die viel handwerkliches Geschick verlangt, in Vergessenheit.

Umso interessanter ist es, dass zeitgenössische Künstler sich immer wieder mit dem Thema Wachs auseinandersetzen. Nicht immer in Form der Enkaustik, so wie sie z.B. der US-Amerikaner Robin Rose einsetzt, sondern auch in Form von isolierenden Zwischenschichten, wie Bim Koehler sie in seinen frühen Arbeiten verwendete. Edda Jachens nutzt sie als "Versiegelung" und optische Vertiefung ihrer Malerei auf Papier oder Holz. Das Erhitzen des Trägermaterials, auch schon in der Antike angewandt, nutzt der österreichische Künstler Thomas Mükisch. An warmen Sommertagen legt er Stahlplatten an die Fenster seines Ateliers und lässt diese durch die Sonne "erhitzen". Schnell reibt er in Folge dann sogenannte "Thermomelt®-Kreiden auf die warme Metallplatte und nutzt das Phänomen der durch Wärme erzeugten Farbveränderung. Ursula Neugebauer hingegen arbeitet mit transluzentem weißen Paraffin um mit unzähligen kleinen ausgegossenen Platten, an zarten Schnüren schwebend, eine Rauminstallation zu kreieren, die Assoziationen an eine bewegte Eislandschaft weckt.
Ganz anders setzen sich die Künstlerin Sybille Neumeyer sowie der Künstler Timm Ulrichs mit dem Thema Wachs auseinander, nämlich mit seinen natürlichen Erzeugerinnen, den Bienen. Während Timm Ulrichs im positiven Sinne die fleißigen Bienen im Bienenstock "nutzt" um seine Keilrähmchen von den Bienen mit ihrem sorgfältigen Wabenwerk auszubauen, thematisiert Neumeyer das seit Jahren existierende und immer schlimmer werdende globale Bienensterben. In ihrem Werk "song for the last queen“ füllt sie Honig in kleine Glasröhrchen und positioniert darin an unterschiedlichen Stellen tote Bienen. In Leuchtkästen gesetzt, berühren uns diese toten Arbeiterinnen. Von Ferne betrachtet hingegen formen sie im Auf und Ab ihrer Position im Gläschen eine Art Partitur eines imaginären Musikstücks.

Abbildungen
Galerieseite: Ursula Neugebauer, "unter dem Eis", 1991/2016, Wachs, Baumwollfaden, ca. 250 x 125 x 200 cm
Home, Reihung: Bim Koehler, "Plankonvex 47.5/4", (Detail), 2002, Pigmente, Wachs, Paraffin, Harz, auf Kreidegrund auf gewölbten Objektträger, 47,5 x 47 x 3 cm
Home, Slider: Sybille Neumeyer, "song for the last queen", 1/8 (Detail), 2013, Honig, Bienen, Glasröhrchen, Leuchtkästen, 150 x 320 cm

 

 
 

Studierende der AdBK München und Nürnberg

Studierende der AdBK München und Nürnberg

03.03.2016 - 06.03.2016
BENDER SCHWINN PROJEKT EINS
Steffen Kern (figurative Zeichnungen), Michael Mieskes (Malerei), Anne Pfeifer (Objekte), Bongschull Shin (Glasobjekte), Marco Stanke (Malerei / Objekte / Malereiobjekte), Neringa Vasiliauskaite (Glasobjekte)

Mit Bender Schwinn Projekt öffnet sich die Galerie Renate Bender in Richtung einer neuen Generation – von Künstlern, Kuratoren und auch Kunstliebhabern. Unter der Regie von Katharina Schwinn werden junge Künstler gefördert, die am Anfang ihrer künstlerischen Karriere stehen. Renate Bender begleitet ihre langjährige Mitarbeiterin Katharina Schwinn bei deren ersten eigenen Schritten als Galeristin. So eröffnet Renate Bender ihr im Rahmen des Projektes die Möglichkeit, in den Galerieräumen selbständig eine eigene Ausstellung zu konzipieren und zu zeigen. Die programmatische Ausrichtung von Bender Schwinn Projekt ist dem Minimal, der Konkreten und der Monochromen Kunst verpflichtet, lässt aber auch Seitenblicke in andere Kunstrichtungen zu.

Alle gezeigten Künstler studieren derzeit an den Akademien in München, Nürnberg oder Wien. Sie setzen sich in ihren Arbeiten mit der Kunstgeschichte auseinander, zitieren alte Techniken, spielen mit dem Licht oder experimentieren mit Klang und Bewegung. Einige von ihnen haben sehr genaue Vorstellungen, wohin ihr künstlerischer Weg geht, andere sind noch auf der Suche. Begleitet man diese jungen Künstler auf ihrem Weg, wird man sicherlich mit neuen Blickwinkeln und interessanten Begegnungen belohnt. Die Ausstellung lädt dazu ein, an diesen ersten Schritten teilzuhaben.

Öffnungszeiten
Donnerstag, 3. März - Vernissage 19-21 Uhr
Freitag, 4. März - 13-21 Uhr - Künstlergespräch um 19 Uhr
Samstag, 5. März - 13-21 Uhr - Live-Performance: Karl Maria Beneman um 19 Uhr
Sonntag, 6. März - Finissage - 13-16 Uhr

 

 
 

Inge Dick

Inge Dick

jahres licht weiss

16.01.2016 - 27.02.2016
Inge Dick
"winter licht weiss"– 2015/27 – 2015
4.1.2015 – 14:55:32-19:59:59
Fujicolor Crystal Archive auf Aluminium, Acrylglas 1/3
120 x 120 cm

Inge Dick zum 75. Geburtstag.
Vier Filme und eine Auswahl von Stills
Die Fertigstellung der vier Filme aus dem Jahreszeitenzyklus ermöglicht es uns, Ihnen jetzt die vier Filme „frühlings licht weiss“ (2014), „sommer licht weiss“ (2013), „herbst licht weiss“ (2012) und „winter licht weiss“ (2014/15) zusammen mit einer Auswahl von Stills vorzustellen. Die österreichische Künstlerin Inge Dick, deren Werk wir seit 20 Jahren begleiten, nimmt in der zeitgenössischen Fotografie wie Filmarbeit eine ausgefallene und innovative Position ein.
Zum Filmprojekt „frühlings licht weiss" ist eine Publikation mit einem Textbeitrag von Dr. Simone Schimpf erschienen, die bei der Vernissage vorgestellt wird. Auch zu den Projekten „herbst licht weiss" und „sommer licht weiss" sind Kataloge in der Galerie erhältlich.

 
 

Joan Hernández Pijuan – Jerry Zeniuk

Joan Hernández Pijuan – Jerry Zeniuk

Fundamental Painting

11.09.2015 - 19.12.2015
Blick in die Ausstellung „Fundamental Painting“
Foto: Dominik Moser

Die Galerie zeigt Arbeiten des in New York und München lebenden Malers Jerry Zeniuk im Kontext mit dem Werk des 2005 verstorbenen spanischen Malers Joan Hernández Pijuan. In der Übersichtsschau werden durchaus vergleichbare Entwicklungen im Werk beider Maler aufgezeigt. Die monochromen Farbüberlagerungen der 1970er Jahre lösen sich in den 1980ern in feine einzelne Farbelemente bei Zeniuk und florale/pflanzliche Formen bei Pijuan. In den 1990er Jahren brechen bei beiden Künstlern die Flächen vehement auf. Pijuan hält in den 2000er Jahren die Weite seiner memorisierten Landschaften in großflächigen Gemälden fest, die oft das archaische Bild eines einzelnen Baumes oder Hauses zeigen. Bei Zeniuk lösen sich die Farbflächen voneinander, werden zu einzelnen Farbkreisen oder Farbtupfern auf der meist naturbelassenen Leinwand. Vor allem seine großen Formate füllt Zeniuk in kreativer wie meditativer Weise mit seinen Farbelementen und vermag ihnen so eine beeindruckende Ausstrahlungskraft zu verleihen. Das plötzliche Ableben Pijuans läßt nur ahnen, wie sich sein Weg weitergezeichnet hätte. Es freut uns, aus fast allen Perioden Originalarbeiten beider Künstler auf Leinwand und/oder Papier zeigen zu können.

Begleitende Vorträge und Filmvorführung während der Ausstellungslaufzeit.
 

Works on & with Paper

Works on & with Paper

10.07.2015 - 14.08.2015
Helmut Dirnaichner
John Fraser
Edda Jachens
Manfred Jäger
Matt McClune
Ole Müller
Rakuko Naito
Jocelyne Santos
Bill Thompson
Reinhard Wöllmer

Papier als Träger von Pigment und Farbe, aber auch als skulpturales Gestaltungsmittel steht im Zentrum der Ausstellung "Works on & with Paper" mit zehn verschiedenen, dem reduzierten Programm der Galerie entsprechenden Positionen.

Neben Grafiken, Zeichnungen und Drucken von Edda Jachens, Manfred Jäger, Matt McClune und Bill Thompson werden auch Arbeiten gezeigt, bei denen das Papier selbst zum Werkstoff wird, wie bei Helmut Dirnaichner, John Fraser, Ole Müller, Rakuko Naito oder Reinhard Wöllmer. Die französische Künstlerin Jocelyne Santos installiert eigens für die Ausstellung eine raumspezifische Wandarbeit.

Helmut Dirnaichner zerstösst, zermahlt und zerreibt Erden, Steine und Mineralien, bis ein Granulat entsteht. Diese Mineralsubstanz wird ohne Bindemittel in Zellulose hineingeschöpft, durchdringt den so entstandenen fragilen Bildkörper und verleiht ihm abwechslungsreiche Oberflächenstrukturen. John Fraser gestaltet zarte Collagen mit Fundstücken aus Papier und Holz, bevorzugt Bestandteile von Büchern, die er während seiner Reisen sammelt. Bei Edda Jachens fragilen Arbeiten verschmelzen Papier, Farbe und Wachs zu einer Einheit und entziehen sich durch das transparent-milchig erscheinende Paraffin dem direkten Blick. Manfred Jäger (†) ließ in seinen Zeichnungen, die wir zum ersten Mal zeigen, ein dichtes Geflecht aus vielfarbigen Linien sich immer wieder überlagern, so dass ein tiefenwirksamer Bildraum entstand. Parallel dazu entwickelte er Grafiken von leuchtender Farbigkeit und hoher Druckqualität. Neben reflektierenden Metallen und Transparentpapieren experimentiert der Amerikaner Matt McClune mit verschiedenen gefundenen oder recycelten Stoffen wie Segeltuch, welche in unterschiedlicher Weise mit den darauf aufgetragenen durchscheinenden Farbschichten interagieren. Ole Müller schafft sich mit selbst konstruierten Pressen und ausgeklügelten Verleimungs- und Trocknungstechniken ein neues Rohmaterial aus Printprodukten und Farbpapieren aller Art und transformiert es durch Schleif- und Lackierprozesse zu Bildobjekten. Rakuko Naitos Schöpfungen aus feinsten Papieren - die sie rollt, faltet, zerknittert, reißt, schichtet oder leicht ansengt - erhalten ihre endgültige Form durch ihre ureigene Vorstellung und ihren Ordnungssinn und werden in neutralen weißen Boxen präsentiert. Die eigens für die Ausstellung konzipierte raumspezifische Wandinstallation von Jocelyne Santos aus bunten, lichtdurchlässigen Restauratoren-Papieren spielt mit Überlagerungen von Farbe und der Reflexion des Lichtes. Federleicht schwingen die Papiere beim Vorübergehen im Luftzug und sprechen auf vielfältige Weise die Sinne des Betrachters an. Bill Thompsons 2011 entstandenen vier Acrylarbeiten auf Papier sind jede für sich eigenständig und doch als harmonische Reihe gedacht und verkörpern eine ihm typische ästhetische Bildsprache. Reinhard Wöllmer setzt bei seinen jüngsten Arbeiten Büttenpapiere ein, die mit buchbinderischen Mitteln hintereinander geschichtet sind und so Einblicke in das Dahinter ermöglichen; je nach Menge und Richtung des Lichteinfalles entsteht ein subtiles Spiel reizvoller farbiger Reflektionen, da die Rückseiten teils mit kontrastierenden Farben hinterlegt sind.
 

Black & White II

Black & White II

07.05.2015 - 02.07.2015
Douglas Allsop
Inge Dick,
Jus Juchtmans
Marcello Morandini
Nadine Poulain
Robert Sagerman
Klaus J. Schoen
Ludwig Wilding
Susan York

In "Black & White" werden neun verschiedene, dem reduzierten Programm der Galerie entsprechende Positionen vorgestellt. Alle in der Ausstellung gezeigten Arbeiten bewegen sich zwischen den beiden Polen Schwarz und Weiß, einige der Künstler, wie Marcello Morandini, Nadine Poulain und Klaus J. Schoen sind zum ersten Mal zu Gast in der Galerie Renate Bender.

In der raumspezifischen Installation des Engländers Douglas Allsop aus Videobändern wird der Umraum reflektiert und je nach Betrachterstandpunkt werden ungeahnte Durchblicke ermöglicht. Inge Dicks große "Boston"-Polaroids zeigen für das menschliche Auge unsichtbare Farbveränderungen auf; die Österreicherin gehört damit zu den ausgefallenen Positionen in der experimentellen Fotografie. Die Leinwände des Belgiers Jus Juchtmans sind nur auf den ersten Blick monochrom, die vielen hochglänzenden Farbschichtungen lassen eine spiegelnde Oberfläche entstehen, die den Betrachter zum Teil des Bildes werden lässt. Die geometrischen Bilder und Skulpturen des italienischen Architekten, Designers und Künstlers Marcello Morandini unterliegen strenger Zweifarbigkeit, welche nicht für Vereinfachung, sondern vielmehr für klare Komplexität steht. Die schwarz-weiß reduzierte Videoarbeit "Sky Lines" der Berliner Künstlerin Nadine Poulain zeigt den Tanz von Kondensstreifen am Himmel, untermalt von einem Soundtrack, der das Gefühl einer nicht näher definierten Bedrohung weckt. Der Amerikaner Robert Sagerman schichtet mit einem Spachtelmesser tausende Farbtupfer aus eigens angerührter Ölfarbe auf die Leinwand; die Addition dieser "marks" wird dann zum Titel des – in jüngster Zeit – monochromen Bildes. Klaus J. Schoen (DE) befasst sich in seiner Malerei mit den Möglichkeiten und Problemen geometrischer Abstraktion; Komposition, Farbgebung und formale Gestaltung sind hier präzise und komplex miteinander verbunden. Ludwig Wildings (DE) "irritative Kunst" hinterfragt die Perzeptionsgewohnheiten des Betrachters; nur durch dessen Position im Raum oder Bewegung verwandelt sich das meist flache Objekt zu einem dreidimensionalen Seherlebnis. Susan Yorks (USA) silbrig schwarze Kuben entstehen aus feinstem gepressten und gebrannten Graphitstaub; schwebend an der Wand verraten sie nichts von ihrem massiven Inhalt sondern schimmern realitätsfern.
 

Kunst_Stoff

Kunst_Stoff

20.03.2015 - 30.04.2015
Hellmut Bruch
Herbert Hamak
Harald Pompl
Regine Schumann
Bill Thompson
Peter Weber

Wie vielfältig und innovativ unsere Künstlerinnen und Künstler den Werkstoff Kunststoff behandeln, zeigt die Ausstellung "KUNSTSTOFF" mit Arbeiten von Hellmut Bruch, Herbert Hamak, Harald Pompl, Regine Schumann, Bill Thompson und Peter Weber

Im Werk von Hellmut Bruch (Hall/Tirol, AT) sind Licht und Proportion zentrale Themen. Seine in Acrylglas eingefrästen geometrischen Formen wie etwa Kreis oder Quadrat folgen in ihrer Anordnung und Proportion der Fibonacci-Folge.

Herbert Hamaks (Unterfranken) Farbkörper aus Pigment und Kunstharz als Bindemittel sind wie bei der klassischen Malerei meist auf einem Bildträger wie Leinwand aufgebracht, ragen jedoch weit in den Raum hinein. In klare geometrische Formen gebracht verändert sich die halb transparente monochrome Farbmasse je nach Lichteinfall und -intensität.

In der Ausstellung werden erstmals Harald Pompls (Frankfurt a. M.) neue Objekte aus Silikon vorgestellt. Das weiche Material ermöglicht Formgebungen von außergewöhnlicher Vielfalt und Transparenz. Neben den Silikon-Objekten werden auch Arbeiten der bekannten Werkreihe aus farbigem, mit Pigmenten gefärbtem Kunstharz gezeigt.

Regine Schumann (Köln) verfolgt in ihrer künstlerischen Arbeit die chamäleonhafte Verwandlung von Raum unter dem Einfluss von Licht und Farbe. Schumann greift dabei in architektonische Gegebenheiten ein, setzt der oftmals puren Nutzarchitektur eine auratische Kunst mit einer »Tages«- und einer »Nachtseite« entgegen.

Der amerikanische Bildhauer Bill Thompson (Boston, MA, USA) fertigt aus massiven Polyurethanblöcken eindrucksvolle Wandobjekte. Seine jüngsten Arbeiten entstehen erstmals ohne vorherigen Entwurf. Der skulpturale Prozess geschieht intuitiv und spontan indem immer mehr vom Material entfernt wird. Thompson schafft auf diese Weise völlig neue Formen, die unorthodox und leicht exzentrisch wirken

Peter Webers (Maisach) komplexe Faltungen sind aus einem Stück gefertigt und entstehen ohne einen Schnitt durch die Fläche. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten bestehen aus transluzidem weißen HDPE, einem extrem flexiblen und widerstandsfähigen Kunststoff. Durch seine Transparenz scheint die ansonsten verborgene Rückseite der Faltung durch und legt so ihre komplexe Konstruktion offen.
 

Mostly Monochrome

Mostly Monochrome

22.01.2015 - 14.03.2015
Alfonso Fratteggiani Bianchi, Alexis Harding, Rosa M Hessling, Manfred Jäger, Jus Juchtmans, Bim Koehler, Matt McClune, Robert Sagerman und Lars Strandh
Wie vielfältig und spannend die Künstlerinnen und Künstler der Galerie Renate Bender die Monochrome Malerei heute interpretieren, zeigt die Ausstellung "Mostly Monochrome" mit internationaler Besetzung. Verschiedene Ansätze und Techniken in der zeitgenössischen Monochromen Malerei werden in der thematischen Gruppenausstellung vorgestellt.
Der Italiener Alfonso Fratteggiani Bianchi (Provinz Perugia, IT) reibt pures Pigment in Sandstein. Farbe in Bewegung zeigen die Bilder von Alexis Harding (London, UK). Rosa M Hessling (Köln) erzeugt changierende Farbspiele auf ihren Bildflächen. Manfred Jäger (München) schuf monochrome Gemälde aus unzähligen Farbschichtungen. Bei den spiegelnden Oberflächen von Jus Juchtmans (Antwerpen, BE) wird der Betrachter zum Teil des Bildes. Bim Koehler (Spießheim) schichtet in seinen monochromen Arbeiten unzählige unikate Farbschichten übereinander. Der gebürtige Amerikaner Matt McClune (St. Romain, FR) trägt hauchdünne oder auch opake Farbschichten auf eloxiertes Aluminium auf. Der amerikanische Maler Robert Sagerman (Jersey City, NJ, USA) schichtet mit einem Spachtelmesser tausende von Farbtupfern aus purer, eigenständig angerührter Ölfarbe auf die Leinwand. Die mit großer Präzision gearbeiteten, monochrom wirkenden Bilder des Schweden Lars Strandh (Oslo, NO) setzen sich aus vielen fein gezogenen Pinselstrichen zusammen.
 

Heavy Metal?

Heavy Metal?

14.11.2014 - 17.01.2015
In der Gruppenausstellung werden Arbeiten von Till Augustin, Ewerdt Hilgemann, Siegfried Kreitner, Maria Lalic, Horst Linn, Ben Muthofer, Heiner Thiel, Jeremy Thomas, Peter Weber und Martin Willing gezeigt.

Metall dient den ausgewählten Künstlern nicht einfach nur als Bildträger, sondern beispielsweise bei Heiner Thiel der Schaffung eines dreidimensionalen Bildraumes, der sich mit der Sichtposition des Betrachters verändert. Einige der ausgestellten Künstler wie Martin Willing oder Maria Lalic sind den physikalischen oder farbchemischen Eigenschaften von Metallen auf der Spur. Andere spielen mit der Erwartungshaltung des Betrachters angesichts einer massiven Metallskulptur, welche sich dann zum Beispiel bei Till Augustin als durchscheinender Glasblock entpuppt. Diese und viele weitere Positionen werden in der thematischen Ausstellung vorgestellt.
 

Regine Schumann

Regine Schumann

look into it

12.09.2014 - 08.11.2014
Abbildung (Startseite und Slider Ausschnitt):

Regine Schumann
"colormirror rainbow köln", 2014
Acrylglas, fluoreszierend, 160 x 150 x 20 cm
Foto: Philipp Niederlag, farbanalyse Köln

Zum Saisonstart Open Art im September können Besucher der Galerie Renate Bender in eine leuchtende Installation der Kölner Künstlerin Regine Schumann eintauchen. Ihre Arbeiten aus fluoreszierendem Acrylglas erstrahlen besonders unter dem Einfluss von Schwarzlicht und locken vor allem in den Abendstunden Nachtschwärmer an die großen Schaufenster des neuen Hauptsitzes der Galerie in der Türken- straße 11.
Ebenerdig und in direkter Nachbarschaft zu den Pinakotheken gelegen, erlauben die neuen Räumlichkeiten großzügige Präsentationsfor- men wie etwa eine eigens eingerichtete Black Box, in der bei völliger Dunkelheit die klaren Formen Schumanns ihre Strahlkraft im Schwarzlicht unter Beweis stellen.
Bei Regine Schumanns jüngsten Arbeiten „color-mirror rainbow“ changiert die zart durchscheinende Oberfläche in allen Farben des Regenbogens, spiegelt ihre Umgebung und macht sie so zum Bestandteil der Arbeit. Das Spektrum von Farbe und Licht wird hier hinter- fragt, während beim ebenfalls neu eingesetzten satinierten Acrylglas mit seiner matten Er- scheinung zutiefst malerische Qualitäten eine Rolle spielen.
 

Bim Koehler, Jeremy Thomas

Bim Koehler, Jeremy Thomas

Highly Sensuos

22.05.2014 - 19.07.2014
Abbildung (Ausstellungsseite):
Jeremy Thomas
Mini Tractor Red - 2012
Geschmiedeter Stahl,
pulverbeschichtet
85,7 x 95,3 x 58,4 cm

Abbildung (Startseite und Slider):
Bim Koehler
KE-130. 14 - 2013
Pigmente, Glanzfirnis/Kleidergrund/Holzkörper, Stahleinfassung
130 x 105 x 5 cm
 

Inge Dick

sommer licht weiss. Neue Film- und Fotoarbeiten

12.04.2014 - 10.05.2014
Die Ausstellung findet in den neuen Räumen in der Türkenstr. 11 statt.

Inge Dick wurde 1941 in Wien geboren. Sie lebt und arbeitet in Innerschwand am Mondsee, Österreich.

Mit ihren Fotoprojekten - sei es nun mit den großen Polaroid-Kameras oder mit ihrem Lichtfilm-Projekt "zinnober" aus der Ausstellung "Lichtzeiten" im Oberösterreichischen Landesmuseum (Linz, Frühjahr 2008) - gehört Inge Dick zu den ausgefallenen Positionen in der zeitgenössischen experimentellen Fotografie.
Ihre Filmprojekte "herbst licht weiss" (2012) und "sommer licht weiss" (2013), realisiert an drei bzw. vier Tagen, dokumentieren die Licht- und Farbveränderungen einer weißen Fläche, die über mehrere Stunden hinweg durchgehend gefilmt wurde. Die aus beiden Filmen entstandenen Stills werden ebenso wie der Film "sommer licht weiss" in der Galerie Renate Bender gezeigt.
Zum Filmprojekt "sommer licht weiss" ist ein Katalog mit einem Textbeitrag von Dr. Gerda Ridler erschienen, der am Samstag vorgestellt wird. Besucher erhalten den Katalog am Tag der Katalogpräsentation kostenlos.
 

Bill Thompson – Robert Sagerman

Bill Thompson – Robert Sagerman

Object Painting – Painting Object

20.03.2014 - 03.05.2014
Abbildungen:
links:
Bill Thompson, Brow, 2013
Urethan auf Polyurethan-Block, 62x76x20 cm

Startseite
Robert Sagerman, 3,393, 2013
Öl auf Leinwand, 30x30 cm

Robert Sagerman Ph.D. wurde 1966 in Bayside, NY, USA geboren. Er arbeitet in Jersey City, NY, USA.
Der amerikanische Maler verwirklicht mit seinen „Farbkörpern“ einen neuen Ansatz in der „monochromen“ Malerei. Erst bei genauerem Betrachten erkennt man die Farbtupfer aus purer, eigenständig angerührter Ölfarbe als eine Schichtung von tausenden von „marks“, die minutiös auf die Leinwand mit einem Spachtelmesser aufgetragen werden. So entsteht, Schichtung für Schichtung, ein mehr oder minder vielfarbiges Farbfeld auf der Oberfläche der Leinwand, das den Betrachter dazu einlädt, den Blick in dessen Tiefe zu versenken. Sagerman dokumentiert seine Arbeit vom ersten Schritt des Anmischens der Farben bis hin zum einzelnen Auftrag der Öltupfer.
In seinen jüngsten Arbeiten erweitert er sein Farbspektrum bis hin zu subtilen Farbverläufen oder komplett monochrom eingesetzten Farben

Bill Thompson wurde 1957 in Ipswich, MA, USA geboren. Er lebt und arbeitet in Boston, MA, USA.
Ausgangsmaterial der Wandobjekte Bill Thompsons sind massive Polyurethan-Blöcke. Aus diesem Kunststoff, welcher auch in der Industrie vielfältige Verwendung findet, schafft der Bostoner Künstler mit bildhauerischen Mitteln selbstreferentielle Formen. Im Schleifprozess entstehen amorphe, teils organisch anmutende Arbeiten, welche anschließend mit zahlreichen Schichten hochglänzenden Lacks überzogen werden.
In seinen jüngsten Arbeiten wird die früher sanft geschwungenen Vorderseite durch einen scharfen Grat durch die Mitte akzentuiert. Erstmalig sind auch Eck-Objekte entstanden, welche eine neue Verortung der Skulptur im Raum erlauben (siehe „Crop“, 2013).
 

Rosa H. Hessling – Alexis Harding

Rosa H. Hessling – Alexis Harding

Colour Move!

23.01.2014 - 01.03.2014
Abbildungen:

Startseite und Slider (Ausschnitt):
Alexis Harding
Burial at Sea, 2009
Öl, Lack auf MDF, 62x62 cm

links:
Rosa M Hessling
MOLORI XV, 2013
Pigment, Lack auf Spiegel, Ø 15 cm

"Colour: Move!": eine spannende Gegenüberstellung der Arbeiten von Rosa M Hessling und Alexis Harding.
Die (Wahl-) Kölnerin Rosa M Hessling zählt schon lange zu den Künstlern der Galerie Renate Bender, sie beschäftigt sich mit dem Phänomen der Wahrnehmung von Farbe unter dem Einfluss von Licht und der Sicht-Position des Betrachters. Bei den Arbeiten des Londoner Malers Alexis Harding, welche erstmalig in München präsentiert werden, gerät hingegen die Farbe selbst in Bewegung: durch Gravitation, farb-chemische Reaktionen, aber auch durch den Eingriff des Künstlers selbst.

Rosa M Hessling wurde 1954 in Zell/Mosel geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln.
Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Phänomen der Wahrnehmung von Farbe unter dem Einfluss von Licht und der Sicht-Position des Betrachters. Durch den Einsatz spezieller Pigmente in Verbindung mit Lacken gelingt es ihr farbintensive Malflächen zu erzeugen, die sich jedwedem Erfahrungswert verweigern. Vor diesen Bildern ist keine Statik angesagt, sondern Bewegung. Der Betrachter erfährt diese Metamorphosen der Bilder nur, wenn er sich auf die subtilen, meist metallisch schimmernden Oberflächen einlässt. Dann plötzlich bemerkt er die Farbveränderungen bis hin zum gänzlichen Wandel der Grundfarbe des Bildes von Rot zu Grün, von Weiß zu Schwarz usw.

Alexis Harding wurde 1973 in London, England geboren, wo er lebt und arbeitet.
Unter Verwendung exzentrischer Hilfsmittel wird haushaltsgebräuchliche Lackfarbe über eine monochrome Ölmalerei gegossen. Während des langen Trocknungsprozesses, der Monate dauern kann, verändert sich die Oberfläche und wird zusätzlich noch manipuliert. Es wirken Gravitation, extreme Kräfte und farbchemische Reaktionen, aber auch der Eingriff des Künstlers selbst bei dem Bestreben die Arbeiten aufzureißen, ja zu brechen, um so die Möglichkeiten abstrakter Malerei wiederzubeleben.
 

Till Augustin – Alfred Haberpointner

Till Augustin – Alfred Haberpointner

Cuts. Skulpturen und Wandobjekte

08.11.2013 - 18.01.2014
Abbildung:
Alfred Haberpointner
W-UIDA – 2013
Fichtenholz, Beize
170 x 123 cm

Vom 7. November 2013 bis zum 18. Januar 2014 widmet sich die neue Ausstellung in der Galerie Renate Bender mit Arbeiten von Till Augustin und Alfred Haberpointner der Skulptur und dem Wandobjekt. Der Titel der Ausstellung - "Cuts" - ist programmatisch für die Arbeitsweise der beiden Bildhauer. Till Augustin bearbeitet u.a. massive Glasblöcke mit bildhauerischen Mitteln. Alfred Haberpointner hingegen verwendet zentimeterdicke Holzplatten für seine gehackten Tafelbilder. In der Gegenüberstellung beider Positionen spiegelt sich die Vielfalt einer zeitgenössischen Bildhauerei wider, die trotz klassischem Umgang mit dem Material - Hacken, Sägen, Schleifen – zu ganz unterschiedlicher Formensprache gelangt.


Till Augustin wurde 1951 nahe Starnberg in Bayern geboren. Er lebt und arbeitet in Nürnberg.
Till Augustin fertigt aus dicken Glasplatten Verbundglasblöcke in unterschiedlichsten Größen. Diese massiven Glasblöcke bearbeitet er nicht nur mit Schleifgeräten, Hammer und Meißel, sondern vor allem auch mit dem Pressluftmeißel. Die Addition der durchsichtigen Scheiben und der Lichteinfall suggerieren den anziehenden Grünton tropischer Gewässer. Bei anderen Werkreihen wiederum werden in weiteren Bearbeitungsschritten Stahlstaub und Eisenoxyde in die Oberfläche eingelagert, so dass der Betrachter eine schwere, massige Stahlarbeit assoziiert, die dann letztendlich durch „Ein- und Durchblicke“ ihre Zerbrechlichkeit offenbart.
In seinem jüngst wieder aufgenommenen Werkzyklus "Der Gordische Knoten" schafft er neue Stahlseil-Plastiken von imposanter Konzentration.

Alfred Haberpointner wurde 1966 in Salzburg, Österreich geboren. Er lebt und arbeitet in Leonding, Österreich.

Holz ist für Alfred Haberpointner ein zentrales Gestaltungsmaterial. Er zerhackt, schneidet, brennt Spuren in seine Oberfläche hinein, fächert sie auf oder sägt Spalten, färbt die fertige Arbeit mit Beize. Neben den bekannten Bodenplastiken und seinem Werkzyklus „Köpfe“ setzt er vor allem in jüngster Zeit vorwiegend massive Holzplatten ein, die er ebenso gestalterisch behandelt. Es entstehen Tafelbilder, die Fläche öffnet sich, um das Spiel des Lichts und der Farbe zuzulassen. Inhaltliche Assoziationen bleiben dem Betrachter überlassen.
 

Lapislazuli & Purpur. How Color Came to Us

Lapislazuli & Purpur. How Color Came to Us

12.09.2013 - 26.10.2013
Dr. Kremer zeigt Farbe in der Galerie Renate Bender im Diskurs
mit fünf zeitgenössischen Künstlern:
Alfonso Fratteggiani Bianchi
Bim Koehler
Maria Lalić
Matt McClune
Jerry Zeniuk

Lapislazuli und Purpur sind nur zwei der bekanntesten – und wertvollsten – Pigmente, welche neben anderen historischen und modernen Pigmenten von der Kremer Pigmente GmbH & Co. KG hergestellt werden. Wir zeigen zum Saisonstart Open Art in Zusammenarbeit mit Kremer Pigmente wie und woraus Farbe entsteht und welch vielfältige Verwendung das Pigment heute in der internationalen zeitgenössischen Kunst findet.
Maria Lalić erforscht in ihrem konzeptuellen Werkzyklus „History Paintings“ seine Herkunft und Historie. Bim Koehler benutzt es zur Herstellung völlig individueller Farben für jede einzelne Bahn seiner „Streifenbilder“. Alfonso Fratteggiani Bianchi reibt das Pigment pur in den Sandstein; Jerry Zeniuk benutzt es vorwiegend für seine zarten Aquarellfarben oder mischt es mit Öl für seine Leinwandbilder; Matt McClune hingegen verwendet Acrylbindemittel und trägt die Farbe dann in transparenten Schichten auf eloxiertes Aluminium oder auch andere Träger wie Kunststofffolien auf.

Vorführungen der Verarbeitung von Pigment zur Farbe mit Herrn Dr. Kremer oder Matt McClune:
Samstag, 14.9.: 12 Uhr, 14.15 Uhr und 16 Uhr
Sonntag, 15.9.: 12 Uhr und 14.15 Uhr
 

Nick Terry und Matt McClune

Nick Terry und Matt McClune

Die Transparenz der Farbe

05.07.2013 - 03.08.2013
Die Transparenz der Farbe ist diesen beiden amerikanischen Künstlern ein besonderes Anliegen.
Den "watercolors" von Nick Terry, die in ihrer intensiven Farbstrahlkraft weit über die üblichen Vorstellungen einer Aquarellarbeit hinausgehen, werden neue Arbeiten von Matt McClune gegenüber gestellt: hauchdünne Farbschichtungen auf überlagertem Transparentpapier oder Kunststofffolie, die zum Teil sogar völlig frei von einem Träger gehängt werden.

Abbildungen:
Galerieseite:
Matt McClune
Hung Painting (Yellow, Blue) - 2013
Kremer Pigmente und Acrylfarbe auf transparenten Kunststofffolien, Clips
ca. 90 x 70 cm

Startseite:
Nick Terry
Untitled - 12/2012
Aquarellfarbe auf Papier, 75,4 x 49,3 cm
 

Douglas Allsop und Peter Weber

Douglas Allsop und Peter Weber

Black and White

11.05.2013 - 29.06.2013
Unter dem Titel „Black & White“ werden den perfekten, hochglänzend schwarzen Wandarbeiten von Douglas Allsop weiße Faltungen von Peter Weber gegenübergestellt. Geometrie und klare Ordnungssysteme sind die Basis beider Positionen. Die weißen Faltungen aus Filz und Papier mit ihrer starken stofflichen Präsenz bilden den Gegenpart zu den reflektierenden, den Raum aufgreifenden Arbeiten von Douglas Allsop.

Douglas Allsop, geboren 1943 in London, lebt und arbeitet in London
Minimal und Concept Art – beide Richtungen verweisen auf das Werk von Douglas Allsop. Einfachheit und Ordnung, unpersönlich und doch emotional, Schwarz und Weiß, reflektierte Farbe und Abwesenheit einer persönlichen Handschrift sind seine schöpferischen Voraussetzungen. Ebenso der Raum und die Menschen, die sich darin bewegen und vor den hochglänzenden Arbeiten Teil derselben werden.
Allsops spiegelnde schwarze Oberflächen setzen sich klar vor dem weißen Hintergrund ab und eröffnen durch Reflexion ihrer Umgebung Ein- und Ausblicke in scheinbar neue Räume. Variabel und lebendig werden seine Bildobjekte, die er aus industriellen Materialien wie etwa Acrylglas fertigt, durch die Bewegung des Betrachters, welcher so selbst zum wichtigen Bestandteil der Arbeiten wird. Durch ihre Raumbezüglichkeit und -wirkung weisen die strengen geometrischen Grundformen, Rasterstrukturen und Ordnungssysteme über ihre Materialität hinaus auf die subjektive Natur des Sehens hin. Ambivalent und an den Grenzen der Medien angesiedelt, entziehen sich die Arbeiten Douglas Allsops der Zuschreibung zu einer bestimmten Kategorie.

Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren, er lebt und arbeitet bei München.
Die Op Art, der imaginäre Raum, bestimmen Peter Webers frühe Jahre als Maler, aber schon bald fasziniert ihn das Phänomen der Faltung an sich und die mathematische Vielfalt dieser Technik. Mitte der 1970er Jahre entstehen die ersten Faltarbeiten, welche dann seit Anfang der 1990er Jahre vollends seine künstlerische Arbeit bestimmen. Auf Faltungen aus Papier und Leinwand folgen bald auch ungewöhnliche Materialien wie Kunststoffe oder gar Stahl.
Peter Webers Arbeiten tragen - mal streng, mal spielerisch - in sich immer eine Herausforderung an das kombinatorische Denken des Betrachters, sind sie doch aus nur einem Stück gefertigt und kommen ohne einen einzigen Schnitt durch die Fläche aus.
Seit 2001 ist der “power-volle” Filz zum dominierenden Werkstoff geworden, ein organisches Material voller Widerstand und Schwere. Die Bändigung der Filzbahn in die von ihm vorgegebene geometrische Konstruktion führt hier zu Arbeiten von skulpturaler Ausdrucksstärke.
In der Ausstellung bilden die weißen Faltungen aus Filz und Papier mit ihrer starken sfofflichen Präsenz den Gegenpart zu den reflektierenden, den Raum aufgreifenden Arbeiten von Douglas Allsop.

Abbildungen
Startseite, Reihung (Ausschnitt) und Galerieseite oben:
Peter Weber
Quadrat+Rechteck FW6 - 2013
Filz weiß gefaltet
Format 55 x 55 cm

Startseite, Slider:
Douglas Allsop
Reflective Editor, 4 Diptychs 2011 - 12
Cast acrylic Sheet, hardened steel pin, polyester tube
Edition of 3*
each 75 x 30 x 0,3 cm
 

Inge Dick und Hellmut Bruch

Inge Dick und Hellmut Bruch

„Wie sehe ich das Licht?“ - „How do I see the light?“

14.03.2013 - 04.05.2013
Startseite, Slider (Ausschnitt) und Galerieseite:
Inge Dick
herbst licht weiß, 2012/19
90 x 147,5 cm - 16:20:45 - 08:25:00

Startseite, Reihung (Ausschnitt):
Hellmut Bruch
„hexagonale progression“, 2010
Farbloses Acrylgas, 123 x 29 x 24,5 cm 

Inge Dick, geboren 1941 in Wien, lebt und arbeitet in Loibichl am Mondsee, Oberösterreich.
Mit ihren Fotoprojekten – sei es nun mit den großen Polaroid-Kameras oder mit ihren Filmprojekten „zinnober“ (2007) und „blau, unendlich“ (2010) gehört Inge Dick zu den ausgefallenen Positionen in der zeitgenössischen, experimentellen Fotografie und Filmarbeit.
Ihr jüngstes Projekt „herbst licht weiß“, realisiert an drei Tagen (28.8., 24.9., 25.9.2012), dokumentiert die Licht- und Farbveränderungen einer weißen Fläche, die über insgesamt ca. 55 Stunden gefilmt wurde. Die aus dem Film entstandenen Stills werden erstmals im Frühjahr 2013 in der Galerie Renate Bender gezeigt.

Hellmut Bruch, geboren 1936 in Hall/Tirol, lebt und arbeitet in Hall/Tirol.
Seit den frühen künstlerischen Anfängen beschäftigt sich Hellmut Bruch mit der „Offenen Form“, die er im Besonderen mit der Fibonacci-Folge darstellt. Seine hauptsächlichen Werkstoffe - Edelstahl und Acrylglas - entziehen sich durch das Licht ihrer unmittelbaren Präsenz. Durch ihren schimmernden Glanz oder zarte Durchsichtigkeit lassen die Plastiken das Licht zum Hauptmentor ihres Seins werden.
„Mit dem Einfachsten Wesentliches ausdrücken“ gehört zum Kanon des künstlerischen Schaffens von Hellmut Bruch.
 

Papierwelten II

Papierwelten II

World of Paper II

10.01.2013 - 02.03.2013
John Fraser
Composition with Burgundy Vertical
2001, 33 x 33 x 5 cm

Das Thema Papier als Werkstoff gehört seit vielen Jahren zum Programmspektrum der Galerie und die erste Ausstellung im neuen Jahr widmet sich dieser Thematik. Neben den Galerie-eigenen Künstlern werden mit Jo Enzweiler und Oskar Holweck zwei weitere anerkannte Positionen der
Auseinandersetzung mit Papier inkludiert:

Jo Enzweiler - D
John Fraser - USA
Oskar Holweck (+) - D
Ole Müller- D
Rakuko Naito - JP/USA
Reinhard Wöllmer - D
 

Regine Schumann und Alberto Frei

Regine Schumann und Alberto Frei

im fluss

08.11.2012 - 22.12.2012
Regine Schumann
swings, 2012, Acrylglas fluoreszierend
170 x 118 x 10 cm, Foto: e.weible, köln

Regine Schumann, geboren 1961 in Goslar, lebt und arbeitet in Köln und Alberto Frei, geboren 1963 in Meran, Italien, lebt und arbeitet in Köln.
Regine Schumann arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit fluoreszierenden Materialien. Die klaren Formen ihrer Werke, die sich unter Schwarzlicht zu stark leuchtenden Lichtkörpern wandeln, intensivieren die Strahlkraft der Farben. Sie verfolgt in ihrer künstlerischen Arbeit die chamäleonhafte Verwandlung von Raum unter dem Einfluss von Licht und Farbe. Sie greift dabei in architektonische Gegebenheiten ein, setzt der oftmals puren Nutzarchitektur eine auratische Kunst mit einer »Tages«- und einer »Nachtseite« entgegen.
Seit 2011 kooperiert Regine Schumann mit dem Kölner Fotografen Alberto Frei. Eine gemeinsame Installation im Sommer 2011 in Santa Fe, NM brachte die beiden nach Marfa, Texas und weiter nach Santa Fe. Die auf dieser Reise entstandenen Fotografien der texanisch/mexikanischen Landschaft von Alberto Frei und neue, für die Ausstellungsräume der Galerie konzipierte Arbeiten von Regine Schumann aus fluoreszierendem und nachleuchtendem Plexiglas sind Inhalt der Ausstellung „im fluss“.
 

Faltwelten It’s all in the fold

Faltwelten It’s all in the fold

Hermann Glöckner, Ewerdt Hilgemann, Horst Linn, Ben Muthofer, Jeremy Thomas, Timm Ulrichs, Peter Weber

14.09.2012 - 25.10.2012
Peter Weber
Streifendurchdringung II FOR6
2012, 94 x 94 cm

Zwischenzeitlich ist es zur Tradition in der Galerie Renate Bender geworden, anlässlich der OPEN ART MÜNCHEN thematische Ausstellungen zu konzipieren.

In diesem Jahr wird sich die Ausstellung mit dem komplexen Thema der Faltung in der Bildenden Kunst auseinandersetzen und die Galeristin Renate Bender hat Peter Weber gebeten, dies in einer Ausstellung zu dokumentieren.

Peter Weber beschäftigt sich im Rahmen seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit seit mehr als 20 Jahren mit der Faltung und hat zur diesjährigen Ausstellung "Faltwelten" Künstlerkollegen zur Teilnahme eingeladen. Hierbei richtet sich das Augenmerk auf Künstler, die sich in ihrem künstlerischen Schaffensprozess entweder ausschließlich oder im Rahmen eines spezifischen Werkzyklus mit der Faltung auseinandergesetzt haben oder hatten. Bedingt durch die Größe der Galerieräume konnten sieben künstlerische Positionen berücksichtigt werden:

Hermann Glöckner, Dresden (+) - D
Ewerdt Hilgemann, Amsterdam - NL
Horst Linn, Dortmund - D
Ben Muthofer, Ingolstadt - D
Jeremy Thomas, Santa Fe (NM) - USA
Timm Ulrichs, Hannover - D
Peter Weber, München - D

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen folgender Autoren:

Gerda Ridler, Freie Kuratorin und Autorin, München
Dr. Tobias Hoffmann, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
Markus Zehenbauer, Freier Autor, München
 

Susan York – Alfonso Fratteggiani-Bianchi

Susan York – Alfonso Fratteggiani-Bianchi

„Pure“

28.06.2012 - 04.08.2012
Liebe Freunde der Galerie,

es freut mich, Sie zu unserer dritten Ausstellung im Rahmen der neuen Ausstellungsreihe in die Galerie einladen zu dürfen. Mit Susan York und Alfonso Fratteggiani Bianchi treten zwei Künstler in den Dialog, die beim Umgang mit den verwendeten Materialien zur Erstellung ihrer Werke einen absolut minimalistischen Ansatz vertreten. Die daraus resultierenden monochromen Arbeiten wirken in ihrer puristischen und ästhetischen Qualität.

Vernissage am Donnerstag, 28. Juni 2012 von 19 bis 21 Uhr
Einführung: Gerda Ridler
Matinée am Samstag, 30. Juni 2012, 11 bis 15 Uhr
Zu beiden Positionen erscheint ein Katalog, den wir Ihnen gerne zukommen lassen.

Alfonso Fratteggiani Bianchi wurde 1952 in Pieve Caina, in der Provinz Perugia, Italien geboren.
Er lebt und arbeitet auch heute noch in der Provinz Perugia.
Der italienische Maler entdeckte für sich in seinem Arbeitsprozess, dass pures, reines Pigment mit der Hand eingerieben in den typischen Sandstein der Region „Pietra Serena“, von diesem bis zu einem gewissen Sättigungsgrad absorbiert wird. Ohne Binde- oder Fixierungsmittel scheint das reine Pigment auf dem Stein zu schweben und verleiht den Arbeiten eine geradezu samtene Oberfläche. Diese absolut reine, unverfremdete Umgehensweise mit der Farbe, lässt die Farbe in ihrer pursten Form, dem Pigment, Farbe sein.
Susan York wurde 1951 in Newport, Rhode Island, USA geboren.
Sie lebt und arbeitet in Santa Fe, New Mexico, USA.
Susan Yorks Arbeiten leben in der Tradition des amerikanischen Minimal und genießen dennoch ihre absolute Eigenheit. Die schimmernden, silbrig-schwarzen, immer leicht asymmetrischen Kuben entstehen aus feinstem Graphitstaub. Die Künstlerin presst diesen in feuerfeste Formen und brennt diese bei hoher Temperatur im Brennofen. So entstehen kompakte Kuben unterschiedlichster Ausmaße. Die Rohlinge erfahren dann erst ihre eigentliche Gestaltung, indem sie ihre endgültige Form erhalten und dann in einem aufwendigen Polierprozess geglättet werden. Schwebend an der Wand verraten sie nichts von ihrem massiven, gewichtigen Inhalt sondern schimmern realitätsfern, das Licht einfangend und zur Kontemplation einladend.
 

Jus Juchtmans und Bill Thompson

Jus Juchtmans und Bill Thompson

„vis-à-vis

10.05.2012 - 23.06.2012
Jus Juchtmans - Bill Thompson

Jus Juchtmans wurde 1952 in Morstel geboren, er lebt und arbeitet in Antwerpen, Belgien.

Jus Juchtmans Gemälde treten dem Betrachter als farbige Flächen entgegen, die, vor allem dann, wenn sie aus größerer Distanz wahrgenommen werden, wie Fenster wirken, die den Blick in einen anderen Raum freigeben. Dieser Eindruck ergibt sich aus zwei eigentümlichen Eigenschaften der Bilder: einerseits aufgrund ihrer hoch glänzenden Oberflächen, die den Raum, in dem sich die Bilder befinden, wie in einer Milchglasscheibe reflektieren, und andererseits ihrer differenzierten farbigen Beschaffenheit wegen, die zumindest Assoziationen an bestimmte Formen, die wiederum auf Gegenständliches zu verweisen scheinen, ermöglicht. Bei einer Betrachtung aus näherer Distanz verschiebt sich dieser Eindruck in spezifischer Weise. Denn in dem Maße, wie das Gemälde nun vor allem den es Betrachtenden reflektiert, erscheint dieses reflektierte Bild gewissermaßen in den Bildraum hineingezogen und tritt hier, vielfach gebrochen, als ein Motiv auf, wird also Teil des Bildes, solange es betrachtet wird. Dabei erfährt der Betrachter sein reflektiertes Bild als ein Phänomen, das gleichermaßen durch ihn selbst wie durch die Malerei konstituiert ist: als ein virtuelles Bild in einem farbigen Lichtraum, den das Gemälde zwischen seiner Oberfläche und dem Bildgrund aufzuspannen scheint.
Prof. Dr. Michael Fehr

Bill Thompson wurde 1957 in Ipswich, USA geboren, er lebt und arbeitet in Boston, USA.

Die Arbeit von Thompson, ursprünglich ein minimalistischer Maler, ist im Laufe des letzten Jahrzehnts in zunehmendem Maße dreidimensional geworden. Heute ist sie fest im Bereich des Skulpturalen verankert. Der Künstler sieht seine Arbeit als eine ständige Suche nach den elementarsten und plastischsten Formen, die als Vehikel für seine malerische Leidenschaft für Farbe dienen können. Während der Prozess, der zu diesen glänzenden und sinnlichen Objekten führt, komplex und zeitaufwändig ist, möchte Thompson, dass die Resultate so erscheinen, als seien sie mühelos und auf natürliche Weise geschaffen worden.

„Angezogen von der Einfachheit und der ihr innewohnenden Schönheit, suche ich permanent nach noch präziseren Wegen, eine Form zu artikulieren. Die Tatsache, dass ich eine Form "artikulieren" möchte, bedeutet, dass ein perfekter Kreis oder ein symmetrisches Oval nicht ausreichen. Es muss ein bestimmendes und daher einzigartiges Merkmal geben; dabei muss das Resultat subtil sein und keine Assoziationen wecken. Meine Hand will diesen Kreis malen, aber mein Kopf beschwört mich, den Kreis auszuschmücken, ja ihm eine weitere Dimension zu geben. Die Lösung scheint immer irgendwo zwischen diesen beiden Impulsen zu liegen.“
Bill Thompson
 

Ludwig Wilding

Ludwig Wilding

„Nichts ist wie es scheint – Ein Seherlebnis“

15.03.2012 - 28.04.2012
Ludwig Wilding, Single Z 22 – 1970, Objekt mit diagonaler Scheinbewegung, 100 x 100 x 10 cm

Ludwig Wilding wurde 1927 in Grünstadt (Pfalz) geboren und verstarb 2010 in Buchholz in der Nordheide.
„visuelle kunst findet primär über den kanal des auges statt“ – dies ist ein Schlüsselsatz aus einem Text Ludwig Wildings aus dem Jahre 1975. Er, der von sich sagte, er mache keine Op-Art, fordert uns heraus, über diesen Begriff zu reflektieren, denn zweifelsohne ist jede kreative Leistung, die mit dem Auge rezipiert wird eine „optische“ Kunst. Er benutzte gerne den Begriff „irritative kunst“, er wollte die Grenzen visueller Wahrnehmung erkunden. Seine Arbeiten hinterfragen die Perzeptionsgewohnheiten des Betrachters und die Interaktion von Auge und Gehirn. Wichtig war für ihn auch die Interaktion des Betrachters, denn nur durch dessen Position im Raum oder dessen Bewegungen verwandelt sich schlussendlich das meist flache Objekt zu einem dreidimensionalen Seherlebnis.
Ludwig Wilding zählt zu den führenden Persönlichkeiten dieser Kunstrichtung, als deren Bezeichnung sich der Begriff „Op-Art“ dennoch international festgeschrieben hat.
Neben beeindruckenden großformatigen Originalwerken, wie im Flyer abgebildet, zeigen wir auch eine Auswahl von multiplen Auflage-Objekten in mittleren und kleinen Formaten.