Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Qualität in Vielfalt

Antes, Ernst, Bühler, Gecelli, Hartung, Koelbl, Nannucci, Prachensky, Soulages
09.11.2012 - 26.01.2013
Qualität in Vielfalt

Pierre Soulages
Peinture 27 mai 2004
Öl auf Leinwand, 130 x 81 cm

Horst Antes
2 Häuser mit blauen Dächern
1999, Aquatec mit Sägemehl auf Karton
39,5 x 49,5 cm (Startseite: Ausschnitt)

Max Ernst hinterließ ein umfangreiches druckgrafisches Werk, schuf zahlreiche Illustrationen zu Büchern, darunter Lithografien zu La Saint-Charlemagne von Robert Lebel und Rosier millénaire. Nain en courte chemise zu einem Text von Jean Tardieu. Seine narrativen surrealistischen Landschaften und insbesondere die Darstellungen skurriler Fabelwesen rufen Irritation und Faszination hervor.
Haus und Hemd und 2 Häuser mit blauen Dächern sind stille, meditativ anmutende Kompositionen des HAP Grieshaber-Schülers Horst Antes, die in den 1990er Jahren auf seine in kräftigen Farben gemalten Kopffüßler und Kopf-Plastiken folgten.
Von Johannes Geccelli, einem der wichtigsten deutschen Farbfeldmaler, werden monochrome, aus einzelnen, gleichmäßigen Farbstrichlagen bestehende Bildtafeln offeriert; sie stehen in einem spannenden Kontrast zu seinem Spätwerk – kleinformatigen, subtilen und skizzenhaft anmutenden Landschaftsaquarellen.
Wolfgang G. Bühler, in Nürnberg lebend, macht ebenfalls Farbe zu seinem Sujet. Auf bearbeitetem Kupferdruckpapier aufgetragen, schafft er in der Serie Verlorene Entdeckungen eine besondere Oberflächentextur, die Assoziationen an die Natur und deren Mutationen anklingen lässt.
Die Fotografin Herlinde Koelbl ist mit Langzeitstudien wie Spuren der Macht und Kleider machen Leute populär geworden. In der Ausstellung werden Arbeiten aus ihrer Serie Geisha–Japan gezeigt. Koelbl beobachtet Gesichter, Körpersprache, gesellschaftliche oder religiöse Zugehörigkeiten, bringt die Porträtierten auf einen gemeinsamen Nenner und offenbart zugleich ihre Unterschiedlichkeit.
Markus Prachenskys Umgang mit Farbe ist großzügig, tektonisch-gestisch, radikal. In seiner Vorliebe für Rot, das in den Abbreviaturen zum Thema Landschaft und Architektur vorherrscht, manifestiert sich das ihm immanente Emotionale, Leidenschaftliche, Unruhige und Gefährliche, das differenzierte Momente und Stimmungen der Wirklichkeit vermittelt.
Der florentinische Konzeptkünstler Maurizio Nannucci befasst sich auf vielfältige Weise in Malerei, Videos, Fotografien und Lichtinstallationen mit Sprache, die sich beim Rezipieren in ein hintergründiges Wortspiel verwandelt.
Pierre Soulages, Meister der Peinture noire, manifestiert in seinem Spätwerk P. 27 mai 2004 virtuos den differenzierten Umgang mit der Farbe Schwarz und dem Licht. Seine Druckgrafiken aus den 1950er bis 1970er Jahren, darunter der Plakatentwurf für die Olympischen Spiele in München 1972, zeigen fest-gefügte schwarze Bildgerüste, die durch minimale Verwendung von Ocker, Rot, Blau und Weiß ergänzt werden.
Mit dem in Leipzig geborenen Hans Hartung stand Soulages nach dessen Emigration 1945 nach Paris in einem regen Briefwechsel. Hartungs expressive Improvisationen belegen die Entwicklung der französi-schen Metropole zum Zentrum der gestisch-abstrakten Kunst in den Nachkriegsjahren.
Geschlossen: 22.12.–7.1.

 

Ausstellungsort

Galerie Rieder

Maximilianstr. 22 • 80539 M
Tel. +49 89 29 45 17 • Fax +49 89 255 43 856
www.galerierieder.deinfo@galerierieder.de
Di–Fr 11–13/14–18 • Sa nach Vereinbarung

Ansprechpartner:
Edith Rieder
Stephanie Schnürer, M.A.