Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Bodo Buhl

Skulpturen & Photographien
02.05.2012 - 30.06.2012
Bodo Buhl

Bodo Buhl, oh no, 1998, Plexiglas

„Man hoffte, dass er sich etwas Ausgefallenes einfallen lassen würde. Sie sollten nicht enttäuscht werden. Es war der kostspieligste und fantasievollste Beitrag. Er wollte die Menschen dazu anregen, über das Universum nachzudenken. Trotz des Protestes von Bürgern, Politikern und Presse wurde die Arbeit realisiert. Aber er blieb nicht ungeschoren. Strenge Auflagen verteuerten das Projekt, so dass er auf sein Honorar verzichten und sich mit dem Ruhm zufrieden geben musste.“

Mit einer Ausstellung von Skulpturen, Fotoarbeiten und Zeichnungen, zeigt die Galerie Tanit erstmals eine Werkgruppe aus dem Nachlass von Bodo Buhl (1951 – 2010).

Buhl entwarf seine bildnerischen Ansätze vor dem Hintergrund von Minimalismus und Pop Art als jene wichtigen wegweisenden Bewegungen seit der zeitgenössischen Kunst der 1960er Jahren, mit denen sich eine jüngere Künstlergeneration konfrontiert sehen musste. Buhl suchte gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten, die Ende der 1970er Jahre einen „Münchener Aufbruch“ propagierten, die kritische Auseinandersetzung mit den zeitgleich virulenten künstlerischen Konzeptionen.

In seinen Skulpturen und Photographien erscheinen die formalen Wesensmerkmale aus Minimal und Pop Art als zwei Seiten einer Medaille, die Buhl in einer synthetischen Verbindung auffasste. Seine individuelle Bildsprache entsprang einer anti-expressiven Haltung, die der absoluten Subjektivierung der künstlerischen Praxis widersprach, mit der die Malerei äußerst erfolgreich den zeitgenössischen „Hunger nach Bildern“ stillte.

In diesem Sinne entwickelte Bodo Buhl das künstlerische Selbstverständnis eines „Ultras“ – um den Titel seiner Ausstellung von 1988 im Kunstverein München zu zitieren – lange bevor der Begriff als Bezeichnung für zweifelhafte Ausprägungen von Gruppendynamik bekannt wurde. Seine hyperaffirmative Verbundenheit mit den Werten der Moderne bekundet er in einer jede subjektive Handschrift verweigernden Formensprache, deren Unterkühltheit den inhaltsentleerten Selbstzweck der konsumistischen Waren- und Medienwelt subversiv hochleben lässt. In der 2005 erschienenen Publikation über die Zeichnungen fasste Heinz Schütz die künstlerische Haltung Buhls in einer prägnanten Formulierung zusammen, deren Beschreibung sich über die Skulpturen hinaus durchaus schlüssig auch auf seine Fotoarbeiten und Zeichnungen übertragen lässt: 
„Die architektonisch infizierten Skulpturen Buhls greifen die Sprache der Moderne auf. Mit ihrer glatten Oberfläche und aggressiven Eleganz treiben sie die tradierte Moderne noch einmal ‚futuristisch‘ auf die Spitze und nähern sich dabei dem Design, ein Design, das ohne Funktion und nichts als Oberfläche ist.“

Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Photographien und Zeichnungen aus verschiedenen Werkphasen, die den Schaffenszeitraum von 1986 bis 2005 umspannen.
Ulrich Wilmes, Haus der Kunst

 

Taking place at

Galerie Tanit

Maximilianstr. 45 • 80538 M
Tel. +49 89 29 22 33 • Fax +49 89 29 57 92
www.galerietanit.cominfo@galerietanit.com
Tue–Fri 11 am – 6 pm

Galerie Tanit project room 5
Maximilianstr. 45 • 5. Stock
Open Art 2020:
Friday, september 11       6–9 pm
Saturday, september 12  11 am–6 pm
Sunday, september 13    11 am–6 pm