Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

„Gesichtschirurgien“

29.06.2012 - 08.09.2012
„Gesichtschirurgien“

Arnulf Rainer, aus der Serie “Gesichter mit Goya”, 1983/84, Übermalung/Fotoreproduktion,
60 x 50 cm

Beteiligte Künstler:
Julia Bornefeld
Martin Disler
Friedrich Einhoff
Beate Haupt
Franz Hitzler
Gustav Kluge
Uwe Lausen
Heike Pillemann
Hans Platschek
Arnulf Rainer
Antonio Saura
HP Zimmer

Zum Abschluss unseres RENCONTRE – ANNEMARIE DELLEG TRIFFT AUF KLAUS HACK möchten wir
Sie gerne am 26. Juni zu einem Künstlergespräch einladen, das Selima Niggl mit Klaus Hack führen
wird.

Im Anschluss folgt die Ausstellung GESICHTSCHIRUGIEN mit eine Gruppe von Werken – Köpfe, Fratzen und Portraits im weitesten Sinn. Sie wird bereits ab dem 29. Juni zu sehen sein und endet mit einer thematischen Lesung mit Andreas Neumann, am 26. Juli um 19 Uhr.

„Gesichtschirurgie, Verwucherung und Verfurchung, Überwachsung und Transponierung in energetische Bündel, wenn nicht gar gänzliche Verfeuerung, völlige Beerdigung“ beschreibt Arnulf Rainer seine Herangehensweise an das menschliche Gesicht. Mit unserem Ausstellungstitel beziehen wir uns auf den österreichischen „Übermaler“, der mit seinen Face Farces nicht nur über 200 fotografische Selbstportraits überarbeitet hat, sondern sich in vielen seiner prägenden Zyklen – wie z. B. auch den hier gezeigten Gesichter nach Goya mit dem Thema Porträt auseinandersetzt.

Die Darstellung von Köpfen gehört zu den ältesten Motiven der Geschichte der Kunst und lange Zeit galt die Porträtmalerei als eine der nobelsten Gattung ihrer Art. Allerdings hat sich der Zugang zum Thema des menschlichen Gesichts insbesondere seit 1945 stark verändert. Nun geht es nicht mehr um ein souveränes, würdevolles Abbild des Gegenüber, sondern – das zeigt auch die für diese Accrochage getroffene Auswahl – meist um eine über die Individualität des Porträts hinausgehende Auseinandersetzung mit dem Menschsein an sich. Dabei wird offenbar, dass die Künstler trotz ihrer unterschiedlichen
zeitlichen, technischen und künstlerischen Verortungen immer das Gebrochene, das Versehrte, das hinter der Oberfläche Verborgene suchen und dazu – mal ironisch hintergründig, mal aggressiv verletzend, nie jedoch schmeichelnd sanft – auf Methoden der Fragmentierung, Deformierung, Verwischung und
Verwerfung zurückgreifen.
Marie-José van de Loo und Selima Niggl

Galerieferien: 1.8.–4.9.

 

Taking place at

Stiftung van de Loo

Showroom Gabelsbergerstr. 19 • 80333 München
+49 89 22 62 70
By appointment
www.stiftung-vandeloo.de