Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Kunstfoyer

Maximilianstr. 53 • 805380 M
Tel. +49 89 21 60 26 26
www.versicherungskammer-kulturstiftung.de
täglich 9–19 (außer: 24. |25. | 31.12.) • Eintritt frei
barrierefrei

Maximilianstr. 53
805380 M

Laufende Ausstellungen

Martin Parr

Martin Parr

Souvenir. A Photographic Journey

11.10.2017 - 28.01.2018
Martin Parr
From West Bay, Dorset, England, 1996
©️Martin Parr/Magnum

Martin Parr (*1952) ist einer der bedeutendsten Dokumentarfotografen
unserer Zeit. In seinen Arbeiten zeigt der Brite die gesellschaftliche
Realität: Phänomene wie Konsum, Tourismus oder nationale Identitäten
beleuchtet er aus einer unterhaltsamen Perspektive, die das Banale, Extreme
und manchmal auch Abgründige im Alltäglichen sichtbar macht. Der vielfach
ausgezeichnete Fotograf ist Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum,
mit der das Kunstfoyer bereits mehrere großartige Kooperationen hatte.
„Souvenir“ ist die erste retrospektive und zugleich aktuelle Ausstellung
über den Fotografen Martin Parr. Sie wurde von ihm persönlich konzipiert
und wird nach Stationen in Zürich, Stockholm und Wien im Kunstfoyer München
gezeigt.

Die Werkliste der Ausstellung wurde von Martin Parr persönlich
zusammengestellt und enthält rund 180 Werke aus folgenden Zyklen
"Last Resort /  Bored Couples /  Mexico /  Scotland / Luxury / Knokke le
Zoute / Small world / Think of England / Dance / Autoportraits / Common
Sense". Als einzige frühe s/w-Serie zeigt das Kunstfoyer die Serie "Non
Conformists".

Als Vorschau zur Martin Parr Ausstellung im Kunstfoyer werden im
U-Bahntunnel unter dem Odeonsplatz vom 29. September bis 10. Oktober Motive
aus der Serie "Think of Germany" präsentiert:
U-Bahntunnel (zwischen U4/U5 und U3/U6). Öffnungszeiten zu den
Betriebszeiten der Münchner U-Bahnen von 05:00 - 02:00 Uhr.
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Peter Keetman

Peter Keetman

Gestaltete Welt

31.05.2017 - 10.09.2017
Peter Keetman
Sprungturm, Prien am Chiemsee 1957
© Stiftung F.C. Gundlach

Das Werk Peter Keetmans steht heute exemplarisch für die fotografische Nachkriegsmoderne Deutschlands. Seine ersten Fotos erzählen von der
gestaltlosen und fragmentierten Welt, den Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, aus dem Keetman als Invalide heimkehrte. Die Originalität und Kraft Keetmans war es, diese Wirklichkeit fotografisch neu und konstruktiv gestalten zu wollen, indem er zwei zentrale Strömungen dieser Jahre zusammenführte: Dies war zum einen der modernistische Wille zur Form, zum Experiment und zur Abstraktion, zum anderen die Hinwendung zur Welt, zum Wiederaufbau und vor allem zur Natur, bis in ihre elementarsten Bauteile.

Gestalterisch setzen sich Keetmans Fotografien mit formalen Elementen von Bewegung und Struktur auseinander. Der Wiederaufbau Deutschlands, die wieder einsetzende Mobilisierung, das Wirtschaftswunder und die neuen Produkte Made in Germany werden abstrahierend ins Bild übersetzt, wie es beispielsweise Keetmans berühmte Serie über das Wolfsburger Volkswagenwerk von 1953 zeigt. Am Ende der Ausstellung steht „Keetmans Garten“, die Landschaft des Chiemgaus als Ruheort und Inspirationsquelle dieses außerordentlichen Fotografen.

Peter Keetman wurde 1916 in Elberfeld geboren. Mehr als 50 Jahre seines Lebens verbrachte er in Breitbrunn am Chiemsee und in Prien (ebda.) sowie in Marquartstein, wo er 2005 starb.

 

 
 

Gordon Parks. 
I am you

Gordon Parks. 
I am you

Selected Works 1942 – 1978

08.02.2017 - 07.05.2017
Galerieseite:
Husband and Wife, Sunday Morning, Detroit, Michigan, 1950
© Photograph by Gordon Parks. Courtesy of and copyright The Gordon Parks Foundation

Home, Reihung (Ausschnitt):
Untitled, Watts, California, 1967
© Photograph by Gordon Parks. Courtesy of and copyright The Gordon Parks Foundation

Home, Slider (Ausschnitt):
Untitled, Washington, D.C., 1963
© Photograph by Gordon Parks. Courtesy of and copyright The Gordon Parks Foundation

Seine Bilder waren schon 1966 auf der Photokina in Köln und 1977 auf der documenta 6 zu sehen. Gordon Parks (1912-2006) war ein Multitalent: als Fotograf, Filmregisseur, Komponist, Schauspieler und Autor. Er war der erste schwarze Fotograf, der das schwarze Leben in den USA dokumentierte - seit 1948, im Auftrag des Life Magazine. Seine Kamera bezeichnete er als Waffe im Kampf für die Gleichberechtigung. Mit Malcolm X, Martin Luther King, Jr. und Muhammad Ali proträtierte er die Protagonisten des amerikanischen Civil Rights Movement ebenso wie international erfolgreiche Künstler, Musiker und Schauspieler (u.a. Duke Ellington, Ingrid Bergman und Alberto Giacometti). In den 1940er- und 1950er-Jahren fertigt er Modestrecken für Condé Nast und Life an. Zeitgleich hält er die Segregation im amerikanischen Süden sowie die Unruhen der Jugendlichen in Harlem fotografisch fest. Neben seinen berühmteren Filmwerken The Learning Tree und Shaft produziert er zahlreiche sozialkritische Dokumentationen. Mit dieser Simultanität von Glamour und Elend, Kommerz und humanitärem Engagement bietet das Werk von Gordon Parks eine visuelle Sozialgeschichte der USA im 20. Jahrhundert.
Die in Kooperation mit der Gordon Parks Foundation präsentierte Ausstellung umfasst 180 Fotografien mit Vintageprints, Kontaktbögen, Magazinen und Filmen und setzt sein fotografisches und filmisches Werk in Bezug.
Die Ausstellung wurde von Felix Hoffmann, Hauptkurator C/O Berlin kuratiert und wird nach ihrer ersten Station bei C/O Berlin (2016)  im KUNSTFOYER München, bei FOAM in Amsterdam und in den Ausstellungsräumen der Deutsche Börse Group in Frankfurt gezeigt. Ein begleitender Katalog erscheint im Steidl Verlag.

Gordon Parks wurde 1912 in Fort Scott, Kansas inmitten von Armut undRassentrennung geboren. Er arbeitete als Klavierspieler in einem Bordellsowie als Zugbegleiter, bevor er sich in einem Leihhaus eine Kamera kaufte und als Autodidakt zu fotografieren begann. Neben eigenen Fotografieprojekten war er von 1941 bis 1945 für die Farm Security Administration und von 1948 bis 1972 für das LIFE Magazine tätig. In den 1960er Jahren entstanden eigene Filmprojekte, die in Hollywood erfolgreich waren. Außerdem arbeitete er als Komponist und Schriftsteller. Gordon Parks wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – u.a. mit der National Medal of Arts sowie mehr als 50 weiteren hochkarätigen Anerkennungen. Gordon Parks starb 2006 im Alter von 93 Jahren.

 

 

 
 

25 Jahre Ostkreuz Fotografie

25 Jahre Ostkreuz Fotografie

16.10.2016 - 15.01.2017
Das Kunstfoyer präsentiert die Erfolgsgeschichte der Fotografenagentur Ostkreuz, die sich 1990 nach dem Vorbild der legendären Agentur Magnum Photos in Paris gegründet hat und heute als renommiertestes Fotografenkollektiv Deutschlands gilt. Die Ausstellung zeigt die besten Arbeiten aus 25 Jahren Ostkreuz sowie die DDR-Fotografien der Agenturgründer.
 

Werner Bischof

Werner Bischof

Retrospektive

29.06.2016 - 11.09.2016
Die Ausstellung Werner Bischof. Standpunkt wurde von Marco Bischof und
Isabel Siben für das Kunstfoyer München kuratiert. Für den Werner Bischof
Estate ist es die bislang bedeutendste Ausstellung, die über den Fotografen
Werner Bischof konzipiert wurde, da zum ersten Mal zeitgenössische
Originalabzüge (vintages) gezeigt werden. Anfang des Jahres 2016 war die
Ausstellung im Musée d´Elysée, Lausanne, zu sehen. Weitere internationale
Stationen sind in Planung.

Werner Bischof (1916 –1954) machte sich mit faszinierenden Kompositionen
aus Licht und Schatten schon früh als Studio- und Werbefotograf einen
Namen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dokumentierte er als
Fotojournalist das verwüstete Europa, die Flüchtlingsströme und die
Vertriebenen. Seine Bilder schildern das Leid und die Zerstörungswut des
Krieges. Sein Motto lautete: «Es kommt nicht darauf an, aus der Fotografie
wie im alten Sinne eine Kunst zu machen, sondern auf die tiefe soziale
Verantwortung des Fotografen, der mit den gegebenen elementaren
fotografischen Mitteln eine Arbeit leistet, die mit anderen Mitteln nicht
zu leisten wäre.»

In diesem Sinne schuf Bischof Bilder, die zwar bittere Armut und tiefes
Leid zeigen, doch auch Dokumente einer inneren Kraft und Willensstärke der
abgebildeten Menschen sind. Die Oberflächlichkeit und Sensationslust des
Redaktionsgeschäftes stießen ihn ab, dennoch wurde er meist in
Krisengebiete entsandt. In den wenigen Jahren seiner Tätigkeit setzte
Werner Bischof neue Maßstäbe für Qualität und Ethik in der Fotografie.
Ästhetisches Gefühl, elementare Formkraft und humanes Engagement verbanden
sich bei ihm zu einer inneren Einheit: «Es trieb mich hinaus, das wahre
Gesicht der Welt kennen zu lernen. Unser gutes, gesättigtes Leben nahm
vielen den Blick für die ungeheure Not außerhalb unserer Grenzen.»
Die Ausstellung gliedert sich in die Kapitel "Studio", "Europa nach 1945",
"Asien", "Ausstellung 1953" und "USA / Südamerika".

Zur Ausstellung ist das umfangreich bebilderte Buch «Werner Bischof.
Standpunkt» beim Verlag Scheidegger & Spiess erschienen. Preis: 77,- €
 

Augen auf!

Augen auf!

100 Jahre Leica Fotografie

09.03.2016 - 05.06.2016
 

Sebastião Salgado

Sebastião Salgado

Genesis

09.10.2015 - 24.01.2016
© Sebastião Salgado
Amazonas Images / Kunstfoyer
Meerechse (Amblyrhynchus cristatus), Galapagos. Ecuador.2004

Sebastião Salgado, ehemaliger Kriegs- und Krisenfotograf und früheres
Mitglied der Agentur Magnum, ist einer breiten Öffentlichkeit durch den
preisgekrönten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde (Regie: Wim Wenders,
2014)“ bekannt geworden.
Das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung präsentiert ab dem 9.
Oktober die Fotoausstellung „GENESIS“. Die Ausstellung umfasst rund 250
großformatige Fotografien. Zu sehen sind faszinierende unberührte
Naturräume, die dem Zugriff unserer modernen Zivilisation bisher entgangen
sind. Neben der Tier- und Pflanzenwelt fotografierte Salgado auch indigene
Völker. Die Ausstellung wurde von seiner Frau Lélia Wanick Salgado
kuratiert, sie tourt weltweit und ist in Deutschland nur bei C/O Berlin
(April bis August 2015) und im Kunstfoyer München (9. Oktober 2015 bis 24.
Januar 2016)  zu sehen. Im Taschen Verlag ist der gleichnamige Katalog
erschienen (520 Seiten, ISBN: 978-3-8365-4259-3).

„In GENESIS sprach die Natur durch meine Kamera zu mir. Und ich durfte
zuhören”, beschreibt Salgado sein Projekt.
Archaische Vulkanlandschaften, arktische Eismassen, mäandernde Fluss-
Canyons, nebelumhüllte Gebirgsketten, ursprüngliche Regenwälder und endlose
Sanddünen – GENESIS ist eine visuelle Hommage an den blauen Planeten. Der
Fotograf Sebastião Salgado dokumentiert in opulenten
Schwarz-Weiß-Fotografien die überwältigende Schönheit und die Artenvielfalt
unberührter Flora und Fauna sowie indigener Völker. Sein ästhetisch
beeindruckender, großformatiger Bilderzyklus ist das Ergebnis einer
langjährigen Expedition mit dem Ziel, über das Medium Fotografie das
Bewusstsein für die Kostbarkeit der letzten unberührten Winkel der Erde zu
schärfen. Das Genesis-Projekt ist Sebastião Salgados Appell an die
Zivilisation, einen Teil des Planeten in seiner Ursprünglichkeit und
faszinierenden Diversität zu bewahren.

46 Prozent der Landmasse auf der Erde sind immer noch so unberührt wie am
Tag der Schöpfung und haben sich in der Erdgeschichte kaum verändert.
Innerhalb von acht Jahren unternahm Sebastião Salgado 32 Reisen in diese
Gebiete – in kleinen Propellerflugzeugen, zu Fuß, mit dem Schiff, im
Faltkanu und im Fesselballon. Er war unterwegs in klimatischen Extremen und
unwegsamen Gebieten fernab jeglicher Zivilisation.
Die  Ausstellung  ist inhaltlich in fünf Kapitel unterteilt: Planet South /
Im  Süden  der  Erde  zeigt  die  Galapagosinseln mit Seelöwen, Kormoranen,
Pinguinen sowie Wale in der Antarktis und im Südatlantik.
In  Sanctuaries  /  Zufluchtsorte  bereist  Sebastião Salgado isolierte und
artenreiche  Zonen  wie  Madagaskar, Sumatra und West-Papua und porträtiert
die Bewohner der Mentawaiinseln sowie den Stamm der Korowai.
In  Africa / Afrika bewegt er sich zwischen Großwild, Dünenwogen, Lava, dem
Okavango-Fluss und inmitten des Nomadenvolks der Dinka im Sudan.
An  den  Northern  Spaces  / Nördliche Welten faszinieren Sebastião Salgado
große   Rentierherden   am   Polarkreis,   die  Kamtschatka-Halbinsel,  die
zerrissenen  Bergmassive Alaskas und die Menschen, vom Eis überkrustet samt
ihrer Schlitten, Hunde und Zelte.
Amazonia  &  Pantanal  / Amazonien und Pantanal präsentiert Alligatoren und
Jaguare an den Flussläufen des Amazonas, Negro und Juruá sowie das Volk der
Zo’é im Dschungel Brasiliens.
Erstmals in seiner langjährigen Karriere als Fotograf wendet Sebastião
Salgado seinen Blick vom Menschen ab und richtet seinen Fokus verstärkt auf
Landschaften sowie die Tier- und Pflanzenwelt.
Formal bestechen seine Fotografien durch feine Schattierungen und
Grauabstufungen sowie starke Hell-Dunkel-Kontraste. Aufgrund der bewussten,
ruhigen Komposition aus klaren Strukturen, Linien und Formen üben seine
Bilder eine starke Anziehungskraft aus.

Sebastião Salgado, geboren 1944 in Brasilien, gehört zu den sozial
engagierten Fotografen in der Tradition der sozialdokumentarischen
Fotografie. Der promovierte Ökonom arbeitete als Verwaltungsangestellter
für die International Coffee Organisation (ICO) in London und kam erst spät
als Autodidakt zur Fotografie – seit 1973 ist er als Fotojournalist von
Paris aus tätig. Salgado dokumentiert in selbst ausgewählten, weltweiten
Langzeitprojekten mittels Schwarz-Weiß-Fotografien das Leben der Menschen
am unteren Ende der Gesellschaft. Von 1986 bis 1999 widmete er sich
hauptsächlich der Dokumentation des Endes des Industriezeitalters sowie der
globalen Migration – nicht nur Flüchtlinge und Vertriebene, sondern auch
Zuwanderer in den Megastädten der Dritten Welt. Sebastião Salgado, der
zunächst in der renommierten Agentur Magnum Mitglied war, verließ diese und
vermarktete seine Fotos durch die Agentur Amazonas Images, die er 1994
zusammen mit seiner Frau Lélia Wanick Salgado gründete. Seit den 1990er
Jahren engagieren sie sich zusammen für ein Umweltprojekt (InstitutoTerra),
das sich um die Aufforstung an der brasilianischen Atlantikküste sowie die
ökologische Ausbildung der Landwirte kümmert. Der Fotograf wurde mit
zahlreichen Fotopreisen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Eugene
Smith-, dem Hasselblad- und dem Oskar Barnack-Preis. Er lebt und arbeitet
in Paris.
 

Ken Adam’s film design.

Ken Adam’s film design.

bigger than life

30.06.2015 - 13.09.2015
Szenenfoto MOONRAKER
GB/F 1979, Regie Lewis Gilbert
© 1979 Danjaq, LLC and United Artists Corporation.
All rights reserved.

Das Kunstfoyer in München präsentiert das Lebenswerk von Sir Ken Adam (1921 in Berlin geboren), einem der bedeutendsten Production Designers und Art
Directors der Filmwelt.
Mit seinen spektakulären und stilbildenden Filmsets für Stanley Kubrick, für die James-Bond-Filme und viele andere hat er Filmgeschichte geschrieben.
Die Retrospektive gibt mit rund 320 Zeichnungen, Fotografien, Modellen, Gadgets und Filmausschnitten tiefe Einblicke in das Schaffen dieses Ausnahmetalents.
 

Konrad Klapheck

Konrad Klapheck

Das graphische Werk / Werkverzeichnis

24.02.2015 - 17.05.2015
Konrad Klapheck
Die Schwiegermutter, früher Dampfbügeleisen
1967/1968, dreifarbige Lithographie
© VG Bild-Kunst, 2015 / Kunstfoyer

Konrad Klapheck – das ist der mit den Schreibmaschinen. So dürfte der
Düsseldorfer Künstler bei den meisten im Bildgedächtnis verankert sein.
Eines der bekanntesten Werke ist „Der Krieg“ von 1965, in dem der Maler
fünf kleine Drehmechanismen auf schwarzen Maschinenköpfen aufmarschieren
lässt – riesig, vor einem flammend roten Hintergrund. Er schuf damit ein
bedrohliches Kriegsszenario – ohne gewaltsame Kriegshandlung. Wer diese,
wer andere Maschinen von Konrad Klapheck gesehen hat, den lassen sie mit
ihrer Suggestivkraft nicht mehr los. Wer glaubt, kalte Technik könne keine
Botschaften, keine Emotionen transportieren, der wird hier eines Besseren
belehrt. Die Kombination von sachlichen und surrealen Maschinenmonumenten
und sehr persönlichen Titeln ist Klaphecks Markenzeichen.

Darüber hinaus aber bietet der Künstler noch weit mehr: Zum ersten Mal
steht sein graphisches Werk im Mittelpunkt einer Ausstellung. Es zeigt die
Wandlungen eines Motivs und die Finessen der Drucktechniken, es zeigt einen
präzisen Arbeiter und Intellektuellen, der die feinen Nuancen von Kommentar
und Humor auslotet. Die Ausstellung ist auch ein Geschenk zu Konrad
Klaphecks 80. Geburtstag am 10. Februar 2015. Die Präsentation würdigt ihn
mit einer Schau von 120 Werken – und mit dem Werkverzeichnis seiner
Druckgraphiken im Deutschen Kunstverlag.

Es scheint spät, dass erst jetzt der Schatz des graphischen Konvoluts ins
Rampenlicht gerückt wird. Doch zur Zeit der ersten Retrospektiven der 60er
und 70er Jahre hatte Klapheck erst vier Lithographien und vier Radierungen
gefertigt. Explizit befasste sich der renommierte Düsseldorfer 1976/77 in
20 Arbeiten mit den Möglichkeiten der Radiertechnik. Insgesamt umfasst die
Ausstellung 120 Lithographien und Radierungen von 1960 – 2007: von den
Anfängen der Graphik, von den Anfängen Klaphecks interpretierter Dingwelt
bis hin zum völlig neuen Sujet der Figur, die ab den 90er Jahren Einzug in
seine Bildwelt hielt. Die Zustandsdrucke, Variationen und Farbvarianten
geben nicht nur einen Einblick in das Ringen um Motive und Kompositionen
für die Ölgemälde, um die Wechselwirkung zwischen beiden Gattungen, sondern
zeugen als eigenständiges Werk vom Ästhetikverständnis Klaphecks. Der
Künstler selbst erklärt, es verhalte sich mit der Graphik zur Malerei wie
mit einem Klavierauszug zu einer Orchesterpartitur: „Vieles kann im
Klavierauszug nicht mitgeteilt werden, weder die Klangfarben der
Instrumente noch das Timbre und die Ausdrucksvariation der Stimmen. Aber
was deutlich sichtbar und hörbar wird, sind die Strukturen einer
Komposition.“ Und, möchte man anfügen, seiner Denkweise.

Klaphecks Welt ist eine anthropomorphe – in der er technische, industrielle
Maschinen zu Monumenten unserer Gesellschaft erhöht. Wenn eine Bohrmaschine
mit floralem Design 1964 mit „Die Intellektuelle“ betitelt wird, in zarter
Radierung farblich angehaucht, dann bekommen die Dinge – und unser
Arbeitsumfeld – ein Wesen. Ähnlich kapriziös ist die Nähmaschine von 1998,
die mit pfeilgerader Nadel am schlanken Arm, in effektvollen
schwarz-grün-Kontrasten, zur „Ungeduld der Sphinx“ wird. „Jeder Betrachter
seiner Werke spürt die Spannung, die daraus entsteht, weil Präzision und
Rätselhaftigkeit zugleich wirken und die eigentümliche Erfahrung
vermitteln, dass Alles und Nichts selbstverständlich ist.“ So formuliert
Autor und Kurator Siegfried Gohr im Katalog die Faszination und das
Paradoxon der Arbeiten.

Konrad Klapheck, der an mehreren documenta-Ausstellungen beteiligt war und
über Jahrzehnte (von 1979 bis 2002) eine Professur an der Düsseldorfer
Kunstakademie inne hatte, setzte sich mit dem Rätselhaften und Surrealen
schon früh auseinander. Sicherlich aufbauend auf dem Dadaismus, der die
Wertigkeit der Dinge und vor allem deren Bewertung aus den Angeln hob.
Klaphecks Verschiebungen der Realität erfolgen durch ungewohnte
Perspektiven, Asymmetrien, Überhöhung und Hyperrealismus. Er steigert seine
Effekte durch Vergrößerung, Isolation und Vervielfältigung und rückt so
auch in die Nähe der durchaus gesellschafts- und konsumkritischen Pop Art.
Einzigartig aber ist die leise Ironie, die sein Werk prägt: „Die
Pleite“ (1967/68) ist der umgekippte Sportschuh betitelt, „Die
Fragwürdigkeit des Ruhms“ thematisiert 1980 ein Fahrrad. Bekannt auch „Die
Schwiegermutter“ (1967/68), die Klapheck in mehreren Varianten des
rauchenden Dampfbügeleisens präzisiert. Er lässt ein Harem aus
Schuhspannern entstehen (1967/68) und macht den bestechend symmetrischen,
sich öffnenden Reißverschluss zum „Schürzenjäger“ (1976). Klapheck zeigt
auf, welchen Assoziationsreigen eine scheinbar völlig neutrale Welt aus
Gebrauchsobjekten haben kann. Schreibmaschinen werden mit dem „Triumph der
Erinnerung“ oder mit einem „Meisterdenker“ assoziiert. „Der
Gesetzgeber“ (1980) offenbart sich als große Tastatur- oder Rechenmaschine.
„Glanz und Elend der Reformen“ wird 1976/77 mittels Planierraupe markiert
und das Telefon findet 1975 seine Zuordnung als „Der Statthalter“. Die
Akribie der Graphiken wird durch die subversiven Titel durchbrochen, oft
kann man autobiographische Züge entdecken. Denn hinter allen Dingen, so
offenbart schon das Schlüsselbrett von 1976/77, stecken „Schicksale“.

So scheint es auch nicht mehr sehr verblüffend, das sich Klapheck in den
90er Jahren von seinem Formenrepertoire verabschiedete und sich den
Aktzeichnungen und den Jazzmusikern zuwendete, die ihn seit seiner Jugend
faszinierten. Auch hier mischt er einen geradezu klassizistischen Stil,
Umrisslinien in äußerster Präzision, mit einer ganz eigenen Raumerfahrung.
Seien es persönliche Erinnerungen, Dämonen der Zeit oder Ikonen der
Technik: Letztlich öffnet Klapheck gerade durch die Variationen der Graphik
den Blick für die Bandbreite von Wahrnehmungsmöglichkeiten.
 

Gesichter Afghanistans

Gesichter Afghanistans

13.11.2014 - 18.01.2015
Fotografien, Dokumentarfilme, Kriegsteppiche
In Kooperation mit Yvonne von Schweinitz und Afghan Film Kabul.

Abbildungen © Yvonne von Schweinitz / Kunstfoyer

Die Ausstellung GESICHTER AFGHANISTANS im Kunstfoyer der
Versicherungskammer Kulturstiftung zeigt neben 120 Fotografien von Yvonne
von Schweinitz (im Bild von 1953 ein Falkner) interessantes
Dokumentarmaterial aus der Zeit von 1950 bis 1973 von Afghan Film sowie War
Rugs (Kriegsteppiche) der 1980er Jahre aus der Sammlung Museum Fünf
Kontinente, München. Die Ausstellung ist vom 13. November bis 18. Januar in
der Maximilianstraße 53 täglich von 9 bis 19 Uhr kostenlos zu besichtigen.
Sämtliche Texte in der Ausstellung sind zweisprachig: Deutsch und Dari.
Afghanistan ist in den letzten drei Jahrzehnten vor allem durch
Negativ-Schlagzeilen im öffentlichen Bewusstsein. Bürgerkriege und die
Schreckensherrschaft der Taliban zerstörten das Land. Inzwischen ist die
Terrororganisation ISIS in den Blick der Weltöffentlichkeit und Afghanistan
etwas in den Hintergrund gerückt. Nun versucht sich das Land zu
restrukturieren. Die Internationalen Kampftruppen – darunter auch 1800
Soldaten der Bundeswehr im ISAF-Einsatz – sichern und begleiten bis Ende
2014 einen Prozess des Übergangs. An diesem wichtigen Wendepunkt in der
afghanischen – und weltpolitischen – Geschichte lenkt das Kunstfoyer den
Blick auf ein anderes, fast vergessenes Afghanistan. Die Ausstellung
„Gesichter Afghanistans“ rekapituliert die Geschichte und die Schätze des
Landes, auf die es nun aufzubauen gilt. Denn schon einmal – in den 60er und
70er Jahren – hat Afghanistan versucht, eine Brücke in die Moderne zu
finden. Vier Themenbereiche und zugleich auch vier sehr unterschiedliche
Medien (Fotografien, Dokumentarfilme, War Rugs, „Türme des Wissens“)
gliedern schlaglichtartig ein sehr schwieriges Unterfangen: Es geht darum,
die einstige Basis des vielschichtigen Landes, die bewusst durch die
Taliban ausgelöscht werden sollte, wieder sichtbar zu machen.

 
 

Die BND Zentrale in Pullach. Fotodokumentation von Martin Schlüter

Die BND Zentrale in Pullach. Fotodokumentation von Martin Schlüter

25.06.2014 - 05.10.2014
Abbildung: © Martin Schlüter / Kunstfoyer München

Einen Teil seiner Geheimhaltung gibt der Bundesnachrichtendienst (BND) neuerdings auf und startet eine ungewöhnliche „Transparenzoffensive“.
Nicht zuletzt forciert durch die öffentliche Diskussion und Spekulation um Auftrag und Arbeitsweise des BND und seiner Kooperation mit der National Security Agency (NSA).
2012 hat der BND ein Fotoprojekt angestoßen, um den Standort Pullach noch vor dem Umzug der Zentrale nach Berlin zu dokumentieren.
Martin Schlüter, Preisträger des CNN Journalist Award, ließ sich für dieses Projekt begeistern.
Das 68 Hektar umfassende Gelände wurde jahrzehntelang hermetisch hinter hohen Betonmauern und Stahlzäunen von der Öffentlichkeit abgeschirmt.
Seine wechselvolle Nutzungsgeschichte reicht bis in die NS-Zeit zurück. Im April 1945 von amerikanischen Soldaten besetzt, wurde dort unter amerikanischer Leitung ab 1947 die „Geheimorganisation Gehlen“ aufgebaut – der Vorläufer des 1956 gegründeten Bundesnachrichtendienstes.
In seiner Reihe zur Dokumentarfotografie zeigt das Kunstfoyer diese nie gesehenen Innenansichten des BND-Territoriums in Pullach.
Die Bilder werden im detailreichen Großformat präsentiert.
 

Henri Cartier-Bresson. Mexiko & Sergio Larrain. Retrospektive

29.03.2014 - 09.06.2014
 

Bernd Eichinger

... Alles Kino

29.10.2013 - 02.02.2014
 

Margaret Bourke-White

Moments in History. 1930 – 1946

16.05.2013 - 01.09.2013
Margaret Bourke-White (1904–1971) gehört zu den Pionieren des Foto-Essays.
In der männlich dominierten Fotografenszene war sie ein Medienstar. Ihr Portrait in Fliegermontur während eines Bombereinsatzes, die Kamera lächelnd in der linken Hand, war ein beliebtes Motiv bei den Soldaten. Doch sie musste stets für ihre Karriere kämpfen. Von verschlossenen Türen ließ sie sich nicht beeindrucken. Ihre Bilder zeugen von ihrem „unstillbaren Wunsch dabei zu sein, wenn Geschichte geschrieben wird“, wie sie es selbst formulierte.

Die Ausstellung präsentiert das Werk der amerikanischen Fotografin mit 150 Originalabzügen, Briefen, Publikationen und Zeitschriften. Den Schwerpunkt bilden ihre Aufnahmen der 1930er und 40er-Jahre, die in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Deutschland, England und Italien entstanden sind. Zudem werden ihre Auftragsarbeiten für Eastern Airlines und die Chrysler Corporation gezeigt. Im Dokumentationsteil der Ausstellung sind einige ihrer Wort-Bild-Strecken der Magazine Fortune und Life zu sehen sowie Auszüge ihrer Briefwechsel mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, u.a. mit Winston Churchill und Georgia O’Keeffe.

Ihre Karriere begann 1927 in Cleveland. Dort fotografierte sie die Stahlgießereien der Stadt. Sie reiste nach Russland als der erste Fünfjahresplan umgesetzt wurde, sie dokumentierte die Dürrekatastrophe 1934 in den USA, die deutsche Invasion in Russland im Jahr 1941 und das Bombardement der Alliierten auf Deutschland. Im Auftrag des Magazins Life hielt sie im Sommer 1945 die zerstörten deutschen Städte fest. Bourke-White war bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und des Zwangsarbeitslagers Leipzig-Mockau vor Ort. Ihr Foto „Die lebenden Toten von Buchenwald“ ging um die ganze Welt.

Bourke-White wollte das „Auge der Zeit“ sein. Für das Life-Magazin, damals eines der bekanntesten und ambitioniertesten Magazine für Fotojournalismus, bereiste sie die ganze Welt. Das Titelfoto der ersten Life-Ausgabe vom November 1936 stammte von ihr. Einmal machte sie sogar selbst Schlagzeilen, als Life am 22. Januar 1943 ihren Bericht über den Luftangriff auf den Flugplatz El Aouina in Tunis – den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der Deutschen für den Nachschub von Truppen aus Sizilien – unter dem Titel „Life’s Bourke-White goes Bombing“ veröffentlichte. Ihre Bilder stehen für
eine ganze Epoche.

Die Ausstellung wurde von Oliva María Rubio kuratiert. Sie wurde organisiert von La Fábrica (Madrid) in Zusammenarbeit mit dem Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern (München), dem Martin-Gropius-Bau (Berlin), dem Preus-Museum in Norwegen, dem Fotomuseum Den Haag und der Syracuse University Library, USA.
 

Imogen Cunningham

Imogen Cunningham

19.02.2013 - 28.04.2013
Imogen Cunningham
Phoenix Recumbent, 1968
Vintage Gelatin-Silver Print
Private Collection
© Imogen Cunningham Trust

Eine junge Frau liegt nackt auf einer Löwenzahnwiese. Ihr Haar ist zu einem lockeren Knoten geschwungen. Gras verdeckt ihr Gesicht. Es ist das Selbstportrait der Studentin Imogen Cunningham. Eigentlich nichts Besonderes. 1906, als diese Fotografie entstand, war es aber eine Provokation. Ohne Scham und gänzlich ohne Vorstellung, was für eine Frau damals als „schicklich“ galt, setzte sie sich in Szene. Sie hatte sich eine 4x5 Zoll Kamera aus dem Katalog bestellt und der Campus der University of Washington war ihre erste Kulisse. Der Anfang einer mehr als 70 Jahre währenden Karriere als Fotografin.

Imogen Cunningham wurde 1883 in Portland, Oregon als erstes gemeinsames Kind von Isaac Burns Cunningham und Susan Elisabeth Johnson geboren. Sie wuchs in einer Patchwork-Familie mit insgesamt 10 Kindern auf. Nach ihrem Highschool–Abschluss studierte sie Chemie (1903-1907), um anschließend für den Fotografen Edward S. Curtis zu arbeiten. Dort erlernte sie das Platindruckverfahren sowie die Portraitfotografie. Ein Stipendium zum Studium der fotografischen Chemie führte Imogen Cunningham 1909 an die Hochschule für Technik in Dresden. Aus Europa zurück, eröffnete sie ein Foto-Studio in Seattle und etablierte sich als Portraitfotografin. 1915 heiratete sie den Künstler Roi Partridge. Kurz nacheinander wurden Gryffid und die Zwillinge Rondal und Padriac geboren. Neben ihrer Familie konzentrierte sie sich auf ihre Arbeit als Fotografin. Es entstanden Portraits und Akte sowie seit den 1920er Jahren auch Pflanzenaufnahmen. Mit der Serie Planzenformen, die 1929 auf der Ausstellung des Deutschen Werkbundes Film und Foto (FiFo) in Stuttgart erschien, erlangte sie internationale Anerkennung. Ihr Erfolg hielt an. Zwei Jahre später veröffentliche Vanity Fair ihre Aufnahmen der Tänzerin Martha Graham. In Folge lichtete sie für die Zeitschrift Hollywoodstars wie Cary Grant, Spencer Tracy und den Präsidenten Herbert Hoover ab. Anfang der 1930er Jahre folgten erste Einzelausstellungen ihrer Werke in Museen und Galerien ihres Heimatlandes – so im M. H. de Young Memorial Museum, San Francisco und in der Julien Levy Gallery, New York. Mit Ansel Adams, Edward Weston und anderen gründete sie 1932 das Fotografen-Kollektiv f/64. Ende der 1940er Jahre richtete sie ihren Sucher auf neue Motive: Straßenszenen weckten zunehmend ihr Interesse. Mit 73 Jahren durchstreifte sie die Straßen von New York und in den späten 1960ern machte sie Aufnahmen von der Hippiegeneration in den Straßen von Haight-Ashbury, San Francisco. Imogen Cunningham blieb ein Leben lang Fotografin. In ihren letzten Lebensjahren erstellte sie eine Fotoserie über das Alter, die als Monographie ein Jahr nach ihrem Tod 1976 erschien.

Durch zahlreiche Ausstellungen und Publikationen in den 1970er Jahren wurde Imogen Cunningham einer breiten Öffentlichkeit bekannt. 1975 gründete sie den Imogen Cunningham Trust. Bedeutende Werke befinden sich in Museumsammlungen auf der ganzen Welt, u.a. im Museum of Modern Art, New York, in der Smithsonian Institution, Washington D.C. sowie dem Tokio Metropolitan Museum of Photography.

Dies ist die erste umfassende Museumsausstellung über Imogen Cunningham seit den 1990er Jahren. Sie wurde von Celina Lunsford kuratiert und wird nur in Madrid, München und Stockholm zu sehen sein. Organisiert von der Fundación Mapfre (Madrid) in Zusammenarbeit mit La Fábrica (Madrid), dem Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern (München) sowie dem Kulturhuset (Stockholm). Hauptleihgeber sind der Imogen Cunningham Trust, Lopez Island, Washington sowie das George Eastman House, Rochester, New York. Präsentiert werden rund 170 Werke, die alle thematischen und experimentellen Aspekte aus ihrem mehr als 70 Jahre praktizierten fotografischen Werk umfassen: Akt und Modern Dance, Portraits, Pflanzen und Landschaft, Street Photography und Architektur.

Filmbeitrag im Kino des Kunstfoyers: Portrait of Imogen
Ein dokumentarisches Portrait, Regie: Meg Partridge, 30 Minuten

Begleitbuch zur Ausstellung: Imogen Cunningham
Zuerst erschienen bei TF Editores, Madrid 2012
Deutsche Ausgabe bei Kehrer Verlag, Heidelberg/Berlin 2012
Autoren: Celina Lunsford, Jamie M. Allen, Marisa Sanchez
Festeinband 24 x 30cm, 256 Seiten, 220 Duotonabbildungen
ISBN 978-3-86828-356-3, 48 Euro
 

Licht und Schatten

Licht und Schatten

Am Filmset der Weimarer Republik 1918–1933

16.10.2012 - 27.01.2013
Eine Entdeckungsreise in eine besonders
kreative Phase der deutschen Filmgeschichte.

Abbildung:
Am Filmset von M, Deutschland 1931
Regie: Fritz Lang
© Stiftung Deutsche Kinamathek Berlin
 

Storyboards. Von Hitchcock bis Spielberg

Storyboards. Von Hitchcock bis Spielberg

03.07.2012 - 16.09.2012
Abbildung:
Dean Tavoularis, Storyboard für APOCALYPSE NOW, 1979
Georg Baselitz Sheperd (Remix), 2008 [in der Ausstellung dem Storyboard von APOCALYPSE NOW gegenübergestellt]

Das Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern zeigt die Ausstellung STORYBOARDS, die vom Museum für Film und Fernsehen in Kooperation mit der Kunsthalle Emden konzipiert wurde. Präsentiert werden Storyboards zu 20 stilbildenden Filmen der letzten 80 Jahre - allesamt Schätze aus berühmten Filmarchiven, die nur sehr selten ausgestellt werden. Das Spektrum reichtvon zarten, monochromen Arbeiten in Graphit und Filzstift wie zu Martin Scorseses TAXI DRIVER (USA 1976) bis hin zu farbgewaltigen Ausführungen in Buntstift, Kreide oder Aquarell zu Filmen wie George Lucas´ STAR WARS (USA 1977) oder Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW (USA 1979). Den Zeichnungen stehen die Originalfilmsequenzen und assoziativ ausgewählte Kunstwerke internationaler Künstler gegenüber: etwa von Katsushika Hokusai, Konrad Klapheck, Tony Oursler, Alexander Calder, Georg Baselitz oder Andy Warhol.
In der Gegenüberstellung mit bildender Kunst wird deutlich, wie sehr sich die Bildsprache von Kunst und Film gegenseitig inspiriert und beeinflusst.

Storyboards dienen der Visualisierung filmischer Bewegungen, lange vor dem eigentlichen Drehbeginn. Wie in einem Comicstrip können sowohl die Abläufe vor der Kamera als auch die Kamerafahrten selbst skizziert werden. Das Storyboard ermöglicht einerseits einen Einblick in die künstlerische Konzeption eines Films, andererseits entfaltet es einen eigenständigen ästhetischen Reiz. Als Kunstform steht das Storyboard zwar der klassischen Handzeichnung mit ihrer jahrhundertealten Tradition nahe, blieb aber im musealen Kontext bislang nahezu unentdeckt.
 

Eve Arnold

Hommage

14.03.2012 - 03.06.2012
Das Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern zeigt als Hommage an die Grande Dame der Fotografie in diesem Frühjahr eine Retrospektive, die zugleich Eve Arnolds erste Ausstellung in Deutschland ist. Präsentiert
werden ihre Reportagen, darunter New York by Night, Harlem Fashion Shows (1950), Die ersten fünf Minuten im Leben eines Babys, Voodoo in Haiti, Malcolm X, Vogue Fashion Shows (1977), ihre Reisefotografien aus Afghanistan (Ende der 60er Jahre), China und Indien (um 1980) sowie ihre legendären Starportraits von Marilyn Monroe, Marlene Dietrich, Joan Crawford, Isabella Rossellini, Clark Gable, Peter O’Toole und Anthony Quinn. Besonders nahe kam sie Marilyn Monroe, die sie über einen Zeitraum
von zehn Jahren begleitete und fotografierte.

Eve Arnold (1912–2012) wurde in Philadelphia, Pennsylvania, als Tochter russischer Einwanderer geboren. Ihre ersten Fotografien machte sie 1946 als Fotolaborantin in New York. Ab 1948 studierte sie dort an der New School
for Social Research Fotografie bei Alexei Brodovitch. Ab 1951 war sie für Magnum Photos tätig, 1957 wurde sie Vollmitglied. In den fünfziger Jahren lebte sie in den USA, 1962 ging sie nach England, um ihren Sohn dort auf
eine Schule zu geben. Seitdem lebte und arbeitete sie in England – abgesehen von sechs Jahren, die sie in Amerika und China verbrachte. 1980, nach ihrem China-Aufenthalt, zeigte das Brooklyn Museum in Arnolds erster
Einzelausstellung die dort entstandenen Bilder. Im selben Jahr erhielt Eve Arnold den National Book Award für den Band In China. 1980 wurde sie von der American Society of Magazine Photographers mit dem Lifetime Achievement
Award ausgezeichnet. 1995 wurde sie in die Royal Photographic Society aufgenommen und vom International Center of Photography in New York (ICP)zum Master Photographer ernannt, die weltweit renommierteste Auszeichnung für Fotografen. 1996 erhielt Arnold den Kraszna-Krausz Book Award für In Retrospect. Im Jahr darauf verliehen ihr die University of St. Andrews (Staffordshire) und die American International University in London die
Ehrendoktorwürde. Sie wurde außerdem in den Beirat des National Museum of Photography, Film & Television in Bradford gewählt. Eve Arnold ist im Alter von 99 Jahren am 4. Januar 2012 gestorben

Die Agentur Magnum Die legendäre Agentur Magnum wurde 1947 von Fotografen für Fotografen
gegründet – von Männern, die in den turbulenten dreißiger Jahren und im Krieg wichtige Dokumentationen gemacht haben. Auch nach Kriegsende hatten die Reportagefotografie und die auflagenstarken Illustrierten Hochkonjunktur. Bei aller Unterschiedlichkeit der Charaktere und Biografien ihrer Mitglieder gab es doch einige entscheidende gemeinsame Nenner: die Magnum-Ethik, wie sie von Henri Cartier-Bresson formuliert wurde, „Zeugnis
abzulegen, von den Narben der Welt“ und die Durchsetzung des Urheberrechts: Fotos nach ihren eigenen Vorstellungen zu machen, zu verkaufen und in den geeigneten Kontext zu stellen. Zu versuchen, den Markt anzuführen, statt ihm einfach nur zu folgen.

Katalog zur Ausstellung bei Schirmer/Mosel/exhibition catalogue Eve Arnold. Hommage
Hrsg./edited by Isabel Siben und/and Andrea Holzherr 184 Seiten/pages, 120 Tafeln/images, davon 54 in Farbe/colour und 66 in Duotone
Format: 23 x 29 cm, gebunden/hardcover
ISBN 978-3-8296-0601-1 [Deutsch I English]

Kuratorin/Curator: Isabel Siben