Initiative Münchner Galerien zeitgenößischer Kunst

 

Siegfried Kaden

Cuba – mi amor
23.03.2021 - 30.06.2021
Siegfried Kaden

58 Zeichnungen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Gefördert von
Neu Start Kultur und Stiftung Kunstfonds

Mit Kuba als Sehnsuchtsort eines freieren, zwangloseren und unbeschwerten Lebens ist für den Künstler Siegfried Kaden (*1944) in den vergangenen 25 Jahren ein Traum in Erfüllung gegangen. Für ihn ist dieses Land ein Gegenentwurf zu unserem mitteleuropäischen Leben. Hier fand er eine Gelassenheit der Bewohner, eine Offenheit und Menschenfreundlichkeit, die er in seiner ursprünglichen Heimat immer vermisst hatte.
Seit langem hat sich der Künstler mit Kuba, seinen Menschen und seiner Geschichte künstlerisch auseinandergesetzt. Doch im Corona-Jahr 2020 nahm dies eine dramatische Wende. Kuba wurde von der weltweiten Gesundheitskrise auf eigene Weise getroffen. Es kam zu einem unvorstellbaren wirtschaftlichen Zusammenbruch, der die gesamte Bevölkerung des seit Jahrzehnten ausgebluteten Landes in eine bedrohliche Hungersnot führte. Auch Siegfried Kaden musste dies erleiden, was sich für ihn existentiell verschärfte, da er, über den Hunger hinaus, in den ersten Monaten dieses Jahres schwer erkrankte. In diesen aussichtslosen Wochen blieb dem Künstler als einziger Lebensanker das Zeichnen. Mit einem wahren Furor füllte er 58 Blatt und in seiner materiellen Not überarbeitete er dafür auch zahlreiche frühere Zeichnungen völlig. Mit einem der letzten Flugzeuge gelang es ihm nach Deutschland zurückzureisen. Entstanden ist ein außergewöhnliches Dokument unserer Krisenzeit, ein Dokument tiefer Menschlichkeit und Verzweiflung. Es wäre aber nicht Siegfried Kaden, wenn nicht immer wieder auch böser Humor und bittere Wut sich mit der tiefen Verbundenheit mit seinen kubanischen Freunden paaren würden. Ein ungewöhnliches Leben abseits aller Konventionen hat in dieser Zeichnungsfolge einen künstlerischen Höhepunkt gefunden. (Andreas Strobl)

Siegfried Kaden
“Un caballo muere”, Habana 21.3.2020
Aquarell, Buntstift, dokumentenechter Kugelschreiber auf Papier
40 x 54 cm

 

Ausstellungsort

Galerie Biedermann

Barerstr. 44 (Rgb.) • 80799 M
Tel. +49 89 29 72 57 • +49 171 209 46 43
http://www.artnet.com/galleries/galerie-biedermanngalerie-biedermann@web.de
Di–Fr 14–18 und nach Vereinbarung

Die Galerie wurde 1971 von der Kunsthistorikerin Dr. Margret Biedermann gegründet. Die Galerie beschäftigt sich in erster Linie mit Gemälden und Skulpturen des 20. Jahrhunderts. Die Künstler der Galerie sind einerseits repräsentativ für die internationale zeitgenössische Kunstszene, darunter Chillida, Tobey, Goldberg, Dorazio, Tapies, Pierre Alechinsky. Außerdem sind Künstler der jungen Generation aus Süddeutschland von eher lokaler Bedeutung vertreten.
Da Margret Biedermann ihr Studium mit einer Arbeit über Kunst im 18. und 19. Jahrhundert abgeschlossen hat, befasst sie sich in ihrer Galerie auch mit Kunstwerken aus jener Zeit.