Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Heimrad Prem

Werke aus der SPUR-Zeit (1957–1965)
23.01.2014 - 05.04.2014
Heimrad Prem

Abbildungen (Slider:Ausschnitt):
Heimrad Prem
Er und Sie, 1965
Mischtechnik/Leinwand, 120×120 cm

Zur Ausstellung erscheint ein 60-seitiger Katalog.

Die in dieser Ausstellung vereinten Bilder und Zeichnungen Heimrad Prems sind zwischen 1959 und 1966 entstanden.
Sie zeigen den Weg vom „konventionellen“ Duktus des Frühwerks zu feinstofflichen Arbeiten von 1959, den
Arbeiten im Facettenstil von 1960, von den stark farbigen und expressiven Werken von 1961/62 bis hin zu den von
der Pop Art angeregten flächigen „Paarbildern“ von 1964/65. Es handelt sich um entscheidende, formative Jahre für
den jungen Akademieabsolventen und das Mitglied der Ende der 50er Jahre gegründeten Künstlergruppe SPUR.
In diesem Zeitraum entdeckt er Bildmotive und Techniken für sich, auf die er in späteren Jahren immer wieder
zurückgreifen wird.
Wie seine Mitstreiter Lothar Fischer, Helmut Sturm und HP Zimmer befindet er sich im äußerst produktiven Spannungsfeld
der eigenen künstlerischen Entwicklung und gleichzeitig der intensiven Auseinandersetzung innerhalb
der Gruppe, die auch als eine Art Schutzraum fungiert gegen Desinteresse und Missachtung durch die damalige
Kunstwelt. In seinem Tagebuch notiert Prem:
„Vielleicht ist die Gruppe SPUR ein Versuch zu einer kultischen Gemeinde; in dem Sinn, daß wir eine Malerei aufbauen,
die wir gegenseitig stützen, die wir selbst tragen, wenn sie schon kein Volk trägt. […] Also sehen wir die
Gruppe SPUR als eine Art Seilschaft, die sich aneinander im Notfall stützt, aber auch gemeinsam abstürzen kann.
Der einzelne muß trotzdem selber steigen.“ (1964)
Dabei ist die mögliche Fallhöhe für Prem besonders groß, da er, wie aus zahlreichen seiner Äusserungen hervorgeht,
in der Malerei immer das Risiko sucht. Nicht das gelungene Resultat in Form eines meisterhaften Bildes zählt
für ihn, sondern der Malprozess selbst. Das schließt die Bereitschaft zu scheitern mit ein. Andererseits ermöglicht
erst das Eingehen eines Risikos das Vordringen zu immer neuen, noch nicht gesehenen Bildfindungen.
Heimrad Prem, der mit nicht einmal 44 Jahren aus dem Leben scheidet, wäre am 27. Mai 2014 achtzig Jahre alt geworden.
Wir wünschen seinem Werk weiterhin die Anerkennung, die es verdient und möchten mit diesem Katalog
die Begeisterung für seine Malerei wach halten.

 

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