Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Altered States

Gruppenausstellung
12.09.2014 - 31.10.2014
Altered States

Matt Mullican
Untitled, 2014, Tinte auf Papier, 42 x 29,7 cm
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Unter dem Titel »Altered States« zeigt die Galerie Andreas Binder die von Clemens Krümmel und Rolf Walz konzipierte Gruppenausstellung, in der die Arbeiten sieben zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler präsentiert werden:

Rosa Barba, Katja Davar, Stefan Ettlinger, Matt Mullican, Susan Turcot, Rolf Walz, Marcus Weber

Der Filmtitel ›Altered States‹ (Ken Russell, 1980) verweist auf »veränderte Bewusst- seinszustände« und »umgebaute Staaten«. Diese beiden möglichen Deutungen, die sich nicht ausschließen, sind die Klammer für die Ausstellung. ›Altered States‹ thematisiert die Manipulation von nicht nur visuellen Wirklich- keitserfahrungen auf der physischen und psychischen Ebene. Hier spielen ephemere Medien eine zentrale Rolle bei der Konfronta- tion von Potenzialen aktueller künstlerischer Arbeitsweisen. In Malereien, Zeichnungen, Animationen, Text- und Lichtarbeiten fokus- siert sich der Blick auf Techniken der Vermitt- lung zwischen Bild- und Erfahrungszuständen. Diese reichen von erzählerischer Sequenziali- sierung und Überblendung statischer Bilder über gezeichnete und collagierte Animationen bis zu Charts und Modellen, in denen sich das Moment des Umschaltens von Zustand zu Zustand manifestiert.

Äußerst unterschiedliche künstlerische Ansätze beziehen sich etwa auf das ›Umschalten‹ zwischen Zuständen, wenn Matt Mullicans Schriftbilder im Rahmen eines neuen narrativen Ansatzes in seiner performativ am Unbewussten orientierten Kunst einen Wechsel von Erzähl- und Subjektpositionen vorführen, Rosa Barbas seismografische Zeichnungen über ihre Eigenschaft als objektive Aufzeichnung eines Vesuv-Ausbruchs hinaus, ihre Materialität in den Vordergrund stellen und sich so selbst dem Objekthaften annähern, oder wenn bei Rolf Walz’ Lichtkasten ein skulptierter Hund die externe, unberechenbare Schaltinstanz spielt, die den Output der ›black box‹ scheinbar manipulieren kann. Katja Davars wie Simulationen wirkende Hybridlandschaften lassen an jeder Stelle prädigitale zeichnerische Idiome durchsickern. Susan Turcots Animation, die im Zusammenhang ihrer gezeichneten Reportagen zur Abholzung unersetzlicher Waldbestände geschaffen wurde, überführt den eigenen realistischen Weltbezug in ein alternativ oder als Ergänzung entwickeltes semiotisches Abenteuer. Stefan Ettlinger bricht in seinem Video die Idiome der dokumentarischen Verfremdung vielfach in sich und setzt sie in seinen aus mehreren medialen Quellen synthetisierten Gemälden wieder neu und unerwartet zusammen. Marcus Webers Bilder dehnen die Konventionen der Malerei, indem sie das Hereinbrechen einer unerwarteten, paradox zwischen Komik und Verderben changierenden Wirklichkeit wie einen Überfall zeigen.

 

Ausstellungsort

Galerie Andreas Binder

Knöbelstr.27 • 80538 M
Tel. +49 89 219 39 250 • Fax: +49 89 219 39 252
www.andreasbinder.deinfo@andreasbinder.de
Di–Fr 12–17 • Sa 12–15