Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Stefan Vogdt – Galerie der Moderne

Kurfürstenstr. 5 • 80799 M
Tel. +49 89 27 16 857
www.galerie-vogdt.deinfo@galerie-vogdt.de
Mo–Fr 10.30–18.30 Uhr • Sa 10.30–15 Uhr

Kurfürstenstr. 5
80799 München

Laufende Ausstellungen

Milana Schoeller

Milana Schoeller

Border Lines

15.09.2018 - 20.10.2018
In ihren stillen, reduziert-minimalistischen Bildern, die in der Neuinterpretation der Farbfeldmalerei anzusiedeln sind, verarbeitet Milana Schoeller (1986 in München geboren, lebt und arbeitet in Stockholm) dringliche Themen, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung und Migration und eruiert die Rolle des Einzelnen im Kampf gegen globale Probleme.
Die subtilen Zeichen, die dissonanten Erhebungen und Linien auf der Oberfläche ihrer auf den ersten Blick harmonischen Gemälde definiert sie als Grenzen. Es sind sowohl innere als auch äußere Grenzen, die unser Vermögen an Weitsicht und somit das global wirksame Handeln für eine positive Veränderung verhindern.
Seit Gründung der Galerie der Moderne im Jahr 1977 verbindet Stefan Vogdt Objekte der angewandten Kunst mit zeitgenössischen Positionen der Malerei, Skulptur und Fotografie. Wechselnde Ausstellungen renommierter wie junger Künstler gestalten das Programm der Galerie.

Milana Schoeller
Border Lines II, 2018
Öl auf Leinwand
100 x 150 cm

 
 

Kommende Ausstellungen

Sarah Illenberger

26.10.2018 - 06.12.2018
 

Vergangene Ausstellungen

Petrica Stefan

Petrica Stefan

22.06.2018 - 26.07.2018
Petrica Stefans Gemälde bleiben in erster Linie durch ihre fast monumentale Präsenz in Erinnerung. Seine großformatigen Bilder in Öl und Acryl auf Leinwand sind eine Art barocke Interpretation der abstrakten Malerei.
Die Üppigkeit und Fülle aus Formen, Farben, Dimensionen, optischen Täuschungen und einer Mischung aus Materialität und Entrücktheit, werden durch seinen harmonischen Malstil in geregelte Bahnen gelenkt. Die Malerei des jungen rumänischen Künstlers entsteht und entwickelt sich aus einem bestimmten, vom Künstler sich selbst auferlegten Kanon. Mit einer sorgfältig aufgebauten Atelierroutine erforscht der Maler Wege und Methoden der Darstellung von Materie in ihren verschiedenen Formen, von schweren, irdischen Erscheinungsformen bis hin zu transzendenten Sequenzen und einer gewissen Linienparallelität, die zu Berührungspunkten zwischen den in seinen Arbeiten existenten Raumebenen werden.
Petrica Stefan stellt uns vor eine geistige Herausforderung und stimuliert unser abstraktes Denken, in dem er in seinen Bildern eine Art Studie des Lebens mit mehreren sich anziehenden und abstoßenden Ebenen nachempfindet. Der Anspruch der Erfassung des großen Ganzen steht im Mittelpunkt seiner Arbeit.
Den theoretischen und formalen Umgang mit der abstrakten Malerei lernte er während seines Kunststudiums an der Universität von Timişoara, wo er bei Cristian Sida studierte. Sida,  seinerseits Student und Assistenz eines der bekanntesten Rumänischen abstrakten Künstlers, Romul Nutiu, führte den jungen Studenten in die Welt der Tradition der gegenstandslosen Kunst ein. Angeknüpft an diese Tradition setzt Stefan die Praxis fort und transformiert sie in seinen eigenen Stil, immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten seiner Ideen.
Den Stil von Petrica Stefan erkennt man sowohl am gekonnten Zusammenspiel der Kontraste als auch an Elementen wie kleinen, vibrierenden Farbflecken in pastösem, unmittelbarem Gestus und symmetrisch wiederkehrenden parallelen Linien, die sich mit faszinierender Präzision auf großen Flächen ausbreiten. Der Hintergrund der Bilder ist in hellen, luftigen Farben gemalt und die Tiefe, die Andeutung eines Himmels darin, lenkt den Blick und die Vorstellungskraft des Betrachters auf eine weitere denkbare Ebene, die außerhalb des Kunstwerkes liegt.
Kuratiert von Dr. Joana Grevers.

Petrica Stefan
Full Blue, 2018 (Ausschnitt)
Acryl und Öl auf Leinwand
180 x 210 cm

 

 
 

Against Interpretation?

Against Interpretation?

04.05.2018 - 02.06.2018
Mit Jonah Gebka, Max Theo Kehl, Steffen Kern und Felix Klee
Kuratiert von Tinatin Ghughunishvili-Brück und Felicitas Vogdt

Abbildungen
Galerieseite und HOME, Reihung (Ausschnitt): Jonah Gebka, o.T., 2017,
Buntstift, Acrylharz, Acryl und Tintenstrahldruck auf Papier, 29 x 21 cm
HOME, Slider (Ausschnitt):
Felix Klee, Black hole howl, 2018,  Aquarell auf Papier, 21 x 29,5 cm

 
Im Jahr 1964 verfasste Susan Sontag ein Essay mit dem Titel „Gegen Interpretation“[1] (Originaltitel:„Against Interpretation“). Die Kernaussage dieses sowohl kontroversen als auch bedeutenden Essays (Wenn man von dem Exkurs in die Entstehungsgeschichte der Mimetischen Kunst und des daraus resultierenden Kunstverständnisses und Kunstwertes in der westlichen Welt absieht)  ist folgende: Die Befreiung der Kunst vom Interpretationszwang. Sontag plädiert für die sinnliche Wahrnehmung eines Kunstwerkes ohne eine hermeneutisch-intellektuelle „Mutmaßung“ und fordert ein Erleben und Beschreiben der Form, in der sich der Inhalt  auflösen und nicht in Vordergrund  treten sollte. Die Autorin macht auf die Tatsache aufmerksam, dass  in der Rezeption und Kritik der literarischen und künstlerischen Werke die Form kaum noch als  ein substantielles Element erkannt und beschrieben wird.
„Was wir sicherlich nicht mehr brauchen ist, die Umsetzung der Kunst in Gedanken...“ schreibt sie.  Sollte die Kunst sich tatsächlich der Interpretation entziehen? Zähmen wir die Kunst durch die Projektion unserer Vorstellungen und machen wir diese für uns bequemer und begreiflicher? Worauf Sontag hinweist. Entfernt die Deutung des Betrachters das Kunstwerk von seinem Schöpfer?
Oder entscheidet sich hier Sontag tatsächlich für eine unbedarfte Haltung? Wie Hans Flatschek es formulierte:  „Die Sontag, in kulturellen Dingen nicht unerfahren, nimmt hier trotzdem Stellung gegen eine reflektierte Kulturauffassung. Sie bezieht Partei für das, was Lukács einmal die „falsche Unmittelbarkeit“ genannt hat.“[2]
Mit diesen Fragen möchten wir durch diese Ausstellung die Künstler zu ihren Beiträgen anregen. Mit Jonah Gebka, Max Theo Kehl, Steffen Kern und Felix Klee zeigt Galerie Stefan Vogdt  Papierarbeiten junger Künstler, die in erster Linie durch ihre visuelle Ästhetik in Erinnerung bleiben. Seien es die lyrischen Bilder von Jonah Gebka, in denen er durch meisterhaft- subtile Verwendung verschiedener Techniken unter anderem die Romantik der Aquarelllandschaften oder das Porträt als reines physiognomisches Muster untersucht. Oder die Porträts von Max Theo Kehl, welche in der Verbindung  der ästhetischen Rezeption des Non-finito mit einer bestechend schön interpretierten, modernen Darstellungsweise der Substanz des Menschlichen mimetisch auf den Grund gehen.
Durch ihre Formvollendung und Makellosigkeit wirken die Kohlestiftzeichnungen von Steffen Kern zunächst als Fotografien oder Filmstills - doch anstatt einer fotografischen Wirklichkeitsfixation ist das vermeintliche Gegenteil, eine ambivalente und spannungsgeladene Fiktion zu sehen.
Wenn es möglich ist nicht abstrahierte, teils der Wirklichkeit entlehnte Leerstellen malerisch zu formulieren, und zwar so, dass das Weglassen zu noch größerer Hervorhebung des Dargestellten dient, die Vorstellungskraft auf Reisen schickt und Geschichten erzählt, dann ist es der Künstler Felix Klee, dem es sehr überzeugend gelingt.
Gemeinsam haben alle vier Künstler eines, sie erschaffen Bildwelten, welche einerseits in unserem kollektiven Gedächtnis verwurzelt sind, andererseits aber so neu und gekonnt visuell formuliert sind, dass sie uns neugierig machen, berühren und beeindrucken.
Die Künstler und das Galerieteam freut sich auf Ihren Besuch!

[1] Susan Sontag: „Kunst und Antikunst – 24 literarische Analysen“, aus dem Amerikanischen von Mark W. Rien; Hanser Verlag, München, 1980
[2]Hans Flatschek, Für und Gegeninterpretation, aus: 24 literarische Analysen, Zeit Archiv, 5. Dezember 1980
 

Christian Muscheid

Christian Muscheid

Zeitgenössisch Konkret

08.03.2018 - 12.04.2018
„Der höchste und befreiendste Wert in der Kunst - und der Kritik - ist heute die Transparenz. Transparenz meint die Erfahrung der Leucht- kraft des Gegenstandes selbst, der Dinge in ihrem Sosein.“[1]  Susan Sontag

Letzte Woche hat Christian Muscheid als Mitglied der Künstlergruppe Super+, ein beeindruckendes Kunstprojekt auf der Insel Mauritius realisiert. Die Performance „Der Flug des Phoenix“ ist eine wiederkehrende Aktion und eine temporäre, überdimensionale, Skulptur, die sowohl visuell als auch auditiv funktioniert und in Verbindung mit ihrer „natürlichen“ Umgebung ob in München, in Paris oder auf Mauritius spektakulär wirkt. Dies ist eines von vielen interessanten Projekten, die Christian Muscheid als Teil der kreativen Gruppe oder als  eigenständiger Maler verwirklicht.
In einer Einzelausstellung zeigt er bei Stefan Vogdt/Galerie der Moderne seine neuen, überwiegend malerischen Werke.
Zeitgenössisch Konkret, der  Titel der Ausstellung deutet darauf hin, dass wir es hier mit einer aktuellen, zeitgemäßen Interpretation der Konkreten Kunst zu tun haben werden. Jener Konkreten Kunst, welche auf streng-geometrischer Grundlage und Formgebung beruht, welche auf die rein sinnliche Wahrnehmung  zielt und so auch erlebbar ist. Oft und irrtümlicherweise wird Konkrete Kunst  mit Abstraktion verwechselt. Der Unterschied ist jedoch maßgeblich. Die Kompositionen konkreter Kunst veranschaulichen das Immaterielle und das Geistige und abstrahieren nicht das Reale und Gegenständliche,  wie es in der Abstrakten Kunst der Fall ist. So schrieb Max Bill im Jahr 1949 im Vorwort zum Katalog der Ausstellung Zürcher konkrete Kunst: „[...] Das Ziel der konkreten Kunst ist es, Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln, ähnlich wie der Mensch sich Gegenstände schafft für den materiellen Gebrauch. […] konkrete Kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz. Sie ordnet Systeme und gibt mit künstlerischen Mitteln diesen Ordnungen das Leben. [...]“
Die künstlerischen Mittel, von denen hier die Rede ist, meinen ein beinahe perfektes Zusammenspiel der Linien, Flächen und Farben, welche in einer klaren symmetrischen Ordnung, nach Prinzipien der Geometrie, Symmetrie und Harmonie funktionieren.
Christian Muscheids neuer und eigenständiger Weg in dieser Richtung zeichnet sich einerseits mit einer angedeuteten Verspieltheit, anderseits mit einem Augenzwinkern  - sei es in Kombination der Farben oder  in der „Milderung“ der geometrischen Form - als Ausdrucksmittel aus.
So ist das Titelbild der Ausstellung „Frankfurt“ strenggenommen ein Neologismus der Geometrie, allerdings legt der Künstler Wert darauf, dass seine neuen Formkonstruktionen universell verstanden werden, unabhängig von kulturellen Prägungen, Sehgewohnheiten, Vorwissen und Vorurteilen. Rein sinnlich eben.
[1 Susan Sontag: „Kunst und Antikunst – 24 literarische Analysen“, aus dem Amerikanischen von Mark W. Rien; Hanser Verlag, München, 1980, S. 17
Text: Tinatin Ghughunishvili-Brück, Kunsthistorikerin M.A.

Christian Muscheid, 1982 in Saarbrücken geboren, lebt und arbeitet in München.
Seit 2004 absolvierte er ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Jerry Zenjuk und erhielt sein Diplom als Meisterschüler im Jahr 2010. Neben dem Atelierstipendium des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (2013) wurden seine Arbeiten 2010 mit dem Renate Küchler Preis ausgezeichnet.

Christian Muscheid
Frankfurt,  2017
Acryl auf Leinwand
30 x 30 cm
 

Ena Oppenheimer

Ena Oppenheimer

Change of State

09.02.2018 - 15.03.2018
Die Tatsache, dass Ena Oppenheimer in ihrer Malerei die Form seziert, erforscht und zugleich zelebriert, geht auf ein persönliches und prägendes Erlebnis aus ihrer Kindheit zurück. „Ein Schockzustand – durch einen Unfall hervorgerufen – katapultierte mich in einen Wahrnehmungszustand der Körperlosigkeit.“ sagt die Künstlerin. „In der darauffolgenden Zeit hatte ich immer wieder kurze Momenterlebnisse, wo ich den Eindruck hatte, meine Körperhülle kehre sich um und ich selbst würde zur Umgebung.“
Ein Erlebnis, das in ihr die Synästhesie und stereoskopische Wahrnehmung verband und sie die Form und Materie als etwas sehr Lebendiges und Variables erleben ließ, wurde letztendlich auch zum Thema ihrer Kunst. Die Frage, die Ena Oppenheimer in ihrer aktuellen Serie Change of State sich selbst und den Betrachtern ihrer Bilder stellt, lautet: Haben auch Emotionen und Gefühle Form? Mit dieser Frage suchte Ena Oppenheimer den Dialog mit dem Biophysiker Professor Dr. Erich Sackmann, der sich in seiner Forschung mit der Morphogenese (Formentstehung organischer Lebewesen) innerhalb der Evolution und mit dem Sachverhalt beschäftigt, dass Proteine Formen erkennen können und aufgrund dieses Erkennens ihre Form verändern.  Es existiert also ein „Fühlen“ auf der molekularen Ebene und dieses Fühlen hat wiederum eine Form, die in der Malerei von Ena Oppenheimer zum erstaunlich klarem und schönen Ausdruck mit einem Hauch von undefinierbarer Morbidität in der Beschaffenheit findet, wie eben alles Lebendige.  Auf einem meist neutralem Hintergrund bildet die Künstlerin pulsierend wirkende Zellen, molekulare Farbfeuerwerke mit starken Kontrasten und membranartige Objekte. Schicht für Schicht trägt sie mit höchster Sorgfalt die Ölfarbe auf dem Bildträger auf, bis die Form anfängt zu leben, ihren Zustand ständig zu ändern und unsere Wahrnehmung zu erweitern.

Ena Oppenheimer,
REAL REALITY II, 2018
Öl auf Leinwand
140 x 140 cm

 
 

Ivana Šrámková

Ivana Šrámková

Skulpturen aus Glas

26.01.2018 - 01.03.2018
Ivana Šrámková
Hot Head, 2017
Glas
20 x 25 x 110 cm

Ivana Šrámková erschafft minimalistische Glas-Skulpturen in menschlicher oder tierischer Gestalt aus einfachen geometrischen Formen. Zu sehen sind würdevolle Charaktere, die gleichzeitig zurückhaltend wie monumental wirken.
Ihre Formgebung erinnert an die Kunst der Antike oder indigener Volksgruppen und deren Archetypen. Reduziert auf die Essenz Ihrer Gestalt verleiht die Künstlerin jeder Figur einen persönlichen Ausdruck voller Charakter und Witz und lässt die Materie Glas in gänzlich neuer Form erscheinen.

1960 in Tschechien geboren, studierte Šrámková an der traditionsreichen Akademie für angewandte Kunst in Železný Brod und später unter Stanislav Libenský, einem der einflussreichsten tschechischen Glaskünstler des 20. Jahrhunderts, an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag.
Ihre Werke finden sich in renommierten internationalen Sammlungen wie dem V&A Museum, London, Großbritannien oder dem Corning Museum of Glass, New York, USA.

 
 

Kurzgeschichten – Malerei in Klein(st)format

Kurzgeschichten – Malerei in Klein(st)format

02.12.2017 - 18.01.2018
Felix Rehfeld
Jochen Pankrath
Martin Potsch
Pia Winkenstern

In der klassischen Technik der Ölmalerei erwecken die Künstler klein(st)formatige Bildträger zum Leben. Romantische Berglandschaften, Stillleben des Alltags und Momentaufnahmen aus der Stadtidylle Münchens. Das offensichtliche Sujet des Bildes verbirgt eine weitere Dimension, die es zu erschließen gilt. In Vielzahl gruppiert, erhält das einzelne Bild eine neue Bedeutung.
Die Bergmotive von Felix Rehfeld sind den Kunstliebhabern bereits bekannt. In der aktuellen Serie schafft es Felix Rehfeld auf einer Bildfläche von gerademal 4,5x6cm eine malerische Meisterleistung zu vollbringen. Seine Miniaturbilder der Berglandschaften sind farblich perfekt ausgewogen, lichtdurchflutet und rührend klein.
Jochen Pankrath, erhebt unscheinbare Objekte des Alltags zum Sujet seiner Bilder. Vermeintlich Banales wird zum objet trouvé. Die Auswahl seiner Motive kann als lakonisch humorvoller Kommentar verstanden werden, dargestellt auf frische und eigenständige Weise. Seine kleinen Landschaftsansichten wiederum ähneln literarischen Momentaufnahmen, die viele weitere Assoziationen wachrufen.

Geschichten, genauer gesagt Münchner Geschichten erzählt auch Martin Potsch in seinen Gemälden. Er malt Szenen einer lebendigen Stadt. Heiter und dem grauen Alltag entrückt, bevölkern seine Figuren die Isar-Auen. Eine realistische Genremalerei, die ins Hier und Jetzt übertragen ist. Seine Art zu malen, kann - trotz der kleinen Formate der Arbeiten - als äußerst großzügig bezeichnet werden. Was damit gemeint ist, kann vor dem Original am besten nachvollzogen werden.
Die Serie der Künstlerin Pia Winkenstern, die sie als Palindrome Paintings bezeichnet, nutzt das kleine Format der Gemälde als Teile eines malerischen Satzes. Dieser Satz soll, so die Künstlerin, nicht immer einen Sinn ergeben, allerdings als Zeichenkette von vorne nach hinten und von hinten nach vorne bezüglich der Reihenfolge der verwendeten Zeichen übereinstimmen. Da Palindrome nicht zwangsläufig aus Buchstaben oder Zahlen bestehen müssen, zeigte Pia Winkenstern in ihrer Diplomausstellung 2017 in der AdBK München eine Anordnung von Bildern mit dem Titel „is your journey really necessary“. Diese Arbeiten sollten für den Betrachter, der häufig bis mäßig reist, insbesondere diverse Kunst- und Kulturorte besucht, lesbar sein und in Bezug zum Ausstellungstitel sowie dem aktuellen Zeitgeschehen individuelle Überlegungen anregen. In der Gruppenausstellung Kurzgeschichten zeigt Pia Winkenstern ein Teil aus dieser Serie.

Abbildung v.l.n.r:
Martin Potsch, Felix Rehfeld, Jochen Pankrath und Pia Winkenstern
Home (Reihung): Martin Potsch

 
 

Tatjana Busch

Tatjana Busch

Mirroring

09.11.2017 - 28.12.2017
Nach fünf Jahren zeigt Tatjana Busch ihre neuen Arbeiten wieder in einer Einzelausstellung bei Stefan Vogdt/Galerie der Moderne. Die Objekte aus Acrylglas, Aluminium, Silber und  Edelstahl werden in den Räumen der Galerie zu einem installativen Gesamtkunstwerk komponiert.
Das englische Wort für Spiegelung, MIRRORING, das die Künstlerin Tatjana Busch zum Titel ihrer kommenden Ausstellung gewählt hat, bringt die Essenz ihrer Arbeiten sehr treffend zum Vorschein. Diese Objekte entfalten ihre eigentliche Wirkung im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung. Sie sind in jedem Winkel ihrer „unberechenbaren“ Form wandelbar, verstecken Farben und Reflexe in jeder Biegung, spiegeln vorhandenes und unsichtbares auf ihrer Oberfläche. Sie verändern sich, bewegen sich und geben dabei von der eigenen Beschaffenheit sowohl das Äußere als auch das Immanente wieder. Es sind Kunstwerke, die sich immer wieder neu erfinden, je nachdem was sie umgibt und wer ihnen gegenüber steht. Die Künstlerin selbst spricht von einer „intuitiven“ - und „natürlichen Form“ ihrer Arbeiten und es wird klar, dass sie damit die Vielfalt an Wahrnehmungsmöglichkeiten einer Form und ihrer Wirkung auf dem Betrachter meint.  Dennoch verändert die Spiegelung den Kontext. Unausweichlich bringt uns der reflektierende Charakter dieser Kunstwerke zu dem Begriff der Selbstspiegelung und somit zur Selbstreflexion. Zu der wichtigsten, schwierigsten aber auch einer der schönsten Tätigkeit unseres Geistes.

Tatjana Busch
Mirroring, 2017
Objekt, Acryl
94 x 30 x 50 cm

 
 

Guillaume Bruère, alias GIOM

Guillaume Bruère, alias GIOM

19.10.2017 - 22.11.2017
Der in Berlin lebende Künstler zeigt seine Arbeiten in München zum ersten Mal. Umso mehr freuen wir uns, dieses Erlebnis mit unseren Gästen zu teilen.
Die besondere Herangehensweise Guillaume Bruères an die Prozesse des Malens und Zeichnens manifestiert sich in elektrisierenden und äußerst berührenden Bildern, welche die spannendsten Facetten der anthropomorphen Physis und ihrer Expression zeigt.
In Anwesenheit des Künstlers führt Kurator Philipp Bollmann Sie in das Werk von Guillaume Bruère ein.
Guillaume Bruère, alias GIOM (*1976 in Châtellerault, Poitou-Charentes) ist ein französischer Maler, Zeichner, Bildhauer und Performer. Seit dem Abschluss seines Studiums an der École des Beaux-Arts in Nantes und an der École européenne supérieure de l'image in Poitiers hat er in verschiedenen Institutionen, einschließlich MARTa Herford  und in der Vincent Van Gogh Foundation in Arles und im Chateau de Chambord, Frankreich, ausgestellt.

Guillaume Bruère
08.2013
Buntstift, Ölkreide und Aquarell auf Papier
230 x 148 cm
 

Richard Schur

Richard Schur

The Sound Of Color

09.09.2017 - 20.10.2017
Die Ausstellung The Sound Of Color präsentiert die neusten Arbeiten des Künstlers Richard Schur. 1971 in München geboren, studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München. Neben zahlreichen Preisen und weltweiten Stipendien, ist sein Werk international in Galerien, Sammlungen und Museen vertreten.
Schur komponiert seine Bilder aus vertikalen und horizontalen Rechtecken und Linien. Reine Farbfelder verbinden sich zu einer synästhetischen Verführung farbiger Klänge. Als könnte man den Ton der Farbe hören, lässt Schur ein rhythmisches Seherlebnis entstehen. Aus Impulsen der Erinnerung entstehen seine Bilder in einem systematischen und intuitiven Prozess. In bewusster Nachfolge der Wegbereiter des Konstruktivismus und der konkreten Kunst, wie Mondrian oder Malewitsch, die die Freiheit der Kunst in der radikalen Abwendung vom Gegenständlichen und in der Hinwendung zur Farbe postulierten, überträgt Schur die Gedanken dieser Künstler in die heutige Zeit, indem er sie vertieft und weiterführt. Mit der Klarheit der Hard Edge Malerei und der Präzision eines Renaissance Malers, lässt Schur eigenständige Bildwelten entstehen, die Gegenwart reflektieren und dem Alltag gleichzeitig freudvoll entrückt erscheinen.

Richard Schur
Ethereal Duty, 2017
Acryl auf Nessel
80 x 60 cm

 
 

Künstler der Galerie

04.07.2017 - 29.07.2017
 

Yamamoto Masao

Yamamoto Masao

Tori

27.04.2017 - 09.06.2017
Yamamoto Masao
o.T., 2016
Gelatine Silver Print
 

Veikko Hirvimäki

Veikko Hirvimäki

16.02.2017 - 30.03.2017
Veikko Hirvimäki
The Entry, 2016
Holz
83 x 37 x 65 cm
 

Chen Ruo Bing

Chen Ruo Bing

03.11.2016 - 26.01.2017
Chen Ruo Bing
o. T. (0931), 2009
Acryl auf Leiwand
200 x 240 cm

Chen Ruo Bing, geb. 1970, verbindet in seiner abstrakten Malerei eine westliche Kunstauffassung mit der fernöstlichen Philosophie seines Herkunftslandes China. Nach dem Studium der traditionellen Malerei an der Zhejiang Academy of Fine Arts in Hangzhou, setzte der Künstler seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf am Lehrstuhl Gotthard Graubners fort. Die Verbindung der unterschiedlichen Traditionen eröffnet eine neue Perspektive in der abstrakten Kunst und ermöglicht eine Konzentration auf das Wesentliche, auf Farbe und Form.

 
 

Rotraut

Rotraut

Les Sculptures Monumentales

09.09.2016 - 21.10.2016
Die Ausstellung Les Sculptures Monumentales zeigt zum ersten Mal eine umfangreiche Werkschau der Künstlerin Rotraut mit massiven Skulpturen aus Aluminium, die eindrucksvoll und in leuchtenden Farben in den Himmel ragen.
1938 in Deutschland geboren, prägt sowohl der bekannter Bruder Günther Uecker als auch ihr verstorbener Ehemann, Yves Klein, das Leben und die Arbeitsweise der Künstlerin. Ihre zum Teil überlebensgroßen Skulpturen treten in Interaktion mit dem Raum der sie umgibt. So entsteht vor allem im Außenraum und in der Natur ein spannungsreiches Wechselspiel aus Kontrast und Verschmelzung der Skulptur mit der Landschaft. Über die Jahre hinweg hat Rotraut eine ganze Sammlung von Archetypen entwickelt, die aus ihren persönlichen Entwürfen entstanden sind, wie u.a.: Le Lion – der Löwe, Le Papillon – Der Schmetterling, Life – Leben, La Danse – der Tanz. Sie alle symbolisieren in Ihrer Bewegung die Energie des Lebens und faszinieren den Betrachter in ihrem universellen Ausdruck unmittelbar. Rotrauts Skulpturen sind durch ihre Form und Farbwahl progressiv und erhalten dadurch eine unvergängliche Modernität.

Rotraut
Life Red, 2016
Aluminium lackiert
353 x 244 x 50 cm
© Rotraut, ADAGP Paris
© Photo David Bordes

 
 

Laura de Santillana

Laura de Santillana

Glas

10.06.2016 - 14.07.2016
Laura de Santillana
Tokyo-Ga, 2014

Laura de Santillana , geb. 1955, gehört zu den bedeutendsten Glaskünstlern der Gegenwart. Ihre Objekte vereinen die Tradition der venezianischen Glaskunst mit einem freien künstlerischen Ausdruck, der sich in minimalistischen, oft farbintensiven Kunstwerken offenbart.
 

Jaqueline Diffring und Carlos Ciriza

Jaqueline Diffring und Carlos Ciriza

Skulpturen

11.03.2016 - 22.04.2016
Jacqueline Diffring, geb. 1920 in Koblenz, erschafft in einer gänzlich individuellen Formensprache Skulpturen, die an das Imaginäre appellieren: Abstrakte, architektonische Formen erfahren eine figurative Auflösung. Es entstehen sinnlich erfahrbare Plastiken aus Bronze, die über ihre klaren Kanten und ausgearbeitete Oberflächenstruktur eine geheimnisvolle Distanz zum Betrachter wahren. In Ihrem Schaffen wurde die Künstlerin maßgeblich von Ihrem Lehrer Henry Moore beeinflusst.

Carlos Ciriza, geb. 1964 in Pamplona, folgt den großen spanischen Bildhauern der Gegenwart. Die Titel zu seinen oft monumentalen Skulpturen aus massivem Eisen oder Cortenstahl erklären sein künstlerisches Anliegen,  das ihn von seinen Zeitgenossen unterscheidet: Ciriza ist auf der Suche nach der inneren Kraft. Das Spannungsmoment wird innerhalb seiner Skulpturen sichtbar, hervorgerufen durch die miteinander kommunizierenden Einzelteile eines Ganzen. Die bei uns gezeigten Werke gehören zur Serie „Esculturas y Architectura“ - Skulptur und Architektur. Jedes Werk ist ein Unikat.
 

Elementarteilchen

26.11.2015 - 29.01.2016
Malerei von Iris von Carnap – Fotografie von Chris Tille
 

Klaus Rinke

Klaus Rinke

Der Stille Ozean

13.09.2015 - 22.10.2015
Klaus Rinke
Wedged In The Wind Of The Sun, 1985
Öl auf handgeschöpftem Papier, säurefrei
130 x 100 cm

Klaus Rinke, 1939 in Wattenscheid geboren, zählt als international anerkannter Künstler zu den Vorreitern einer prozesshaften Kunst in Deutschland. Seine Environments, Plastiken, Malerei und Zeichnungen wurden in den bedeutendsten Museen der Welt ausgestellt, wie beispielsweise dem Museum of Modern Art in New York oder dem Centre Pompidou in Paris. Bis zu seiner Emeritierung 2004 war Rinke seit 1974 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und lebt und arbeitet heute in Österreich. Bereits in den 1960er Jahren setzte er in seinen Ausstellungen und Veranstaltungen das Element Wasser ein, das seitdem eine zentrale Rolle in seinem Schaffen einnimmt. Die Ausstellung „Der Stille Ozean“ zeigt Werke, die sich dem Thema Wasser widmen: Als großformatige Ölmalerei, raumgreifende Kompositionen aus Graphit und Latex oder kleinformatigere Zeichnungen.
 

Petri Niemelä

Petri Niemelä

The Essence of Beauty - Malerei

08.05.2015 - 25.06.2015
Petri Niemelä
In Safe, 2015
Öl auf Leinwand
40 x 45 cm

Im Fokus der Malerei des skandinavischen Künstlers Petri Niemelä steht der Mensch.
Er reduziert seine Darstellung auf das Wesentliche: Eine Schulterlinie, ein Moment des Versunkenseins – Niemelä lenkt den Blick des Betrachters auf das scheinbar Unspektakuläre, auf das vermeintlich Übersehbare und findet darin „the essence of beauty“.

1965 im finnischen Tampere geboren, studierte Petri Niemelä zunächst in Stockholm, um anschließend die Fakultät für Kunst in Lappland zu besuchen. Seit seinem Abschluss am I.E. Repin-Institut in St. Petersburg ist er wieder in seine Geburtsstadt zurück gekehrt, wo er gleichermaßen lebt und malt. Als einer der erfolgreichsten skandinavischen Künstler feiert Petri Niemelä mit dieser Ausstellung seine 28. Einzelausstellung, die 29. ist bereits in Vorbereitung.
 

Neue Münchner Malerei VI

19.03.2015 - 30.04.2015
 Ausstellungsreihe mit Künstlern der Akademie der Bildenden Künste, München
 

Otto Husten – Olivia Musgrave – Roberto Simoni

Collage – Skulptur – Fotografie

30.11.2014 - 31.01.2015
 

Ola Kolehmainen

Ola Kolehmainen

12.09.2014 - 15.11.2014
Ola Kolehmainen
Alchemy, 2010
Analoger C-Print
Diasec, 260 x 202 cm

Ob Ludwig Mies van der Rohes Barcelona Pavillon, die Gebäude von Sauerbruch Hutton, Frank O. Gehry oder Alvar Aalto bis hin zur Hagia Sophia – der finnische Fotograf Ola Kolehmainen begibt sich auf die Spur großer Architekten und interpretiert dabei den Begriff der klassischen Architekturfotografie neu.
Indem sich der Künstler intensiv mit dem Bauwerk auseinandersetzt, eröffnet er dem Betrachter einen einzigartigen Blickwinkel, eine vollkommen neue Perspektive: Es gelingt ihm, eine Fassade auf ihre Struktur zu redu- zieren und fängt dabei gleichzeitig ein, wie sich die Lichter und Farben der Natur darin widerspiegeln. Neuste Arbeiten zeigen, wie Blicke in das Innere der Architektur sein Werk ergänzen.
Es entstehen Bildwelten von malerischer Qualität, in denen Fassaden zu leuchtenden Membranen werden und Innenräume, durch einfallende Lichter und sich überlagernde Perspektiven, eine erzählerische Komponente erhalten.
Eröffnungsrede: Dr. Sonja Lechner
 

Künstler für Venini

Venini Artglass

04.07.2014 - 04.09.2014
 

Johnny Koch

The World And The Picture

07.03.2014 - 29.03.2014
 

Neue Münchner Malerei 5

Ingrid Floss, Tim Freiwald, Johnny Koch, Christian Muscheid, Felix Rehfeld, Richard Schur, Raphael Weilguni

02.12.2013 - 28.02.2014
 

Yamamoto Masao

Kabinettausstellung.

02.12.2013 - 28.02.2014
Fotografien aus den Serien Kawa=Flow, A box of Ku und Nakazora