Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Nusser & Baumgart

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Steinheilstr. 18
80333 München

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15.01.2015 - 28.03.2015
 

Haubitz + Zoche

Haubitz + Zoche

Hybrid Modernism. Movie Theatres in South India

10.10.2014 - 13.12.2014
Haubitz + Zoche
New Theatres, Trivandrum, 2011/13

"New Theatres prangt in großen Lettern an dem Kinogebäude, dessen Fassade einer Collage aus unterschiedlichen Materialien und Formen im Stil der späten fünfziger Jahre  gleicht, während ein weitläufiger Parkplatz vor dem Kino noch auf Besucher wartet. Die Situation lässt vermuten, dass die Fotografie in einer nordamerikanischen Kleinstadt aufgenommen wurde. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch die fremdländischen Schriftzeichen, eine an der Fassade angebrachte Krishna Figur und mehrere Skulpturen von Elefanten ins Auge und geben Hinweise auf den tatsächlichen Standort des Kinos, das sich im südindischen Bundesstaat Kerala befindet.
Die Serie Hybrid Modernism. Movie Theaters in South India untersucht die Rezeption und Neuinterpretation westlicher architektonischer Einflüsse in Südindien und enthüllt in der gewohnt feinfühligen Annäherung und dem scharfen Blick von Haubitz + Zoche die ästhetische Qualität dieser außergewöhnlichen Gebäude.Nicht erst seit dem Bollywood-Boom der letzten Jahre sind das Kino und die Welt des Films ein relevanter Faktor und ein gesellschaftlicher Indikator innerhalb der indischen Kultur. Dies zeigen die zahlreichen, bereits in den 1950er bis 1970er Jahren erbauten Filmtheater, deren Architektur auf einer ungewöhnlichen, irritierenden Mischung aus westlichen Einflüssen und lokalen Baustilen basiert. Die Rezeption modernistischer Architektur wurde maßgeblich durch Le Corbusiers Bauprojekte in Indien in den fünfziger Jahren inspiriert und spiegelt sich auch in den Gebäuden einheimischer Architekten wider. Bei den südindischen Kinogebäuden ist dieser Einfluss deutlich erkennbar, wird aber von Elementen durchbrochen, die aus westlicher Sicht eher als „anti-modernistisch“ bewertet werden. Sie gehen auf die traditionelle indische Architektur ebenso zurück wie auch auf das einflussreiche Art Déco. Starke Farbigkeit, auffälliger bauplastischer Schmuck und das in der Moderne vehement abgelehnte Ornament der Arabeske bleibt hier vor allem in den Interieurs eine häufige Dekorationsform. Kurzum: Bei den indischen Kinogebäuden handelt es sich um eine kulturell geprägte Neuinterpretation des modernen Baustils, die nicht nur von der beschriebenen Hybridität gekennzeichnet ist, sondern auch von einer stark kulissenhaften Wirkung der Architektur. Oft erscheinen die Fassaden wie Attrappen, die dem Baukörper vorgesetzt wurden.
Die Serie Hybrid Modernism. Movie Theaters in South India untersucht die Rezeption und Neuinterpretation westlicher architektonischer Einflüsse in Südindien und enthüllt in der gewohnt feinfühligen Annäherung und dem scharfen Blick von Haubitz + Zoche die ästhetische Qualität dieser außergewöhnlichen Gebäude.
Nicht erst seit dem Bollywood-Boom der letzten Jahre sind das Kino und die Welt des Films ein relevanter Faktor und ein gesellschaftlicher Indikator innerhalb der indischen Kultur. Dies zeigen die zahlreichen, bereits in den 1950er bis 1970er Jahren erbauten Filmtheater, deren Architektur auf einer ungewöhnlichen, irritierenden Mischung aus westlichen Einflüssen und lokalen Baustilen basiert. Die Rezeption modernistischer Architektur wurde maßgeblich durch Le Corbusiers Bauprojekte in Indien in den fünfziger Jahren inspiriert und spiegelt sich auch in den Gebäuden einheimischer Architekten wider. ... Bei den indischen Kinogebäuden handelt es sich um eine kulturell geprägte Neuinterpretation des modernen Baustils, die nicht nur von der beschriebenen Hybridität gekennzeichnet ist, sondern auch von einer stark kulissenhaften Wirkung der Architektur. Oft erscheinen die Fassaden wie Attrappen, die dem Baukörper vorgesetzt wurden. Somit wird die den Kinofilm bestimmende Funktion der Kulisse und der damit einhergehende, für die filmische Präsentation so relevante Prozess der Immersion aufgegriffen – sie kommen bereits außerhalb des Kinosaals zum Tragen.
Diese interessante Zuspitzung der Gebäudefunktion wird im Inneren der Kinos fortgeführt. Auch hier trifft man mancherorts auf extravagante, skulpturale Formen und Verzierungen, die den Besucher in eine bühnengleiche Atmosphäre versetzen und ihn dadurch auf das bevorstehende Kinoerlebnis einstimmen.
Mit ihrer Serie Hybrid Modernism. Movie Theaters in South India gelingt es dem Künstlerinnenduo Haubitz + Zoche, komplexe kulturelle Prozesse visuell erfahrbar zu machen."
(Auszug aus einem Text von Dr. Anne Vieth, 2014)
Die in dieser Ausstellung gezeigten Fotografien sind in den Jahren 2011 - 2013 entstanden. Eine Publikation zur Werkserie ist in Vorbereitung.
Seit 1998 arbeiteten die Künstlerinnen Sabine Haubitz und Stefanie Zoche zusammen und positionierten sich unter dem Namen Haubitz + Zoche mit ihrem fotografischen und installativen Werken im internationalen Kunstgeschehen.

Im März 2014 ist Sabine Haubitz tödlich verunglückt.
Stefanie Zoche wird das Werk, das die Handschrift beider Künstlerinnen trägt, in beider Namen fortsetzen.
 

Peter Schlör

Peter Schlör

Light Shift

11.07.2014 - 04.10.2014
Peter Schlör
La Meseta III, 2013 (Ausschnitt)

Nusser & Baumgart freut sich, Landschaftsaufnahmen der neuen Werkreihe „Light Shift“, die kürzlich in der Landesgalerie Linz des Oberösterreichischen Landesmuseums (Nov. 2013 – Jan. 2014) gezeigt wurde, nun in München im Rahmen einer Einzelausstellung vorzustellen. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet, der anlässlich der Museumsausstellung im Kehrer Verlag erschienen ist.

Parallel zu dieser Ausstellung wird in einem zweiten Galerieraum eine Auswahl von europäischer Landschaftsmalerei des 17. bis 19. Jahrhunderts gezeigt. Mit dieser Gegenüberstellung wird deutlich, wie Schlör es versteht, Ideallandschaften in der heutigen Realität wiederzufinden und aufzunehmen.
“Die besondere Sensibilität für das natürliche Licht in der Landschaft zeichnet Peter Schlör als Fotografen aus. Schon in seinen Arbeiten der vergangenen Jahrzehnte spielte das Licht – neben der fotografischen Umsetzung einzelner Landschaftselemente in die schwarz-weiße Tonalität – eine wichtige Rolle. Sein Blick richtete sich in den frühen Arbeiten aber zumeist auf markante Schattenpartien, die die Landschaftsreliefs modellierten. In den neueren Aufnahmen beschäftigt sich Peter Schlör vor allem mit der Qualität des Lichts. Analogien zur Malerei alter Meister, in der das Licht eine wesentliche Rolle in der Bildkomposition spielt, sind offensichtlich. Damit hebt sich sein Werk von der großen Mehrheit der heutigen fotografischen Arbeiten ab, die sich nur gelegentlich explizit dem Phänomen des Lichtes widmen (..). Wie in den Landschaftsbildern der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts scheidet allein das Licht die Erde vom Himmel, die Berge von den Wolken, die Tallandschaft vom Gebirge der Gesamtkomposition. Es gilt die gleiche Voraussetzung für das „Aufnehmen“ von Bildern heute wie damals: das Innehalten, das genaue Beobachten, ein sich selbst zurücknehmendes, unbestechliches, nüchternes Schauen, das frei von konkreten Erwartungen ist.”
Auszug aus: Dr. Milan Chlumsky, „Ex occidente lux. Das Licht in der Landschaftsfotografie von
Peter Schlör“, in: Light Shift, Kehrer Verlag, Heidelberg 2013
 

Tim Wolff

Tim Wolff

Maschinen lügen nicht

01.03.2014 - 05.04.2014
 

Benjamin Bergmann

Benjamin Bergmann

Twist and shout

09.11.2013 - 18.01.2014
Abbildungen:
Benjamin Bergmann, Hilfe von oben, 2013

Am Sonntag, 10. November 2013: TISCHTENNIS MIT BENJAMIN BERGMANN, 11 - 13 Uhr.
Im Rahmen des Kunstwochenende-Programms findet ein Tischtennisturnier in der Galerie statt, bei dem unter allen Teilnehmern eine Arbeit von Benjamin Bergmann verlost wird.

In seinen Skulpturen, Installationen und Performances deutet Benjamin Bergmann immer wieder auf die Ambivalenz der vermeintlichen Realität hin, verschränkt unterschiedliche Sinnebenen miteinander und lässt den Rezipienten mit Zweideutigkeiten allein. Er produziert oft mehrdeutige Parabeln, die durch den Einsatz einer zunächst eindeutigen Bildsprache kombiniert mit einem narrativen Titel, konkrete Situationen heraufbeschwören. Fast immer durchlebt der Betrachter mehrere Stufen der Rezeption: Ein anfänglich unaufgeregter, vertrauter Blick, entwickelt sich zu einer amüsierten Überraschung und gerät oft in eine nachdenkliche Mehrdeutigkeit. Dem Künstler gelingt es, den vertrauten Blick des Betrachters fast heimtückisch zu durchkreuzen und neue Dimensionen des Gewohnten zu präsentieren.Bei Bergmanns Arbeit „Hilfe von oben“ etwa hängt ein dickes, massives Seil aus einem Loch in der Decke. Die Ästhetik des Seils, wie es augenscheinlich locker aus der Decke hängt, übt einen verführerischen Drang aus, daran zu ziehen. Auch der Titel, der eine zweite Ebene der Arbeit öffnet, verspricht reizvoll eine universelle Hilfeleistung, jene: „Hilfe von oben“ für jeden. Doch allein die Materialität der Arbeit – das Seil ist aus Bronze gegossen – zerschlägt die verheißungsvolle Hoffnung des ersten Moments. Es steht die Frage im Raum, was wäre denn überhaupt „da oben“? Gott oder eine andere übernatürliche Kraft? Ein Geldschauer? Die Arbeit ertappt den Rezipienten dabei, ganz individuell und intuitiv auf die zunächst gebotene Verführung zu reagieren und ebenso individuell auf das Rätsel des „oben“ zu antworten. Die Verlockung einer Universallösung für Probleme führt zu der Frage nach unserer aktuellen gesellschaftlichen Bedingung, Prioritäten und Werten. Bei den einen endet es in einem amüsierten Schmunzeln über die List des Künstlers, bei anderen womöglich mit einem flauen Gefühl in der Magengegend.Die direkte Ansprache und Einbeziehung des Rezipienten ist ein immanentes Element in Bergmanns Oeuvre, das seinen Skulpturen und Installationen einen performativen Charakter verleiht.
Tex (Auszug): Dana Weschke
 

Frank Gerritz

Frank Gerritz

On a Cloudy Day

13.09.2013 - 02.11.2013
Abbildung:
Frank Gerritz
Aquarello No. I, 2012

Nusser & Baumgart freut sich, in der Solo show „On a Cloudy Day“ von Frank Gerritz (*1964) drei neue Werkblöcke vorzustellen: Aquarello Drip Drawings, Dark/Light/Space und Concept Drawings. Die Aquarellos und Concept Drawings sind internationale Premieren.
Mit den in der Ausstellung präsentierten Arbeiten auf Papier werden durch Bearbeitung des Künstlers - entweder mit dem Paintstick, den flüssigen Rückständen dieses ölhaltigen Wachsstifts oder dem Bleistift - unterschiedliche Oberflächenstrukturen vorgeführt, die in ihrer Zusammenstellung ein spannungsreiches Wechselspiel erzeugen. Stets spielen bei Gerritz das Kreieren von Oberflächen sowie der Dialog mit dem umgebenden Raum und dessen Licht eine bedeutende Rolle. Die Herkunft aus der Bildhauerei und damit skulpturale Annäherung des Künstlers an Masse und Dichte bleibt immerzu erkennbar. Insbesondere bei den Werkblöcken der Dark/ Light/Space und Concept Drawings moduliert Gerritz vielschichtige Strukturen, die das Licht des Raumes einfangen und transformieren – es entsteht eine vollkommen eigenständige visuelle Qualität, durch die sich dem Betrachter ästhetisch komplexe und damit herausfordernde Erfahrungsräume erschließen.
 

Faivovich & Goldberg

Faivovich & Goldberg

solo show

04.05.2013 - 22.06.2013
Nusser & Baumgart freut sich sehr, mit A Guide to Campo del Cielo nicht nur die erste europäische Einzelausstellung von Faivovich & Goldberg in einer Galerie, sondern auch die erste Überblicksschau über das seit 2006 fortlaufende Projekt des argentinischen Duos zu zeigen.
Nach ihrer vielbeachteten Ausstellung im Portikus in Frankfurt 2010, einem Projekt am renommierten MIT (2011) und ihrem Beitrag zu Simon Starlings „The inaccessible poem“ in der Fondazione Merz (2011-12) war die Teilnahme an der letztjährigen dOCUMENTA ein weiterer Höhepunkt in der internationalen Aufmerksamkeit, die das Werk seit einigen Jahren erfährt.

Guillermo Faivovich (Buenos Aires, 1977) und Nicolás Goldberg, (Paris, 1978) arbeiten seit 2006 an A Guide to Campo del Cielo, einem Projekt, dass sich mit den kulturellen Auswirkungen eines Meteoritenschauers auseinandersetzt, der vor 4000 Jahren über der Region Chaco in Argentinien niederging. Vom Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammend, zerbarst eine Masse von geschätzt 800 Tonnen Eisen – älter als die Erde selbst – und brachte so eine Vielzahl von Meteoriten hervor. Die ursprünglichen Bewohner der Gegend, die Zeugen dieses Meteoritenschauers wurden, nannten die Region Pinguëm Nonraltá, was in der Sprache der Guaycurú Campo del Cielo („Himmelsfeld“) bedeutet. Seit diese riesigen Massen aus Eisen die abgelegenen Ebenen von Gran Chaco erreichten, waren sie Quelle für nicht endende Mythen und Rätsel und führten zu einem kontinuierlichen Pilgerstrom in das Gebiet.

Durch intensive Recherche verfolgen Faivovich & Goldberg nicht nur die Geschichte einiger Fragmente der Meteoriten des Campo del Cielo, seit diese auf der Erde aufschlugen, sondern untersuchen auch die kulturellen Dimensionen des Phänomens. Durch künstlerische Annäherung, Rekonstruktion und Re-Interpretation visueller und schriftlicher Aufzeichnungen sowie mündlicher Überlieferungen arbeiten die Künstler an sowohl historischen als auch zeitgenössischen Themen rund um die Meteoriten. Ihr Zugang zum Thema beinhaltet dabei bibliographische Nachforschungen, Archiv-Recherchen und den Austausch mit Menschen, die in die Geschichte der Region oder in weitreichende Feldforschungen involviert waren.

Eine umfassende Dokumentation wurde in zwei Büchern von der dOCUMENTA publiziert: The Campo del Cielo Meteorites – Vol. 1: El Taco (Hatje Cantz, 2010) und The Campo del Cielo Meteorites – Vol. 2: Chaco (Walther König, 2012).

Bei Nusser & Baumgart zeigen Faivovich & Goldberg eine Vielfalt künstlerischer Medien: installative Werke aus den Bereichen Photographie, Malerei, Video und Skulptur. In drei Räumen fächern sie die Kapitel dieses sich im fortlaufenden Prozess befindlichen Projektes mit Werken aus Vol. 1: El Taco, Vol. 2: Chaco and Vol. 3: Mesón de Fierro auf.
 

Kino der Kunst

Kino der Kunst

Benjamin BERGMANN, Julius HEINEMANN, Ati MAIER, Herbert NAUDERER, Pietro SANGUINETI & Tim WOLFF

24.04.2013 - 28.04.2013
Nusser & Baumgart freut sich, als eine von sieben Münchener Galerien bei Kino der Kunst teilzunehmen.

Mit Video-Arbeiten von Benjamin Bergmann, Julius Heinemann, Ati Maier, Herbert Nauderer, Pietro Sanguineti und Tim Wolff zeigt Nusser & Baumgart einen Querschnitt verschiedenster Filme:

Während beispielsweise Bergmann (*1968) das Bedürfnis nach Erfüllung und Sinnstiftung, den Umgang mit Schönheit und Vergänglichkeit umkreist, untersucht Julius Heinemann (*1984) die Verschränkung von Raum und Zeit.
Bei Herbert Nauderer (*1958) vermischen sich Bilder zu mysteriösen Szenen, wie in einer nicht endenden Traumsequenz, Ati Maier (*1962) schickt den Betrachter auf eine Reise durch multiperspektivisch angelegte Fantasielandschaften, die Animationen von Pietro Sanguineti (*1965) arbeiten mit Text, Bild und Sprache und Tim Wolff (*1976) macht sich das Thema der Dynamik für seine inhaltliche und formale Auseinandersetzung zu eigen.

Im Programm von Kino der Kunst ist unter anderem ein internationaler Wettbewerb mit 57 Filmen aus 20 Ländern; Keiner der Filme war bisher in München zu sehen, manche sind Europa- oder sogar Weltpremieren. Dem Künstler und Filmemacher Isaac Julien ist in der Pinakothek der Moderne/Schaustelle, dem Museum Brandhorst, der Sammlung Goetz und der HFF München eine Retrospektive gewidmet.
In der Pinakothek der Moderne findet eine Reihe von Künstlergesprächen statt. Ein zweiteiliger Überblick über aktuelle Filme aus Asien, ein öffentlicher Projektpitch für europäische Künstler und Filmemacher unter 35 Jahren, eine Spätvorstellung von Cindy Shermans Kultfilm "Office Killer" (1997) sind unter anderem geboten.

Das gesamte Programm von Kino der Kunst finden Sie auf: www.kinoderkunst.de
Während Kino der Kunst hat die Galerie auch Freitag von 12 - 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Abbildung: Tim Wolff
Installationsansicht Nusser & Baumgart 2012 Photo: W. Bayer
 

Herbert Nauderer

Herbert Nauderer

Mausmannsland

28.02.2013 - 22.04.2013
Slider, Startseite (Ausschnitt):
Herbert Nauderer
filmstill aus: Terzinen über die Vergänglichkeit (nach einem Gedicht über H. von Hofmannsthal)
2012, © VG Bild-Kunst, Bonn

Reihung, Startseite (Ausschnitt) und
Galerieseite links:
Herbert Nauderer
Vollgas, Mausmannsland, 2013

Mausmannsland ist ein Zyklus von Zeichnungen, Bildbearbeitungen und Videos, die sich zu einer Rauminstallation zusammenfügen. Erfundenes, Gefundenes, Autobiografisches vermischen sich zu mysteriösen Bildern und Szenen, wie in einer nicht endenden Traumsequenz. Der Betrachter taucht in eine unheimliche Parallelwelt ein.

Für eine der Videoarbeiten der Ausstellungen wurde ein eigener Kubus angefertigt, in den sich der Besucher alleine begeben muss. Gezeigt wird ein junges Mädchen, im Off werden Hugo von Hofmannsthals Terzinen über Vergänglichkeit zitiert. Der enge, abgeschlossene Raum, in dem sich der Betrachter befindet und die Nahaufnahme des Mädchens bewirken eine starke Intensität. Durch den abgetrennten Raum wird der Zuschauer zusätzlich aus dem Kontext der Galerie gezogen und kann von der Arbeit komplett eingenommen werden. (...)

Bei den gezeigten Bildbearbeitungen benutzt Herbert Nauderer eigene Fotografien, Familienfotos, gefundenes Bildmaterial, das er durch digitale Bildbearbeitung oder durch Zeichnungen verändert und in einen neuen Kontext rückt. In der Ausstellung werden diese als solitäre, großformatige Arbeiten sowie als „Tischobjekte“ gezeigt. Diese Art der Präsentation legt die Zusammengehörigkeit der Arbeiten nahe und verleitet dazu, nach narrativen Strukturen zu suchen. Programmatisch für den Künstler, lässt Herbert Nauderer jedoch wenig Rückschlüsse auf einen inhaltlichen Kontext zu und bleibt dabei, dem Besucher lieber Rätsel als Lösungen aufzugeben.
Text (Auszug): Dana Weschke
 

Julius Heinemann

Julius Heinemann

Auswahl 2010/11

15.12.2012 - 09.02.2013
Links: Julius Heinemann
untitled, mural V, 2012, (Detail)

Startseite: Julius Heinemann
Simultan (2011), Acryl, Lack und Kreide auf Holz

Linien, Farbflächen und der weiße Bildgrund – diese für die abstrakte Bildtradition so grundlegenden Darstellungsmittel bringt Julius Heinemann in seinen großformatigen Bildern in gewohnter und zugleich ungewohnter Weise zusammen. Zwischen die vielen bekannten Bilder, Assoziationen und Zuweisungen, die seine Kompositionen in Wechselwirkung mit unserem Hang zur kunsthistorischen Kategorisierung wecken – ein wenig poetischer Cy Twombly, ein wenig wütender Arnulf Rainer, ein wenig ungestümer Basquiat, ein wenig Abstrakter Expressionismus mit seiner betrachterbezogenen Bild-Raum-Beziehung – drängt sich etwas Irritierendes.
Heinemanns Arbeiten sind kein mixed bag kunsthistorischer Intertextualität, sondern eine Zuspitzung abstrakter Zeichnungs-, Malerei- und Raumbegriffe – zugespitzt auf den unbefangenen, aber präzise reflektierten Umgang mit Bildtraditionen und den Grundlagen künstlerischen Handelns. Seine Malerei basiert auf Spuren, die sich auf der Bildfläche einschreiben. Allerdings visualisieren sie nicht den Gefühlszustand des Künstlers im Moment der Begegnung mit der Leinwand, sondern sind schlicht Ausdruck seiner Präsenz. Es ist keine gestische Malerei, sondern Malerei als Geste: Markierungen im Hier und Jetzt, die in der ästhetischen Erfahrung mit dem Bildträger verschmelzen und als physisches Gegenüber, als Schnittstelle zwischen Bildraum und Realraum dem Betrachter begegnen, ihn selbst verorten. (Text: Anne Vieth)
Ein Katalog ist in Vorbereitung.
 

Thomas Weinberger

Thomas Weinberger

schön

26.10.2012 - 08.12.2012
Thomas Weinberger
"schön.", 99 sunsets

Nusser & Baumgart freut sich sehr, zum Kunstwochenende die Installation "schön." des in München lebenden Künstlers Thomas Weinberger (*1964) vorzustellen.

„Die Bechers haben eigentlich auch nichts Anderes gemacht, als Sonnenuntergänge zu fotografieren.“ Dieser Kommentar Thomas Weinbergers zu seinen neuen Arbeiten provoziert. Tatsächlich sucht Weinberger nach Ikonen: Visuelle Phänomene, die durch den fotografischen Blick Prozesse der ästhetischen Wahrnehmung aufdecken. Die Referenz zu den Bechers wird dem Besucher vorerst durch das Mittel der Akkumulation und die charakteristische Hängung der Arbeiten sichtbar gemacht. Doch überrascht nach Weinbergers Zitat, dass das Motiv seiner Arbeiten nicht im industriellen Kontext zu verorten ist. Vielmehr besteht die Ausstellung aus 99 Sonnenuntergängen.

Mit seiner im ersten Moment als antithetisch anmutenden Präsentation macht der Fotograf auf ein Phänomen in der menschlichen Wahrnehmung aufmerksam: Trotz der unzähligen Versuche von Philosophen, Soziologen oder Kunstwissenschaftlern die Bedingungen dafür, dass etwas als „schön“ eingestuft wird, zu benennen, gibt es keine allgemeingültige Definition von Schönheit. Dennoch gibt es bestimmte Erscheinungen, die von der Gesellschaft fast einstimmig als „schön“ betrachtet werden. Bei der Suche nach den Kriterien, die diesen Kanon zu bestimmen scheinen, erwiesen sich für Weinberger die Sonnenuntergänge als paradigmatisch. Anhand der Masse an gezeigten Sonnenuntergängen und deren speziell ausgewählter Motivik, soll der Besucher dazu angeregt werden, die Sensation „Schönheit“ an sich infrage zu stellen. Wieso genau wird der Sonnenuntergang unweigerlich ästhetisch wahrgenommen? Für Weinberger ist vor allem ein Charakteristikum der untergehenden Sonne wichtig: Je näher die Sonne dem Horizont kommt, desto mehr verliert sie ihre eigentliche Funktion Licht zu spenden. Erst von dieser sie definierenden Funktion losgelöst, wird die Sonne in ihrer unmittelbaren Erscheinung gesehen und ästhetisch wahrgenommen. Durch die installative Häufung wird das Motiv von seinem Ursprung entfremdet und die formalen Aspekte der Komposition sichtbar. ....

Sloterdijk stellt in seinem Buch „Stress und Freiheit“ fest: „Seit erwiesen ist, dass Realität vergessen werden kann, braucht sie Anwälte, die für ihre Wiederkehr plädieren. Tatsächlich ist die Ideen- und Mentalitätsgeschichte Europas seit zweihundertfünfzig Jahren im wesentlichen ein Kampf gegen die Folgen von Rousseaus Entdeckung. Sie ist das endlose Gefecht des Realismus gegen das, was man seither zumeist verächtlich oder warnend Romantik nennt.“

Thomas Weinberger nimmt diese Kritik gegen eine kollektive Verurteilung des Romantischen auf, und stellt sie in den Kontext der Fotografie. Ihr gegenüber besteht noch immer die Erwartungshaltung, ein objektives Abbild der Realität und damit einen Erkenntnisgewinn generieren zu müssen. Die Auseinandersetzung mit Fragen einer reinen Ästhetik steht diesem Anspruch entgegen. Die gezeigten Arbeiten Weinbergers ignorieren diese Maximen und fragen bewusst nach der Position des Fotografen innerhalb einer Theorie der Ästhetik.
Text: Dana Weschke

Während des Kunstwochenendes ist die Galerie am Samstag & Sonntag, 27. & 28. Oktober, von 11 bis 18 Uhr geöffnet
 

Winter/Hörbelt

Winter/Hörbelt

Rauminstallation

26.10.2012 - 08.12.2012
Winter/Hörbelt
Kabine Bonnell, Installationsnasicht 2012

Zum Kunstwochenende in München zeigt Nusser & Baumgart neue Arbeiten des in Frankfurt lebenden Künstlerduos Winter/Hörbelt. Die seit 1993 zusammenarbeitenden Künstler präsentieren in der Galerie eine raumgreifende Installation, die sich an der Schnittstelle zwischen Skulptur und Besucher-initiierten Performance bewegt.
Mitte der 90er-Jahre wurden Winter/Hörbelt mit ihren aus Mineralwasser-Kästen bestehenden Pavillons bzw. “Kastenhäusern” bekannt, die sie überall auf der Welt installierten. Die geschaffenen Skulpturen sind stets begehbar und damit als Raum für den Besucher erfahrbar. Die Immersion ist in allen Arbeiten ein wichtiges Instrument der Künstler, um dem Besucher einen anderen Blick auf seine Umgebung zu ermöglichen. Die Getränkekästen, wie sie vorher wahrgenommen wurden, bilden einen neuen, künstlichen Raum, eine neue Erfahrungswelt für den Besucher. Die Massen an Plastik, die eine neue Umgebung formen, werden erst durch diese Transformation sichtbar.
Der Fokus der Künstler liegt grundsätzlich auf Gegenständen, die uns im Alltag umgeben. Sie verwenden industriell gefertigte Massenprodukte, die sie meist im öffentlichen Raum zu neuen Wahrnehmungswelten komponieren.
Bei der für die Galerie neu geschaffenen Rauminstallation bedienten sich die Künstler eines neuen Werkstoffs: Bonnell-Federkerne. Diese Federn sind noch immer ein Klassiker in den allermeisten Betten und zeichnen sich durch ihre dauerhafte Elastizität aus. Aus diesem Material haben Winter/Hörbelt 2011 in China das erste Mal eine Arbeit gestaltet: Mehrere, miteinander verbundene Räume, die durch das Betreten der Besucher in Schwingung gebracht werden. Bei Nusser & Baumgart wird der Galerieraum durch skulpturale Eingriffe, die sich ebensolcher Zellen aus Federkernen bedienen, gestaltet und verändert. Die aus herkömmlichen Matratzen stammenden Federn wurden für die Objekte neu geformt und bilden zusammen ein dichtes Muster, das die Wände der Galerieräume überzieht. Beim Betreten der skulpturalen Installation werden diese Muster in Bewegung versetzt und es entsteht eine gewisse Unschärfe der vorher so durchorganisierten Schemen. Gleichzeitig gehen die Schwingungen auch in den Körper des Betrachters über und ergänzen die visuellen Effekte durch physische Erfahrungen. Unter der Voraussetzung der Partizipation erhält diese Arbeit von Winter/Hörbelt eine performative Qualität. ...
Text (Auszug): Dana Weschke

Während des Kunstwochenendes ist die Galerie am Samstag & Sonntag, 27. & 28. Oktober, von 11 bis 18 Uhr geöffnet
 

Daniel Man

Daniel Man

Wie wahr ich?

14.09.2012 - 20.10.2012
Daniel Man, Odeuvre, 2012

Nusser & Baumgart freut sich sehr, im Rahmen der Open Art neue Arbeiten des in London geborenen Künstlers Daniel MAN (*1969) zu zeigen.

Im Spot°light, einem speziellen Ausstellungsformat von Nusser & Baumgart, werden aktuelle Entwicklungen eines Künstlers, bestimmte Werke oder Werkkomplexe in den Fokus gestellt.

Der Entstehungsprozess steht bei Daniel Man im Mittelpunkt seiner Arbeit. Der Besucher sieht in der Ausstellung das Ergebnis eines langen Verfahrens, in dem sich der Künstler mit Fragen zu Ästhetik, Räumlichkeit und Symbolik beschäftigte. In den gezeigten Papierarbeiten ist der Prozess erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Unter dem schwarzen Hintergrund der Werke kann man frühere Formen und Konturen erahnen. Der Künstler übersetzte hier das Verfahren der Subtraktion, wie es in der Bildhauerei angewandt wird, auf die zweidimensionalen Papierarbeiten: Schritt für Schritt trägt er vorheriges Material wieder ab, in dem er es mit Schwarz übermalt. Übrig bleiben abstrakte Objekte, deren individuelle Formen ex negativo, also aus dem nicht-Sein des sie Umgebenden, definiert werden.

Dieses antithesische Vorgehen ist ein charakteristischer Aspekt in Daniel Mans Œuvre. Der Künstler, aus der Graffiti-Szene kommt, sucht immer wieder nach den Schnittstellen und Zwischenräumen. Die Spannung zwischen dem Eindeutigen und dem Vagen ist es, was ihn antreibt. Zwar verwendet er in seinen Werken oft Symbole aus dem Volksglauben, aus Brauchtümern und Traditionen; deren Urtypen werden aber immer wieder aufgebrochen oder entfremdet. Daniel Man interessiert sich nicht nur für die Mystik die von diesen Sinnbildern ausgeht, sondern auch für deren Doppeldeutigkeit in verschiedenen Kultursystemen. Wie ein Chiffre, das zur anonymen Kommunikation verwendet wird, reißt der Künstler die Symbole aus ihrem Kontext und arbeitet so deren universalen Deutungsanspruch heraus. ...

Text: Dana Weschke (Auszug)
 

Peter Schlör „Black & Wide

Peter Schlör „Black & Wide

spot°light: Daniel Man

14.09.2012 - 20.10.2012
Peter Schlör, El Barrial, 2011, FineArt Pigmentprint/ Diasec, 150 x 155;
Edition 6 + 2 AP


Peter Schlör „Black & Wide“
Peter Schlörs (*1964) schwarz-weisse Landschaftsfotografien der kanarischen Inseln sind so gar nicht das, was man angesichts heutiger „Pop- und Werbefotografie“ erwarten könnte. Sie entbehren jeglicher Folklore und wenden sich vielmehr klassischer Fotografie zu: Menschenleere vulkanische Landschaften, der Himmel, die Natur im Spannungsfeld zwischen Ruhe und Dramatik.
Auszumachen sind Andeutungen zu Epochen und Stilelementen wie z.B. der Romantik, des Impressionismus oder des magischen Realismus: geprägt von starken Hell-Dunkel Kontrasten und klaren Kompositionen, zeigen sie das Magische zwischen Realität und Möglichkeit.

Spot°light: Daniel Man „Wie wahr ich?“
Der 1969 in London geborene Daniel Man, der als Graffiti-Künstler weltweit seine Spuren hinterließ, hat auch in seinen Skulpturen, Rauminstallationen und seinen Arbeiten auf Papier und Leinwand eine eigenwillige, deutlich wiedererkennbare Bildsprache entwickelt: Geometrische Formen stehen amorphen, organischen Strukturen gegenüber; abstrakte Elemente treffen auf figurative Darstellungen - geprägt vom Prinzip These/ Antithese.
 

Peter Schlör

Peter Schlör

Neue Fotografien

29.06.2012 - 01.09.2012
 

Martin Fengel

Martin Fengel

„Puff the Magic Dragon“

11.05.2012 - 15.07.2012
Der Künstler Martin Fengel (*1964) zeigt mit „Puff the magic dragon“ seine erste Einzelausstellung bei Nusser & Baumgart. Die Schau ist thematisch in zwei Teile gegliedert und präsentiert neue Arbeiten aus diesem und dem letzten Jahr. Begleitend zur Ausstellung erscheinen zwei Kataloge.

Unter dem Titel „Wachs“ werden neue Arbeiten gezeigt, mit denen Fengel 2011 begann. In der Serie beschäftigt sich der Künstler mit dem Material Wachs und untersucht die verschiedenen Bezüge, die dazu bestehen. Einerseits stellen die Arbeiten eine Allegorie auf die Hippie-Kultur der 1960er-Jahre dar, als Kerzen in Kreisen der spirituell- esoterischen Szene weit verbreitete Requisiten waren. Der meditative Entstehungsprozess, bei dem die Skulpturen Tropfen für Tropfen in die Höhe wachsen, erinnert an den von bewusstseinserweiternden Drogen geprägten Lebensstil. In schon fast tranceartigen Kulten, bei denen die Kerze immer wieder beträufelt wird, wird das Wachs zu einem Symbol für die Zeit, der man beim Fließen zusehen kann.

Andererseits stellt Fengel aber auch einen Querverweis zu der fast zeitgleichen Wiederentdeckung von Wachs in der US-amerikanischen Pop Art her. Nachdem die Enkaustik in der Spätantike erst von der Tempera- und später von der Ölmalerei abgelöst wurde, erlebt die Technik durch Künstler wie Jasper Johns in den 1950er-Jahren ein Revival. Durch das zerfließende, aber schnell trocknende Wachs entstehen spezielle Oberflächenqualitäten und eine besondere Farbigkeit. Auch der Bezug zu den damals revolutionären drip paintings ist deutlich: Der Künstler denkt das drip painting weiter zur drip sculpture. Die abstrakten Formen entstehen nicht durch das bewusste Eingreifen des Künstlers, sondern alleine durch den Übergang in die verschiedenen Aggregatzustände. Das Wachs wird immer wieder beträufelt, neue Schichten kommen hinzu und schon existierende Formen werden durch Erwärmung abgewandelt. Diese temporäre Veränderbarkeit ist ein wichtiger Aspekt: So entstehen in jeder Phase des Schaffensprozess unabhängige Kunstwerke und unter den vielen Schichten bestehen weiterhin die Skulpturen aus früheren Phasen.

Indem er in der Ausstellung nur die Abbilder der Skulpturen zeigt, stellt Fengel das Element der steten Veränderung dem Medium der Fotografie entgegen. Die für die Skulpturen so charakteristische temporäre Veränderbarkeit spielt für die Fotografien keine Rolle mehr. Die verschiedenen Phasen werden dauerhaft auf der Fotoarbeit festgehalten und die unter den Schichten verborgenen Werke für den Betrachter sichtbar gemacht. Gleichzeitig betont diese Vorgehensweise die Vergänglichkeit der während des Schaffensprozesses entstandenen Wachsskulpturen: Sie existieren nur noch in den Bildern.

Die Geschichte, die Martin Fengel im anderen Teil der Ausstellung erzählt, spielt abseits der Zivilisation und dreht sich um die Machenschaften einer skurrilen Sektengemeinschaft. Die gezeigten Motive verbindet das Seltsame, das Bizarre. Die Arbeiten stellen eine Behauptung auf, die in einem zugehörigen Text des Autors Georg M. Oswald belegt wird. Zwar ist auch hier der Bezug zur Hippie-Kultur deutlich, aber auch Horror- und Fantasy-Comics der 50er-Jahre, wie etwa das Werk von H.P. Lovecraft, waren Inspirationsquelle. Die Fotografien zeigen in der Realität vorgefundene Motive, die vom Künstler zu einer hypothetischen Szenerie versammelt werden. Neben den Fotoarbeiten sollen auch Plakate und Cannabisgeruch das Szenarium genauer bestimmen.

Neben seiner Ausstellung in der Galerie, sind weitere Arbeiten des Künstlers in der Museum Vila Stuck in München zu sehen. Zum Anlass des 20-jährigen Jubiläums des Museums wurde Martin Fengel eingeladen, das Ausstellungshaus über das Jahr hinweg zu begleiten. Jede Woche hängt Fengel im Eingangsbereich eine neue Fotoarbeit auf. Unter dem Titel „Wachs“ soll sich die Installation bis zum Ende des Jahres stetig erweitern und den Raum neu gestalten. Zudem wird es über das Jahr verteilt vier musikalische Veranstaltungen geben, in denen Fengel einen Bogen zwischen Jazz, Klassik, Folklore und Disco spannt.
 

Aitor Ortiz  2002 – 2012

Aitor Ortiz 2002 – 2012

23.03.2012 - 05.05.2012
Aitor Ortiz, Modular Mod, Installation
(010 + 011 + 012), 2002

Nach seiner vielbeachteten solo show im Guggenheim Museum in Bilbao (2011), freut sich Nusser & Baumgart nun, Aitor Ortiz' zweite solo show in der Münchner Galerie auszurichten. In der Ausstellung werden Werke der letzten Dekade gezeigt, im Dialog mit einer ortsspezifischen Installation, welche in ähnlicher Form im Guggenheim Museum in Bilbao präsentiert wurde.

Ein illustrierter, 200 Seiten umfassender Katalog, welcher anläßlich der Ausstellung im Guggenheim, Bilbao und im Fotografiska, The Swedish Museum of Photography, Stockholm, bei HatjeCantz erschienen ist, ist erhältlich:

"Aitor Ortiz (*1971 in Bilbao) hat monumentale Bauwerke, wie etwa das von Frank O. Gehry konzipierte Guggenheim-Museum in Bilbao oder den von Norman Foster gestalteten Viadukt von Millau in Südfrankreich, fotografiert. Doch seine großformatigen Bilder sind keine klassischen Architekturaufnahmen. Bei genauer Betrachtung widerlegen sie ihren dokumentarischen Charakter und erweisen sich als eigenständige Kunstwerke. Architektur und Raum werden derart auf elementare Formen und Strukturen reduziert, dass sich jede Gegenständlichkeit aufzulösen scheint. Die Arbeiten verweisen auf Bernd und Hilla Becher sowie Thomas Struth und Andreas Gursky. Zugleich schert der Künstler gekonnt aus dieser Tradition aus und präsentiert seine Fotografien zusammen mit skulpturalen Arbeiten."
(Hatje Cantz Verlag)