Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Editionen und multiples

Studenten der AdBK München zeigen neue Arbeiten
13.07.2012 - 20.07.2012
Editionen und multiples

Sara Chaparro Olmo, Angela Geisenhofer,
Raphael Grotthuss, Agnes Jänsch,
Labor 45 – Katrin Petroschkat und Barbara Herold,
Moritz Schweikl, Constanze Stumpf

2007 zeigte der Radierverein eine Ausstellung junger Künstler der Münchner Akademie und der Hochschule für bildende Künste Braunschweig – Junge Kollegen. 2008 stellte sich der Mittelbau der Akademie mit Druckgraphik vor. Im Juli 2011 stellten Studenten der Münchner Akademie aus und es beteiligten sich im Herbst Braunschweiger und Münchner Studenten an den jährlich präsentierten Sondereditionen des Vereins. In diesem Jahr ist die Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste München noch enger. Die Ausstellung einiger besonders an vervielfältigender Kunst interessierter Studenten findet parallel zu Jahresausstellung der Akademie statt.

Sara Chaparo präsentiert eine Reihe von Portraits, v.a. von Verwandten und Bekannten. In ihren kleinformatigen Kreide- und Tuschelithografien beschränkt sie sich auf das Einfarbige und konzentriert sich auf Licht- und Schattenwirkung der Bilder. Sie reduziert auf das Nötigste und schafft damit Einblicke in eine intim, privat anmutende Sphäre.

Angela Geisenhofers Arbeit mit dem Titel “Beitrag zur zweidimensionalen Ermittlung physikalischer Kräfte” ist die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, welche sich ausschließlich auf die mit den menschlichen Sinnen subjektiv erfahrbare Wahrnehmung der irdischen Allgemeinheit beschränkt. Ihre Frottagen ergänzen sich ungerahmt, locker auf den Wänden verteilt zu einem Gesamtbild, in dem sich die einzelnen Arbeiten einordnen, ohne ihre Eigenwirkung einzubüßen.

Raphael Grotthuss gautscht jeweils zwei frisch geschöpfte heliogenblaue Papiere aus Leinenfasern übereinander. Eine Plastikfolie zwischen den Papieren legt den Bereich fest, der sich beim Pressen nicht verbindet, Silikonventile sorgen für den Luftaustausch. Mit Luft gefüllt entstehen Papierkissen. Als Gruppe an der Wand montiert wechselt der Eindruck zwischen einer ornamentalen Musterreihung, in der die Wandflächen in den Zwischenräumen eine gewichtige Rolle spielen und der Wahrnehmung der Papierkissen als skulpturale Objekte als solche.

Agnes Jänsch zeigt eine kinetische Installation, die Alltagsgegenstände in einen neuen Kontext setzt und ihnen durch Bewegung den Eindruck von Belebtheit verleiht. Die filigrane Intervention ruft Assoziationen zu unterschiedlichen Lebewesen hervor und führt dabei beim Betrachter zu einem subtil beunruhigenden Gefühl.

Labor 45, Barbara Herold und Katrin Petroschkat, schufen die Objekt-Serie «Dresscodes» bestehend aus 5 Papier-Sakkos von jeweils 2,40 m Höhe. Der Anzug, als Alltags-Uniform auf monumentale Größe aufgeblasen, wird an die Grenze des Werkstoffes Papier gebracht. Im Schnitt identisch und in Serie gefertigt unterscheiden sie sich lediglich durch das aufgedruckte Muster, in dem das Bild, das der Träger von sich vermitteln möchte, vertextlicht wird. Der offenkundige Wille zur Darstellung lässt in Zusammenhang mit der Größe und der Zartheit des Werkstoffes Papier Assoziationen von Macht, Schwäche, Schein und Sein zu.

In der Arbeit “Womit nehmen wir uns das Recht, jemanden zu verurteilen? greift Johanna Selge das runde “o” aus der Skulpturenreihe “logos” heraus. Sie wurde aus einem Metallskelett und Holz gebaut, auf deren großer Deckplatte, die zugleich als Sitzfläche dient, ein Siebdruck diese Frage bildlich stellt.”

Moritz Schweikls Arbeiten sind von Kupferplatten gedruckt, wobei diese nicht klassisch im rechten Winkel geschnitten sind, sondern spezielle Formen aufweisen. Die Motive sind mit Zuckertusche ausgesprengt, in mehreren Stufen geätzt und auf Büttenkarton gedruckt. Inhaltlich beziehen sich die Arbeiten auf Steine, wobei sie nicht imitiert werden, sondern wesentliche Aspekte wie Form, Masse und Gewicht erfassen.

In der Arbeit “Von Form zu Form” vollzieht Constanze Stumpf in einer Abfolge von Gipsabgüssen die Metamorphose einer Form in sieben Schritten nach. Diese Objekte gebären sich immer wieder aus sich selbst heraus und in ihren unterschiedlichen Stadien bilden sie eine barock-ornamental anmutende Reihung über die Wandfläche, die sich endlos weiter entwickeln könnte.

Geöffnet: täglich 14–19 Uhr

 

Taking place at

Verein für Originalradierung e.V.

Ludwigstr. 7 / im Innenhof (Souterrain) • 80539 M
+49 89 28 08 84
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