Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Uli Zwerenz (geb. 1958)

STOP MEMORY – EMPTY ROOMS
11.10.2013 - 02.11.2013
Uli Zwerenz (geb. 1958)

Bei dem vorliegenden, vom Künstler gewählten Ausstellungstitel handelt es sich um ein sogenanntes Anagramm: Jeder Buchstabe der ersten Zeile „STOP MEMORY“ kommt auch in der zweiten Zeile „EMPTY ROOMS“ vor. Nur die andere Reihenfolge der identischen Menge an Buchstaben ergibt unterschiedliche Worte und einen anderen Sinn. Für einen Künstler wie Uli Zwerenz muss dieses Spiel um die Bedeutung von Zeichen eine große Faszination ausüben.

Aber ist die Aussage beider Zeilen im vorliegenden Fall so verschieden? „STOP MEMORY“ – kein Gedächtnis: Wenn das ein Künstler sagt, geht es ihm darum, den eigenen, in der Vergangenheit entwickelten Stil auszublenden. Es geht darum, sich frei zu machen von bereits Gesehenem, bereits Gemaltem. Auch die zweite Zeile führt in eine ähnliche Richtung: Immer wieder betritt er „EMPTY ROOMS“ – Neuland –, wenn er vor der leeren Leinwand, dem leeren Blatt Papier steht oder sitzt. Diese Fläche gilt es zu gestalten, ihr eine weitere Koordinate hinzuzufügen.

Doch der Befehlsform „STOP“ hört man einen Hauch von Verzweiflung an, dass es nur schwer gelingt, sich vom eigenen überlebensnotwendigen Gedächtnis zu lösen, das eigene Vor-Wissen nicht in die Arbeit mit einfließen zu lassen. Und auch auf die Leere „EMPTY“ folgt unmittelbar ihre Begrenzung, die Wände der Räume „ROOMS“.

Es ist der freie Akt des Mischens der Elemente, der andere Bedeutungen überhaupt erst ermöglicht. Auf die Wachheit und Bereitschaft, neue Kombinationen zu finden und Gestalt werden zu lassen, darauf kommt es an.

Zur Ausstellung erscheint mit Unterstützung der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung
ein 80-seitiger Katalog.

 

Taking place at

Galerie Florian Sundheimer

Odeonsplatz 16 • 80539 M
+49 89 242 105 04
www.sundheimer.deinfo@sundheimer.de
Wed – Fri 2 am – 6.30 pm • Sat 11 am – 2 pm
and by appointment