Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Galerie Florian Sundheimer

Odeonsplatz 16 • 80539 M
+49 89 242 105 04
www.sundheimer.deinfo@sundheimer.de
Wed – Fri 2 am – 6.30 pm • Sat 11 am – 2 pm
and by appointment

Odeonsplatz 16
80539 M

Current exhibitions


Upcoming exhibitions

Verhandlungsbasis – Die Dritte

18.11.2020 - 12.12.2020
 

Past exhibitions

Georg Bernsteiner

Georg Bernsteiner

frühe feuer

12.09.2020 - 26.09.2020
die straße von gestern
jene biegung hinter der zeit
wohnte der verblühte sommer
das licht war geplündert
alle blüten verschwunden
wohin führt dieser weg
nur dieses loch in der zeit
im verwehten garten
nicht worte
eine geste
nicht
mehr
Peter Enzinger, 2020

Anlässlich der Ausstellung wird der 2020 in Wien erschienene Katalog “frühe feuer“ mit Zeichnungen von Georg Bernsteiner und Gedichten von Peter Enzinger vorgestellt.

Georg Bernsteiner
Ohne Titel, 2018
Kohle auf Papier
48,5 x 63,5 cm

 
 

Karl Schleinkofer

Karl Schleinkofer

Lehre vom Zerfall

02.07.2020 - 28.08.2020
Karl Schleinkofer
Ohne Titel, 2020
Ölkreide und Graphit auf Papier
41,8 x 40,8 cm

Only by appointment.

 
 

Köln in München…

Köln in München…

29.04.2020 - 30.05.2020
So das Motto unserer aktuellen Ausstellung. Eigentlich verbinden wir diese warmen, sonnigen Apriltage mit der Art Cologne und der lebendigen rheinischen Kunstszene!

Wir laden Sie herzlich hier an den Odeonsplatz ein, um herausragende Werke folgender Künstler zu sehen:

Jean-Charles Blais
Serge Charchoune
Hermann Glöckner
Erika Giovanna Klien
Norbert Kricke
Alfons Lachauer
Thomas Lehnerer
Laszlo Moholy-Nagy
Ernst Wilhelm Nay
Thomas Müller
Arnulf Rainer
Ismael de la Serna
Toni Stadler
Kumi Sugai
Peter Tollens

Termine für die Besichtigung gerne nach Vereinbarung.
Ich freue mich sehr auf Ihren Besuch und beantworte natürlich gerne auch detaillierte Anfragen!

 
 

Thomas Lehnerer

Thomas Lehnerer

homo pauper

11.03.2020 - 04.04.2020
 

Zeichnerische Wege durch Österreich

Zeichnerische Wege durch Österreich

23.01.2020 - 08.02.2020
Alfred Kubin
Fritz von Herzmanovsky-Orlando
Oskar Kokoschka
Otto Erich Wagner
Erika Giovanna Klien
Arnulf Rainer
Günter Brus
Josef Hofer
Max Weiler
Siegfried Anzinger
Rudolf Leitner-Gründberg
Georg Bernsteiner

Josef Hofer (geb. 1945)
Detail aus: Ohne Titel, 2012/13
Bunt- und Bleistift auf Papier
51 x 73 cm

 
 

German Stegmaier

Objekte und Zeichnungen

28.11.2019 - 14.12.2019
 

Hermann Glöckner

Frühwerk. Zeichnungen der 20er und 30er Jahre

10.10.2019 - 09.11.2019
 

Hanns Schimansky

Hanns Schimansky

Zeichnungen und Faltungen

13.09.2019 - 28.09.2019
Hanns Schimansky (geb. 1949)
Ohne Titel , 2016
Tusche auf Papier, Faltung
52 x 62 cm
Signiert und datiert rückseitig

 

 
 

Mehrfach

Druckgraphik

27.06.2019 - 13.07.2019
James Ensor
Maurice de Vlaminck
Lovis Corinth
Pablo Picasso
Ernst-Ludwig Kirchner
Asger Jorn
Hans Arp
Walter Stöhrer
Bridget Riley
Arnul Rainer u. a.

Hans Arp (1886–1966)
Constellation, 1951
Linolschnitt auf Papier
56 x 38 cm

 

 

 

 

 

 
 

Karl Bohrmann, Michael Croissant, Herbert Peters u.a

Weggefährten

10.06.2019 - 25.05.2019
 

Ronald Noorman (1951–2018)

Ronald Noorman (1951–2018)

z.T. – zonder titel

15.03.2019 - 30.03.2019
Ronald Noorman
z.T., 2015
Kohle auf Papier
39,7 x 30 cm

 
 

Fritz Wotruba

Die Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit

25.01.2019 - 02.03.2019
 

Thomas Müller

Thomas Müller

Drawings

16.11.2018 - 22.12.2018
 

Paul Klee

Paul Klee

Spätwerk auf Papier

28.09.2018 - 10.11.2018
 

Verhandlungsbasis – Die Zweite

Verhandlungsbasis – Die Zweite

04.05.2018 - 16.09.2018
 

Karl Schleinkofer

Karl Schleinkofer

Werkschau

16.03.2018 - 14.04.2018
Während der Osterferien ist die Galerie nur nach Vereinbarung geöffnet.
 

Katharina Daxenberger

Katharina Daxenberger

Symphonie

19.01.2018 - 03.02.2018
Katharina Daxenberger
Toter Winkel, 2017
21,5 × 16,5 cm
 

Alfons Lachauer

Alfons Lachauer

Frühe Bilder

17.11.2017 - 16.12.2017
 

 

 
 

Hanns Schimansky

Hanns Schimansky

Zeichnungen und Faltungen

29.09.2017 - 21.10.2017
 

Uli Zwerenz

Uli Zwerenz

09.09.2017 - 10.09.2017
Am Anfang ist das Sehen.
Das Gegenüber schwebt in grundlosem Raum.
Voll von Dingen und Leere.
Gleichzeitig.
Beobachtungen von Bewegung und Stillstand.
Der einsinkende Fleck von Stift und Pinsel geht auf den Grund.
Verschmieren von Raum und Zeit.
Der empfundene Raum wird zum sichtbaren.
Uli Zwerenz in: STOP MEMORY EMPTY ROOMS, München 2013

Nach seinem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin hielt sich Uli Zwerenz (geb. 1958) in Andalusien auf, es folgte ein Stipendium in Skowhegan, USA. Zwischen den Jahren 1985 und 1992 hatte er sein Atelier auf der griechischen Insel Hydra, in Madrid, in New York und am Schliersse, es folgte 1993 ein Aufenthalt in Indien. Zwerenz lebt und arbeitet in München.

Uli Zwerenz
Ohne Titel, 2016
Acryl und Öl auf Leinwand
70 x 90 cm

 
 

Pierre Tal Coat

Pierre Tal Coat

Papier als Landschaft

18.05.2017 - 29.07.2017
July only by appointment
 

Georg Bernsteiner

Georg Bernsteiner

Buntstiftzeichnungen

17.03.2017 - 08.04.2017
 

Liane Birnberg, Zeichnungen – Texte John Berger

Liane Birnberg, Zeichnungen – Texte John Berger

garden on my cheek

27.01.2017 - 18.02.2017
Gewidmet John Berger (5.11.1926–2.1.2017)

At Remaurian
II
A butterfly disturbs a grain
The grain another
Till there is such friction in the dust
The sky spills its blue milk
On the stones that have conceived
A day is born
Down the precipitous gaze of its opened eyes
The trees are led.
John Berger in: garden on my cheek, Berlin 2016, S. 10

Zur Ausstellung erscheint die Publikation „garden on my cheek“.
 

Verhandlungsbasis

Verhandlungsbasis

25.11.2016 - 14.01.2017
 

Räume auf Papier

Räume auf Papier

Bildhauerzeichnungen

21.10.2016 - 19.11.2016
Norbert Kricke
Gary Kuehn
Roman Signer
Keith Sonnier
In coordination with Häusler Contemporary

Abbildung: Keith Sonnier
 

Fritz Winter – Werke aus drei Jahrzehnten

Fritz Winter – Werke aus drei Jahrzehnten

1930er bis 1950er Jahre

23.09.2016 - 15.10.2016
 

Valio Tchenkov

Valio Tchenkov

Minga Moon

10.09.2016 - 11.09.2016
OPEN art: saturday and sunday 11 am to 6 pm opened.

Valio Tchenkov
Round-a-bout , 2015
Öl auf Autoblech
70 x 95 cm

 

 
 

Thomas Bechinger und Thomas Gosebruch

Thomas Bechinger und Thomas Gosebruch

Ein Dialog

24.06.2016 - 23.07.2016
Galerieseite und Home (Reihung):
Thomas Gosebruch (geb. 1951)
littoral (Ausschnitt), 2015
Öl auf Papier, 31 x 65 cm

Home, Slider (Ausschnitt)
Thomas Bechinger (geb. 1960)
Ohne Titel, 2015
Lithografie von zwei Steinen (Unikat), 70 x 50 cm
 

Herbert Peters

Herbert Peters

Zeichnung und Plastik

29.04.2016 - 04.06.2016
 

art brut

art brut

03.03.2016 - 09.04.2016
Madge Gill, Josef Hofer, Alfred Kremer, Louis Soutter

Abbildung: Josef Hofer
 

Ronald Noorman

Ronald Noorman

Zeesneeuw

22.01.2016 - 27.02.2016
 

Karl Schleinkofer

Karl Schleinkofer

Neue Arbeiten

13.11.2015 - 19.12.2015
 

Hermann Glöckner

Hermann Glöckner

Miniaturen

25.09.2015 - 31.10.2015
 
 

German Stegmaier

German Stegmaier

Malerei und Zeichnungen

11.09.2015 - 19.09.2015
German Stegmaier
Ohne Titel, 2013
Öl auf Leinwand
210 x 150 cm

OPEN ART: the gallery will be opened saturday, september 12, and sunday, september 13, 11 am – 6 pm

 

 
 

German Stegmaier

German Stegmaier

Malerei und Zeichnungen

19.06.2015 - 25.07.2015
 

Joannis Avramidis

Joannis Avramidis

08.05.2015 - 13.06.2015
Bandfigur, 1972
Graphitstift auf Papier
24 x 13,7 cm
 

Katharina Daxenberger

Katharina Daxenberger

Unbeirrt

27.03.2015 - 02.05.2015
 

Eduardo Paolozzi

Eduardo Paolozzi

Inspiration

05.02.2015 - 07.03.2015
 
 
 

Alfons Lachauer

Alfons Lachauer

Gorgonzolaclub

21.11.2014 - 17.01.2015
Alfons Lachauer
Kreuzberg 5 II, 2013
Ölfarbe und Lack auf Papier
14,8 x 10,4 cm

 

 

 

 
 

Olaf Metzel

Olaf Metzel

Zeichnungen

24.10.2014 - 15.11.2014
 

Thomas Müller

Thomas Müller

Zeichnungen

26.09.2014 - 18.10.2014
 

Liane Birnberg (geb. 1948)

Liane Birnberg (geb. 1948)

Weder Gedanken noch keine – Zeichnungen

30.05.2014 - 14.09.2014
Abbildung (Startseite Ausschnitt):

Liane Birnberg
Ohne Titel, 2012
Füllstoff und Abreibung auf Ovara-Papier
52,5 x 52,5 cm

Besichtigung im August nur nach Vereinbarung

Was kann entstehen, wenn Vernichtung zu einem Grundprinzip der eigenen Arbeit wird? Liane Birnberg zermalmt ganze Zeitungen, Bücher, wichtige Bücher, Lieblingsbücher. Mit diesem Rohmaterial, zu dem neben Textpassagen ebenso der Bucheinband gehört, pulverisiert, reibt und zeichnet sie auf meist hauchdünnen Papieren. Sie betreibt eine Mechanik der Zerstörung. Zu diesem Ritus gehört von jeher der Rhythmus des Arbeitsprozesses, seine gebetsmühlenartige Wiederholung.
Aus dieser durchgreifenden Auflösung entsteht im zeichnerischen Prozess eine Partitur der Zertrümmerung und des Wiederaufbaus, ein Wieder-Erfinden, das sich in der Zeit mit traumwandlerischer Sicherheit auf dem schmalen Grat zwischen Vergehen und Werden bewegt.

Liane Birnberg, geboren 1948 in Bukarest, studierte dort zunächst am Konservatorium für Musik. Sie war Begründerin der ersten Frauen-Pop-Band Osteuropas. Zahlreiche Veröffentlichungen sind zusammen mit dem englischen Dichter und Kulturphilosophen John Berger entstanden. Liane Birnberg lebt und arbeitet in Berlin.
 

Thomas Virnich (geb. 1957)

Thomas Virnich (geb. 1957)

04.04.2014 - 17.05.2014
Abbildung:
Thomas Virnich

In dem Buch „Alice im Wunderland“ gibt es eine bekannte Textstelle, wo eine Katze nach längerem Gespräch mit Alice ganz langsam verschwindet – „wobei sie mit der Schwanzspitze anfing und mit dem Grinsen aufhörte, das noch einige Zeit sichtbar blieb, nachdem das Übrige verschwunden war“. Und Alice denkt bei sich, dass sie zwar schon oft eine Katze ohne Grinsen gesehen habe, niemals „aber ein Grinsen ohne Katze“!
Dieser scheinbare Widerspruch, der tief in das Reich von Wort- und Bildbedeutung führt, lässt sich auf eine ganze Reihe von Arbeiten Thomas Virnichs übertragen: Eine merkwürdige plastische Verkehrung findet hier statt, wenn sich die dargestellte Figur als reine Hohlform erweist. Im Fall der Einladungskarte eine weibliche und eine männliche Flohmarkt-Porzellanfigur, die sich von gegenüberliegenden Seiten in den rohen Ton eingeprägt haben. Der Ton materialisiert Teile des Raumes zwischen den Gestalten. Gleichzeitig wird der Werkstoff durch die schillernden Glasuren entstofflicht.
Virnich erschafft Plastiken aus alltäglichen, banalen, manchmal kitschigen Fundstücken und weist ihnen einen neuen Raum in seiner Welt zu. Noch viel wichtiger, er bringt damit Befindlichkeiten zum Ausdruck und zur Form, die – um wieder mit Alice zu sprechen – noch nie im Leben vorher zu sehen waren.

Seit 1992 lehrt Thomas Virnich an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Er lebt und arbeitet in Mönchengladbach.
 

Andreas Bindl (1928–2010)

Andreas Bindl (1928–2010)

Plastiken und Zeichnungen

21.02.2014 - 22.03.2014
Abbildungen (Startseite:Ausschnitt):
Andreas Bindl

Ein Schwerpunkt im Schaffen von Andreas Bindl liegt in der suchenden Linie, die dem Tier- oder Menschenkörper nicht nur nachspürt, sondern vielmehr einem ureigenen Kreatürlichen verbunden ist. Fabelhafte Szenen spielen sich auf den Blättern ab. Der Stift erfasst immer eher eine existenzielle Befindlichkeit als eine korrekte anatomische Wiedergabe und das, obwohl Bindl als einer der herausragendsten Aktzeichner gelten darf, was die Ausstellung mit einigen Arbeiten belegt. Die sensiblen Striche werden zu Gleichnissen einer Welt, die von alten Sagen und Mythen zeugen. Sie verwandeln sich in geträumte Wesen, die hier und heute ihre ureigene Lebendigkeit Gestalt werden lassen.
 

Theodoros Stamos

Theodoros Stamos

Infinity Field

17.01.2014 - 15.02.2014
Abbildung (Startseite und Slider: Ausschnitt)
Theodoros Stamos
Infinity Field Lekada, 1977

Das Werk dieses abstrakten Expressionisten der ersten Stunde verdient es, breitere Beachtung hier in Europa zu erfahren.
Immer wieder kreisen seine Bilder um die Farben Griechenlands: Blau und Weiß. Dabei erzielt Stamos eine physische Präsenz der Pigmente, die dem Betrachter den Bildraum oft nur sehr zögernd öffnen. Das transzendente Blau des Himmels wird materiell greifbar. Erst mit den Eindrücken, die wir aus unserer Erfahrung einbringen, löst sich das Feste zum „endlosen Feld“(Infinity Field), wie ein später Zyklus des Malers heißt.
Der Sohn griechischer Emigranten hatte 1943 die erste Einzelausstellung in der Wakefield Gallery, geleitet von Betty Parsons, der Protagonistin der abstrakten Expressionisten in New York.
 

Norbert Kricke

Linie: Form der Bewegung

21.11.2013 - 11.01.2014
Der Titel zur Ausstellung stammt von Dr. Ernst-Gerhard Güse, dem langjährigen Leiter des Saarlandmuseums in Saarbrücken. Kürzer und prägnanter lässt sich die künstlerische Leistung von Norbert Kricke (1922–1984) wohl nicht formulieren.

Kricke war zeitlebens auf der Suche nach äußerster Verknappung der künstlerischen Mittel, ohne dabei den eigenen Körper, die Bewegungen oder spontane Impulse außer Acht zu lassen.

So entsteht ein Reichtum, eine Vielfalt an Plastiken und Bildern, die bei aller Präzision Raum für Erfindung lassen. Jede Linie wird in der Zeichnung skulptural behandelt, d. h. der Verlauf der Linie erzeugt eine maximale Spannung. Der Vorgang ist vergleichbar mit den Eigenschaften eines biegsamen, schmalen Stahlblechs, welches – an beiden Enden gehalten – gedreht und gebogen wird. Doch nur mit großen Hebeln und Übersetzungen, die offenbar außerhalb des Bildes ansetzen, beziehen die Linien ihre Spannkraft.

Bereits Anfang 1950 verlässt Kricke die üblichen Pfade der Auffassung von Plastik – er selbst nennt sie „Raumplastik“ – als einem Gebilde mit Körper und Volumen. Der Künstler setzt dieser Vorstellung die Ausdehnung der Linie im Raum entgegen. Kricke bringt es zu einer unglaublichen Meisterschaft, die Linien seiner Plastiken wie im Raum kristallisieren zu lassen. Sie besitzen natürlich Anfang und Ende, aber dennoch weisen sie aufgrund der Spannkraft jeder Linie weit über sich hinaus und schaffen somit eine Aura, die dieser Art von minimalem Konzept eigentlich nicht zuzutrauen ist.
 

Max Weiler

Ausgewählte Werke

08.11.2013 - 13.11.2013
 

Uli Zwerenz (geb. 1958)

Uli Zwerenz (geb. 1958)

STOP MEMORY – EMPTY ROOMS

11.10.2013 - 02.11.2013
Bei dem vorliegenden, vom Künstler gewählten Ausstellungstitel handelt es sich um ein sogenanntes Anagramm: Jeder Buchstabe der ersten Zeile „STOP MEMORY“ kommt auch in der zweiten Zeile „EMPTY ROOMS“ vor. Nur die andere Reihenfolge der identischen Menge an Buchstaben ergibt unterschiedliche Worte und einen anderen Sinn. Für einen Künstler wie Uli Zwerenz muss dieses Spiel um die Bedeutung von Zeichen eine große Faszination ausüben.

Aber ist die Aussage beider Zeilen im vorliegenden Fall so verschieden? „STOP MEMORY“ – kein Gedächtnis: Wenn das ein Künstler sagt, geht es ihm darum, den eigenen, in der Vergangenheit entwickelten Stil auszublenden. Es geht darum, sich frei zu machen von bereits Gesehenem, bereits Gemaltem. Auch die zweite Zeile führt in eine ähnliche Richtung: Immer wieder betritt er „EMPTY ROOMS“ – Neuland –, wenn er vor der leeren Leinwand, dem leeren Blatt Papier steht oder sitzt. Diese Fläche gilt es zu gestalten, ihr eine weitere Koordinate hinzuzufügen.

Doch der Befehlsform „STOP“ hört man einen Hauch von Verzweiflung an, dass es nur schwer gelingt, sich vom eigenen überlebensnotwendigen Gedächtnis zu lösen, das eigene Vor-Wissen nicht in die Arbeit mit einfließen zu lassen. Und auch auf die Leere „EMPTY“ folgt unmittelbar ihre Begrenzung, die Wände der Räume „ROOMS“.

Es ist der freie Akt des Mischens der Elemente, der andere Bedeutungen überhaupt erst ermöglicht. Auf die Wachheit und Bereitschaft, neue Kombinationen zu finden und Gestalt werden zu lassen, darauf kommt es an.

Zur Ausstellung erscheint mit Unterstützung der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung
ein 80-seitiger Katalog.
 

Madge Gill – Alfred Kremer

Madge Gill – Alfred Kremer

Ein Dialog

13.09.2013 - 05.10.2013
Abbildung:
Galerieseite:
Madge Gill (1882-1961)
Ohne Titel, um 1944
Tusche auf Postkartenkarton
13,8 x 8,7 cm

Startseite:
Alfred Kremer
Danseuse Espagnole, 1963
Tempera auf Papier
ca. 26 x 16 cm

Myrninerest, so nannte Madge Gill (1882–1961) den Geist, der ihr während des Zeichnens meist im Stehen und nachts erschien. Es entstehen Schriften und Stickereien und in der Fläche des Blattes erfüllt sich diese Dichte einer Fädelung durch ihre Stilistik der Zeichnung. Sie sind engstens gefügt und bestechen durch ihre unmittelbare Präsenz. Madge Gill ist zu keinem Zeitpunkt daran interessiert „Kunst“ zu schaffen. Von dem Phantom Myrninerest getrieben, bilden die Arbeiten eine Art Schutzwall gegen eine äußere Welt. 1932 sind erstmals Bilder von ihr in einer von der Whitechapel Gallery organisierten Ausstellung zu sehen. Die Bekanntheit ihres Werkes wächst stetig, wobei eine breite Anerkennung erst nach ihrem Tod durch eine Ausstellung in der Grosvenor Gallery 1968 einsetzt. Heute gehören ihre Arbeiten zum festen Kanon der „British Outsider Art“.
Was im Werk Alfred Kremers (1895–1965) in Weilheim, ganz im Verborgenen, binnen der Jahre 1962 bis 1965 entsteht, ist in ähnlicher Weise beeindruckend: Ohne Tabuisierung erfindet er – ein klassisch akademisch geschulter Maler – mit seinen Gestalt-Zeichen einen eigenen, oft irritierenden Bilderkosmos. Er ist geprägt von seinen katholischen Wurzeln, speist sich aber im Wesentlichen aus der Abwehr gegen deren Wertekanon. In mehrfacher Hinsicht lassen sich diese Schöpfungen als Votivbilder verstehen. Sie dienen der Abwehr und Heilung ebenso wie der Kanalisierung sexueller Phantasien. Aktuelles Tagesgeschehen wird genauso bildwürdig wie Motive von archaischer Strenge. Die Gestalt wird weitestgehend vereinfacht und wandelt sich zum Zeichen, das Welt gleichzeitig bannt und schöpft.
Seien Sie gespannt auf den Dialog dieser beiden Außenseiter!
 

Jean-Charles Blais (geb. 1956)

Jean-Charles Blais (geb. 1956)

découpé, assemblé et épinglé

28.06.2013 - 27.07.2013
Bitte beachten Sie, dass die Galerie im August nur nach Vereinbarung geöffnet ist.

Ausgeschnitten, zusammengefügt und mit Nadeln verbunden, so ließe sich der Titel der Ausstellung übersetzen. Entnommen ist er der Werkbeschreibung im neusten Katalog anlässlich einer Blais-Schau im Picasso-Museum in Antibes, die Anfang Juni diesen Jahres zu Ende gegangen ist. Zwei bedeutende neue Großformate daraus werden in München zu sehen sein.

Die Einladungskarte zeigt Vorder- und Rückseite ein und derselben Arbeit. Sie führt exemplarisch Blais’ Arbeitsweise vor. Scherenschnitthafte Silhouetten schneidet er aus dem Papier. Er faltet und knickt die Motive, die sich wie im vorliegenden Fall auf der Rückseite weiterspinnen lassen. Mehrfach dienen Nadeln dazu, die vielen Schichten zusammenzuhalten. Das soll nicht heißen, dass Blais den Rückseiten künstlerische Bedeutung beimisst. Es lässt sich jedoch besser nachvollziehen, wie sich die Anmutung einer Bildfläche ändert, wenn sie um die Kanten des Blattes herumgeführt wird. Die schwarz gefüllten Formen der Figuren bilden eine Art belebte Folie vor dem Weiß des Blattes.

Blais findet hier zu seiner ganz eigenen Interpretation der zeichnerischen Problemstellung von Figur und Grund. Gleichzeitig stellt er seine Arbeiten von den Motiven her in den Kontext prägender Gestalten der 1970er-Jahre wie Diane Arbus, William Burroughs oder John Lennon, indem er mehr oder weniger bekannte Fotos in seine eigene Bildwelt übernimmt. Somit lotet Blais komplexe Fragen eines kulturellen Bildgedächtnisses aus und verknüpft diese mit den Ursprüngen des eigenen Selbstverständnisses und seiner Identität als Künstler.
 

Georg Bernsteiner (geb. 1969)

Georg Bernsteiner (geb. 1969)

Scatter The Ashes

03.05.2013 - 15.06.2013
Bevor der Knabe im alten Griechenland in die Fremde zieht, nimmt der Vater eine Tonscherbe, bricht sie entzwei und gibt eine dem Sohn. Kehrt dieser nach Jahren der Wanderschaft als ein Anderer zurück, ist es das Zusammenfügen „symballein“ der beiden unverwechselbaren Hälften, das die Einheit wieder herstellt.
Eingedenk des Woher, offen für ein Außen, das in ihm fort wirkt – so zeichnet Georg Bernsteiner.
Er sucht, findet und erfindet Zeichen und Symbole, die Platz in seinen Bildern erhalten.
Er destilliert sie aus den alltäglichen Dingen des Lebens, die ihn umgeben.
Eindrücke der Ferne lassen das Unerwartete hinzutreten und werden auf dem Papier mit schwarzer Kohle gebannt.
Der Wind weht die Asche in alle Richtungen. Sie überzieht die Welt mit einem hauchdünnen grauen Film, bis sie ihr schließlich wieder einverleibt wird.

Der 1969 im Pinzgau geborene Georg Bernsteiner studierte von 1989 bis 1994 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer.

Jüngste Ausstellungen:
2010 Right on the Rim, Johannesburg; „working in joey trakl´s garage”, Galerie im Traklhaus Studio, Salzburg; „I Dream A Highway”, Kulturverein Schloss Goldegg
2011 „Too many birds in one tree”, Main Street Life 426, Johannesburg; „Akito Akagi - Nurimono, Georg Bernsteiner – Zeichnungen, Young-Jae Lee – Gefäße, Keramische Werkstatt Margaretenhöhe - Geschirr”, Forum am Schillerplatz, Wien
2013 „Vier Serien”, Nexus Kunsthalle Saalfelden
 

Thomas Lehnerer (1955-1995)

Thomas Lehnerer (1955-1995)

Bronzen und Zeichnungen

22.03.2013 - 27.04.2013
Thomas Lehnerer
Ohne Titel, 1990
Kugelschreiber und Lavierung auf Papier
29,7 x 20,8 cm

Zu den für mich persönlich beeindruckendsten Ausstellungen im München der 1980er-und frühen 1990er-Jahre gehören sicher die Präsentationen der Arbeiten von Thomas Lehnerer in der Galerie Dany Keller. Die Unmittelbarkeit seiner Arbeiten zog mich von jeher in ihren Bann. Sie rühren an.

Aus ungeschlachten Stücken Ton oder Wachs wurden Figuren erschaffen, die in ihrer Rohheit und Nacktheit auf nicht weniger als die eigene Existenz verweisen. Unter der formenden Hand werden sie zu eigenständigen Geschöpfen. Das gilt auch für die Zeichnung, bei welcher der Strich oft erst im Tun sich selbst entdeckt und seine Figurinen andeutet.

Die Bronzen heißt es im wahrsten Sinne des Wortes zu be-greifen. Der bloße Blick führt bei Lehnerers Plastiken oft in die Irre, und es sind erst die eigenen Hände, die beim Abtasten die vollkommene „Richtigkeit“ der Form fühlbar machen.
Damit soll nicht behauptet werden, dass Lehnerer seine Arbeit aus einem rein momentanen Gefühl heraus entwickelt hätte: Das Gegenteil ist der Fall. Er war ein herausragender Bildtheoretiker, der ab 1992 als Professor für Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation an der Gesamthochschule Kassel lehrte. Nicht Beliebigkeit, bloßes Meinen sind hier am Werk, sondern ein Höchstmaß an Reflexion.

Einzelausstellungen (Auswahl): Museum für Gegenwartskunst Basel (1993); Diözesanmuseum Freising (2005); Kunstmuseum Liechtenstein (2008)
Sammlungen (Auswahl): Kunsthalle Bremen;
 Kunsthalle Düsseldorf
; Museum für Gegenwartskunst Basel;
 Neues Museum Weserburg Bremen; 
Zollverein Essen
; Staatliche Graphische Sammlung München; Sammlung Ströher Darmstadt
; Sammlung Würth

Während der Art Cologne vom 19. – 22. April wird eine Auswahl der Arbeiten von Thomas Lehnerer auf dem Messestand (Halle 11.2, E 38) zu sehen sein.
 

Stefan Eberstadt

Stefan Eberstadt

Grids and Clouds

01.02.2013 - 02.03.2013
In welchem Maße durchdringt die tägliche, scheinbar banale Alltagswelt unser Handeln und Denken? Wirken rein dem Zweck verpflichtete Produkte oder auch städtebauliche Situationen in uns hinein, biegen uns in gewisse Strukturen? Inwieweit beeinflussen sie ein künstlerisches Werk?

Mit dieser ungewohnten Form der Einladungskarte gewährt Stefan Eberstadt einen Einblick in die Verfahrensweise seiner Fragestellung und in sein bildnerisches Denken. Die ausgewählten Bilder sind Teil eines stetig wachsenden, subjektiv ausgerichteten Fotoarchivs, das Eberstadt im Laufe vieler Jahre zusammengetragen hat und auf das er immer wieder bei Überlegungen, etwa zu neuen Arbeiten, zurückgreift. Die Zusammenstellung umfasst visuelle Verweise unterschiedlicher Bereiche wie Urbanität, Kunst, Architektur und Design, die mit fotografischen Ausschnitten eigener Arbeiten in Beziehung gesetzt werden. Ein unabhängiger geistiger Raum entsteht.

Jede mögliche Systematik ist immer auch unterwanderbar – etwa, wenn auf einem Foto ein zufällig neben einer wildfremden Skulptur geparkter Motorroller steht – und es auf dem Bild zu einer Art Gleichberechtigung beider Elemente kommt. Ausgleich, Gewichtung – das sind klassische Begriffe der Bildhauerei, die ganz offensichtlich bei der Auswahl der Bilder eine Rolle gespielt haben. Auch Elemente der Collage und das Austarieren massiver Körper bleiben dem klassischen Kanon der Bildhauerzeichnung verpflichtet.

Hier lassen sich Geschichten erfinden, die alleine durch ihre Reihenfolge und Kombination immer wieder Neues erzählen. Indem sie tiefer in visuelle und körperliche Verflechtungen dringen, machen sie diese ein Stück weit besser durchschaubar und, was noch wichtiger ist, lebendig.
 

Hanns Schimansky (geb. 1949)

Hanns Schimansky (geb. 1949)

Zeichnungen

16.11.2012 - 22.12.2012
Hanns Schimansky
o.T., 2012, Tusche auf Papier
20,5 x 29,5 cm

Bei seinen neueren Zeichnungen bedeckt Hanns Schimansky die Rückseiten der Blätter mit einer dichten Schicht schwarzer Tusche und es mag merkwürdig erscheinen, dass die Beschreibung einer künstlerischen Arbeit mit dem beginnt, was für uns eigentlich im Verborgenen bleibt. Dem ist jedoch nicht gänzlich so: An den Rändern leuchtet das tiefe Schwarz hervor und ist über die gesamte Fläche als eine Art Generalbass, als eine gewisse Materialität präsent. Die Notationen, die Schimansky der Zeichnung einschreibt, lassen sich als Bildpoesie mit rein zeichnerischen Mitteln lesen. Jedem künstlerischen Impuls spürt er nach, die freien weißen Stellen des Papiers werden ernst genommen und die angesprochene Behandlung der Rückseite verwandelt auch diese Partien zu gestalteten Räumen. Papier und Tusche heben sich gegenseitig in ein sensibles Gleichgewicht. In aller Freiheit wird jede Zeichnung zu einer vom Künstler durchdrungenen Ganzheit.

Hanns Schimansky, geboren 1949 in Bitterfeld, ist seit 1998 Professor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ausstellungen u. a.: Neue Nationalgalerie, Berlin, 1990; Sprengel Museum, Hannover, 1998; Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe, 2003; Gemeentemuseum, Den Haag, 2008; Meisterhäuser Klee/Kandinsky, Dessau, 2010.
 

Max Weiler

Max Weiler

Malen auf Papier

14.09.2012 - 27.10.2012
Abbildung: Max Weiler, Malve, Tusche auf Papier,
1955, 27,9 x 16,7 cm

Wie fügt sich jeder einzelne Strich einer Zeichnung, jeder Farbtupfer eines Aquarells in die Gesamtheit einer Bilderfindung ein, ohne dabei seine eigene, jeweils unverwechselbare Identität im Hier und Jetzt der Schöpfung aufzugeben?
Dies scheint eine der zentralen Fragen im Schaffen von Max Weiler zu sein. So wirkt es äußerst konsequent, wenn sich die einzelnen Elemente nicht einer konkreten Raumflucht unterwerfen, sondern vielmehr an die vorperspektivischen Landschaften der Sung-Dynastie (China, 10. – 12. Jahrhundert) denken lassen. Hier wird additiv nebeneinander gesetzt, der Zufall wird inszeniert, ohne seine Unmittelbarkeit zu verlieren.

Weiler folgt unbeirrt der eigenen Vision eines Bildaufbaus, in dem parallel zu Künstlern wie Twombly neue Räume eröffnet werden. Wir, die Betrachter, sind aufgefordert die Details der Darstellung zu synthetisieren und sie zu einem Gesamtbild in uns zusammenzufügen.

Ein ganzer, eigener Kosmos eröffnet sich in einem Werk, das zuletzt mit einer großartigen Übersicht in der Albertina in Wien zu sehen war. Weiler ist nach Schiele, Kokoschka und Klimt der vierte Künstler, dem die Ehre der Erstellung des Werkverzeichnisses durch die Albertina zuteil wird. Erstmals nun widmet sich am Odeonsplatz eine Verkaufsausstellung ausschließlich den Zeichnungen des Künstlers.
Nachdrücklich sei an dieser Stelle auf die zeitgleich in der Staatlichen Graphischen Sammlung München stattfindende Schau zu Max Weiler hingewiesen.

Max Weiler war von 1964 bis 1981 Professor für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Auswahl der wichtigsten Ausstellungen:

1960 Pavillon Österreich, XXX. Biennale, Venedig; 1988 Wiener Secession; 1989 Museum des 20. Jahrhunderts, Wien; 1991 Nationalgalerie Prag; 1993 Museion Bozen; 1998 Chinesisches Nationalmuseum in Peking (NAMOC); 1999 Künstlerhaus, Akademie der Bildenden Künste, Wien; 2004 Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK); 2010 Essl Museum Klosterneuburg, Wien; 2011 Albertina, Wien
 

Bildhauerzeichnungen

Bildhauerzeichnungen

15.06.2012 - 14.07.2012
Eduardo Paolozzi, Berlin, Tusche, Aquarell und Bleistift auf Papier, 1974, 35,5 x 26,5 cm

Maillol, Laurens, Despiau, Cimiotti, Peters, Croissant, Rickey, Paolozzi, Eberstadt u.a.

Wie kaum ein anderes künstlerisches Medium bewegt sich die Bildhauerzeichnung im falschen System: Auf der glatten Fläche des Papiers versucht sich der Künstler
in der Lösung dreidimensionaler Probleme.

So ist es einer der Grundimpulse der Bildhauerzeichnung, die raum-zeitliche Limitierung zu simulieren oder gar aufzulösen. Klärendes, Erklärendes, spontane Korrekturen, Änderung von Blickwinkel und Volumen – alles ist erlaubt. Schrift und Maßangaben sind durchaus üblich. Auch kann es passieren, dass die Oberfläche des Blattes selbst im Werkprozess allerlei Spuren davon getragen hat, eben weil es für die Produktion der „eigentlichen“ bildhauerischen Arbeit als Vorlage fungierte. Möglichst viele Facetten dieses weiten Feldes zu beleuchten, ist Ziel der Ausstellung.

Als Motiv für die Einladungskarte dient eine Arbeit von Eduardo Paolozzi. Das „Berlin“ betitelte Blatt liest sich wie die Partitur einer Stadtrundfahrt: Der städtische Raum löst sich auf in einer persönlichen, skripturalen Abfolge sinnlicher Eindrücke all dessen, was dem Künstler auf seinem Weg begegnet ist.

Im August ist die Galerie geschlossen.
 

Ronald Noormann

Ronald Noormann

Zeichnungen

23.03.2012 - 05.05.2012
Ronald Noormann, o.T., 2011, Kohle auf Papier, 24 x 32 cm

Von jeher sind es der tiefe Horizont einer lichtdurchfluteten Landschaft und der ordnende Eingriff des Menschen mittels des rechten Winkels, welche die Kunst Hollands geprägt haben. Vor diesem Hintergrund erschließt sich das Werk des
1951 in Hilversum geborenen Ronald Noorman. Dabei widerspricht dem klaren, kalkulierten Strich die Rohheit, mit welcher er gesetzt ist. Ein Ausgleich, eine Balance entsteht also nicht nur aufgrund der ungewöhnlichen Verteilung der zeichnerischen Elemente im Blatt, sondern auch rein durch die Art und Weise, wie Noorman den Strich aufträgt. Der Ausdruck ist nicht gezähmt, aber in geometrische Formbezüge eingebunden. So baut sich ein zeichnerisches Konstrukt auf, das einerseits aus freier künstlerischer Erfindung gespeist wird und andererseits ein tiefes Wissen um die eigene kulturelle Bedingtheit in sich trägt.

Ronald Noorman studierte von 1974–1978 an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam. Er lebt und arbeitet in Amsterdam.

Zahlreiche Ausstellungen belegen den hohen Stellenwert des Künstlers:
De Pont Museum, Tilburg; Galerie Werner Klein, Köln; Galerie Bismarck, Bremen; Galerie Nouvelles Images, Den Haag; Wetering Galerie, Amsterdam; Galerie Inga Kondeyne, Berlin; Galerie William Wauters, Oosteeklo; Gallery Lasés, Art Paris.

Ronald Noorman ist mit seinen Arbeiten unter anderem im Stedelijk Museum, Amsterdam, im Graphischen Kabinett des Rijksmuseums, Amsterdam, im Franz Hals Museum, Haarlem, im Museum Folkwang, Essen, und in vielen anderen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Eröffnung am Donnerstag, den 22. März 2012 ab 18.00 Uhr am Odeonsplatz 16
Dauer der Ausstellung: 23. März – 5. Mai 2012
Geschlossen wegen der ART COLOGNE von 14. bis 21. April 2012

Bitte beachten Sie, dass einige Werke Ronald Noormans auch an unserem Stand auf der ART COLOGNE zu sehen sein werden (18.–22. April, E 38, Halle 11.2, Standtelefon 0151-11614874).
 

Karl Schleinkofer

Karl Schleinkofer

Zeichnungen – ein Überblick

17.02.2012 - 17.03.2012
Karl Schleinkofer, Ohne Titel, Pastellkreide und Bleistift auf Papier, 2010, 68 x 52 cm

Versucht man sich den Arbeiten von Karl Schleinkofer beschreibend zu nähern, entsteht geradezu eine Kluft zwischen der Einfachheit der zeichnerischen Mittel und den komplexen, immer wieder überraschenden, höchst differenzierten bildlichen Ergebnissen. Unzählige, meist parallel geführte Striche setzt er unnachgiebig neben- und übereinander, wobei die Impulsivität der Hand immer wieder zu Abweichungen führt. Linien verdichten sich, rhythmisieren den Bildraum. Sie bilden schließlich eine Art Epidermis, die je nach Malmittel eine schillernde (Graphitstift) oder fettige (Pastellkreide), in jedem Fall aber stark belebte Oberfläche erzeugen. Schleinkofer gelingt in seiner Arbeit das Paradoxon, das Schwarz zum Leuchten zu bringen. Er kehrt die traditionelle Funktion dieser Farbe um. Wenn er weiße Pastellkreiden benutzt, bedient er sich im Prinzip desselben Verfahrens nur mit entgegengesetztem Vorzeichen. Weiß als das Aufhebende, Lichte konkretisiert sich als Linie.
Angefüllt und erfüllt sind die Arbeiten mit dem Thema der Verflechtung, der Überblendung, der Komplexität einer inneren Schau. Sie eröffnen den Blick auf eine Welt, in der andere Gesetzte herrschen. Einfache, ästhetische Kausalitäten greifen nicht. Schleinkofer hebt diese andere Welt in unser Hier und Jetzt. Sie wirkt vertraut.
 

Formes

Formes

Jean Fautrier

25.11.2011 - 14.01.2012
Jean Fautrier, Nue alongée,
Tinte und Chinatusche auf Japanpapier, 1944, ca. 26 x 32 cm