Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Max Weiler

Malen auf Papier
14.09.2012 - 27.10.2012
Max Weiler

Abbildung: Max Weiler, Malve, Tusche auf Papier,
1955, 27,9 x 16,7 cm

Wie fügt sich jeder einzelne Strich einer Zeichnung, jeder Farbtupfer eines Aquarells in die Gesamtheit einer Bilderfindung ein, ohne dabei seine eigene, jeweils unverwechselbare Identität im Hier und Jetzt der Schöpfung aufzugeben?
Dies scheint eine der zentralen Fragen im Schaffen von Max Weiler zu sein. So wirkt es äußerst konsequent, wenn sich die einzelnen Elemente nicht einer konkreten Raumflucht unterwerfen, sondern vielmehr an die vorperspektivischen Landschaften der Sung-Dynastie (China, 10. – 12. Jahrhundert) denken lassen. Hier wird additiv nebeneinander gesetzt, der Zufall wird inszeniert, ohne seine Unmittelbarkeit zu verlieren.

Weiler folgt unbeirrt der eigenen Vision eines Bildaufbaus, in dem parallel zu Künstlern wie Twombly neue Räume eröffnet werden. Wir, die Betrachter, sind aufgefordert die Details der Darstellung zu synthetisieren und sie zu einem Gesamtbild in uns zusammenzufügen.

Ein ganzer, eigener Kosmos eröffnet sich in einem Werk, das zuletzt mit einer großartigen Übersicht in der Albertina in Wien zu sehen war. Weiler ist nach Schiele, Kokoschka und Klimt der vierte Künstler, dem die Ehre der Erstellung des Werkverzeichnisses durch die Albertina zuteil wird. Erstmals nun widmet sich am Odeonsplatz eine Verkaufsausstellung ausschließlich den Zeichnungen des Künstlers.
Nachdrücklich sei an dieser Stelle auf die zeitgleich in der Staatlichen Graphischen Sammlung München stattfindende Schau zu Max Weiler hingewiesen.

Max Weiler war von 1964 bis 1981 Professor für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Auswahl der wichtigsten Ausstellungen:

1960 Pavillon Österreich, XXX. Biennale, Venedig; 1988 Wiener Secession; 1989 Museum des 20. Jahrhunderts, Wien; 1991 Nationalgalerie Prag; 1993 Museion Bozen; 1998 Chinesisches Nationalmuseum in Peking (NAMOC); 1999 Künstlerhaus, Akademie der Bildenden Künste, Wien; 2004 Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK); 2010 Essl Museum Klosterneuburg, Wien; 2011 Albertina, Wien

 

Taking place at

Galerie Florian Sundheimer

Odeonsplatz 16 • 80539 M
+49 89 242 105 04
www.sundheimer.deinfo@sundheimer.de
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