Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Rieder

Maximilianstr. 22 • 80539 M
Tel. +49 89 29 45 17 • Fax +49 89 255 43 856
www.galerierieder.deinfo@galerierieder.de
Di–Fr 11–13/14–18 • Sa 11–15 und nach Vereinbarung

Ansprechpartner:
Edith Rieder
Stephanie Schnürer, M.A.

Maximilianstr. 22
80539 München

Laufende Ausstellungen

Kejoo Park

Kejoo Park

Naturreflektionen

28.10.2017 - 26.01.2018
Kejoo Park
Silverlandscape 1, 2016
Mischtechnik/Leinwand
50 x 100 cm
credit: Kejoo Park

„Naturreflektionen“ der aus Seoul stammenden, in Frankfurt am Main lebenden KEJOO PARK stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Kejoo Park fokussiert in ihren Arbeiten die Dualität von Außen- und Innenwelt, die äußere und innere Natur. In den mit „Innere Landschaften“, „Verlorene Landschaften“ und „Innehalten“ bezeichneten Bildern manifestiert sich die Entfremdung zwischen Mensch und Natur. Die äußere Natur zeigt sich in dem, was vom Menschen nicht selbst kreiert wird. In seinen schöpferischen Ideen und Taten offenbart sich demgegenüber seine Einzigartigkeit, die sich durch den Einfluss äußerer Strukturen sowie die Auseinandersetzung mit Kultur und Gesellschaft entwickeln.

 

 

 

 

 
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Herlinde Koelbl

Herlinde Koelbl

09.09.2017 - 20.10.2017
Die 1939 in Lindau am Bodensee geborene Herlinde Koelbl ist eine der renommiertesten Chronistinnen der Gegenwart.
Ihre Projekte konzentrieren sich auf Menschen, Macht, Autorität und tabuisierte Themen. Indem sie die Port- rätierten auf einen gemeinsamen Nenner bringt, hebt sie deren Identität, Andersartigkeit und Verletzlichkeit hervor.

Der künstlerische Durchbruch gelingt Herlinde Koelbl mit der Langzeitstudie Spuren der Macht, für die sie zwischen 1991 und 1998 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, mit der Kamera begleitet. Es folgen die Serien Das deutsche Wohnzimmer, Jüdische Portraits, Haare, Starke Frauen, Kleider machen Leute, Targets sowie der im Frühjahr 2017 im Literaturhaus München vorgestellte Zyklus Refugees – Eine Herausforderung für Europa.

Herlinde Koelbl Brand, 2005
C-Print
60 x 60 cm
© Herlinde Koelbl, München

 
 

Expressiv!

Expressiv!

11.05.2017 - 28.07.2017
Hanneke Beaumont
Eduardo CHillida
Hans Hartung
Francisco Farreras Ricart
Annette Schröter
Emil Schumacher
Pierre Soulages
Fred Thieler
Linda Touby

Hanneke Beaumont
Figur #39, 1999

 

 
 

Wolfgang Erl LUPO

Wolfgang Erl LUPO

diesseits jenseits

21.02.2017 - 15.04.2017
Malerei, Arbeiten auf Papier
 

Hironobu Aoki, Manuel Rumpf, Yani Wang, Kirsten Zeitz

Hironobu Aoki, Manuel Rumpf, Yani Wang, Kirsten Zeitz

Neue Positionen

28.10.2016 - 20.01.2017
Malerei und Zeichnungen

Galerieseite:
Kirsten Zeitz
Ann 8, 2013
Bleistift und Tusche/Transparentpapier
42 x 29,7 cm

Home, Reihung:
Hironobu Aoki
ohne Titel, 2015
Acryl/Papier
30 x 20 cm

„Neue Positionen“ von vier Künstlern/Künstlerinnen, Absolventen der Akademie der bildenden Künste in München, versammelt die Galerie Rieder in ihrer aktuellen Präsentation.

Hironobu Aoki arbeitet konzeptuell. Seine kleinen, seriell angelegten Bildtafeln setzen sich aus pastoser, kompakter Acrylfarbe und Gips zusammen, die, auf Aluminiumuntergrund aufgetragen, eine sich stetig um geringe Nuancen verändernde Farbigkeit offenbaren. Ihre intensive, unregelmäßige Oberflächenbearbeitung verleiht ihnen einen zweidimensionalen, Räumlichkeit erzeugenden Charakter.
Parallel dazu arbeitet Aoki mit Papier, das durch eine spezielle, in mehreren Prozessen erfolgende Bearbeitung mit Acrylfarbe eine reliefartig strukturierte Oberfläche mit gesteigerter Farbintensität erhält.

Manuel Rumpf thematisiert in seinen Ölbildern Nicht-Orte, identitäts- und beziehungslose urbane Räume, nahezu zivilisationslose Stadt- und Naturlandschaften, Straßenzüge.
Sie entstehen in Anlehnung an fotografische Aufnahmen und geben die Realität ausschnitthaft, in einer sehr autonomen, intuitiv geprägten Wahrnehmung wieder.
Das Momenthafte, die Flüchtigkeit von Zeit, Bewegung und Geschwindigkeit werden durch die unscharfe Darstellung sowie Kontraste von hellen Punkten, Strukturen, Spiegelungen vor dunklem Hintergrund wahrgenommen; den entindividualisierten Orten ist eine eigentümlich melancholische, malerische Stimmung immanent.

Wang Yani demonstriert ihre aus der klassischen chinesischen Tradition stammenden Sujets (Natur und Pflanzen) in ungewohnten Perspektiven vor einer ruhigen, mit schwarzer Tusche grundierten Kulisse. Auf großformatigen Papierbögen, Holz- und Leinwänden entwickelt sich ein ausgewogenes, dynamisches Spiel mit Formen und Farben.
Während ihrer Ausbildung an der Münchner Kunstakademie hat Wang sich mit den westlichen Maltechniken beschäftigt. Sie variiert ihre expressiven, gestischen Pinselstriche mit kalligrafischen Zeichen und asiatischer Tuschemalerei; der akzentuierte Einsatz von Kolorit verleiht ihrer Malerei einen individuellen, emotionalen Ausdruck.

Kirsten Zeitz thematisiert Lebensräume. Auf flüchtige Erinnerungen zurückgreifend widmet sie sich in ihren zeichnerischen Serien der eigenen Vita und fremden Lebensläufen. Biografische Daten, Fotografien und Landkarten setzt sie in einen neuen Kontext. Aus den Vorlagen werden einzelne Körperlinien, Silhouetten, Falten nach einem von der Künstlerin erstellten subjektiven Schema mit Bleistift-, Tusche oder Acryl auf transparentes Papier transferiert. Strenge, grafische Linien fügen sich durch eine neue Platzierung zu filigranen Umrissen, einem Porträt mit fragmentarischen Zügen zusammen, welches sich dem Betrachter erst bei exaktem Hinsehen erschließt, die Brüche und Widersprüche eines menschlichen Lebens symbolisierend.

 

 

 
 

Rudolf Wachter

Rudolf Wachter

Hommage

09.09.2016 - 22.10.2016
In den 1960er Jahren vollzieht Rudolf Wachter mit der Kettensäge erstmals an einem feuchten Baumstamm einen Schwundschnitt bis ins Herz und durchtrennt die noch geschlossenen Jahresringe. Sie schwinden, die Schnittstelle weitet sich zu einer Keilform aus und bringt eine minimalistische Skulptur hervor.
Der Schwundschnitt öffnet den Stamm, gibt dem Holz Raum für Veränderung; der Stamm, der zuvor den Raum bildete, wird als Körper im Raum wahrgenommen.
Die Skulpturen sind stets aus einem Stück Holz gearbeitet. Mit gezielt gesetzten Schnitten wird das Eigenleben des Materials so stimuliert, dass es sich durch Ausdehnen und Schrumpfen hin zu den von Wachter kreierten geometrischen und filigranen Formen Zylinder, Spirale, Würfel, Quader und Prisma mit hermetisch-reduziertem Charakter entwickelt.
Die neuartige Arbeitsweise wird Basis für sein Oeuvre, das in der singulären Formfindung sowie der Sichtbarmachung des Eigenlebens und der Energie des Holzes kulminiert.

Rudolf Wachter
Gebrochener Raum VII, 2006
Pappelholz
82 x 50 x 65 cm
 

Peter Krawagna: Malerei – Thomas Reifferscheid: Skulpturen

Peter Krawagna: Malerei – Thomas Reifferscheid: Skulpturen

03.06.2016 - 30.07.2016
Abbildungen
Galerieseite und Home/Slider: Thomas Reifferscheid, Liegende
Home/Reihung: Peter Krawagna, o.T., 2008
 

35 Jahre Galerie Rieder

35 Jahre Galerie Rieder

Jubiläumsausstellung

27.02.2016 - 14.05.2016
mit Arbeiten von Chillida, Gertsch, Hartung, Klee, Koelbl, Munch, Schumacher, Soulages, Tàpies, Werefkin u.a.

Abbildung: Pierre Soulages
Peinture 12 juin, 2011
Acryl/Leinwand
61 x 181 cm

Die 1981 von Edith und Werner Rieder gegründete Galerie bezieht 1984 ihren Standort in der Maximilianstraße 22. Es sind die Räume, in denen sich vormals die Galerie Günther Franke befand – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Münchner Kammerspielen.

Von Beginn an liegt der Schwerpunkt ihres Programms mit den Künstlern Max Beckmann, Lyonel Feininger, George Grosz, Erich Heckel, Karl Hofer, Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Edvard Munch, Ernst Wilhelm Nay, Emil Nolde, Emil Schumacher, Fred Thieler und Fritz Winter in der Malerei der Klassischen Moderne und des Informel. Als erste Höhepunkte werden die von den Mitgliedern des Weimarer Bauhauses gestalteten und wegen ihrer Vollständigkeit als Rarität geschätzten Bauhaus-mappen von 1921 und 1923 offeriert.
Nach und nach wird das Repertoire erweitert, insbesondere durch die Vertreter der spanischen Nachkriegskunst: Eduardo Chillida, Antoni Tàpies und Francisco Farreras. Das Nachbarland Österreich ist mit Werken von Herbert Albrecht, Joannis Avramidis, Markus Prachensky und Fritz Wotruba wiederholt zu Gast.
1987 wird das Münchner Publikum erstmals mit den schwarzen Outrenoir-Bildern von Pierre Soulages, dem bedeutenden Vertreter der Nouvelle École de Paris, konfrontiert. Edith Rieder pflegt seitdem eine freundschaftliche Verbundenheit mit Colette und Pierre Soulages; ihre Galerie gilt bis in die Gegenwart als eine der ersten Adressen für die Betreuung und Vermittlung seines herausragenden Oeuvres.
In den zurückliegenden Jahrzehnten sind zahlreiche weitere Ausstellungsprojekte realisiert worden, darunter die Retrospektiven von Lyonel Feininger, Hans Hartung, Emil Schumacher, Antoni Tàpies und Fritz Winter sowie thematische Präsentationen: Die Schau „Der Mensch als Bild der Seele“ subsumiert Exponate von Alexej von Jawlensky, Edvard Munch und Oskar Schlemmer. „Hans Hartung und Pierre Soulages – Eine Künstlerfreundschaft“ dokumentiert den 1947 in Paris einsetzenden künstlerischen Austausch zwischen den beiden Protagonisten der Abstraktion. Die Affinität zwischen den großformatigen Holzstichen von Franz Gertsch und Rudolf Wachters aus einem Stamm gesägten Holzskulpturen offenbart sich in „Holzschnitt – Holzstamm“. In der Gegenüberstellung „Malerei – Skulptur“ korrespondieren Johannes Geccellis konzentrierte, spirituell anmutende Farbfelder mit den monolithischen Steinköpfen von Herbert Albrecht.
Fotografie ist neben Malerei und Bildhauerei ein weiteres Genre des Galerieprogramms.
Herlinde Koelbl, eine der bedeutendsten deutschen Fotografinnen der Gegenwart, findet mit ihren außergewöhnlichen Langzeitstudien „Spuren der Macht“, „Kleider machen Leute“, „Haare“, „Orchesterbilder“ sowie der Foto- und Videoinstallation „Du hast mich verzaubert mit dem Blick Deiner Augen“ eine breite Resonanz. Gleichermaßen faszinieren Nan Goldins in ihrem subjektiven Umfeld aufgenommene Porträts und Interieurs, die Einsamkeit, Verlust und Rückzug, Schmerz sowie sozialen Auf- und Abstieg thematisieren.
Die Galerie Rieder widmet sich zeitgenössischen Tendenzen und bietet jungen Absolventen/innen der Kunstakademien eine Plattform, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen.
Stammkünstler wie Hanneke Beaumont, Wolfgang G. Bühler, Wolfgang Erl, Mario Fani, Peter Krawagna, Riki Mijling, Thomas Reifferscheid, Heinrich Salzmann und Wolfgang Seierl werden seit Jahren durch Ausstellungen und Publikationen repräsentiert und auf nationalen und internationalen Kunstmessen vermittelt.
Mit ihrem langjährigen Know-how und ihrem weltweiten Netzwerk begleitet die Galerie Rieder den Aufbau von Sammlungen sowie die Konzeption und Umsetzung von innovativen Projekten im privaten und öffentlichen Raum.
In diesem Sinn wird sie ihre erfolgreiche Tätigkeit in der Maximilianstraße mit Engagement und Begeisterung fortsetzen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in limitierter Auflage.
 

Strukturen.Textur

Strukturen.Textur

20.11.2015 - 12.02.2016
Arbeiten von
HironobiI Aoiki
Wolfgang G. Bühler
Max Ernst
Johannes Geccelli
Rüdiger Lange
Emil Schumacher
Fred Thieler
Fritz Winter

Malerei und Arbeiten auf Papier, die durch differenzierte Komposition und Oberflächengestaltung vielfältige Strukturen und Texturen offenbaren, thematisieren die aktuelle Ausstellung in der Galerie Rieder.

Ab 1945 entwickelt sich mit Emil Schumacher, Fred Thieler, Fritz Winter und weiteren Künstlern die informelle Malerei, deren Betonung auf Formlosigkeit, Spontaneität sowie einem pastosen Farbauftrag mit gestisch-abstraktem Pinselstrich liegt.
Die als Material interpretierte Acryl- und Ölfarbe wird - häufig vermengt mit anderen Werkstoffen - schichtweise auf Leinwand und Papier aufgetragen und mit diversen Werkzeugen bearbeitet; Materialität und Impetus hinterlassen unregelmäßig verlaufende, räumlich wahrnehmbare Strukturen auf der Oberfläche, spiegeln die aufgewühlte Gemütslage der durch den Krieg gekennzeichneten Künstler wider.

Max Ernst arbeitet mit den Techniken der Collage, der Frottage und der Grottage, mit denen die bevorzugten Materialien Holz, Laubwerk und Stroh durch Reiben, Kratzen, Zerschneiden und neu Zusammensetzen verfremdet und ihre mannigfaltigen Texturen sichtbar gemacht werden.

Die späten von 2009 bis 2011 entstandenen Aquarelle von Johannes Geccelli scheinen von einer tiefen Spiritualität durchdrungen zu sein. In horizontalen farbigen Balken, die nach oben oder unten zunehmend transparenter werden und sich schließlich beinahe auflösen, vollendet sich Geccellis radikale Reduktion des Landschaftsmotivs.

Bis in die Gegenwart fassen Künstler Farbe als einen zu bearbeitenden Werkstoff auf. In Hironobu Aokis seriellen Wandbildern bildet sich auf einem Aluminiumuntergrund eine kompakte Masse aus Acrylfarbe und Gips mit variierendem Kolorit. Die intensive Oberflächenbearbeitung erzeugt Reliefcharakter und lässt die Bilder mit dem Raum zweidimensional in Korrespondenz treten.

Rüdiger Langes Landschaftsimpressionen aus Bayern, Norwegen und Irland entwickeln sich aus erkennbar kraftvoll und pastos mit Pinsel und Spachtel aufgetragener Ölfarbe. Aus der Dynamik und Expression von Farbe und Duktus formen sich die Sujets.

Wolfgang G. Bühler kombiniert in seinem Zyklus „Verlorene Entdeckungen“ gefaltetes und geknittertes Kupferdruckpapier mit subtilen Lasuren aus Acrylfarben; sie assoziieren durch Farbigkeit, Plastizität und Textur die Mutation und Vergänglichkeit der Natur.

Abbildungen
Galerieseite: Fred Thieler, Decollage, 1963/64, Mischtechnik/Karton, 55,5 x 38 cm
Slider (Ausschnitt): Rüdiger Lange, Almvikbekken.05, 2015, Öl/Sperrholz, 60 x 50 cm
Reihung (Ausschnitt): Hironobu Aoki, Ohne Titel, 2015, Acryl, Gips/Aluminium, 40 x 30 cm

 

 
 

Farreras

Farreras

Arbeiten aus vier Jahrzehnten

11.09.2015 - 14.11.2015
Francisco Farreras
N° 468 A, 1997
Mischtechnik, Holz
53,5 x 50 cm

 

Francisco Farreras’ Werk ist durch die informelle, auf das Material konzentrierte Malerei nach 1945 inspiriert. Er kreiert Collagen aus Farbpigmenten, Leim, Gaze und Seidenpapier. Daraus entwickelt er dreidimensionale Coudragen aus farbigen, in verschieden große Stücke geschnittenen und in neuer Anordnung wieder zusammengenähten Segeltüchern, die auf einem unregelmäßigen Grund befestigt sind. Die sichtbaren Nahtstellen brechen die vormals monochrome Bildfläche auf, betonen die Charakteristik des Materials.
Alltagsobjekte formieren sich zu expressiven, in die Horizontale oder Vertikale strebenden Reliefs. Der Werkstoff verbleibt in seinem Rohzustand, wird durch reflektorische Komposition mit anderen Stoffen, durch kreative Formgebung sowie die Verwendung von Farbpigmenten, die durch Brennverfahren differenzierte Texturen erhalten, verändert.
In seinen jüngsten Arbeiten überwiegt eine geometrische Formensprache; in ihr kulminiert sich die Vielfalt und der individuelle Ausdruck seines Werkes.
 

Mario Fani – Nan Goldin

Mario Fani – Nan Goldin

momenti

12.05.2015 - 23.07.2015
Nan Goldin
James and Kyle at pool hall, 1995
Cibachrom-Abzug
40 x 50 cm

Mario Fani
Cena celeste, 2014
Triptychon, Öl und Acryl/Leinwand
100 x 260 cm

 
Unter dem Titel „momenti“ stehen sich in der Galerie Rieder die Ölbilder von Mario Fani und die Fotografien von Nan Goldin gegenüber.
Das Werk von Mario Fani lässt die intensive Auseinandersetzung mit der Malerei der Renaissance erkennen, sie findet in seinen Ölgemälden eine autonome Tradierung in die Gegenwart.
Sein bevorzugtes Sujet ist das Interieur seines eigenen kleinen Landhauses, das abseits auf einem Hügel im toskanischen Casentino-Tal liegt, Holztische mit leeren Tellern, Gläsern, Krügen, Schüsseln. Sie assoziieren das ausgebliebene Mahl eines Asketen, der sich bewusst Verführungen aussetzt, um Willensstärke und Verzicht zu dokumentieren.
Fani zeigt menschenleere, sparsam mit Tisch und Stühlen möblierte Räume aus unterschiedlich wahrgenommenen Blickwinkeln; geschlossene Türen lassen Spekulationen über das dahinter befindliche Unsichtbare zu, geöffnete Türen und Fenster gewähren Einblick in weitere Zimmer oder Ausblick auf die Landschaft.
Alltägliche Utensilien werden aus diversen Perspektiven in leuchtendem Kolorit vor dunklem Hintergrund inszeniert. Eine Kerze, eine Lampe, das von außen hereinströmende kräftige Blau des Himmels fungieren als Lichtquellen und entwickeln ein alternierendes Spiel zwischen Licht und Schatten. Die in subtiler Lasurtechnik aufgetragenen, kontrastierenden Farbtöne vermitteln ein mystisch-kontemplatives Moment – sie offenbaren Mario Fanis fortwährendes Interesse am Umgang mit Farbe und Licht.
In den Fotografien von Nan Goldin spiegelt sich eine ausgeprägte Sensibilität gegenüber den Porträtierten wider. Sie veranschaulichen den gelebten und erlebten Augenblick des Individuums.
Goldins Beziehung zu den wiedergegebenen, aus ihrem engsten Lebensumfeld stammenden Personen sowie ihre eigene Biografie schaffen eine schonungslose Offenheit ihrer Kunst.
Innenräume mit und ohne Menschen, Bars, Clubs, Restaurants, Hotelzimmer mit zerwühlten Betten und auf dem Boden liegenden Kleidungsstücken sind Metaphern für Einsamkeit, Verlust und Rückzug, für sozialen Auf- und Abstieg sowie daraus entstandenen psychischen und physischen Schmerz. Das Charakteristische dieser Interieurszenen ist die ausgewogene Balance zwischen künstlichem Licht, Farbigkeit und Komposition, die sowohl die Aura als auch die Erotik sowie das Triviale der festgehaltenen Situation einfangen.
Die schnappschussartigen Aufnahmen enthalten Zufälliges und Narratives; wie ein Psychogramm zeichnen sie Nan Goldins Erinnerung an Personen, Orte, Zeit und Geschichte des eigenen Ichs auf.
 

Manuel Rumpf – Patricia Schwoerer

Manuel Rumpf – Patricia Schwoerer

Orte

13.03.2015 - 30.04.2015
Malerei – Fotografie

Die Bilder von Manuel Rumpf dokumentieren entindividualisierte Orte im urbanen Raum, Stadtansichten, Peripherien, Autobahnen.
Die zivilisationslose Umgebung wird während der Fahrt durch die Fensterscheiben des Autos wahrgenommen. Die Betonung liegt auf der Flüchtigkeit der Zeit, Mobilität und Bewegung.
Die dunkelfarbige Ölmalerei kontrastiert mit Lichtpunkten, Strukturen, Reflexionen und signifikanten Elementen, die Straßenbeleuchtung und Scheinwerfer andeuten.
Sie gliedern die Dunkelheit, definieren und inszenieren - zusammen mit der Farbe - den Raum. Die reale Welt wird als eine vom Künstler intuitiv wahrgenommene Wirklichkeit wiedergegeben.

Patricia Schwoerer inspirieren ihre zahlreichen Reisen zu äußerst subtilen Fotografien, die sich durch eine lichtweiße, transluzide Farbigkeit auszeichnen.
Sie veranschaulichen in einem vergrößerten Bildausschnitt das eigentümliche Licht, die Leere, die erhabene Weite des Raums.
Die kollosale Größe und Gewalt der grönländischen und norwegischen Eisberge, kristalline Strukturen von Schnee, Eis und Wasser, variiert durch Formen, Linien und Kurven und Spiegelungen,lassen den Betrachter an der Unberührtheit und Einzigartigkeit dieser Natur teilhaben.
 

Munich Creative Business Week:

Munich Creative Business Week:

Tools for a Break

21.02.2015 - 07.03.2015
Korean Crafts and Design
Shium – dieser Begriff umfasst das gesamte Spektrum der Ausstellung „Tool for a Break“ von Keum Art-Projects.

In einem Zusammenspiel von Kunsthandwerk, Design und Klanginstallation spiegeln die verschiedenen Aspekte der Präsentation die in dem koreanischen Begriff shium enthaltenen Bedeutungsebenen von „sich Ausruhen“, „Innehalten“, eine „physische und spirituelle Erfrischung erfahren“ wider und vermitteln durch die Verbindung von visuellen, haptischen und akustischen Reizen auf spielerische Weise die Möglichkeiten des Pausierens im urbanen Raum.
Entschleunigung im hektischen Alltag der Großstadt gewinnt zunehmend auch im globalen Kontext an Bedeutung. In der Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wie eine spezifisch koreanische Identität in einer modernen Lebensform ästhetisch und kulturell zum Ausdruck gebracht werden kann.
In Kooperation mit zwei Sound-Designern werden die Räume Sound of Landscape, Sound of Tools, Sound of Nature und Sound of Break inszeniert, in denen die Besucher animiert werden, die Objekte auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen zu reflektieren.
Kuratorin: Keumhwa Kim I Keum Art-Projects,
mit freundlicher Unterstützung von Korea Foundation und National Folk Museum of Korea.

 

 

 
 

Wolfgang Erl Lupo

Neue Arbeiten

09.12.2014 - 07.02.2015
 

Herbert Albrecht (Skulpturen) Heinrich Salzmann (Malerei)

Herbert Albrecht (Skulpturen) Heinrich Salzmann (Malerei)

12.09.2014 - 28.11.2014
Abbildung (Startseite und Slider Ausschnitt):

Heinrich Salzmann
Törtchen, 2014
Öl/Leinwand
85 x 85 cm

Herbert Albrechts Werk ist von der intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Gestalt geprägt. In reduzierter, abstrahierter Formensprache kreiert er eindrucksvoll die Vielfalt von Köpfen und Torsi. Hierbei bilden Block und Kubus den Ausgangspunkt, erweitert durch differenzierte, ineinander verschobene Formen.
In der Verwendung von Diabas, Glaukonit und Spanischem Kalkstein manifestiert sich der virtuose Umgang mit der Struktur und Beschaffenheit des erlesenen Materials. Zugleich ist dessen Einzigartigkeit visuell und haptisch nachvollziehbar.
Die magisch-realistischen Arbeiten von Heinrich Salzmann konzentrieren sich auf kon- ventionelle Alltagsgegenstände und Portraits von Personen aus der Film- und Musikszene. Stark vergrößert werden Blumen, Früchte, Tortenstücke, Schuhe, Autos vor einer mono- chromen Kulisse inszeniert.
Die in übersteigerter Perfektion und intensi- vem Kolorit wiedergegebenen Bildnisse und Objekte repräsentieren als Fetische eine durch Konsum und Kommerzialisierung geprägte Gesellschaft.
 

Herlinde Koebl (Fotografien), Thomas Reifferscheid (Skulpturen)

Herlinde Koebl (Fotografien), Thomas Reifferscheid (Skulpturen)

13.05.2014 - 26.07.2014
 

Wolfgang G. Bühler – Gottfried Salzmann

Wolfgang G. Bühler – Gottfried Salzmann

StadtLandschaften

24.01.2014 - 30.04.2014
Abbildungen (Slider: Ausschnitt):
Gottfried Salzmann
New York, Red, Blue & White, 2013,
Aquarell/Papier, 60 x 47 cm

In Wolfgang G. Bühlers in den 1990er Jahren begonnener Serie „Erdenleben“ klingt das Landschaftsthema bereits an. Unter Verwendung von Acryllasuren, Polyethylenfolien und kalkuliertem Farbauftrag entstehen außergewöhnliche biomorphe Strukturen, die im Wandel begriffene Naturerscheinungen und verkrustete Landschaftsoberflächen assoziieren.
Mit der Konzentration auf die horizontale Linie gelangt der 1957 in Nürnberg geborene Bühler zu gegenständ-lichen Landschaftsbildern. Sie implizieren sein individuelles Erleben der Welt, spiegeln den Einklang von Gesetz-mäßigkeit und freier Gestaltungsform wider, sind Utopie statt Abbild.

In kleinformatigen Aquarellen formuliert er nicht real existierende Landschaft und Natur. Die nach zahlreichen alpinen Wanderungen in der Erinnerung bewahrten Eindrücke verdichten sich auf Leinwand und Papier zu per-sönlichen Bildern. Mit polychromen, nuancierten Acryl- und Aquarelllasurschichten und feinsten Abstufungen und Mutationen erfasst Bühler in verhaltener Dynamik den mannigfaltigen Charakter der Bergwelt.

Seine jüngst entstandenen, teils großformatigen Bilder, betitelt mit „Forcella“, abgeleitet vom italienischen „Forcola (Furche)“, bezeichnen profilierte Gebirgseinschnitte und Pässe, die mit unterschiedlichen Neigungen zwischen zwei Bergen verlaufen. Der Künstler erschließt diese einsamen vegetationsarmen Landschaften, ihre
sich abwechselnde Enge und Weitläufigkeit, ihre Anziehungskraft.
Bühlers zurückgenommenes Kolorit und die differenzierten Strukturen führen zu einer Verbildlichung des Motivs.

Der Österreicher Gottfried Salzmann, Jahrgang 1943, in Paris und Vence lebend, setzt in Aquarell- und Collage-technik Landschafts- und Stadteindrücke um. Aus der Vogelperspektive nehmen sie das Panoramahafte der Ve-dutenmalerei auf, geben einen überschaubaren Ausschnitt der Außenwelt wieder, der durch Transparenz Durch-blicke ermöglicht, sie zu Wahrnehmungsbildern werden lässt.
Die Adaption einzelner abstrakt-expressiver und informeller Elemente dient der Gliederung der richtungslos fließenden, dünn aufgetragenen Farbe.
In der Betonung des Flächigen äußert sich Salzmanns Auseinandersetzung mit den Wiener Sezessionisten um Gustav Klimt. Seine auf analytische fragile Strukturen reduzierte Landschaftsmalerei entwickelt sich aus zerleg-ten, neu und unregelmäßig zusammengesetzten Flächen, die abstrakt und zufällig erscheinen.
Den Ansichten von New York, Paris, Tokio liegt ein exaktes Konglomerat aus Würfelformen und Rasterstruk-turen zugrunde, das konkrete Architektur abbildet. Die irritierte Netzhaut des Betrachters findet sich im Sog eines faszinierenden Labyrinths aus Formen wieder - in vertikalen Straßenschluchten und Alleen mit über-stürzenden Fluchten, die auf einen Punkt im unendlichen Raum gerichtet sind.

Mit der Zusammenführung von Fotografie, Zeichnung und Druckgrafik definiert Salzmann eine neue Bildsprache. Motive mit Wiedererkennungswert werden partiell durch Farbe überhöht oder vollständig übermalt, ihre groben Konturen bleiben jedoch erkennbar. In komplexen und langwierigen Prozessen werden die Blätter geflutet, trocken gelegt und ausgewaschen.

Unschärfe alterniert mit Präzision, formloses Fließen mit regelmäßig Strukturiertem, Flächigkeit mit räumlicher Tiefe, fließende Grenzen und Übergänge verknüpfen Figuratives und Ungegenständliches miteinander - auf der Suche nach der abstrakten Form offenbart sich ein gegenständlicher Maler, dessen Gegenständlichkeit in einer permanenten Auflösung begriffen ist.
 

Bühler, Fani, Fussmann, Goldin, Koelbl, Salzmann, Schröter, Will

Qualität in Vielfalt II

26.11.2013 - 18.01.2014
 

Campendonk, Chillida, Feininger, Gertsch, Heckel, Kliemann, Schmidt-Rottluff

Campendonk, Chillida, Feininger, Gertsch, Heckel, Kliemann, Schmidt-Rottluff

Holzschnitte

13.09.2013 - 15.11.2013
Abbildung:
Carl-Heinz Kliemann
Kleiner Hügel – Toscana Herbst, 2009
Farbholzschnitt
35,3 x 35,3 cm
© Frank Kleinbach, Stuttgart
 

Rüdiger Lange – Riki Mijling

Rüdiger Lange – Riki Mijling

Form Farbe Raum

07.06.2013 - 01.08.2013
Galerieseite, links
Rüdiger Lange

Startseite, Reihung (Ausschnitt)
Riki Mijling

In den Fokus seiner Arbeiten rückt  Rüdiger Lange die Natur. Auf Reisen durch Irland und Norwegen, aber auch in der näheren Umgebung, den zahlreichen Gebirgen und Gewässern Bayerns findet er seine Sujets.
Der ausgewählte Naturausschnitt mutet zunächst unscheinbar an, erlangt jedoch durch die Behandlung der Farbe Dynamik und Expression. Farbe wird als Material aufgefasst und sehr pastos in mehreren Schichten mit Pinsel, Spachtel und Maurerkelle auf den Holz- und Leinwanduntergrund aufgetragen. Durch den Prozess der Bearbeitung erfährt sie Selbstausdruck, evoziert Intensität und Energie. Sie erscheint auf der Bildoberfläche konkret und abstrakt zugleich und ruft durch ihren zweidimensionalen Charakter ein sinnlich-haptisches Erlebnis hervor.
Rüdiger Langes Landschaftsportraits offenbaren seinen wachsamen und suchenden Blick auf das hinter dem vorgefundenen Naturbild Verborgene. Durch stets weiterentwickelte malerische Mittel wird das Motiv in eine eigenständige Bildsprache transformiert.
Die bildhauerischen Arbeiten von Riki Mijling bestimmen durch ihren erhabenen Ausdruck und ihre stille Größe die Fläche und den Raum. Streng geometrische Stahlreliefs treten durch geschlossene, geöffnete oder transparente Flächen mit ihrer Umgebung in einen abwechslungsreichen Dialog, erzeugen einen subtilen Wechsel zwischen Licht und Schatten.
Die Plastiken faszinieren in Verbindung mit den von der Künstlerin favorisierten Materialien Bronze, Gusseisen, Cortenstahl durch klare zurückgenommene Formen. Kugel, Ellipse und Oval erhalten jeweils nuanciert bearbeitete Oberflächen, die die Objekte optisch und haptisch erfahrbar werden lassen.
Das Oeuvre von Riki Mijling erhält in der Auseinandersetzung mit dem Zen-Buddhismus und der niederländischen De Stijl-Bewegung eine besondere Prägung: Im Dreiklang von Reduktion, Geometrie und Ästhetik entsteht eine sinnlich kontemplative Aura.

Bitte beachten Sie, dass die Galerie im August geschlossen ist.
 

Fritz Winter – Wolfgang Seierl

Fritz Winter – Wolfgang Seierl

Begegnung

15.03.2013 - 31.05.2013
Fritz Winter
Die Ovale, 1932
Öl auf Papier, 50 x 77 cm
 

 Wolfgang  Erl Lupo 

 Wolfgang Erl Lupo 

Akt und Bewegung

05.02.2013 - 02.03.2013
Wolfgang Erl Lupo
Akt, 2012,
Mischtechnik/Papier, 65 x 50 cm

Unter dem Titel „Akt und Bewegung“ werden neue Acrylgemälde und Papierarbeiten von Wolfgang Erl Lupo subsumiert.
In seinem Schaffen steht die menschliche Gestalt im Fokus. Unter dem Aspekt „Leben und Vergänglichkeit“ waren in einer 2010 in der Galerie Rieder gezeigten Einzelschau wichtige Arbeiten zu sehen.
In seiner Malerei und insbesondere in seinem zeichnerischen Oeuvre reduziert er die Figur zunehmend auf wenige Linien und Striche und setzt durch geringfügig eingesetztes Kolorit einzelne Akzente.
In seinen aktuellen Werken konzentriert sich Wolfgang Erl Lupo auf den Akt in betonter Körperhaltung, in Bewegung. Inspiriert von der intensiven Auseinandersetzung mit Tanz und Theater löst er die starre Positur des Modells in fließende Formen auf, offenbart eine expressive Körpersprache und außergewöhnliche Perspektiven.
Sein Duktus variiert zwischen dezidiert kräftiger und subtil angedeuteter Geste. Die Aktfigur steht oder liegt, singulär oder als Gruppe angeordnet, vor indifferenter Kulisse im Zentrum des Bildes.
In dem 2010 entstandenen Schlüsselwerk „Tänzer mit Pferd“ erfährt die Abstrahierung durch die Auflösung der Formen und die Loslösung des Kolorits vom Gegenstand seine besondere Qualität.
 

Qualität in Vielfalt

Qualität in Vielfalt

Antes, Ernst, Bühler, Gecelli, Hartung, Koelbl, Nannucci, Prachensky, Soulages

09.11.2012 - 26.01.2013
Pierre Soulages
Peinture 27 mai 2004
Öl auf Leinwand, 130 x 81 cm

Horst Antes
2 Häuser mit blauen Dächern
1999, Aquatec mit Sägemehl auf Karton
39,5 x 49,5 cm (Startseite: Ausschnitt)

Max Ernst hinterließ ein umfangreiches druckgrafisches Werk, schuf zahlreiche Illustrationen zu Büchern, darunter Lithografien zu La Saint-Charlemagne von Robert Lebel und Rosier millénaire. Nain en courte chemise zu einem Text von Jean Tardieu. Seine narrativen surrealistischen Landschaften und insbesondere die Darstellungen skurriler Fabelwesen rufen Irritation und Faszination hervor.
Haus und Hemd und 2 Häuser mit blauen Dächern sind stille, meditativ anmutende Kompositionen des HAP Grieshaber-Schülers Horst Antes, die in den 1990er Jahren auf seine in kräftigen Farben gemalten Kopffüßler und Kopf-Plastiken folgten.
Von Johannes Geccelli, einem der wichtigsten deutschen Farbfeldmaler, werden monochrome, aus einzelnen, gleichmäßigen Farbstrichlagen bestehende Bildtafeln offeriert; sie stehen in einem spannenden Kontrast zu seinem Spätwerk - kleinformatigen, subtilen und skizzenhaft anmutenden Landschaftsaquarellen.
Wolfgang G. Bühler, in Nürnberg lebend, macht ebenfalls Farbe zu seinem Sujet. Auf bearbeitetem Kupferdruckpapier aufgetragen, schafft er in der Serie Verlorene Entdeckungen eine besondere Oberflächentextur, die Assoziationen an die Natur und deren Mutationen anklingen lässt.
Die Fotografin Herlinde Koelbl ist mit Langzeitstudien wie Spuren der Macht und Kleider machen Leute populär geworden. In der Ausstellung werden Arbeiten aus ihrer Serie Geisha–Japan gezeigt. Koelbl beobachtet Gesichter, Körpersprache, gesellschaftliche oder religiöse Zugehörigkeiten, bringt die Porträtierten auf einen gemeinsamen Nenner und offenbart zugleich ihre Unterschiedlichkeit.
Markus Prachenskys Umgang mit Farbe ist großzügig, tektonisch-gestisch, radikal. In seiner Vorliebe für Rot, das in den Abbreviaturen zum Thema Landschaft und Architektur vorherrscht, manifestiert sich das ihm immanente Emotionale, Leidenschaftliche, Unruhige und Gefährliche, das differenzierte Momente und Stimmungen der Wirklichkeit vermittelt.
Der florentinische Konzeptkünstler Maurizio Nannucci befasst sich auf vielfältige Weise in Malerei, Videos, Fotografien und Lichtinstallationen mit Sprache, die sich beim Rezipieren in ein hintergründiges Wortspiel verwandelt.
Pierre Soulages, Meister der Peinture noire, manifestiert in seinem Spätwerk P. 27 mai 2004 virtuos den differenzierten Umgang mit der Farbe Schwarz und dem Licht. Seine Druckgrafiken aus den 1950er bis 1970er Jahren, darunter der Plakatentwurf für die Olympischen Spiele in München 1972, zeigen fest-gefügte schwarze Bildgerüste, die durch minimale Verwendung von Ocker, Rot, Blau und Weiß ergänzt werden.
Mit dem in Leipzig geborenen Hans Hartung stand Soulages nach dessen Emigration 1945 nach Paris in einem regen Briefwechsel. Hartungs expressive Improvisationen belegen die Entwicklung der französi-schen Metropole zum Zentrum der gestisch-abstrakten Kunst in den Nachkriegsjahren.
Geschlossen: 22.12.–7.1.
 

Antoni Tàpies • Francisco Farreras

Antoni Tàpies • Francisco Farreras

14.09.2012 - 03.11.2012
Antoni Tàpies, Ocre sur gris-vert, 1959, Öl, Marmormehl, Firnis auf Leinwand,, 130 x 81 cm

Antoni Tàpies, einer der bedeutendsten Nach-kriegskünstler, ist am 6. Februar 2012 in seiner Heimatstadt Barcelona gestorben. In Paris begegnet er 1950 erstmals Tendenzen des Informell und der Art Brut. Fortan entwickelt er aus Alltagsgegenständen zusammengefügte Assem-blagen und Materialbilder, deren aus Sand, Ölfarbe und Marmorstaub kreierte Oberflächentexturen Sprünge, Risse, Graffiti - Symbole für die Vergänglichkeit der Zeit - aufweisen. Fernöstliche Mystik kehrt in Form von Kreuzen, Kreisen, Buchstaben und Zahlen wieder. Tàpies’ Malerei offenbart Geheimnisse, Fragen, Rätsel. Sie ist ein Spiel mit reflexivem, poetisch-humoreskem Charakter.
Der 1927 in Barcelona geborene Francisco Farreras feiert im September seinen 85. Geburtstag. Von Beginn seines Schaffens an durch informelle Strömungen inspiriert, konzentriert er sich auf Reliefs und Collagen. Auf deren Oberflächen formieren sich, in Verbindung mit Pappe, Kordel und Stoff, vertikal oder horizontal geschichtete Holzpaneele. Farreras’ von Materialität und Plastizität bestimmte Werke manifestieren einen für den Betrachter fesselnden, kollusiven Entstehungsprozess.
 

Mario Fani – Heinrich Salzmann

Mario Fani – Heinrich Salzmann

„Brücke des Gegenständlichen“

15.05.2012 - 26.07.2012
Eine spannende Gegenüberstellung von Interieurs und Stillleben der Künstler Mario Fani und Heinrich Salzmann subsumiert die Schau „Brücke des Gegenständlichen“ in der Galerie Rieder.

Die Malerei von Mario Fani, die sich auf den Innenraum seines im toskanischen Casentino-Tal abgelegenen Hauses konzentriert, umgibt eine stille Magie. Stets wiederkehrende Alltagsrequisiten – fragile, opak erscheinende Gläser, Karaffen, Flaschen, Schalen, Tonkrüge, Porzellan vor obskurer, indifferenter Kulisse – lösen bei der Betrachtung gesteigerte Konzentration und Kontemplation aus.

Seine menschenleeren, sparsam möblierten, mit geöffneten oder geschlossenen Türen und Fenstern aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommenen Räume wirken wie theatrale Begegnungen: dezidiert reduziert inszeniert Fani eine Kerze, eine Lampe, das von außen hereinströmende Blau des Himmels als Lichtquelle. Der kontinuierliche Wechsel von Licht und Schatten und die in subtiler Lasurtechnik aufgetragenen, Helldunkelkontraste schaffenden Farbtöne erzeugen eine mystische Spannung. Sie offenbaren Mario Fanis fortwährendes Interesse an der Malerei des 17. Jahrhunderts und die damit verbundene Auseinandersetzung mit dem Licht, die eine autonome Tradierung in die Gegenwart findet.

Auch der Vorarlberger Heinrich Salzmann widmet sich Interieurdarstellungen und konventionellen, zum Teil überdimensional vergrößerten Objekten und großformatigen Portraits: Blumen, Früchte, Automobile, Tortenstücke, Frühstücksbuffets, Sportler und Schauspieler werden vor einem monochromen Hintergrund in Szene gesetzt – sie dominieren oder füllen den Bildraum aus.

Vertraute, aus des Künstlers unmittelbarer Umgebung stammende, oft in industrieller Massenanfertigung entstandene Produkte des Alltags, dargestellt in leuchtend kräftigem Kolorit, üben auf den Betrachter eine magische Faszination und Macht aus.

Salzmann, der sich mit der Kunst der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus’, der amerikanischer Popart sowie der Werbung auseinandersetzt, demonstriert in seinen Bildern in konzentrierter Präzision und Perfektion Gegenstände und Personen, die für eine durch Konsum und Kommerzialisierung geprägte Gesellschaft zu Fetischen werden.
 

Markus Prachensky – Herbert Peters

Markus Prachensky – Herbert Peters

Farbe und Form im Dialog

08.03.2012 - 08.05.2012
Markus Prachensky, Cinque Terre, Acryl auf Leinwand