Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Lothringer13 Halle

Lothringerstr. 13 • 81667 M
Tel +49 89 666 07 333
www.lothringer13.com
Di–So 11–20
barrierefrei

Lothringer Str. 13
81667 München

Laufende Ausstellungen

Mark Steinmetz

Mark Steinmetz

United states pt1

07.09.2017 - 08.10.2017
In seiner Heimat Amerika ist Mark Steinmetz ́s Werk in sämtlichen bedeutenden Sammlungen für zeitgenössische Fotografie vertreten. In Europa sind seine Arbeiten bisher fast nur Spezialisten bekannt.
Mit dieser ersten umfangreichen Werkschau in Deutschland feiert die Lothringer13 Halle diesen feinsinnigen und liebevollen Photographen mit einer Auswahl seiner Bilder, aus über drei Jahrzehnten und gibt Einblick in alle bisher erschienenen 12 Fotobuch- Monografien.
Steinmetz fasziniert als aufmerksamer Chronist, der mit seinen Bildern in unaufdringlichen Erzählungen das gemächliche, amerikanische Alltagsleben beschreibt. Mark Steinmetz teilt mit uns amerikanische Begegnungen, die von Neugierde, Respekt und Zurückhaltung geprägt sind und von menschlicher Verbundenheit zeugen. Das ist Grund genug um sich in diesen Photographien zu verlieren.
Ein seltenes Vergnügen.
„Photography is at its most basic a method for sharing. You stand in front of something, take a picture, and then someone else in a different place and a different time might be touched by it - so I think photography is just about always for some kind of audience, even if it‘s an imagined audience.“ Mark Steinmetz
Kuratiert von Jörg Koopmann im Dialog mit Giulia Zorzi

Mark Steinmetz
Athens, GA (Been There) 2000
Gelatin silver print

Die Werkschau wird ab 12.10. mit united states pt2, einem zweiten Teil, im Münchner Amerikahaus erweitert.
Am 14. und 15. Oktober bietet sich, in Kooperation mit dem Amerikahaus und dem Fotodoks Festival, erstmals in Deutschland auch die Gelegenheit, an einem Workshop von Mark Steinmetz teilzunehmen.

 
 

Kommende Ausstellungen


Vergangene Ausstellungen

Cana Bilir-Meier

un|heimlich

23.06.2017 - 06.08.2017
Cana Bilir-Meier, Künstlerin, Filmemacherin und Kuratorin, zeigt im Lothringer13_Florida unter dem Namen un|heimlich ihre erste Einzelausstellung in ihrer Geburtsstadt München. Wie Erinnerungen wiedergeben, wie Geschichte(n) (re)konstruieren?  Recherche und Medienreflexivität fallen im Werk von Cana Bilir-Meier in eins: Das Nachdenken über das Archiv ist ein zentraler Bestandteil ihrer künstlerischen Auseinandersetzungen und führt sie tief hinein in die Familiengeschichte, die auch, aber nicht nur, eine Geschichte der Migration ist.

 
 

frucht & faulheit

frucht & faulheit

22.06.2017 - 20.08.2017
Bárbara Wagner & Benjamin de Burca
Adriano Costa
Pedro Wirz
Adelaide Ivánova & Ricardo Domeneck
Carlos Vasconcelos
Carla Chaim
Kuratiert von Konstantin Lannert

Die Ausstellung "frucht & faulheit" stellt den Versuch einer Analyse und Orientierung dar. Sie versammelt Arbeiten junger brasilianischer Künstler*innen und blättert währenddessen in Schriften der brasilianischen Moderne von Mario und Oswald de Andrade.
Der Modernismo wurde während der "Woche der modernen Kunst" im Februar 1922 in São Paulo ausgerufen und stellt sich gegen einen importierten Symbolismus und Parnassianertum indem er sich einer landesüblichen, der gesprochenen Sprache anlehnenden Schreibweise und Rhetorik bedient und sich so gegen den Wortschatz und Satzbau Portugals behaupten möchte. Statt sich einer Diktatur der Logik zu unterwerfen, gebrauchen die Autoren Erzählungen der indigenen Bevölkerung und mischen Mythen mit magischem Realismus. Die Ausstellung verfolgt die ästhetischen Spuren von Mario de Andrades "Macunaíma" (1928) und Oswald de Andrades "Anthropophages Manifest" (1928) in der zeitgenössischen Kunst Brasiliens. Während es den Autoren um die Entwicklung eines eigenständigen Bewusstseins ging, um die Begründung eines tropischen Regionalismus, um ein Manifest zur Etablierung des Charakters Brasiliens gegenüber den kolonialen und kapitalen Einflüssen Europas, stellt sich in der Gegenwart einerseits die Frage, was aus diesem Versuch geworden ist – und wie künstlerische Äußerungen zu den Deklarationen der Moderne aussehen könnten.
Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler, Carla Chaim, Adriano Costa, Bárbara Wagner und Benjamin de Burca, Carlos Vasconcelos und Pedro Wirz arbeiten in unterschiedlichen Medien und an verschiedenen Orten. Sie reflektieren – ohne dabei einen repräsentativen Anspruch zu hegen – die Heterogenität einer Kulturnation. Ihre Arbeiten oszillieren zwischen Natur und Kultur, zwischen Wildnis und Zivilisation, konkreter Form und überwucherndem Chaos, zwischen Katholizismus, Candomblé und Cachaça.
"frucht & faulheit" ist träge, verdorben, phlegmatisch und ungenießbar. "frucht & faulheit" ist saftig, nährend, erfrischend und voller Reize. Die Ausstellung untersucht im Kontext des (post-)kolonialen Brasiliens das Finden und Schaffen von Identität, das Erzählen von der Magie der Natur, der Mystik des Fortschritts und des (falschen) Zaubers des Kapitalismus. Teil der Ausstellung ist ein lesbare Posteredition mit Texten der brasilianischen Lyriker Adelaide Ivanóva und Richardo Domeneck mit einer Einführung von Oliver Precht, die im Verlag Hamann von Mier erscheint und zusammen mit einem Soundtrack der brasilianischen Musikerin Karina Buhr präsentiert wird.

AC/TA 1936/U, Adriano Costa PoorFlag, 2016
embroidery on bath towel

 

 

 
 

Debütantenausstellung 2017

der Akademie der Bildenden Künste München

09.06.2017 - 17.06.2017
 

Reagens

31.05.2017 - 05.06.2017
Natalia Ava  |  Philipp Benkert  |  Claudio Bertolini  |  Hiutung Ching  |  Andreana Dobreva  |  Max Fesl  |  Marile Holzner  |  Janna Jirkova  |  Mark Kilian  |  Raphael Krome  |  Michael Mieskes  |  Catalin Pislaru  |  Ivo Rick  |  Lilian Robl  |  Kristina Schmidt  |  Anina Stolz  |  Johanna Strobel  |  Joseph Wandinger  |  Lina Zylla

Geplant ist eine mehrtägige sich wandelnde Ausstellungskonstellation, die agitatorischen und „akademischen“ Charakter besitzt.
Wir sind eine Gruppe, die Ausstellen als Erfahrung definiert, im Gegensatz zu den Ritualen des Repräsentierens.
Die wechselseitigen Erwartungen des Ausstellers (vom Künstler wie vom Betrachter) sind in unserer Vorstellung außer Kraft gesetzt.
Wir spielen ein Spiel mit offenem Ausgang. Mit einigen Grundzügen schaffen wir eine virtuelle Ausgangsbedingung, um die Räumlichkeiten für uns zu ordnen.
Wir werden zunächst die Räumlichkeiten der Lothringer 13 in verschiedene Produktionszonen gliedern [zB im Bezug auf die ehemalige Funktion des Gebäudes als industrielle Produktionsstätte.]
Weder permanente Präsenz noch permanenter Wechsel sind vorab bestimmt. Die Arbeiten können vorbereitet sein oder vor Ort entstehen. Die BesucherInnen verstehen wir als BeobachterInnen, die zur Partizipation eingeladen sind.
Mögliche weitere die Produktion strukturierende Elemente inhaltlicher, räumlicher oder zeitlicher Natur werden von uns durch gezielten, regemäßigen Input während der Produktionsdauer gesetzt.
Dem entgegen gesetzt steht die laufende Installation, Akkumulation und Diskussion der gezeigten Arbeiten. In keiner Phase soll die Ausstellung als ein endgültiges, repräsentatives Display gelesen werden können.
Eröffnung ist, wenn wir beginnen, in der Lothringer 13 zu arbeiten. Die Ausstellung verändert sich im laufe der festgelegten Dauer (3 Tage). Dieser Zeitraum bildet die Veröffentlichung.

 
 

You are in my wave

You are in my wave

07.04.2017 - 28.05.2017
Devendra Banhart
Johanna Billing
Jeroen Diepenmaat
David Hartt
Jesper Just
Alexander Laner
Anne Pfeifer
Sam Prekop
Tapemosphere
Kuratiert von  Jörg Koopmann & Lene Harbo Pedersen

Eine international besetzte Ausstellung mit Werken von neun Künstlern, für die Musik und Klang einen wesentlicher Teil oder eine Konstante in ihrer Arbeit darstellt.

play >
Die Lothringer13 Halle präsentierte in den letzten zwei Jahren bereits eine Vielzahl an musikalischen Erlebnissen, und nun entfaltet sich dieses Interesse auch in einer grossen Gruppenausstellung, die im April und Mai sicht- und hörbar ist.
Das Verschränken von Visualität und Musik eröffnet einen künstlerischen Bereich, der sich stetig neu definiert und gleichzeitig in einer langen Tradition besteht.
Viele gegenläufige künstlerische Praktiken sind Gegenstand der medienübergreifenden Projekte, die YOU ARE IN MY WAVE versammelt.
Music has its way, music has its waves.

record •
Neben Installationen, Zeichnungen und Fotografien liegt ein spezieller Fokus auf Videoarbeiten, deren Vertonung auf inhaltliche oder atmosphärische Weise die Erzählungen tragen. Wie sehr ein gelungenes Zusammenspiel der beiden Bereiche Bildende Kunst und Musik zu einer erweiterten, vielgestaltigen Form führen kann, zeigt sich bei allen neun eingeladenen Künstlern.

pause II
As composer and electro-veteran Charles Cohen recently stated: „That process of expressing yourself and knowing it got received somehow is very healing“
So go receive…
play >
repeat ∞
pause II
and play it again

David Hartt
The Republic, 2014 (Video-Still)
Full HD video - looped
16 min 08 sec
 

Touch Deeper

Touch Deeper

10.12.2016 - 05.03.2017
In der Industrie werden schon seit Jahrzehnten Tätigkeiten von Computern und Robotern übernommen. Heute durchdringen digitale Technologien auf vielfältige Weise unseren Alltag - sei es als Kommunikations- und Arbeitsgerät, intelligenter Haushaltshelfer, vernetzte Wohnung, selbstfahrendes Auto oder Minicomputer am Handgelenk. Der Kühlschrank bestellt Milch nach oder schickt auf Nachfrage ein Foto seines Inhalts auf das Smartphone, die elektrische Zahnbürste ordert selbstständig neue Bürstenköpfe im Netz, Roboter saugen die Wohnung und mähen den Rasen, während man sich vom Sofa aus per W-Lan einen Kaffee zubereiten lässt. Was sind das für Dinge - oder Wesen? - die Einzug in unsere Wohnungen halten? Wie ändern sich die Objekte, mit denen wir uns umgeben, und wie ändern sie uns? Auf welche Bedürfnisse reagieren neue Technologien - und welche schaffen sie? Was steckt hinter dem Versprechen der Schnelligkeit, Leichtigkeit, Effizienz und viel gepriesenen "Smartness" von Objekten?
Die Ausstellung "Touch deeper" geht diesen Fragen mit Werken von Designern und Künstlern nach. Sie schaffen alternative Perspektiven auf die Effizienz und Intelligenz der Dinge und fragen, wie wir mit der wachsenden Zahl an digitalen Mitbewohnern, Gefährten und Umgebungen leben wollen. Dabei zeigt sich, dass auch Design ein "kompliziertes Vergnügen" (Anthony Dunne) bereiten kann: Zunehmend agieren Gestalter abseits der Agenda des Marktes und nutzen Design als Medium der kritischen Auseinandersetzung und Reibung mit Szenarien gegenwärtiger und zukünftiger Lebenswelten.

BLESS
Oliver-Selim Boualam
Maarten Baas
Dunne & Raby
Mark Formanek
Kunstflug
Makkink & Bey
Keiichi Matsuda
Julien Prévieux
Philipp Scholz
Thomas Thwaites
Unknown Fields Division

kuratiert von Tanja Seiner

Galerieseite: BLESS, © Ludger Paffrath
HOME, Startseite: Keiichi Matsuda, hyper-reality (Ausschnitt)
HOME, Slider: Julien Previeux, Still WSWDN HD (Ausschnitt)

 

 
 

a thousand and x little actions

a thousand and x little actions

08.10.2016 - 27.11.2016
Jacob Holdt (DK)
Liz Johnson Artur (RU/GHA)
David Hartt (US)
William E. Jones (US)
Jason Larkin (UK)

Der amerikanische Philosoph und Bürgerrechtler W.E.B. Dubois schrieb 1903 in "The Souls of Black Folk", einer Aufsatzsammlung  über Gemeinschaften und Identitäten: „Es ist, kurzum, die Stimmung im Land, das Denken und Fühlen, die tausendundeine kleinen Tätigkeiten, die das Leben ausmachen. In jeder Gemeinschaft oder Nation sind es diese kleinen Dinge, die am schwersten fassbar sind und doch am wesentlichsten für ein klares Verständnis des Gruppenlebens im Ganzen.“
Im Oktober und November beobachtet die Lothringer13 Halle einige dieser vermeintlichen Nebensächlichkeiten und unzähligen Normalitäten. Das Interesse bleibt dabei über die schöne Oberfläche der Hautfarbe hinaus eher auf die komplexen Beziehungen von Zuordnung und Differenzierung gerichtet.
Für "A Thousand and X Little Actions" hat Jörg Koopmann Künstler eingeladen, deren Praxis von einer kritischen, feinsinnigen Auseinandersetzung mit bestehenden Verhältnissen geprägt ist und deren Haltung Neugierde an Menschen und eine Offenheit ihrem Gegenüber widerspiegelt: Fünf international arbeitende Künstler, die die vielfältigen Identitäten und deren Stereotypen genauer betrachten und sie erweitern, ohne damit etwas zu verklären.
Kuratiert von Jörg Koopmann
im Dialog mit Lene Harbo Pedersen.

Liz Johnson Artur
o.T., / Black Balloon Archive
 

As with all bright constellations

As with all bright constellations

23.07.2016 - 18.09.2016
Peggy Buth (D)
Paul Kranzler / Andrew Phelps (AT/USA)
Aylin Langreuter (D)
James Merle Thomas / Meghan O´Hara (USA)
James Nasmyth & James Carpenter
Simon Starling (UK)
Kuratiert von / curated by Jörg Koopmann im Dialog mit / in cooperation with Simon Starling

Diese international besetzte Gruppenausstellung in der Lothringer13 Halle begibt sich auf eine terrestrische Spurensuche nach anderen Atmosphären und Parallelwelten. Die Zusammenstellung der Arbeiten formiert sich um ein Projekt des Turner-Preisträgers Simon Starling.
Black Drop (2012) verknüpft auf vielschichtige Weise das Ereignis der seltenen Venuspassage und astronomische Historie mit der Entstehung und Ära des analogen Filmbildes. Dies wird Ausgangspunkt eines präzisen Arrangements, in dem der Blick auf Ungenauigkeiten und Ungewissheiten im unendlichen Raum und auf irdischen Nebenschauplätzen gerichtet wird. Mit filmischen, fotografischen und skulpturalen Mitteln sondieren die beteiligten Künstler die besonderen Verhältnisse und Umstände bei der Erforschung, Vermessung und Darstellung unfassbarer Dimensionen. Sie betrachten Bereiche der theoretischen Erweiterung und praktischen Beschränktheit innerhalb komplexer Systeme und interessieren sich dabei auch für Abweichungen und Brechungen in alltäglichen Erfahrungen.

Die Kunsthalle fungiert diesen Sommer als Observatorium für die Beziehung von Forschung in der Kunst und der Wissenschaft, dem Physikunterricht bleibt sie dennoch fern. Mit dem Begleitprogramm And the stars look very different today wird die ground control der Lothringer13 den Sommer über regelmäßig Signale senden: Bei performativen Lesungen und Vorträgen wird unter anderem über Signale für und Musik von Außerirdischen berichtet.
Aktuelle Infos zu Veranstaltungen sind auf www.lothringer13.com veröffentlicht.

Galerieseite: Paul Kranzler & Andrew Phelps
The Drake Equation, 2015

Home, Slider und Reihung (Ausschnitt)
Simon Starling
Black Drop, 2012
Production Still (Hawaii Volcanoes National Park)
Courtesy of the Artist and The Modern Institute/Toby Webster Ltd, Glasgow
and Neugerriemschneider, Berlin
 

Förderpreise der LH München

Förderpreise der LH München

02.04.2016 - 18.05.2016
Alle zwei Jahre verleiht die Landeshauptstadt München Förderpreise für Bildende Kunst, Architektur, Design, Fotografie und Schmuck. Die Ausstellung der Werke der von einer Fachjury für den Preis nominierten Künstlerinnen und Künstler bzw. Büros und Agenturen ist traditionell in der Lothringer13 Halle zu Gast.

Für die Förderpreise 2016 nominierte Künstlerinnen, Künstler und Büros:

Bildende Kunst:
Justin Almquist, Ruth Höflich, Agnes Jänsch, Justin Lieberman, Tunay Önder, Clea Stracke u. Verena Seibt, Veronika Veit

Architektur:
Roman Dietzig und Anne Wernicke (Studio Dietzig)
Benedict Esche
Agnes Förster
Alexander Fthenakis und Rolf Berninger
Sebastian Kofink und Simon Jüttner
Vanessa Philipp, Philipp Reichelt, Werner Schührer, Andy Westner und Christian Zöhrer

Design:
Nigin Beck, Federico Lameri, Ana Relvão, Charlotte Talbot, Philipp Weber

Fotografie:
Julian Baumann, Florian Huth, Asja Schubert, Frank Stürmer, Robert Voit, Matthias Ziegler

Schmuck:
Attai Chen, Dörthe Fuchs, Daniel Michel, Yutaka Minegishi, Martin Papcún, Gisbert Stach

Abb: Alexander Blank (Anhänger, 2008, Porzellan, Silber) Förderpreisträger Schmuck 2014, Foto: Alescha Birkenholz
 

Echo of untouched matter

Echo of untouched matter

15.01.2016 - 20.03.2016
Atsushi Wada
Jason Fulford
Katrin Petroschkat
Ryan Thompson
Shimabuku
Ulrich Gebert

Unübersehbar formt und verändert die Menschheit den Planeten nach ihrer Vorstellung.
Intelligenz erscheint dabei als Maß der Dinge und als Sockel, von dem aus alles Leben betrachtet, definiert, zu- und eingeordnet wird. Umgehend wurde dieses neue Erdzeitalter der Menschen, die Ära seiner zivilisierten Dominanz benannt: Das sogenannte Anthropozän klingt ein bisschen nach Kopfschmerztabletten, die den Kater nach der Party auch nicht wirklich kurieren können. Was war gestern? Blackout.
Und doch schwingt, leise aber deutlich, eine Sehnsucht der Menschen nach einer höheren Instanz, einem übergeordneten Etwas, dessen Teil sie sind. Wissbegier, eine rührende Neugier und vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, befeuern unser Interesse an der Natur und unseren Verbindungen zu einem grossen biologischen System.
Bei allen Versuchen, andere Existenzen zu erkunden, bleibt ein für Menschen quälender Zustand – die Erklärungsnot. Diese könnte jedoch irgendwann zu einem befreienden Gefühl werden: Wenn man akzeptiert, dass fast alle Lebewesen und Lebensformen, die um und mit uns existieren, deutlich mehr Evolutionserfahrung haben, könnte sich Besonnenheit als andere Art der Naturwissenschaft ausbreiten.
Echo of untouched matter erzählt vom menschlichen Wissens- und Schaffensdrang und verfolgt Ideen einer freundlichen Koexistenz von Lebensformen. Mit einem respektvollen oder verwunderten Blick, erforschen sechs Künstler aus Nordamerika, Japan und München die Beziehung des Menschen zu anderen Lebewesen und seiner Umwelt. Es entstehen Werke im Spannungsfeld der erlebten Gegenwart und der grossräumigen Erdgeschichte: Wadas Animationsfilme stellen eigenartige Rituale zwischen Mensch und Tier dar, in seiner Fotoserie grast Gebert auf dem Feld der vermeintlichen Authentizität von lange verlorenen Urtieren oder Bildern und Petroschkats Klanginstallation spielen das Mantra auf die Photosynthese. Arrangements von Shimabuku zur freundschaftlichen Kontaktaufnahme mit Meeresbewohnern helfen, die kommunikativen Barrieren zwischen Lebewesen und ihren verschiedenen Lebensformen zu überwinden, Thompsons tragische Archäologie wirkt befreiend und die Spuren- und Sporensuche von Fulford führen in komplexe Netzwerke zwischen Struktur und Chaos.
Wir begrüssen sie in einer Ausstellung in der Pilze, Algen, Bäume, Steine, Hasen, Phänomene, Seepferde und auch dicke Jungs oder andere intelligente Trockennasenaffen miteinander in Verbindung treten.
PS: Der Pilz des Jahres 2016 ist der Lilastielige Rötelrittling.

Abbildungen
Galerieseite: Jason Fulford, The Mushroom Collector
Startseite, Reihung: Atsushi Wada, The mechanism of spring
 

Fiery Greetings

25.09.2015 - 13.12.2015
Ein Projekt von Kiosk Belgrad in Kooperation mit der Lothringer13 Halle
kuratiert von Ana Adamović, in Zusammenarbeit mit Jörg Koopmann und Dana Weschke.
Die Ausstellung „Fiery Greetings“ zeichnet ein neues Bild des sozialistischen Jugoslawien, in dem die Kindheit und das Aufwachsen im Vordergrund stehen. Neun KünstlerInnen aus der Region arbeiteten mit historischen Archiven und formulieren einen Dialog zwischen künstlerischer Intervention und staatlichem Dokument. „Fiery Greetings“ fragt nach der Möglichkeit einer kollektiven und individuellen Erinnerung an ein Land, das so nicht mehr existiert.
 

This Probably Will Not Work

This Probably Will Not Work

Stefan Burger, Federico Delfrati, Kostis Velonis

17.07.2015 - 13.09.2015
„This probably will not work“ ist ein Zitat des amerikanischen Künstlers Jimmie Durham, der damit auf treffendste Weise das Konzept einer Utopie beschreibt — ein Idealzustand, den es zu erstreben gilt, und der gleichzeitig nicht zu erreichen ist. Während Durhams Aussage zunächst pessimistisch klingt, sorgt der Einschub „probably“ dafür, dass jede Hoffnung am Leben bleibt. Die Lothringer13 Halle lud unter diesem Titel drei Künstler ein, vor Ort neue Arbeiten zu realisieren. Stefan Burger, Federico Delfrati und Kostis Velonis widmen sich Fragestellungen, die einen gewissen Grad an Mut zum Scheitern erfordern.

Unser Handeln setzt voraus, dass dabei etwas entsteht, etwas voran- gebracht wird, etwas funktioniert. An diesen Mehrwehrt, an eine vermeintliche Verbesserung zu glauben, ist der Antrieb — und es reicht oft nur ein kleiner Funke davon, um all die Unwahrscheinlichkeiten und Zweifel zu übergehen. Aus unterschiedlichen Richtungen nähern sich die Künstler einem vor- programmiertem Erfolgsmodus, stellen ihn in Frage oder fordern ihn heraus. Ein Grieche, ein Schweizer und ein Italiener treffen sich in einer Münchner Halle. So könnte ein Meta-Witz anfangen, und eine Vielzahl an Pointen kommen einem in den Sinn, aber nicht zu Wort. Der Humor, der einem begegnet, ist feinsinniger, subversiver oder auch mit einem Geschmack von Verzweiflung versehen.

Federico Delfrati erinnert uns an den Traum vom Fliegen, der Kindern in Form einer Schaukel schon früh symbolisiert, hoch hinaus zu kommen. Enthusiastisch entwickelte der von Mailand nach München übersiedelte Künstler in der Halle eine Schaukel, die vorankommen soll, und gleichzeitig nicht vom Fleck kommt. Es ist unklar, ob nach der Vernissage mehr als die Zeichnungen und Dokumentation den kurzzeitigen Erfolg belegen, oder seine Vision Wirklichkeit wurde. Getrieben ist Delfrati ohnehin von der Freude an der Ungewissheit, der Spannung vor dem Gelingen oder Versagen, und all den neuen Fragen, die dabei aufgeworfen werden.

Mit dem Titel Tagesstätten für psychische Gesundheit 1–8 entwirft Stefan Burger Rastanlagen für den elastischen Zustand allgemeiner mentaler Verfassungen. Bereiche des leiblichen Aufenthalts und Hilfsmittel der leiblichen Hygiene treffen auf scheinbar neurotische Motti oder werden mit Sprachcodes mikrosozialer Gruppen kombiniert. Material von völlig unbe- kannter Herkunft findet sich ungewollt in einem Ausstellungsraum wieder und sucht die Verständigung mit dem Münchner Kunstklientel. Man muss sich fragen: An welcher örtlichen Stelle genau gelingt wohl sprachliche Überein- kunft? Verstehen mich bestimmte normative Systeme und auf wen ist eigentlich Verlass? Der Siegermoment bleibt Merchandising.

Für Kostis Velonis formulieren sich Objekte anders. Die Praxis bleibt aus, es ist unklar, ob sie schon war, erst kommt, oder gar nicht stattfindet. Velonis spinnt Visionen demokratischer Ideale und auf Gemeinschaft basie- rende, politische Modelle, die je nach Gesinnung radikal oder naiv anmuten. Die armen Architekturen zehren von reichen Referenzen und ziehen sich mit echter oder gedachter Patina durch die Halle, während die Titel in Zusatz- schichten arbeiten. Eine (E)Utopie? Velonis’ Skulpturen stellen historische Ideologien in die Jetztzeit, ob als Forderung oder Frage bleibt offen.

Der Gang durch die Halle konfrontiert mit einer Neuverteilung zwischen Scheitern und Erfolg. Wir durchbrechen physikalische Gesetze, erinnern uns an alte Ideale und hinterfragen die lokale Verfassung.
 

On Remote Control 2

On Remote Control 2

20.03.2015 - 14.06.2015
Luis Berríos-Negrón, Thomas Galler, Oliver Hartung, Eric van Hove, Philip Messner, Andreas Neumeister, Nira Pereg, Sharon Ya‘ari

Der zweite Teil des Ausstellungsprojekts “On Remote Control” widmet sich in einer neuen Zusammenstellung von neun Künstlerinnen und Künstlern dem arabischen Raum. Während die erste Etappe stärker das Thema militärischer und sozialer Auseinandersetzungen behandelte, stehen nun zivile, kulturelle und wissenschaftliche Einflüsse zwischen einer westlich und arabisch geprägten Welt im Fokus.

Arwa Al Neami
Never Never Land II, 2014
 

On Remote Control 1

09.01.2015 - 08.03.2015
Arwa Al Neami / The Atlas Group in Collaboration with Walid Raad / Andreas Neumeister / Thomas Galler / Hoda Tawakol
Es bestehen wilde Fantasien und vage Erfahrungen, was arabische und ´westliche´ Kulturen verbindet. CNN erfindet `muslim countries´, die SZ ´erklärt den Krieg` und die Lothringer13 Halle bat fünf Künstlerinnen und Künstler zwischen Zürich und Jeddah um Arbeiten. Es geht darin um die eigene oder andere Kultur, die Bilder, die verbinden oder Worte, die trennen und den gemeinsamen Spaß, selbst nicht genau zu wissen wie groß die Schnittmenge ist.
 

Förderpreise 2014

der Landeshauptstadt München

23.10.2014 - 30.11.2014
Bildende Kunst – Architektur – Design – Fotografie – Schmuck
Ausstellung der Vorschläge der Jurys
 

The Elepahnt Test

18.07.2014 - 12.10.2014
Mathew Hale
Lisa Holzer,
Jonas Liveröd
Basim Magdy
Pind