Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Smudajescheck / Kunstraum van Treeck

Schwindstr. 3 • 80798 M
Tel. +49 (0) 173 311 0309
www.smudajescheck.com art@smudajescheck.com
Mi–Fr 11–18 • Sa 11–16 • und nach Vereinbarung

Schwindstr. 3
80798 München

Laufende Ausstellungen


Kommende Ausstellungen

Piet Tuytel

Piet Tuytel

elementary - New Sculptures

30.11.2017 - 22.12.2017
Piet Tuytel
SK, 2015
Steel
70 x 65 x 7 cm
 

Vergangene Ausstellungen

Silvio Cattani

Silvio Cattani

Pagine di Vetro

28.10.2017 - 17.11.2017
In Kooperation mit GUSTAV VAN TREECK
Bayerische Hofglasmalerei

Eine Diashow (PowerPoint Präsentation) in der Galerie zeigt das Schaffen der Werkstätten GUSTAV VAN TREECK, wo seit 1887 Bauteile und Kunst aus Glas und Mosaik für Architektur entwickelt und produziert werden.

Silvio Cattani
Pagine di Vetro//1, 2017
Glaspbjekt
45 X 51 cm
© Silvio Cattani

 
 

Ulrich Blum

Ulrich Blum

Zeitstücke/Timescapes

09.09.2017 - 23.09.2017
Ulrich Blum ist Arzt und seit 2003 freier Fotograf. Die fotografischen Bilder in Zeitstücke sind eine Reflexion über Zeit, Schönheit, Vergessen und Erinnerung. Sie versuchen Zeit ‚sichtbar‘ zu machen sowie die Dauer der Zeit ahnen zu lassen. Sie haben mit der Wahrnehmung der Welt, die uns umgibt, und mit deren Deutung zu tun. Sie haben auch, da wir nur Segmente der Welt bewusst zu erfassen vermögen, mit der Mehrdeutigkeit von Erinnertem zu tun, und – nicht zu vergessen – ein wenig mit der Liebe zum Leben.

Anlässlich der Ausstellung erscheint der Katalog Zeitstücke/Timescapes von Ulrich Blum.

Ulrich Blum
Nichts als ein Haufen Neuronen, 2011
GF-S/W-Negativ 8x10 in Backlit Folie im Leuchtkasten
Bildgrösse 100 x 80 cm

 
 

Esther Hagenmaier

Esther Hagenmaier

simultan

24.06.2017 - 29.07.2017
Fotoarbeiten - shaped photographies und Fotogramme

Die shaped photographies von Esther Hagenmaier sind ursprünglich Architekturaufnahmen, deren Motiv auch den geübten Betrachter rätseln lässt.
"...Das Resultat ist jeweils ein Bildobjekt, das dem Relief ähnlicher ist als einer Fotografie: Wo vorn, wo hinten ist, vor allem wo oben und wo unten sein mag, das entscheidet die Betrachtung, nicht die Künstlerin allein. Die berühmten Malregeln von Figur und Grund kehrt sie ganz konstruktivistisch in ihr Gegenteil, und auch das schräggestellte Kompositionskreuz eines Malevich ist ihr so wenig fremd wie die entfesselte Kamera eines Vertov. Nur: Die Bilder sind ganz ruhig, nicht in dem Sinn dynamisch, wie es die sowjetischen Revolutionäre wollten...Bei alledem bleiben die Bilder von Esther Hagenmaier zumeist auch fotografisch, zeigen Ausschnitte der Welt. Bei ihr sind dies Architekturen, und im Laufe der Entwicklung ihres Œuvres wurden sie spezifischer, auch was die Mittel der Darstellung angeht. Wand- und Bodenstücke sind da zu sehen, gelegentlich von einem Schatten diagonal geteilt; Schatten und Bodenkanten bilden zudem gegenläufige Winkel. Wer sich in der modernen und spätmodernen Baugeschichte ein wenig auskennt, mag an den Betonwänden, ihrer Schalung und Begrenzung bereits erkennen, um welche Gebäude es sich handelt..."

„Seit einigen Jahren widmet sich Esther Hagenmaier Bildobjekten aus polygon beschnittenen Photographien, die durch ihre Montage vor der Wand zu schweben scheinen und das malerische Konzept der shaped canvas gleichermaßen in ein trampe l’oeil wie in die Medienwirklichkeit übertragen. Ihre formalen Kompositionsstrategien bleiben dabei in konstruktivistischer Klarheit und oftmals im strengen Schwarzweißgrau der klassischen Photographie.“ Rolf Sachsse

Esther Hagenmaier
Bildkörper 01, 2015
Farbfotografie auf Aludibond, beschnitten
47 x 29 cm, Auflage 4+1 ea

 
 

„ich sehe was, was du auch siehst“

„ich sehe was, was du auch siehst“

19.05.2017 - 27.05.2017
Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten der jungen Künstler/innen Felicitas Fässler, Eri Hayashi, Jakob Schreiter und Carl Bens. Das Material Glas ist das verbindende Element zwischen den Künstler/innen und es eröffnet sich ein spielerischer Dialog, durch welchen sie die Vielseitigkeit im künstlerischen Umgang mit Glas illustrieren.
Die starken Einzelpositionen der vier Künstler/innen kommunizieren auf einer konzeptuellen Ebene und überzeugen durch ihre materielle Leichtigkeit. Die Werke der jungen Künstler/innen vermitteln eine vertraute Natürlichkeit und formen zugleich einen spannenden Raum.

Öffnungszeiten:
20. + 21. Mai: 12–20 Uhr
25.–27. Mai: 14–20 Uhr

Abbildungen
Galerieseite: Felicitas Fässler
Home, Reihung (Ausschnitt): Eri Hayashi
Home, Slider (Ausschnitt): Carl Bens

 
 

Lev Khesin

Lev Khesin

Apeiron

18.03.2017 - 13.05.2017
Lev Khesin
Anizar, 2016
Silikon und Pigmente auf Sperrholz
55 x 41 cm

Lev Khesin:
"...Die meisten Arbeiten sind nicht im traditionellen Sinne gemalt. Vielmehr wachsen sie im Verlauf der Aufschichtungen. Obwohl die Bilder einen formalen Aufbau haben und keine Metaphern der Gegenstände oder Erscheinungen der äußeren Welt sind, ist ihr Entstehen Naturprozessen, z.B. dem Wachstum von Mineralien oder Kristallen ähnlich. Dieses Wachstum ist an den Bildrändern ablesbar..."
 

Janina Roider

Janina Roider

#picoftheday

09.12.2016 - 25.02.2017
Janina Roider
o.T. 2016
Acryl und Sprühlack auf Leinwand
60 x 50 cm
 

Neringa Vasiliauskaite

Neringa Vasiliauskaite

28.10.2016 - 12.11.2016
Für unsere Premiere bei PLATEAU münchen haben wir die junge Künstlerin Neringa Vasiliauskaite aus Litauen ausgewählt. Ihre minimalistischen Glasobjekte strahlen eine poetische Faszination im Raum aus.

„IMAGE IS A SPACE. SPACE IS AN IMAGE

Ist Licht sichtbar? Was macht Licht sichtbar?
Hat Licht eine Farbe?
Und wo liegt die Grenze zwischen Materialität und Immaterialität?

Unser menschliches Auge kann nur ein begrenztes Spektrum an Lichtwellen wahrnehmen, diese werden in der Einheit Nanometer gemessen und bewegen sich in einem Rahmen zwischen 390 - 700. Zur Erzeugung dieser Lichtwellen benutzt die 1984 in Litauen geborene Künstlerin, Neringa Vasiliauskaite, von der NASA entwickeltes beschichtetes Glas, welches durch eine spezielle Schicht aus Metalloxiden, Lichtwellen in ihre Einzelbestandteile aufbricht. So reflektiert das farblose Glas auf der Ober- und Unterseite jeweils komplementäre Farbwellen, welche mit Hilfe unterschiedlicher Lichtquellen in Intensität, Schärfe und Länge variiert werden können.
Derzeit arbeitet Neringa Vasiliauskaite an der Münchner Akademie der bildenden Künste an Installationen aus Glas, welche durch Lichtbrechung zauberhaft zarte, grafische Lichtgebilde in den Raum projizieren.
Ihre Arbeitsweise besteht hierbei aus Betrachten, Wahrnehmen, Reflektieren und Reagieren. Die Entwicklung ihrer Werke erfolgt durch genaue Beobachtungsstudien in verschiedenen Umgebungen mit unterschiedlichsten Gegebenheiten, changierend in Raum, Licht, der Reaktion des Betrachters, der Wirkung auf sie selbst und unzählige weitere Faktoren, die eine ungemein feingeistige Umgangsweise mit der Umwelt erfordern. Auf Basis dieser tastend, umsichtigen Herangehensweise entwickelt sie ihre Farb- und Formensprache im Raum kontinuierlich weiter.
Es geht ihr darum, das Werk als Gesamtes, als persönlichen Forschungsauftrag im Sinne der Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung zu betrachten. Als Grenzgang zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Sehr wohl sind ihre zarten, schlichten Glasgebilde konkret und greifbar. Nicht jedoch das, was sie projizieren. Bloßes Licht, gebrochen in als farbiges Licht wahrgenommene Nanometer, zusammengesetzt zu konzeptuellen Lichtgerüsten, getragen durch den neutralen Untergrund des Raumes…
Durch das Zusammenspiel der Werke, das Verlassen eines starren Formats, hinein leuchtend in einen begehbaren Raum, verlässt der Betrachter seinen gewohnten Standpunkt und wird durch die Bewegung des Körpers innerhalb des dreidimensionalen Raumes zu einem partizipierenden Bestandteil des Gesamtwerkes…“
Manuela Hillmann, Kunsthistorikerin

Neringa Vasiliauskaite
„Let it be said that they found us very close together, in the light.“,
They Might Be Giants (1971), 2016, Ausschnitt,
beschichtetes Glas, UV Druck, Holz
170 x 112 x 2 cm
 

Willi Siber

Willi Siber

09.09.2016 - 15.10.2016
Willi Siber
Wandinstallation 2014
Kunsthalle Villa Rot
Foto: Henry M. Lindner

Willi Siber ist Maler und Bildhauer. Sei es in Zeichnung, Grafik oder Malerei, sei es in plastischen Bildkörpern, freistehenden Skulpturen oder raumbezüglichen Objektinstallationen: Farbe und Form, Licht und Raum sind Ursprung und Ziel, Substanz, Materie und Inhalt, Spielball und Baustein seiner Kunst. In über drei Jahrzehnten schöpferischer Tätigkeit hat sich Willi Sibers Einsatz, Umgang und Auseinandersetzung mit Farbe und Form leise und stetig verwandelt, ohne grundlegende Aufgabenstellungen, Merkmale und Anliegen einzubüßen. So groß die Bandbreite seiner künstlerischen Ausdrucksformen ist, so groß ist auch die Variationskraft seiner Bilder, Skulpturen und Objekte. Diese Vielgestaltigkeit resultiert aus der Erforschung materialimmanenter Eigenschaften und der Erörterung fundamentaler Themen, die Willi Siber auf unterschiedlichsten Ebenen in seiner Kunst verfolgt: die Fragen nach dem Werkstoff, seiner Bearbeitung und Verfremdung, dem verwendeten Farben- und Formenkanon und die Fragen nach Raum, Licht und Erscheinung.
Dr. Stefanie Dathe

1.10.–15.10.2016 nur auf Verabredung: art@smudajescheck.com

 
 

Sam Francis & Bernar Venet

Sam Francis & Bernar Venet

2 Positionen

02.07.2016 - 29.07.2016
Arbeiten auf Papier | Skulptur

Sam Francis
untitled Lithograph
A.P., 85 x 85 cm
 

Rita Rohlfing

Rita Rohlfing

Colone. Photographs and Spaces

30.04.2016 - 02.06.2016
Rita Rohlfing
s c h e i n b a r, 2015
Lambda Print hinter Acrylglas auf Alu-Dibond
200 x 125 x 3 cm

Für die Ausstellung C O L O G N E | Photographs and Spaces in München, haben wir einige Arbeiten der Kölner Künstlerin Rita Rohlfing aus der ortsspezifischen Inszenierung der raumgreifenden Soloshow "Rita Rohlfing – Das Virtuelle im Konkreten" im Clemens Sels Museums Neuss 2015/16 ausgesucht.
Rita Rohlfing setzt sich in ihrem Werk mit dem Raum und dem Verhältnis von Betrachter und Objekt auseinander. So werden die "Spaces" je nach Position, Blickwinkel und Bewegung verschieden wahrgenommen. Die "Photographs", sowohl sehr große als auch mittlere Formate, entführen uns in den Kosmos, und lassen uns rätseln, welche Realität hinter den Aufnahmen steht. Lassen Sie sich inspirieren und verführen! Die Fotografien haben ihren Ausgangspunkt in der Architektur und der Kunst. Mit dem lakonischen KUNSTRAUM VAN TREECK gehen Sie eine starke Allianz ein.

Zur Ausstellung im Clemens Sels Museums Neuss ist ein bemerkenswerter schöner Katalog erschienen mit Text des Kunstkritikers und Kunsthistorikers PETER LODERMEYER.
 

Julia Schewalie

Julia Schewalie

Materie

10.03.2016 - 17.04.2016
Die Werke von Julia Schewalie kreisen um das Thema Bewegung, Wahrnehmung, Materialität und Rhythmus. In der Verwendung unterschiedlichster Ausgangsmaterialien von Bitumen, Acryl, Vinyl über Autofolien, PVC, Schellack, Nylon bis hin zu Magnetbändern lotet sie die Möglichkeiten der “Materialfarbe” Schwarz konsequent aus. Die haptische Qualität des zur Verwendung kommenden Materials bildet hierbei den Ausgangspunkt für ihre Bildidee. Auf diesem Weg kommen unter anderem poetische, sich nach Außen wölbende, gepolsterte Oberflächen, mosaikhafte Parkettierungen, vertikale Anordnungen und flirrende, kinetische Objekte als Ergebnisse ihrer Versuchsanordnungen zustande.

Gezielte Störungen bilden neben klaren Strukturen den besonderen Reiz ihrer Werke. Julia Schewalies Arbeiten trotzen der Bindung an die zweidimensionalen Fläche, indem sie sich stetig verändernde Wahrnehmungsräume schaffen. Erst in der Bewegung erschließt sich dem Betrachter in Gänze das Wechselspiel zwischen Konstruktion und Dekonstruktion seines eigenen Abbildes auf den reflektierenden Oberflächen. „Der Mensch ist alles, nur nicht bestimmt“ (Julia Schewalie).
 

Andrej Pirrwitz

Andrej Pirrwitz

Nowhere – Photographie

05.02.2016 - 05.03.2016
Andrej Pirrwitz
Schiffe versenken 1
2013
124 x 124 cm

Im Unterschied zu den Naturalisten, die bloß fixieren, was ihnen vor die Linse kommt, nutzt Pirrwitz das, was ihm begegnet, zum Arrangieren. Er deutet es um, verknüpft es mit sich selbst als Autor und lädt es mit neuen Bedeutungen auf. Sein Prinzip ist das des „Refraiming“, um mal einen Begriff des neurolinguistischen Programmierens zu verwenden. Alles, was wir wahrnehmen, nehmen wir in einem Bezugsrahmen, einem Wahrnehmungsrahmen wahr. Durch Umdeutung wird einer Situation oder einem Geschehen eine andere Bedeutung oder ein anderer Sinn zugewiesen. Auf welch subtile und vielfältig ästhetische Weise man hier vorgehen kann, zeigt uns Andrej Pirrwitz auf eindrucksvolle Weise.

Etwa seit 2005 nimmt Pirrwitz bewusst Veränderungen im Raum vor, bevor er fotografiert. Er greift in die Realität ein. Der Künstler beobachtet, entdeckt, aber er fotografiert nicht, was da ist, er verzichtet auf die Bestätigung des Vorgefundenen, er reinigt, korrigiert, konzentriert, reduziert und minimalisiert.

Die Veränderung des räumlichen Bezugsrahmens erfolgt wesentlich durch Entfärbung oder, umgedreht, durch farbliche Akzentuierung. Ob sich dabei Farbe auf der Wand oder Farbe auf einem Glas vor der Wand befindet, bleibt sein Geheimnis. . .
Textausschnitt von Christoph Tannert
 

Hans Schork

Hans Schork

LICHT# WERK

11.12.2015 - 22.01.2016
Lichtkinetische Objekte und Lichtzeichnungen

Der Kosmos im Kasten
Henrike Holding
„…Auf unterschiedlichen Vorläufern aufbauend, konnte sich
… in den 1950er und 60er Jahren eine regelrechte lichtkinetische
Bewegung von einiger Breitenwirkung entfalten.
Eine kaum zu überschätzende Rolle spielte dabei die Düsseldorfer
Gruppe ZERO mit Heinz Mack, Otto Piene und
später Günther Uecker, die nach einer Alternative zu der
vorherrschenden Nachkriegskunst in ihren Spielarten von
Tachismus und Informel suchten… „geheime Schönheit“ lag für Mack und
Piene in der immateriellen und unfassbaren Qualität des
Lichts…Hans Schorks Ende der 1960er Jahre einsetzende Lichtkunst
ist also auch Ausdruck eines Zeitgeistes. Auslösend
war bei ihm die Begegnung mit dem Werk Julio Le Parcs,
Mitglied der Pariser Gruppe Recherche d’art visuel, anlässlich
der Biennale von Venedig 1966, die ihm erstmals die
Möglichkeiten des künstlerischen Einsatzes von Licht zeigte.
Den Weg zu seiner eigenen Kunst aber fand Schork
durch seinen Beruf als Vermessungstechniker: Die sich bei
einer zufälligen Bewegung gegeneinander verschiebenden
Negative von Lageplänen auf einem Lichttisch erzeugten
ein faszinierendes Lichtspiel. Diesen Effekt machte
Hans Schork sich schließlich bei der Konstruktion seiner
„Kastln“ zunutze…“
 

Julius Dörner

Julius Dörner

Kaffeeklatschpause (Schwitters)

22.10.2015 - 21.11.2015
JULIUS DÖRNER
STARTER im art KUNSTMAGAZIN, Oktober 2015

RECYCLING-KUNST
Julius Dörner verarbeitet Fundstücke vom Sperrmüll zu abstrakten Kompositionen und erinnert dabei subtil an verblasste Moden, das Lebensgefühl vergangener Epochen oder ein ehemaliges DDR-Kaufhaus.
// ADRIENNE BRAUN

Die einen gehen zum Baumarkt, die anderen zum Künstlerbedarf. Julius Dörner findet sein Arbeitsmaterial auf der Straße, beim Sperrmüll, in Abrisshäusern, manchmal auch in Wohnungen von Freunden.

Der gebürtige Hamburger hat eine Leidenschaft für ausrangiertes Mobiliar, für übertünchte Türen, Läden, Balken und Latten, aber auch für alte Lampenschirme und Brotboxen, für Großmutters Glasschälchen oder angestaubte Filmspulen.

Dörner macht auf den ersten Blick Konkrete Kunst. Die Fundstücke verwandeln sich in seinen reliefartigen Objekten in nüchterne Rechtecke, Linien und Rundformen, die er mit Gespür für Farbkontraste, Rhythmus und Spannung zu abstrakten Kompositionen zusammensetzt. Die einzelnen Elemente dieser ausgetüftelten Konstruktionen stellen selbstbewusst die Spuren ihrer Vergangenheit zur Schau, sie erinnern an alte Moden und an das Lebensgefühl vergangener Epochen. Das authentische Material steckt voller Konnotationen und speichert die Alltagskultur ganzer Generationen.

Erinnerungen an vergangene Zeiten

Das Recyceln ist bei Julius Dörner ökologisch motiviert – und der Verzicht auf werthaltige Materialien ist ein Bekenntnis gegen einen traditionellen Kunstbegriff. Während er sich in den ersten Jahren seines Studiums vor allem für die subjektive Lebenswelt seiner Generation interessierte, die in einem Crossover von IKEA- und Trödel-Mobiliar lebt, entwickelt er inzwischen neutrale Ausstellungssituationen. So baut er neue Räume, bei denen er sich wiederum am Vorhandenen bedient und zum Beispiel auf die gerasterte Fassade des ehemaligen Centrum-Warenhauses in Dresden bezieht. Julius Dörner formt die kantigen Wandelemente nach und baut aus ihnen neue Innenräume, die kühl und nüchtern wirken – und doch Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken. Davon kann man sich in seiner nächsten Ausstellung (22. Oktober bis 21. November) in der Galerie Smudajescheck/Kunstraum van Treeck in München überzeugen.

Julius Dörner
Geboren: 1987, Hamburg.
Wohnort: Berlin.
Ausbildung: Universität der Künste Berlin: Evison/Konrad/Pernice.
Initialzündung: An so etwas glaube ich nicht.
Galerie: Smudajescheck, Ulm.
Höhepunkt: Die Geburt meiner Tochter letztes Jahr.
Tiefpunkt: Jeden Tag einer, und damit kann ich ganz gut leben.
Helden: Dieter Roth, Kurt Schwitters, Philip Roth.
Credo: Jeder Mensch hat Raum verdient, und es ist nicht nur Aufgabe der Kunst, diesen zu nutzen, aufzuzeigen, zu gestalten oder zu teilen, sondern die aller.
Ein Rat, der ihnen geholfen hätte: Nicht jeder hat Sinn für Humor.
Warum Künstler? Diese Frage höre ich nie auf, mir zu stellen, und Antworten gibt's viele, Geld gehört nicht dazu.