Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Mario Fani – Heinrich Salzmann

„Brücke des Gegenständlichen“
15.05.2012 - 26.07.2012
Mario Fani – Heinrich Salzmann

Eine spannende Gegenüberstellung von Interieurs und Stillleben der Künstler Mario Fani und Heinrich Salzmann subsumiert die Schau „Brücke des Gegenständlichen“ in der Galerie Rieder.

Die Malerei von Mario Fani, die sich auf den Innenraum seines im toskanischen Casentino-Tal abgelegenen Hauses konzentriert, umgibt eine stille Magie. Stets wiederkehrende Alltagsrequisiten – fragile, opak erscheinende Gläser, Karaffen, Flaschen, Schalen, Tonkrüge, Porzellan vor obskurer, indifferenter Kulisse – lösen bei der Betrachtung gesteigerte Konzentration und Kontemplation aus.

Seine menschenleeren, sparsam möblierten, mit geöffneten oder geschlossenen Türen und Fenstern aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommenen Räume wirken wie theatrale Begegnungen: dezidiert reduziert inszeniert Fani eine Kerze, eine Lampe, das von außen hereinströmende Blau des Himmels als Lichtquelle. Der kontinuierliche Wechsel von Licht und Schatten und die in subtiler Lasurtechnik aufgetragenen, Helldunkelkontraste schaffenden Farbtöne erzeugen eine mystische Spannung. Sie offenbaren Mario Fanis fortwährendes Interesse an der Malerei des 17. Jahrhunderts und die damit verbundene Auseinandersetzung mit dem Licht, die eine autonome Tradierung in die Gegenwart findet.

Auch der Vorarlberger Heinrich Salzmann widmet sich Interieurdarstellungen und konventionellen, zum Teil überdimensional vergrößerten Objekten und großformatigen Portraits: Blumen, Früchte, Automobile, Tortenstücke, Frühstücksbuffets, Sportler und Schauspieler werden vor einem monochromen Hintergrund in Szene gesetzt – sie dominieren oder füllen den Bildraum aus.

Vertraute, aus des Künstlers unmittelbarer Umgebung stammende, oft in industrieller Massenanfertigung entstandene Produkte des Alltags, dargestellt in leuchtend kräftigem Kolorit, üben auf den Betrachter eine magische Faszination und Macht aus.

Salzmann, der sich mit der Kunst der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus’, der amerikanischer Popart sowie der Werbung auseinandersetzt, demonstriert in seinen Bildern in konzentrierter Präzision und Perfektion Gegenstände und Personen, die für eine durch Konsum und Kommerzialisierung geprägte Gesellschaft zu Fetischen werden.

 

Ausstellungsort

Galerie Rieder

Maximilianstr. 22 • 80539 M
Tel. +49 89 29 45 17 • Fax +49 89 255 43 856
www.galerierieder.deinfo@galerierieder.de
Di–Fr 11–13/14–18 • Sa nach Vereinbarung

Ansprechpartner:
Edith Rieder
Stephanie Schnürer, M.A.