Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

David Lynch

It Happened At Night
26.10.2012 - 22.12.2012
David Lynch

David Lynch
I Burn Pinecone, 2009
Mischtechnik auf Karton, Elektrik, Glühbirnen, hinter Plexiglas gerahmt, 183 x 274 x 23 cm, Foto: © David Lynch, Courtesy the artist
& Galerie Karl Pfefferle, Munich

Recent paintings and drawings

Zum ersten Mal werden in München großformatige Materialbilder, Gemälde und Zeichnungen des amerikanischen Künstlers und Filmemachers David Lynch (*1946) zu sehen sein. Seine letzte umfassende Ausstellung im Max Ernst Museum in Brühl 2010, dem Jahr, in dem Lynch auch den Goslarer Kaiserring für sein bildnerisches Werk erhielt, zeigte die ungeheure Kohärenz seines gesamten Schaffens. Lynch kam über die Malerei zum Film und sie begleitet sein Werk seit dem Malereistudium an der Kunstakademie Philadelphia in den späten 60er Jahren: „Die Malerei kann wahre Aussagen über alle Aspekte des Lebens machen… Das gleiche gilt für Musik. Es gibt Dinge, die sich mit Worten nicht ausdrücken lassen. Darum geht es in der Malerei und beim Filmemachen… Die Malerei zieht sich durch alles andere hindurch“, so Lynch.Seine szenografischen Materialarbeiten, die in Referenz zu Francis Bacon mit schweren Goldrahmen umfasst sind, werden zu Räumen oder Bühnen innerhalb derer sich Lynchs Lust an Geschichten ohne Ausgang und Rätseln ohne Lösung entfaltet. In die Bilder eingefügte Wortfetzen und Sätze wie „I burn pinecone…“ deuten beunruhigende Handlungsstränge zwar an, offenbaren aber nie deren Ausgang. Lynch spielt mit Proportionssprüngen, ignoriert die Gesetze der Perspektive, setzt Fernes und Nahes nebeneinander und ordnet so den Gegenständen im Bild Bedeutungsgrößen zu. Immer wieder wird das Auge des Betrachters vom Detail angezogen und der Blick in extremer „Naheinstellung“ gebannt. Eine Ameise ist bei Lynch so groß wie ein Haus, und ein „distant memory“ – die vage Erinnerung an das Antlitz einer Frau – hat die Größe eines Streichholzbriefchens. David Lynchs Bildwelten scheinen immer mehr zu verbergen als preiszugeben und sind gerade deshalb von einer überwältigenden Anziehungskraft, die oft in einer Mischung aus Bedrohlichem und Skurrilem begründet ist. Wie Werner Spies es formuliert: „Dem unerhört sensiblen, kalkulierten Umgang mit dem Unheimlichen entkommen wir nie.“

 

Taking place at

Galerie Wolfgang Jahn

Reichenbachstr. 47-49 (Rgb.) • 80469 München
+49 89 29 79 69
www.galeriejahn.com info@galeriejahnpfefferle.com
Tue – Fri 1 – 6 pm • Sat 12 am – 4 pm
and by appointment